Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Selbstfindung durch Verzicht
#1
Hallo,
ich bin 23 Jahre und versuche schon seit längerem, aus einem negativen Kreislauf herauszukommen. Dieser Kreislauf wird am stärksten von den Pornos aufrechterhalten.  Mittlerweile habe ich aber auch festgestellt, das mich andere Angewohnheiten betäuben und triggern. Auf das Internet möchte ich zukünftig weitestgehend verzichten. Nur um beispielsweise eine Mail zu lesen, eine Adresse herauszusuchen oder im Forum zu lesen und schreiben, möchte ich dieses ganz gezielt nutzen.
Auf TV und Smartphone werde ich auch verzichten.
Grund dafür ist, dass ich komplett nicht weiß, was ich eigentlich möchte. Wohl auch ein, wenn nicht sogar das zentrales Problem, worum sich dieser Kreislauf dreht.  Ausbildung? Studium? Und vor allem, welche-s?
Ich brach mein letztes Studium ab und in meinem gelernten Beruf möchte ich nicht weiterarbeiten. Ich werde älter und langsam wird’s ernst.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn ich passiven Unterhaltungsmaßnahmen fernbleibe, ich anfange, mich aktiv zu beschäftigen. Das heißt, das ich herausfinde, was ich für einer bin und wo es beruflich hingehen soll.
Alles eine alte Leier: Schlechte Angewohnheit ablegen und neue angewöhnen.
Ich werde nun also jeden Sonntag, an dem ich Internetzugriff habe, hier einen Eintrag schreiben, um mich zu erinnern, warum ich verzichte. Dieser Termin steht. Ansonsten schreibe ich auch, wenn mir danach ist. Einfach um Gedanken, die mich beschäftigen, Luft zu machen.
Mit 90 Tagen ist es nicht getan. Eine Erfahrung, die ich jetzt selbst habe machen dürfen. Bei mir war es so, dass einige Probleme erst nach etwa 60 Tagen Abstinenz sichtbar wurden. Ich vermute, dass im meinem Fall, mit 90 Tagen Verzicht überhaupt erst der Grundstein dafür gelegt sein wird, um an den eigentlichen Problemen zu arbeiten.  
Diesen Text werde ich mir Wöchentlich reinziehen und ich möchte mich weitestgehend vor Illusionen schützen, um Enttäuschungen vorzubeugen: Das wird kein Zuckerschlecken. Du musst lernen, mit deinen Gefühlen zu leben. Gefühle haben ist normal. Da werden sich Abgründe und Höhenflüge auftun. Find dich damit ab und flieh dich nicht in Scheinwelten. Nach 60 Tagen wirst du wohl wieder aus dem Halbschlaf erwachen. Glück gäbe es ohne Gegenspieler nicht. Steh deinen Mann und hör auf, vor dir zu fliehen. Es führt kein Weg an diesem vorbei. Wenn du wieder fliehst, zögerst du nur herraus und schadest dir und womöglich anderen. Wenn du lernst, mit deinen Gefühlen zu leben, ohne dich von außen zu betäuben, kann dir nicht mehr viel passieren.
Antworten
#2
Kein PMO betrieben bisher. Smartphone auf Werkseinstellungen zurückgesetzt und ausgeschaltet. Im Internet verbrachte ich allerdings noch zu viel Zeit. Vor meinem Rückfall nach über 80 tägiger PMO Abstinenz war ich sehr streng zu mir. Computer benutze ich nur zu bestimmten Zwecken und in einem Zimmer, in dem sich auch andrere Personen aufhielten. Lief eigentlich alles gut. Dann erlaubte ich mir wieder, mein Smartphone zu benutzen um Musik über Kopfhörer zu hören und den Laptop nahm ich auch wieder mit ins eigene Zimmer. Dann kam ich eines Morgens frustriert und angetrunken nach Hause und ging auf Youtube. Schaute pornografisches Material. Am nächsten Morgen so frustriert darüber gewesen, das ich mit einer scheißegal Einstellung wieder auf Youtube ging nur, das es nicht bei Youtube blieb.
Mir ging es dieses Wochenende teilweise schlecht und was tat ich, ich ging auf Youtube. Schaute nichts pornografisches. Aber ich merke jedesmall deutlich, wie mich das Betäubt. Ich fliehe also auch so vor meinen Gefühlen.
Ich finde die Vorstellung jedesmal traurig, wenn ich daran denke, wie viel Zeit ich in meiner Kindheit und Jugend auf Pixel gestarrt habe. Und es leider auch immer noch zu viel tue. Was würdet ihr jetzt wohl machen, wenn es kein Internet gäbe? Keinen Fernseher?
Einige ältere Menschen haben die Vorstellung, das es der Jugend hierzulande heute besonders gut gehe. Dabei gibt es heutzutage so viele abhängig machende Fallen, in die man tappen kann.
Antworten
#3
Keine Pornos geschaut. Es geht mir relativ konstant gut und ich hoffe, dass ich die derben Entzugserscheinungen, welche sich zu Beginn meiner letzten Abstinenzphase zeigten, nicht erneut durchlebt werden müssen. Ich schaute nach etwa 85 Tagen no PMO insgesamt etwa 2 Stunden hardcore Material. In diesen 85 Tagen hat sich schon einiges im Kopf getan denn ich meine jetzt auch zu merken, dass ich nicht wieder bei 0 angefangen bin.
Antworten
#4
85 Tage ohne Pornos haben auf jeden Fall positive Auswirkung auf dein Gehirn!!
Natürlich ist ein Rückfall nach so einer langen Zeit hart, aber 2 Stunden Pornos in 85 Tagen ist extrem wenig und sehr gut und erholsam für dein Suchtgedächtnis. Das sind gerade einmal 0,09%!!

Wie du schon sagst, ist so ein langer Verzicht eine gute Voraussetzung, um es diesmal noch konsequenter und länger durchzuziehen. Wie du schon sagst: Ein Rückfall, vor allem nach so langer Zeit, ist kein Zurücksetzen an Punkt 0. Es ist ein Stolpern. Eine gefährliche Erinnerung an das, was uns schadet und wir ablegen wollen. Und es ist eine Lehre, aus der wir auf jeden Fall ziehen sollten, was wir beim nächsten Mal anders machen sollten.

RedBlob
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=17381]
Antworten




Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 3 Gast/Gäste