Der Coolidge Effekt – vom Hirten und seinen Porno-Häschen

Die Welt der Pornofilme bietet dem Mann die leichte Möglichkeit eine nahezu unerschöpfliche Anzahl von Frauen zu bestaunen, die beim Geschlechtsakt gezeigt werden. Es gibt Experimente darüber, dass die Libido der Männer abgeschwächt wird, wenn langfristig mit dem gleichen „Weibchen“ korpuliert wird.

Coolidge

Diagramm aus Versuchsreihe mit Ratten

Das bedeutet, dass es vielleicht zumindest teilweise in der Natur des Mannes liegt, wechselnde Sexualpartnerinnen aufzusuchen. Da dies aber in unserem Kulturkreis nicht immer so leicht zu realisieren ist, vor allem dann nicht, wenn man sich in einer festen Partnerschaft befindet, hilft der Pornosüchtige sich durch seine Aktivitäten eben selbst weiter.

Die Neigung, wechselnde Sexualpartner haben zu wollen, nennen die Wissenschaftler den „Coolidge Effekt“. Um dieses Phänomen noch anschaulicher zu machen, bietet sich die Entstehungsgeschichte des Begriffs optimal an:

Der damalige US-Präsident Calvin Coolidge war demnach mit seiner Frau auf einer Ranch unterwegs. Während das Staatsoberhaupt den Hof besichtigte, wurde seine Frau im Hühnerstall herumgeführt. Sie wunderte sich darüber, dass ein einziger Hahn allein mit einer Vielzahl an Hennen in einem Gehege verweilte. Sie ließ sich daraufhin erklären, dass der fleißige Hahn den Paarungsakt bis zu 12 mal am Tag vollziehe, worauf sie entgegnete: „Sagen Sie das mal meinem Mann!“.

Als dieser von dem Gespräch erfuhr, hakte er ein:“Jedes mal mit der der gleichen Henne?“. „Nein“, antwortete der Bauer, „jedes Mal mit einer anderen“. Coolidge antwortete darauf trocken „Na, dann sagen Sie das mal meiner Frau!“.

Der Coolidge Effekt als Fremdgeh-Ersatz

So lustig diese Anekdote auch klingt, so steckt doch ein ernstzunehmender Hintergrund mit drin. Unser Wertesystem beinhaltet die Säulen von Loyalität und Treue, welche als wichtige Bestandteile für menschliche Beziehungen gelten. Es ist sinnvoll, dass nicht jeder Mann das tut, wonach ihm gerade ist und nicht direkt jede Frau besteigt, die nicht „bei Drei auf dem Baum ist“.

Vor allem für feste Beziehungen wäre solch ein Verhalten fatal. Jedoch ist es so, dass viele differenzieren zwischen „echtem“ Fremdgehen und dem Konsum von Pornos. Wenn man mal genauer drüber nachdenkt, ist der Unterschied aber eben doch nicht so groß. Der Mann wird stimuliert bei dem Umgang mit einer fremden, nackten Frau; auch wenn diese nur digital auf dem Bildschirm flackert, ist es doch das Begehren einer Anderen mit gleichzeitiger sexueller Befriedigung. Ist der Unterschied zum Fremdgehen also wirklich so groß? Wir glauben nicht.

Darüber hinaus gilt in dem Kontext auch der Spruch „Was man nicht kennt, das vermisst man auch nicht“. In einer klassischen Beziehung zählt nur die eigene Partnerin und vor 20 Jahren wurde man noch nicht dauerhaft mit Pornos bombardiert (oder hat sich selbst damit bombardiert). Heute geschieht so etwas immer häufiger, und die Wirkung des Coolidge Effekt mit der Abnahme der Lust auf die eigene Partnerin nimmt dramatisch zu.

Evolutionärer Ursprung des Coolidge Effekts

Was in Untersuchungen mit Ratten angefangen hat und sich heutzutage in Studien mit Menschen ebenfalls andeutet, hat eigentlich einen evolutionären Ursprung. In fast jeder Population von Lebewesen geht es darum, die Nachkommen mit einer möglichst großen genetischen Vielfalt auszustatten und somit die Vielfalt der eigenen Spezies zu gewährleisten. Dieses entscheidenende Kriterium ist nun mal nicht mit der immer gleichen Partnerin realisierbar.

Nebenbei spielt aber auch das auf dieser Seite schon erwähnte Lustzentrum im Gehirn eine große Rolle für das Pornosucht-Verhalten. Wenn das Ausmaß des Coolidge-Effekts schon fortgeschritten ist, dann wird es schwieriger, den als „Glückshormon“ bezeichneten Botenstoff Dopamin auszuschütten. Dies kann dann eher über eine neue „Sexualpartnerin“ erreicht werden, was in diesem Falle die Pornodarstellerin wäre.

Was erbärmlich klingt, ist aber bittere Realität. Wer nicht weiter abhängig sein möchte von primitiven, filmischen Darstellerinnen, der sollte die ersten Schritte einleiten, um die Pornosucht zu bekämpfen und den Fortschritt des Coolidge-Effekts zu bremsen (Was ist der „Reboot“?).

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