Wie der Coolidge Effekt unsere guten Intentionen zunichte machen kann

Vor ein paar Jahren konnte eine deutsche Studie belegen, dass das sexuelle Verlangen von Frauen in Partnerschaften mit zunehmender Dauer der Beziehung sinkt. Bei Männern sinkt dabei gleichermaßen das Verlangen nach Zärtlichkeit. Wer von Beiden dann frustrierter ist, der ist in der Regel der Meinung, er (oder sie) würde wunschlos glücklich sein, wenn er/sie so viel Sex haben könnte wie erwünscht.

Der Coolidge Effekt als Beziehungskiller

In Wahrheit ist die ganze Sache allerdings etwas verzwickter. Die Partner fallen nämlich einer Art unterbewussten genetischen Programmierung zum Opfer: Dem Cooldige Effekt. Dieses Phänomen verleitet dazu, sich auf die Suche nach neuen sexuellen Erfahrungen- und damit auch neuen sexuellen Partnern- zu machen.

Hier und da haben wir bereits über den Coolidge Effekt berichtet und wie er sich auf Psyche, Libido und Zusammenleben auswirken kann.
In einer Studie mit Affen, die den Menschen in vielen grundsätzlichen Verhaltensweisen stark ähneln, konnte das Problem ebenfalls veranschaulicht werden. Männliche Affen wurden wiederholt mit den selben Weibchen zusammengebracht, um sich zu paaren; die Weibchen waren immer „in Stimmung“ dank täglicher Hormonspritzen. „Das ist ja traumhaft“, denken Sie vielleicht?

Nicht wirklich, denn die Partner korpulierten immer seltener und die Männchen verloren zunehmend das Interesse über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren. Nicht nur das: Als neue Weibchen auftauchten, verfielen die Männchen zurück in ihren ursprünglichen Enthusiasmus und zeigten wieder erhöhtes Lustempfinden.

Liebe, Sex und Zärtlichkeit

Was würde also passieren, wenn Ihr Partner immer in Stimmung wäre? Die Chancen stünden nicht schlecht, dass Sie es bald nicht mehr sind (zumindest,um mit ihm oder ihr zu schlafen).
Die traurige Wahrheit ist nämlich, dass ihr Partner nicht so oft Sex bis zum Orgasmus mit Ihnen haben wird, wie Sie es vielleicht wünschen. Zu häufiger Sex ist schließlich auch nicht unbedingt förderlich für die Beziehung, da zu schnell eine Sättigung auftreten kann.
Doch irgendwie ist das auch kein idealer Zustand, denn ohne häufigen zärtlichen Austausch leidet auch die emotionale Verbindung der beiden. Das Problem ist, dass viele Menschen Zärtlichkeit nur dann aufsuchen, wenn Sie Sex haben wollen. Unterbewusst erhofft man sich in dem Fall, durch den anfänglichen Austausch von Zärtlichkeiten später zum Orgasmus zu kommen.

Doch wie kann sexuelle Sättigung Paare auseinander bringen? Coolidge

Wissenschaftler fanden heraus, dass der hormonelle Botenstoff Dopamin, der das Lustzentrum mit positiven Gefühlen versorgt, dafür verantwortlich ist. Die sexuelle Ermüdung des Mannes ist darauf zurück zu führen, dass selbiger immer weniger Dopamin ausschüttet, wenn er Sex mit der gleichen Partnerin hat. Genau wie beim Affen ist es es aber auch so, dass wieder mehr vom „Belohnungsstoff“ ausgeschüttet wird, wenn eine neue potenzielle Partnerin auftaucht.

Was wird unternommen gegen den Abfall der Lust?

Einige Paare probieren, der sich steigernden Unlust im Bett mit sexuellen „Dopaminspritzen“ entgegen zu wirken. Sie schauen Pornos an oder probieren, Fantasien mit diversen Hilfsmitteln auszuleben.
In beiden Fällen wird aber gleichermaßen probiert, das Gehirn lediglich auszutricksen und ihm vorzugaukeln, dass neue Paarungsmöglichkeiten vorhanden sind.
Hinzu kommt, dass immer zwei Menschen dazu gehören und es natürlich oft vorkommt, dass eine Seite mit den neuen sexuellen Vorhaben nicht einverstanden ist.

Doch ist die ganze Sache wirklich so aussichtslos und sind wir gefangen in unserer biologischen Disposition?

Eine mögliche Lösung ist eine scheinbar einfache, aber nicht immer so leicht durchführbare Verfahrensart. Es ist die Idee, unser sexuelles Verlangen nicht ständig bis zur Ermüdung auszureizen. Wer sich öfter mäßigt und sexuell achtsamer und gezügelter agiert, der beugt dem ständigen Auf und Ab des Dopaminspiegels vor. So fällt es uns darauf hin wieder leichter, auch die kleinen Freuden des Lebens intensiver zu genießen. Die Beziehung behält somit ihren Glanz. Wenn Sie also merken, dass ihre Beziehung dem Coolidge Effekt zum Opfer fällt, dann verzweifeln Sie nicht direkt. Es gibt durchaus Wege, wie wir dieser Gefahr den erfolgreich geführten Kampf ansagen können.

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