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Sexuelle Unlust und neue Partnerin
#1
Hallo Leute

Ich bin 35 und aus Berlin und bin Porno süchtig. Angefangen mit 8 Jahren oder so, erst Bilder, dann Porno VHS, dann Internet Pornos. Ich habe eine ähnliche Leidensgeschichte wie der Autor des Buches „Unf*ck your World“.

Das erste Mal aufgehört mit Pornos habe ich Anfang des Jahres. Das ging ca. 3/4 Monate gut und dann habe ich einen Rückfall bekommen. Seit Juni bin ich nun wieder davon weg und habe keinerlei Bedarf/Druck auf Pornos.

Nun allerdings zu meinem Problem: Ich habe im Juli eine wunderbare Frau kennen gelernt, mit der alles echt traumhaft ist – bis auf den Sex!

Mein Problem war seit jeher, dass ich eine sehr hohe sexuelle Erregungsschwelle habe. Ich habe quasi seither immer nur auf Pornos masturbiert. Ich hatte einige Freundinnen, aber sexuell gesehen war es oftmals problematisch. Ich dachte immer, dass es eine Art Versagensnangst ist – mittlerweile weiß ich aber, dass viel auch die Angst vor meiner sexuellen Unnahbarkeit war. Es ist so als wenn ich vom Kopf her den Sex definiere. Ich kann vom Kopf her sagen, dass ich etwas sexuell erregend finde – körperlich bin ich aber meist wie tot. In den Beziehungen hat das dann immer irgendwann geklappt, aber auch über die Dauer der Beziehungen war meine Lust eher gering. Auf Pornos masturbieren konnte ich aber immer.

Nun mache ich mir langsam Gedanken, dass ich eine sexuelle Inkompatibilität mit meiner neuen Freundin habe. Manchmal bin ich nur kurz erregt, wenn es aber zum Sex kommt, ist das teilweise wie tot. Ich bin gar nicht erregt, meine Erektion geht weg. Das macht mir schon stark zu schaffen, zumal sonst alles echt traumhaft ist.

Auch weiß ich nicht ob es gut ist in der Phase nach den Pornos überhaupt intim mit einer Frau zu werden oder so. Masturbiert habe ich im Urlaub wo wir getrennt waren: Interessanterweise auf Bilder von ihr bzw. auf leichte sexuelle Phantasien. Aber kaum treffen wir aufeinander, bin ich wie eine emotionslose Maschine, was das angeht.

Das die kurz Version… die lange und detaillierte Version wäre zu viel zum lesen^^.

Greetz
R.D
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#2
Hey R.Duke!!

Masturbiert du trotzdem noch ab und zu? Oder das auch nicht mehr?



Und wenn man so eine lange Geschichte mit Pornografie hat, kann es sehr lange dauern bis eine ED geheilt ist. Es gibt viele Erfahrungsberichte, die von Zeiten bis 12 Monaten sprechen. Aber es hat sich jedesmal gelohnt.

Das mit der Versagensangst kenne ich. Ich habe auch irgendwann gemerkt, dass du Versagensangst durch die PIED entsteht und nicht andersherum. Trotzdem können Versagensängste auch dann bleiben, wenn die PIED geheilt ist.

Wenn alles echt traumhaft ist, wie du sagst, gehe ich auch stark davon aus, dass es keine "sexuelle Inkompatibillität" ist.

Was denkst du denn genau, wenn es mit deiner Freundin zum Sex kommt? Denkst du an nichts? Kannst du dich entspannen? Hast du innerlichen Erfolgsdruck? Denkst du schon daran, dass es vielleicht nicht klappt? Achtest du darauf, ob dein Penis hart wird oder nicht?

RedBlob
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=17381]
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#3
(08.10.2019, 08:05)RedBlob schrieb: Masturbiert du trotzdem noch ab und zu? Oder das auch nicht mehr?

Was denkst du denn genau, wenn es mit deiner Freundin zum Sex kommt? Denkst du an nichts? Kannst du dich entspannen? Hast du innerlichen Erfolgsdruck? Denkst du schon daran, dass es vielleicht nicht klappt? Achtest du darauf, ob dein Penis hart wird oder nicht?

Hallo RedBlob

Vielen Dank für deine Antwort! 

Erste Frage
Ich masturbiere recht selten. Am Anfang des Jahres z.B., nach dem ersten Mal bewusst auf Pornos verzichten, einen Monat nicht. Und danach war das echt hart ein Kampf, weil ich nie richtig gelernt habe, ohne Pornos zu masturbieren. Anfangs hab ich oft mit einer schlaffen Nudel gespielt und war echt versucht wieder auf Pornos zu gehen. Mit der Zeit ging das aber immer besser. 

Jetzt, der 2. Verzicht hat, glaube ich, kurz vor oder nach dem Kennenlernen der Partnerin angefangen. Dadurch, dass wir allerdings jedes mal intim werden, hab ich aufgrund der fehlenden Lust zwischendrin kaum masturbiert. Allerdings wo wir wir letzte Woche 3 Wochen getrennt waren, hab ich schon 3-4 mal in der Zeit masturbiert. Interessanterweise auch auf Bildern von ihr bzw. ein paar Fantasien. Hat auch bis auf 1-2 mal echt gut geklappt. 

Zweite Frage
Ach das ist ziemlich facettenreich. Mal denke ich gar nichts, wir küssen uns, ich bekomme einen Ständer und wir gehen zum Sex über, stecke ihn rein und kurz danach geht die Erektion weg. Gefühlt denke ich gar nichts - bin aber auch nicht großartig erregt. In letzter Zeit denke habe ich aber oft schon die Panik bzw. das Gefühl, dass die Erektion weg geht und das passiert dann auch kurz danach. Grundlegend ist das Problem manchmal, dass ich wenig erregt bin oder die Erregung nicht ausreicht oder mehr wird. Klar, dass dort dann so ein Problem bei rum kommt. Gefühlt ist es aber manchmal eher so, dass ich versucht mir keinen Kopf darum zu machen, sei es ob er nun hart wird oder sonst was - ich versuche den Kopf aus zu lassen. 

Wie gesagt, mein größtes Problem ist, dass ich trotzdem meines Alters irgendwie noch in den Kinderschuhen im sexuellen Umgang mit mir selber stecke.
Lg 
RD
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#4
Hey R.Duke!

Also zu der Masturbation in den letzten 3 Wochen: Ich würde sie weglassen oder natürlicher machen.

Also natürlich lässt du das Hauptproblem "Pornos" weg. Aber du hast ja schon gesagt, dass du noch gar kein richtigen, natürlichen sexuellen Umgang gelernt hast. Und da kommen wir zum zweiten Problem:

Wenn du auf die Bilder deiner Freundin oder Fantasien masturbierst spielen folgende Faktoren wieder eine Rolle:

- Alleine sein

- Voyeurismus

Zwei Sachen, die man in einer natürlichen Sexsituation so einfach nicht hat. Wenn du wirklich einen natürlichen Umgang lernen willst, trotzdem nicht auf Masturbation verzichten willst, masturbiere mit Augen offen und komplett ohne Vorlage.
Wenn du WIRKLICH Lust auf Masturbation und einen Orgasmus hast, wird das trotzdem perfekt funktionieren und Spaß machen, aber wenn du dir schnell denkst "Das ist nicht, was ich will.", dann suchst du gerade keine natürliche sexuelle Befriedigung, sondern einen Ersatz für deine Pornosucht.


Und zu der anderen Sache:

Die Tatsache, dass du einen Ständer bekommst, zeigt ja schon, dass du eigentlich erregt bist. Was ändert sich für dich, wenn du in ihr gehst? Passiert zu wenig neues? Fühlst du dich beobachtet? Erfolgsdruck?
All diese Gefühle sind Folgen der Pornosucht, die mit der Zeit immer besser werden.

Und ab dem Moment, ab dem du wirklich Panik hast, dass die Erektion weggeht, klappt eh nichts mehr. Wie soll man denn da noch Lust auf Sex haben? Das kennen viele Männer und ich auch.

Was ihr versuchen könnt, ist eine Zeit lang mal bewusst KEINEN Sex zu haben. Also wirklich verbieten. Alles ist erlaubt, nur kein Sex. Dadurch kannst dich mal wirklich auf die Berührungen, die Küsse, die Zärtlichkeit konzentrieren und nicht immer daran denken "Wann steck ich ihn endlich rein" oder "bleib hart".


Wie du schon sagst: Du musst einen natürlich Umgang mit deiner Sexualität lernen. Das braucht seine Zeit.

RedBlob
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=17381]
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