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Gesund leben
#21
Hi Erdnuss,
die Lustlosigkeit die du beschrieben hast, spüre ich im Moment auch. Ich würde sagen, dass es bei mir die klassische Flatline ist.
Kannst du vielleicht nochmal kurz schreiben, wann diese Phase bei dir begonnen hat und wann sie ihren Tiefpunkt hatte?

Viele Grüße
Das Ziel liegt im Weg

[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=16224]
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#22
Hallo erneut Forum,

Eine weitere Woche meines Lebens verbrachte ich ohne Masturbation und Pornos. Mir geht es weiterhin gut und ich fühle mich allgemein gesagt wohl.

Zuerst gehe ich auf den Beitrag von dir, Steffus, ein. Ich bin mir vorab nicht sicher ob ich mich klar genug in meinen letzten Beiträgen ausgedrückt habe, denn aktuell ist bei mir keine Flatline. Darauf gehe ich gleich nochmal ein. Meine letzte Flatline würde ich jetzt von Tag 37 bis 55 ungefähr einordnen und den ,,Tiefpunkt'' dabei genau in der Mitte festlegen. Vielleicht auch noch ein bisschen eher, sprich so Tag 44 bis 46. In dieser Flatline dachte ich einfach sehr selten an Pornos oder Masturbation. Meine Gedanken waren woanders und nur wenn ich mich wirklich bewusst auf das Thema konzentrierte oder einließ dachte ich darüber nach. In dieser Zeit war es für mich nicht so, dass ich in jedem Bereich meines Lebens keine Lust verspürte. Ich war weiterhin motiviert Sport zu betreiben und Verpflichtungen, die ich mir oder durch andere aufkamen, zu erledigen. Nur perverse Gedanken waren eher selten. Seit ca. Tag 55 würde ich dann eher von einer schwachen Lust sprechen.
Aktuell beobachte ich viel auch mehr einen Trend bei dem sich meine Lust steigert. Letzte Woche und auch die Wochen davor war diese Lust sehr gering und steigerte sich nur langsam, was bis heute im Durchschnitt anhält. Diese Lust empfand ich beim letzten Beitrag tatsächlich noch relativ gering. Während die letzten sieben Tag doch schon sehr eine Steigerung zu mindestens subjektiv wahrgenommen darstellten. Dabei bin ich glücklich darüber, dass die Lust auf Masturbation und Pornos verhältnismäßig gering ist, denn im Moment habe ich viel mehr Lust auf Sex. Ich spreche bewusst von einem Verhältnis, denn sowohl die Lust auf die anderen beiden Sachen erhöhte sich etwas.

Ich hoffe, dass dir die Ausführung etwas geholfen hat. Sollten noch offene Fragen existieren, einfach nochmal genauer nachhaken.

Dann möchte ich nun detaillierter auf die bereits eben beschriebene Erfahrung und Einschätzungen eingehen und sie mit anderen ergänzen.
Ich denke, dass wir alle sensibler während des Reboots werden. Schon leichte Reize nehmen wir schnell und im anderen Maße auf als vorher. Dazu ist mir erst heute ein schönes Beispiel aufgefallen. Vor rund einem halben Jahr erstellte ich eine Coulage über das Frauenbild von 1900 und 2000. Als ich mir die dabei ausgewählten Bilder heute ansah, empfand ich diese schon als reizvolle Bilder. Bei der Erstellung der Coulage kamen mir solche Gedanken nicht. Vermutlich sind es auch relativ normale Bilder nur ist das Empfinden ein anderes. Zusätzlich ist der Penis wohl deutlich sensibler geworden, was nach längerer Abstinenz für mich logisch ist. Dies ist steigt wohl linear in Abhängigkeit der Zeit. Anders als die Lust, die immer wieder variiert. Sind beide Aspekte nun relativ hoch, wie es zur Zeit bei mir ist, nehme ich häufiger meine Hand in der Unterhose war. Diese ist immer nur sehr kurz da und stimulierende Bewegungen lasse ich gar nicht zu, nur wir öfters das Glied gerichtet und die Reize, welche dabei entsendet werden, sind doch andere. Schwer zu beschreiben, aber eine die erhöhte Empfindlichkeit trifft es ganz gut. Bemerkenswert finde ich dabei, dass alleine schon Gedanken an intime Zweisamkeit ein Kribbeln am Hoden auslösen können und schon leichte und bestimmte Körperkontakte zu einer leichten Erektion führen können. Ja, im Moment bin ich wirklich geil.
In der nächsten Woche sehe ich daher zwei Möglichkeiten, wie es sich weiterentwickelt. Entweder die Lust steigert sich weiterhin oder sie stabilisiert sich kurzzeitig und wird wieder abfallen. Welche Möglichkeit dabei wahrscheinlicher ist, kann ich nicht eindeutig festlegen. Ich bin gespannt und stelle mich auf beide Wege ein. In jedem Fall werde ich weiterhin große Lust verspüren.
Bei der ganzen Geschichte spielen Pornos auch weiterhin eine wichtige Rolle. Heute Nacht sah ich im Traum mehrere Pornoclips. Mein Unterbewusstsein ist von meiner Pornozeit noch sehr geprägt. Denn ein Verlangen verspüre ich immer noch und gerade das sensible Verhalten gegenüber jegliche Reize, macht mein Weg nicht einfacher. Weiterhin gilt mein Ziel jeden Tag, jede Stunde, jede Minute und jede Sekunde zu erfüllen, damit die Summe letztendlich zu einem angenehmeren Leben führen kann.


Es ist schön so geil zu sein, aber das macht das eigentliche Ziel nicht unwichtiger. Zumal schwer zu beurteilen ist, was genau normal ist und was durch die Sucht hervorgerufen wird. Die letzte Woche gewünschte kritische Auseinandersetzung habe ich für meinen Geschmack nicht ausreichend erfüllt. Bei Bedarf wird in den nächsten Tagen darauf eingegangen. Ansonsten ist nächste Woche eine weitere Möglichkeit dafür.

Euch viel Erfolg bei eurem Weg!
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=19461]
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#23
Hallo erneut Forum,

eine weitere Woche ist vergangen und ich bin nun in der letzten Woche der 90 Tage. Ich sehe das Ziel vor mir und werde froh sein, sobald ich es erreicht habe. Aber da ist Vorsicht geboten, denn das Ziel ist nur ein kleines nebensächliches Ziel und auch wenn dadurch der oft entscheidende Start in ein Leben ohne Pornos erreicht wird, bleibt es nur bei dem Start. Danach geht die Reise weiter und fängt gerade erst an. Das blöde dabei wird sein, dass man Erfolge oder Veränderungen nicht deutlich spüren wird. So ist es im Vergleich zu den ersten Wochen bei mir aktuell. Das wirklich messbare sind dann noch die Tage, aber ein weiterer Tag macht irgendwann nur einen kleinen Anteil des Weges aus. Trotzdem gilt: Um Tag 1000 zu erreichen, muss auch der Tag 95 erfolgreich verbracht werden. Die Tage betrachte ich ohnehin problematisch, weil ich nicht bis zum Ende meines Lebens Tage zählen will. Für die Anfangszeit ist dies sehr hilfreich und auch in näherer Zukunft werde ich nicht direkt damit aufhören, nur möchte ich dies nicht für Ewigkeiten machen.
In gewisser Weiße betrachte ich das Ziel einen akzeptablen Start hinzulegen als realistisch. Zwar habe ich weiterhin Lust (also die zweite Variante von letzter Woche eingetroffen), aber diese ist geringer als erwartet und daher sehe ich keine große Gefahr für einen Rückfall. Doch gegessen ist die Sache noch lange nicht. Weiterhin besteht die Möglichkeit Fehler zu begehen und vielleicht ist auch mein Umgang mit dem Thema ein Fehler, aber das kann ich sehr schwer jetzt schon beurteilen. Viel mehr schätze ich meine Beziehung zu Pornos als problematisch ein. Damit meine ich, dass Zeichen einer Sucht immer noch gut zu spüren sind. Auch in der letzten Woche habe ich Trigger wahrgenommen und mal mehr und weniger über das Besuchen von Pornoseiten nachgedacht. Was ich dabei gut fand ist, dass ich keine Bewegungen oder ernstgemeinte Gedanken im Ansatz hatte. Der Gedanke kam auf und verflog wieder. Ich schätze, dass ist kaum zu vermeiden. Deshalb möchte ich definitiv nicht irgendwelche Inhalte solcher Art in irgendeiner Zukunft konsumieren.
Als nützliches Mittel empfinde ich meine Träume. Am Wochenende kam erneut wieder im Traum der Konsum von Pornos vor. Diesmal direkt im Zusammenhang mit einen Rückfall. Bereits im Traum kam mir nach dem Schauen ein ungutes Gefühl über und ich empfand tiefe Reue. Klar, wenn ich tagsüber viel über etwas nachdenke, wird es wahrscheinlich auch in der Nacht verarbeitet. Das Schauen selbst, sehe ich auch jetzt noch negativ. Das mein Unterbewusstsein in gewisser Weise schon verstanden hat, was mit dem Konsum verbunden ist und dies ebenfalls abwertet, erfreut mich schon ein wenig. Darauf verlassen werde ich mich nicht. Bestimmt kommt wieder ein stärkeres Verlangen auf, aber bei dem hoffe ich auf die Unterstützung der Gewohnheit. Ich habe ein paar Tage ohne verbracht. Das bleibt nicht ohne Spuren und kann auch dafür genutzt werden auch in Zukunft ohne zu leben.
Hochmut kommt vor dem Fall. Deshalb bin ich gerade sehr froh über das Forum, da ich ohne wohl nie so viel geschrieben hätte und mich regelmäßig damit beschäftigt habe. Gerade die Demut, die in meiner aktuellen Phase so wichtig ist, erhalte ich über dieses Forum. Sei es nun meine Zeit beim Schreiben oder die Berichte anderer. Auch nach 100 Tagen existiert die Gefahr wieder in alte Muster zu verfallen. Paar Jahre sind eben nicht mit ein paar Monaten ausgeglichen. Ich möchte weiterhin mir nichts erlauben und Trigger, sobald ich sie wahrnehme, ausschalten. Mir ist tatsächlich aufgefallen, dass bestimmte Bilder doch schon mehr Aufmerksamkeit erhalten (d.h. ich betrachte sie länger) als mir lieb ist. Dabei handelt es sich um Sekunden ohne Erregung, aber meiner Meinung nach, wurde ich lockerer. Finde ich nicht gut. Deshalb in der nächste Woche besonders darauf achten und ich weiß ja, dass die Bilder meistens im Internet sind (nicht alle, aber viele), also seltener den Browser öffnen.

Da ich die 90 Tage voraussichtlich vor dem nächsten Dienstag erreichen werde und nicht möchte, dass der Counter hier 100% erreicht, setzte ich diesen erstmal etwas höher. Dann habe ich vor noch zwei Beiträge zu schreiben. Einen nächste Woche Dienstag halt und den zweiten am Tag 100. Danach werde ich nicht mehr wöchentliche Berichte verfassen, sondern das Ganze auf vielleicht zwei oder drei Wochen runterschrauben.

Falls es Fragen gibt oder ihr bestimmte Aspekte kritisieren könnt, äußert euch gerne.
Ansonsten wünsche ich euch viel Kraft und Durchhaltevermögen!
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#24
Hallo erneut liebes Forum,

ja, die 90 Tage habe ich geschafft und bin sogar schon ein kleines Stückchen drüber. Ich denke jeder realistisch denkender Menschen wird wissen, dass ab Tag 90 keine besondere Erkenntnis kommt oder man sich komplett anders fühlt. Gefreut habe ich mich schon und gerade wenn man meine Gedanken zu Beginn des Reboots vergleicht, die besonders die 90 Tage als ein fernes Ziel einstuften, bin ich wirklich froh es nun erreicht zu haben.

Wie schon einst erwähnt, sehe ich die 90 Tage mittlerweile erstmal dazu ein Fundament/ ein Start zu erschaffen, worauf dann die Zukunft basierend wird. Auch ist die Zeit eher nicht dazu da um vollständig von der Sucht loszukommen und ,,geheilt'' zu werden. Viel mehr machen die letzte drei Monate deutlich, dass ohne Pornos und auch Masturbation das eigene Leben anders laufen kann. Dass es viele positive Aspekte gibt und dass egal was noch kommt diese Erfahrung wertvoll ist.

Ich verspüre weiterhin das Verlangen danach auf Pornoseiten zu gehen. Das wird so schnell auch nicht aufhören. Mir fällt es definitiv leichter nicht auf die Seiten zu gehen oder sonstige Inhalte zu konsumieren . Allerdings kann ich nicht oft genug betonen, dass ich nachsichtiger und lockerer wurde. Ich fühle mich teilweise sehr sicher und da besteht eine große Gefahr. Für mich ist dies ein klares Problem. Mag sein, dass ich Gewohnheiten aufgebaut haben, die vieles verhindern, aber diese lockere Art ist nicht förderlich. Gedanken ,,ach, jetzt kannst du dir mal etwas gönnen'' kommen versteckt auf. Erst wirklich beim Schreiben kam ich zum Entschluss heute mich doch nicht perversen Gedanken zu widmen. Es sind teilweise so banale und wirklich idiotische Sachen, dass sich jeder objektive Betrachter nur den Kopf schütteln würden. Bestimmt mag das nicht gerade ermutigen für neue Leute sein, die sich der Sucht entgegenstellen, aber für mich macht es keinen Sinn hier irgendetwas klein und euphemistisch darzustellen. Das würde nicht nur mir nicht helfen, sondern auch anderen falsch Situationen wiedergeben. Trotzdem lohnt sich der Reboot, worauf ich später nochmal eingehe. Aktuell empfinde ich das Verlangen auf Pornoseiten zu gehen sogar recht hoch. Daher erlaube ich mir weiterhin nicht Trigger zu viel Raum zu bieten. Ich werde nochmal 90 Tage drauf setzen, aber seltener schreiben, da ich meine Gedanken wie in vorherigen Beiträgen erwähnt ändern möchte. Auch erlaube ich es mir sobald ich wirklich von innen angeregt werden sollte zu masturbieren. Da Sperma ungefähr 20 Tage braucht und 70 Tage im Körper bleibt, dürfte ich mittlerweile Spermazellen haben, die ans Masturbieren nicht gewöhnt sind. Wenn man das so ausdrücken darf. Mich amüsiert die Vorstellung irgendwie, aber das ist keine Grund sofort mit der Selbstbefriedigung anzufangen. Zumal mir die NoFap-Bewegung gefällt. Nur setzte ich mir kein klares Nein mehr. Ich sage mir, du darfst ruhig. Wirklich wollen tue ich es jedoch nicht, da ich erst wie eben erwähnt wirkliche Lust verspüren will.

Damit stehen meine Gedanken eng in Verbindung. Denke ich häufiger an perverse Sachen, lässt sich manipulativ die Lust erhöhen. Davon sehe ich ab. Außerdem möchte ich langsam von negativen Gedanken zu positiven gelangen. Soll heißen von einem ,,Keine Pornos schauen'' zu ,,sobriety''. Den Gedanken erhielt ich aus einer anderen Quellen. Er basiert auf die Tatsache, dass sobald ich an ,,Keine Pornos schauen'' denke, ich ans Porno schauen denke, bzw. daran es nicht zu tun. Gleichzeitig ist der Gedanke negativ formuliert, was ich allgemein unschön finde. Der Gedanke ,,sobriety'' (=Nüchternheit) drückt dabei dasselbe aus, aber ist anders formuliert. Ich denke nicht direkt an Pornos, setzte mir ein gut formuliertes Ziel und denke, dass diese Methode nachhaltiger ist. Sicherlich hätte es von Anfang an so gehandhabt können, allerdings stellt sich mir dann die Frage ob es wirklich effektiv gewesen wäre. Denn an Pornos habe ich so oder so gedacht, da war ein ständiges Nein wirksam. Vielleicht machen es andere direkt so. Dann wären deren Meinungen und Erfahrung zum Thema interessant zu hören. Der Grund warum ich den englischen Begriff nutzte ist, dass dieser mir besser gefällt und ich diesen passender finde und mit mehr positiven Dinge verknüpfe.

All das basiert natürlich auf den Reboot. Der ,,Reboot'' führte dazu, dass ich hier begonnen habe zu schreiben und mich entschloss ihn zu nutzen. Es war vielleicht auch mehr ein Ausprobieren. Ein Versuch von Pornografie wegzukommen und etwas zu ändern. Heute betrachte ich den Reboot an sich als ein Katalysator, der viele Türen öffnen kann. Mathematisch betrachtet hat man einfach mehr Zeit. Wenn man in dieser freigewordene Zeit nichts macht, bringt das ganze nichts. Alleine sobriety zu leben ändert auch nicht viel. Man muss dann schon was anderes machen und auch andere Bereiche ändern. Trotzdem sollte man sich nicht zu viel vornehmen. Sonst wird der Alltag wackelig und man steigt selber schwer durch. Dabei ein gesundes Mittelmaß zu finden ist entscheiden. Ich selbst hatte Probleme damit und diese wirken immer noch. Ich nehme mir erstmal nichts Neues vor, sondern verfeinere und verstärke aktuelle Gewohnheiten. Damit sollte ich die nächsten paar Monaten genug zu tun haben. Dabei komme ich auf den Begriff Synergie, mit dem ich das Leben aktuell betrachte. Gerade beim Reboot ist es hilfreich zeitgleich auf Fernsehen und weites gehend auf das Internet zu verzichten. Besonders soziale Netzwerke stellen dabei eine große Gefahr für einen Rückfall dar. Und es wurde bereits mehrfach thematisiert; oft sind die kleinen, zuerst unscheinbaren Inhalte die mit den größten Auswirkungen. Weil wir uns eben auf diese einlassen und sie zuvor als unscheinbar wahrgenommen haben. Doch wenn das Gehirn ständig Pornos verarbeiten musste, sind Instagrambilder fast nichts. Sobald Pornos wegfallen sind diese Bilder auf einmal anders. Die Wirkung ist dann die gleiche. Mir fällt so eben ein anschauliches Beispiel dafür ein. Unsere Fußsohlen sind eigentlich recht weich, doch jeder der schon länger und mehrmals barfuß über Kiesel gelaufen ist, wird gemerkt haben, dass sich eine Hornhaut bildet. Dies ist der Konsum von Pornos, nur das die Reize dabei vom Gehirn belohnt werden und nicht schmerzhaft sind, falls mal wir mal auf einen spitzen Stein treten. Betreten wir für längere Zeit nicht den Kieselboden wird die Haut wieder weicher, allein glatter Stein kann jetzt als unangenehm empfunden werden. Auch hier ist beim Konsum von Bildern ein anderer Effekt, nämlich ein positiver wahrzunehmen. Worauf ich hinaus will ist die Sensibilität, die oft (auch von mir) unterschätzt wird. Mittlerweile reichen echt einfache, fast erotisch-freie Inhalte aus um einen Trigger für mich darzustellen. Die zu Beginn erwähnte Lockerheit hat auch nochmal Einfluss darauf.

Gerade fällt mir nichts neues ein, daher komme ich zum Abschluss.
Ich bin wirklich froh den Reboot begonnen zu haben und weil ich all die Veränderung spüre und die Abneigung gegenüber Pornos und Masturbation aus Langeweile oder als Betäubung als ein Teil eines gesundes Leben betrachte, werde ich wie so oft erwähnt weiter machen.
Letzte Woche sagte ich bereits, dass ich am 100. Tag nochmal schreiben werde und dann ca. alle zwei bis drei Wochen. Das liegt auch daran, dass ich mich nicht ewig mit der Thematik konfrontiert sehen möchte, sondern langsam aber sicher meine Gedanken auf anderes fokussieren möchte.

In diesem Sinne, bis bald!
Jegliche konstruktive Beiträge sind weiterhin gern gesehen und ich hoffe, dass ich anderen helfen kann, ebenso wie mir andere helfen.
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=19461]
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#25
Hallo erneut liebes Forum,

so weit so gut. Ich habe nun eine dreistellige Zahl auf meinem Counter. Ist eine nette Nebensache, aber mehr auch nicht. Daraus resultiert für mich die Erhöhung des Counters auf 180 Tage. Diese sollen definitiv ohne das Konsumieren von Pornos oder sonstigen Kleinigkeiten sein. Masturbation erlaube ich mir wie bisher sobald ich wirklich Lust verspüre.

Zur Zeit ist das nicht der Fall. Also warte ich noch ein wenig. Ich muss dabei allerdings sagen, dass ich schon daran denke zu onaniere und sicherlich sehr sensibel bin, aber das spielt keine wichtige Rolle. Wenn mir diese Gedanken aufkommen, sage ich zu mir ,,Du darfst ruhig'' und erstaunlicherweise mache ich dann nichts. Das Transformieren der ,,Nein'' Gedanken in so etwas wie ,,sobriety'' scheint doch einiges zu bringen. Ok, auf der einen Seite möchte ich schon wissen wie lange ich wirklich durchhalte und habe mir ungefähr 120 Tage als kleines Ziel gesetzt. Auf der anderen Seite betrachte ich dieses Ziel nicht als wichtig, viel wichtiger steht da für mich das wirklich tiefe Verlangen.
Daraus kann ich für mich entnehmen, dass ich mich offenbar aktuell in einer Flatline befinde. Zwar nehme ich Trigger weiterhin war und bin immer noch schockiert über den Umgang mit Pornografie (da sind mir erst heute wieder etliche Beispiele über den Weg gelaufen), jedoch akzeptiere ich meine Wahrnehmung ich streite nicht alle ab. Vielleicht ist das ,,Normale'', was ich öfters schon in vergangenen Beiträgen ansprach damit gemeint. Sich auf natürliche Reize einlassen und sie letztendlich zufrieden bei Seite schieben, sofern man nicht wirklich tiefe Interesse verspürt. Dennoch gelten weiterhin fiktive Reize als absolutes Tabu. Damit sind alle erotische Abbildungen gemeint, welche im Internet oder sonst wo auftauchen. Ich möchte keine Grauzonen erstellen und mir damit immer mehr erlauben bis ich wieder bei Pornos bin. Für mich stelle ich dieses Prinzip ganz klar vor. Zwar habe ich mich in letzter Zeit weniger mit der gesamten Thematik beschäftigt, was darauf zurück zuführen ist, dass ich weniger Lust habe und dass ein von mir Ziel ein langsames Distanzieren vom Forums ist. Dabei will ich auf gar keinen Fall zu unvorsichtig sein!

Komme ich nun zu einem anderen Aspekt: mein Alter. Leider finden sich in meiner Altersklasse nicht viele, die dazu bereit sind einen Reboot durchzuziehen oder sich gar mit dem Thema auseinander zusetzen. Auch findet man wenige zu Ende gebrachte Tagebücher hier. Ich bin mir nicht sicher woran das liegt. Irgendwie schätze ich meine Sucht im Vergleich zu anderen als eine ,,leichtere'' ein. Soll heißen, dass ich im Vergleich zu anderen keine stark ausgeprägte Sucht habe. Logisch, denn würde ich noch Jahre weiter gucken wäre der Inhalt sicherlich abstoßender geworden und die Konsumdauer hätte sich deutlich erhöht. Ist natürlich nur theoretisch, aber ich werde das nicht ausprobieren. Habe mir schon mit meinem bisherigen Konsum genug geschadet. Daher sollte der Reboot doch für junge Leute einfacher sein, weil auch deren Gewohnheiten leichter zu verändern sind. Naja, sowas zu verstehen ist wohl schwer möglich. Lediglich der Informationsaustausch mit einzelnen Personen wäre möglicherweise hilfreich. Ich steigere mich da aber auch zu sehr rein.
Mein Konsum erscheint mir zusätzlich als ziemlich unrealistisch. Wenn ich daran denke zwei oder dreimal am Tag zu Pornos zu masturbieren, finde ich das erstens abstoßend und zweitens weiß ich nicht woher ich die Zeit oder Energie dafür nehmen sollte? Die Sucht ist einfach ein unglaublicher Kraftakt, der einem vorspielt glücklich dadurch zu werden und sich dabei von der Realität, dem Leben, komplett entfernt. Dabei werden tiefe Bedürfnisse mit der Überspielung von sexueller Belohnung vernachlässigt. Auch sexuelle Lust ist ein Grundbedürfnis, aber in einem ganz anderen Ausmaß als es jeder Pornosüchtiger und wahrscheinlich auch viele weitere Menschen ausleben. Daher kann ich nur jedem empfehlen selbst einen Reboot zu machen. Danach wird man nicht aufhören und kann sich anderen Dingen widmen.

Mein Respekt an alle die hier kämpfen und mit sich in unglaublicher Weise ringen. Die sich selbst überwinden und sicherlich bei konstanter Weiterentwicklung und mit gutem Willen zum Ziel kommen!

Habe glaube alles gesagt. Schreibe hier dann in so zwei bis drei Wochen wieder.
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=19461]
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#26
Toller Beitrag! Insb. Die letzten Worte bringen es auf den Punkt!
Das Ziel liegt im Weg

[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=16224]
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#27
Hey Erdnuss!
Wirklich ein toller Beitrag.

Dass du keine Grauzone erschaffen willst, finde ich wichtig und extrem gut, da gerade diese Gedanken "Das kann ich mir erlauben." einen schnell in alte Muster verfallen lassen.
Dass du wenige in deinem Alter findest, die den Reboot durchziehen hat auch sicherlih damit zu tun, dass der Leidensdruck in unserem Alter oft nicht groß genug ist.
Man hat zum Beispiel noch keine Ehefrau, die sich von einem trennen kann.

Akute Probleme (keinen hoch bekommen beim ersten Mal oder Ähnliches) sorgen dann dafür, dass man sich in diesem Forum aus Panik anmeldet, aber spätestens, wenn die Beziehung vorbei ist oder man sich mit seiner ED arrangiert hat, ist die Motivation weg.

Heutzutage wird einem von überall suggeriert, dass Pornokonsum normal und sogar gesund sei. Pornos sind kein Tabuthema mehr. Jeder guckt Pornos. Dadurch stellt sich schnell der Gedanken ein "Mein Konsum ist normal."

Ich hoffe nur für die Personen, die aus dem Forum verschwinden, dass sie sich irgendwann mit ihrem Problem auseinander setzen und die Kraft und den Willen aufbringen diese Sucht zu besiegen.

Du bist jedenfalls ein Paradebeispiel einer tollen Erfolgsstory, die jeden Leser motivieren sollte!

Danke für deine Beiträge Erdnuss,

RedBlob
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=17381]


"Willensstärke ist der Kampf zwischen dem, was man jetzt will, und dem, was man wirklich will."
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