Frontal in die Abhängigkeit – Der innere Autopilot

AutopilotEinmal angefangen mit dem Anschauen von Pornos, so ist es schwer, sich dieses Verhalten wieder abzugewöhnen. Ein innerer Instinkt steuert die Sucht für gewöhnlich: Hat man einmal den Rausch des Suchtmittels erlebt, strebt man danach, dies wieder zu tun. Man kennt es von Kleinkindern und auch von Tieren: Man bietet kleine Köstlichkeiten an, die in geringer Menge schon für Lust sorgen, aber wovon nicht unendlich gekostet werden sollte. Der innere Drang ist stark genug, sodass dann immer noch mehr gefordert wird.

Haustiere und Kleinkinder unterliegen aber im Gegensatz zu uns erwachsenen Menschen meist der Obhut von Anderen, die die Dosierung zu deren eigenem Wohl regulieren. Uns dagegen steht der gottgegebene Verstand zur Verfügung, der sich aber leider nicht immer so vortut, wie es vielleicht Sinn machen würde. Der Modus „Autopilot“ hat meistens nicht viel gemeinsam mit Vernunft, sondern steuert allein auf die Dinge zu, die unmittelbare Luststeigerung versprechen. Dasselbe geschieht also auch bei dem ständigen Konsum von Pornos. Ohne das eigene Verhalten zu reflektieren, wird sich Zugang verschafft zu den gewünschten Reizen: Den Sexfilmen auf dem PC oder TV.

Wie baut der Autopilot sich auf?

Um zu verstehen, wie dieser Autopilot sich verselbstständigt und durchgehend den Weg zu den Pornos sucht, ist ein Ansatz aus dem Gebiet der Psychologie hilfreich. Experten nennen dieses Phänomen „Habituation“. Dies bedeutet ganz einfach, dass der Mensch dazu neigt, um sich an Situationen und Verhaltensweisen zu gewöhnen. Je öfter man das Verhalten ausführt, desto geringer wird die Hemmschwelle, um eben dies zu tun.

Das Heikle daran ist, dass das Problembewusstsein kontinuierlich schwindet. Wer das erste mal eine Pornoseite besucht, hat vielleicht noch ein schlechtes Gewissen und sagt sich selbst, dass es Unsinn ist, solche Seiten zu besuchen. Nachdem man aber merkt, wie einfach der Zugriff ist und dass es „doch gar nicht so schlimm war“, gehen die nächsten Male einfacher zu vollziehen, bis man letztendlich völlig bedenkenlos in hoher Regelmäßigkeit die Seiten besucht und der Sucht nachgeht.

Weg vom Autopilot, selbst das Steuer in die Hand nehmen

Wir alle wissen, wie schwer es ist, Gewohnheiten zu durchbrechen oder mit Ungereimtheiten im alltäglichen Ablauf klar zu kommen. Im Urlaub stört es manche, dass das übliche Essen aus der Heimat nicht verfügbar ist. Andere regen sich auf, wenn gar die Fernbedienung zuhause an der falschen Stelle liegt oder die Freundin eine neue Frisur trägt. Gerade dieser empfundene Stress, der dann verursacht wird, hält uns davon ab, mit unseren Gewohnheiten zu brechen.

Doch es gibt Methoden, die es vereinfachen, um den Autopiloten auszuschalten. Ein großes Thema in der Psychologie ist heutzutage die Achtsamkeit. Die sogenannte „Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion“ kann nicht nur gegen den Autopilot helfen, sondern auch Entzugssymptome erträglicher machen. Hierbei geht es vereinfacht darum, sich auf das „Hier und Jetzt“ zu konzentrieren (mehr dazu: Der Neustart).

Das mit der Meditation verwandte Training kann z.B. die eigene Körperwahrnehmung umfassen. Man achtet darauf, was gerade passiert im eigenen Körper. Das kann eine durch die Vorfreude auf die Pornos erhöhte Anspannung sein oder der automatische Gang zum PC. Erst wenn man erkennt, was die Vorstadien des Suchtverhaltens sind, ist man in der Lage, um darauf zu achten und dieses schädliche Verhalten schon in seiner Entstehung zu unterbinden.

Auch Dinge wie Yoga und das achtsame Ausführen langsamer Bewegungen kann helfen, sich ein Bild von auf den ersten Blick banalen Handlungsweisen zu machen. So kann man lernen, die Achtsamkeit bei der Verrichtung von alltäglichen Verrichtungen zu erhöhen. Dies ist ein wichtiger schritt, um den Autoplioten, der sich langsam in unser Hirn eingeschlichen hat, zu guter Letzt wieder abzulösen und ein selbstbestimmtes Leben ohne die Pornosucht zu führen.

 

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