Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Gesund leben
#1
Hallo liebes Forum,
auch mir macht der Pornokonsum zu schaffen und ich bezeichne mich als süchtig. Seit über drei Monate beschäftige ich mich mit dem Thema Pornosucht und konnte schon einige erkenntnisreiche Erinnerung machen. Darauf aufmerksam wurde ich durch ein Video, dass die negative Seiten von Pornos darstellte und empfahl aufzuhören, was hätte ich denn dadurch zu verlieren?

Der Beitrag befasst sich mit meinem Pornokonsum, dem versuchten Weg sich davon zu lösen, den Einfluss, meine Entwicklung und schlussendlich mit meinem Ziel. Nur als kleine Leseorientierung.

Doch erstmal zu mir selbst:
Ich bin 17 Jahre jung und weiß gar nicht wann ich mit dem Schauen von Pornos angefangen haben. Mit 12? Mit 14? Oder schon eher? Auf alle Fälle in diesem Dreh. Über die Jahre hinweg steigerte sich der Pornokonsum, wie genau weiß ich leider auch nicht. Zum Zeitpunkt des Entschlusses aufzuhören, gehörte zu meinem Alltag das dreimalige Onanieren zu Pornos. An Tagen, wo ich die ganze Zeit zuhause war auch viermal. An anderen wiederum einmal. Jedenfalls kann ich sagen, dass ich nie nur ein Porno schaute und diese immer vor und zurück spulte. Manchmal kam es auch dazu, dass ich mehrere Videos gleichzeitig sah und ganz unterschiedliche ,,Genre''-Richtungen (über viele davon bin ich sehr verstört und unglücklich).

Erst als ich nach dem erstem Video zur Pornosucht aufhören wollte, begann ich zu begreifen wie süchtig ich war. Ich brauchte vielleicht vier oder fünf Anläufe, die alle eine, manchmal zwei Wochen hielten um bei den jetzigen zu sein. Einen Rückschlag zum Beispiel war als ich für drei Tage in alte Gewohnheiten verfiel, nachdem ich mir meinen rechten Arm gebrochen hatte. Doch danach schaute ich soweit ich mich erinnern kann noch einmal einen Porno, der zusätzlich nach einer Woche von einer Serie gefolgt wurde, bei der im Vorfeld klar war, dass sehr viel Erotik zu sehen ist (auch dazu masturbierte ich). Das war vor über einen Monat, danach kam noch zwei weitere Sachen über die ich unschlüssig bin. Einmal zeigte mir ein Schulkollege Video, wo nackte Frauen und Männer tanzen und Stellungen praktizierten. Alles mit Musik hinterlegt und lächerlich dargestellt, ich habe oft weggeguckt und wollte nicht auf den Bildschirm sehen. Bis dahin masturbierte ich täglich einmal, ungefähr ab dem Video zweimal, was ich bis letztens ungefähr auch noch getan habe. Nun jedoch zur zweiten Sachen: bei der masturbierte ich zu erotischen Bildern. Weiß nicht wie das zu werten ist.
Die letzten Tage habe ich mal gar nicht, mal einmal onaniert - zuletzt gestern.

Weiter geht es mit den Einfluss des Pornokonsums. Leider merkt man diesen erst, falls man schon seit seinen jungen Teenagerjahren angefangen hat oder schon lange schaut, wenn man damit aufhört. Ich habe mich sonst immer einfach als faul beschrieben. Zu wenigen Sachen Lust gehabt, meisten eher demotiviert, sehr in sich gekehrt, wenig Emotionen und Aufgaben immer aufgeschoben. Gerade Aufgaben, die nicht unmittelbar in der Zukunft liegen, bekamen keine große Aufmerksamkeit. Dennoch stressten mich diese Aufgaben, auch wenn ich nach außen eher als gemütlich und ruhig charakterisiert wurde. Wenn, dann erledigte ich sie sowieso erst kurz vorm Ende. Was eigentlich in den frühen Schuljahren auch gut funktioniert, allerdings für das Abitur eher nicht funktioniert.


Mit der Zeit ohne Pornos merkte ich meine persönliche Entwicklung. Ich fing an mal Hausaufgaben direkt am ersten Tag machen und hatte so eine besser organisierte Woche. Fühlte mich besser und meine Sporteinheiten, die ich davor immer nur für kurze Zeiträume einhalten konnte, halten bis heute an. D. h. ich mache regelmäßig, fast täglich Sport. Sei es nur eine halbe Stunde laufen.
Auch von meinem Umfeld bekam ich mal etwas zu hören, wie: ,,Mensch, warum bist du auf einmal so motiviert''. Sowas half mir sehr. Allerdings kamen ich und meine Freunde auch mal auf das Thema zu sprechen, als ich dann sagte, dass ich seit ein paar Wochen keine Pornos mehr schaue, kam dann: ,,Wie? Ohne Pornos?'' oder ,,Da bist du aber sehr kreativ'' daher rede ich noch nicht offen darüber mit ihnen, dass ich süchtig bin und wende mich an euch hier.
Doch was sie sagten war für mich nicht ganz unwahr. Die Fantasien, die ich anfangs der Pornoabstinenz nutze, beinhalteten mehrere Frauen, oft auch nach Pornodrehbuch. Mittlerweile sind es erotischere Fantasien, gerne mit nur einer.

Soviel dazu, nun möchte ich noch paar andere positive Entwicklung herauskristallisieren, welche sich kürzlich ergeben haben. Ich habe angefangen regelmäßig zu lesen, aktuell eine Biografie über Antoine de Saint-Exupery. Ich achte auf meine Ernährung, d.h. täglich Obst, viel Wasser trinken (fast nur noch), keine Schokolade und sonstige Süßigkeiten (schwierig zur Weihnachtszeit, aber machbar), über den Tag verteilt, knabbere ich ungesalzene Nüsse, daher auch mein Name. Außerdem mache ich mir ernsthafte Gedanken über meine Zeit nach der Schule, was ich sonst immer nur aufgeschoben habe. Ich reduziere meinen Mediengebrauch, schaue statt Filmen und Serien nun auf ein Buch, was auch dem pornofreien Leben zu gute kommt.

Neben ein Leben ohne Pornokonsum, würde ich ab heute gerne auch das Masturbieren auslassen, da ich hier im Forum schon las, dass dies hilft. Ziel wird es erstmal sein 30 Tage nicht zu onanieren, das stimme ich noch auf die Antworten hier und weitere Informationen ab und natürlich 90 Tage ab heute keine Pornos. Daher auch der Beitrag hier, um meine Erfahrung auf diesem Weg mit euch zu teilen.

Abschließend bitte ich um etwas Nachsicht, es ist mein erstes Mal im Bezug auf Forum-Nutzung solcher Art. Falls ich etwas vergessen habe, werde ich es nächste Woche ergänzen, da ich hier gerne einen wöchentlichen Bericht machen werde (habe nebenbei ein privates Tagebuch). Sollte inhaltliche Zusammenhänge unklar sein, bitte ich ebenfalls Nachsicht, weil ich heute eine 6-stündige Abiturvorbereitungsklauser geschrieben habe.
Trotzdem bin ich für (Nach-) Fragen und Kritik offen.
Um auf die Anfangsfrage des ersten Videos zurück zukommen: Man kann nichts verlieren, nur dazu gewinnen.

Danke fürs Lesen Smile
Antworten
#2
Hallo Erdnuss!

Herzlich Willkommen bei uns! Ich finde es sehr gut, dass du in deinem Alter schon gegen den Pornokonsum angehen möchtest. Du gewinnst sehr viel, wenn du es hinbekommst und dir auch später bewusst machst, wie schädlich der Pornokonsum für dein Leben ist. Du gewinnst auch einen enormen Vorsprung gegenüber allen, die weiter Pornos konsumieren.

Wünsche dir ein gutes Gelingen!  Shy
Antworten
#3
Hey Erdnuss!
Wie Burnham schon sagte, kannst du wirklich glücklich sein, dass du dein Problem so früh erkannt hast!
Spätestens, wenn es bei deinen ersten Malen Sex nicht richtig klappt, wärst du auf das Problem aufmerksam geworden.
Es ist wirklich gut, dass du jetzt schon daran arbeitest deine Sexualität zu normalisieren und dadurch eine mögliche erektile Dysfunktion vorbeugst!

Und das mit dem faul und Aufgaben aufschieben kenne ich auch!
Man benutzt Pornos, um sich von allem möglichen abzulenken. Man fühlt sich schlecht, weil man noch viel zu tun hat? Pornos. Man ist traurig über irgendetwas? Pornos.
Aber damit löst man die Probleme nicht. Man macht es nur schlimmer. Und dann braucht man natürlich wieder Pornos.
Ein Teufelskreis.

Ich bin auf jeden Fall gespannt auf deine Beiträge und wünsche dir viel Kraft und Erfolg bei deinem Reboot!
RedBlob
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=17381]


"Willensstärke ist der Kampf zwischen dem, was man jetzt will, und dem, was man wirklich will."
Antworten
#4
Hallo Erdnuss.

aufgrund deines jungen Alters bin ich echt begeistert von deinen Einsichten. Je früher man diese Sachen bekämpft, desto besser. Es wird dir im weiteren Leben zugute kommen.

Sehr toll finde ich auch, dass du nicht einfach nur das Schauen von Pornos stopst, sondern deine grundsätzlichen Verhaltensweisen änderst.

Lass dir gesagt sein, dass der Weg zu einem pornofreien Leben schwer wird, aber machbar. In diesem Forum hast du auf jeden Fall Menschen, die dich dabei unterstützen.

Gruß JSO
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=8567]
Antworten
#5
Hallo erneut Forum,

wie versprochen melde ich mich eine Woche später. Zuerst möchte ich mich herzlichst für die schönen und motivierenden Worten bedanken.
Die letzte Woche kommt mir sehr lange vor, weil einiges geschehen ist und ich auf den Tag geblickt habe an dem ich wieder schreiben werde.
Wirklich schwer ist mir die Abstinenz bisher nicht gefallen. Gedanken zur Masturbation und zu Pornos habe ich schlichtweg mit einem Nein abgetan. Ich denke wirklich oft daran und halte mir gerne die negativen Einflüssen vor Augen, was auch gut klappt. Zumal ich wirklich an keinen der Tagen richtig geil war. Es erstaunt mich und zeigt nur auf, dass ich echt immer aus Langeweile oder als Flucht und kurze Aufheiterung onanierte. Für mich sind diese sieben Tage wohl die längste Zeit ohne SB. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal mehr als eine Woche nicht masturbiert habe. Außerdem war ich jeden Tag im Forum unterwegs und habe mir einige Beiträge und Themen durchgelesen. Auch habe ich mich woanders über das Thema weiter informiert, sodass ich falls ich bald geil werde, was in 30 Tagen definitiv vorkommen wird, stark gegen den Drang halten kann und werde.
Ansonsten habe ich mir mit zwei Freunden einen Spaß erlaubt und zusätzlich darum gewettet, dass ich einen Monat nicht masturbiere. Der Wetteinsatz ist mir dabei egal und es geht viel mehr darum oft an mein Ziel erinnert zu werden. Von meiner Sucht wissen sie nichts und ich habe vor ihnen auch meine Motivationen nicht genannt. Interessant war als ich erwähnte, dass ich dann selbstverständlich für die Zeit (und länger) keine Pornos schauen werde, sagte einer ,Das geht ja mit einander her'. Erschreckend wie falsch diese Thematik in der Gesellschaft steht.
Am Wochenende nahm ich noch an zwei Partys teil und es stimmt, dass Alkohol die Suchtbekämpfung nicht fördern. Dennoch konnte ich mit einer vertrauten Dame über mein Problem reden und wir haben uns öffnen können. Ich denke, dass hilft mir bei meiner Sache und ihr bei ihrer.
Nicht desto trotz ist mein Bild über Frauen einfach nur kaputt, denn es fällt mir sehr schwer nicht direkt auf den Hintern einer vorbeigehenden Frau zu schauen. Ich sehe es als Motivation und denke erst eine Änderung dieser fast schon reflexartigen Bewegungen ist als wirklich positiv zu bewerten. Das sowas sehr lange dauern kann ist mir bewusst, doch wir wollen alle nicht nur 90 Tage ohne Pornos leben, sondern für immer davon loskommen. Aber immerhin fällt mir der Augenkontakte leichter und etwas selbstsicherer fühle ich mich in der Öffentlichkeit.

Weil ich es bei einigen gelesen hatte, möchte auch ich mich dazu äußern: die Seiten sind bei mir nicht gesperrt und ich habe keine Schutzprogramme. Nur habe ich den ganzen Verlauf gelöscht, jede Lesezeichen und abgespeicherten Bilder und Videos wurden komplett gelöscht. Bei meinen ersten Anläufen war das wohl ein Problem, denn fast mein ganzer Browser war voll damit. Auch stellte ich fest, dass ich manchmal ohne nachzudenken schon die ersten Buchstaben der Seiten eingebe. Das geschah mir tatsächlich auch letzte Woche einmal und glücklicherweise blieb es bei einem Buchstaben. Ich wollte nicht auf die Seite nur habe ich kurz am Handy nicht nachgedacht.
Das bringt mich zu meinem nächsten Punkt. Der Medienkonsum. Diesen konnte ich mal mehr mal weniger runterschrauben. Im Allgemeinen ist er auf alle Fälle gesungen und wird eher nur für sinnvolle Sachen, wie das Informieren über Sachthemen oder als Lexikon genutzt. Auch meine anderen Ziele konnte ich beibehalten. Sport machte ich täglich (bis auf das Wochenende) und werde mich gleich nochmal schön bewegen. Meine Ernährung hat sich meiner Meinung nach weiterhin verbessert. Auf Schokolode und Fast Food konnte ich gut verzichten. Nur ja am Wochenende hatte ich auf einer Party Pizza. Sonst esse ich viel Obst und Gemüse, was auch meine Eltern zum Großteil unterstützen.

Abschließend kann ich sagen, dass die Woche mir zwar sehr lang vorkam, aber nur leichten Gegenwind hatte. Die Partys haben einen großen Einfluss für den Weg gegen die Sucht und sind daher echt nicht zu empfehlen.
Ich wünsche euch viel Kraft für euren Weg und melde mich wieder nächste Woche.

Auf Feedback freue ich mich weiterhin sehr.
Antworten
#6
Super! Das liest sich sehr gut bei dir. Dein Text motiviert sogar mich alten Hasen achtsamer zu sein. Es geht wirklich um sehr viel. Ich habe es viele Jahre schleifen lassen und muss dafür zur Zeit sehr hart kämpfen, um davon wieder los zu kommen. Ich habe mein Gehirn sehr viele Tage mit Pornos vergiftet. Bleib weiter dran und verschone dein Gehirn mit dem Mist.
Antworten
#7
Hey Erdnuss!

(10.12.2018, 19:51)Erdnuss schrieb: Zumal ich wirklich an keinen der Tagen richtig geil war. Es erstaunt mich und zeigt nur auf, dass ich echt immer aus Langeweile oder als Flucht und kurze Aufheiterung onanierte.
Das ist eine ganz wichtige Aussage finde ich. Pornos und Masturbation befinden sich nicht mehr in einem "normalen" Maß, sondern werden zu verschiedenen Zwecken als Droge benutzt. Die Lust steht dabei schon lange nicht mehr im Vordergrund. Im Vordergrund steht der betäubende Effekt und die Glücksgefühle der Droge.
Dass du deinen Verlauf und den anderen Mist gelöscht hast und ein wichtiger Schritt. Dass man trotzdem noch manchmal wie im "Autopiloten" eine Seite ansteuert, zeigt, wie tief die Gewohnheit der Sucht verankert ist und dass man umso mehr dagegen angehen muss.
Ich freu mich für dich, dass deine erste Woche so gut verlaufen ist und du weiterhin so motiviert bist!
RedBlob
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=17381]


"Willensstärke ist der Kampf zwischen dem, was man jetzt will, und dem, was man wirklich will."
Antworten
#8
Dieser Autopilot (coole Definition) macht sich bei mir auch immer bemerkbar. Klicke (aus Langeweile?) andere Dinge an, harmlose, Bilder, ... werde getriggert und es geht los ... ganz ohne Zwang.
Manchmal aber stehen auch Drang und Zwang im Vordergrund.

Viel Erfolg!

Heinrich
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=18837]
Antworten




Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste