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Wiedergeburt mit 22 Jahren
#1
Hallo liebe Mitstreiter und Leidensgenossen,

mein Name ist Emilian (ich heiße nicht wirklich so, aber möchte halt gerne anonym bleiben Wink ) und ich bin 22 Jahre alt.

Hier diese Zeilen jetzt zu schreiben und mich zum ersten Mal über meine Sucht zu öffnen fällt mir echt total schwer, aber in letzter Zeit merke ich immer mehr und mehr wie diese Sucht mein Leben beherrscht und ruiniert - um das zu ändern muss ich darüber sprechen und damit einen ersten Weg zur Veränderung schaffen, anstatt zu versuchen alleine damit klar zu kommen...

Seit ich ein Kind bin masturbiere ich regelmäßig und so fing ich schon mit ca. 11 an Pornos zu schauen...Am Anfang waren es nur Bilder, dann kamen irgendwann Videos und der Härtegrad der Videos wurde bis jetzt immer krasser...
Immer hatte ich das Gefühl etwas falsches zu tun, aber seitdem ich mit den Pornos angefangen hab konnte ich einfach nicht damit aufhören - länger als eine Woche kam ich bisher nicht mehr ohne Pornos und Masturbation aus.
Ich hab so viel Energie und Zeit verschwendet mein Problem vor meiner Familie geheim zu halten, anstatt mit ihnen zu reden und um Hilfe zu bitten, aber ich schäme mich einfach so sehr...

Jetzt bin ich schon fast 11 Jahre pornosüchtig und hab damit mein Leben zur Zeit echt verbaut: Es kommt vor, dass ich manchmal Nächte lang oder sogar fast ganze Wochenden damit zubringe Pornos zu schauen und mich dabei zu befriedigen. Oft komme ich von der Arbeit und gehe sofort an den PC...
Ich merke wie ich durch diese schreckliche Gewohnheit mein Leben negativ beeinflusse: ich vernachlässige wichtige Dinge oftmals bis zu dem Punkt, an dem andere fast merken könnten, dass ich ein schwerwiegendes Problem hab: Ich wasche z.B. Wäsche solange nicht mehr bis ich keine frische mehr habe, schlafe nur noch wenig, sage Freunden wie oft ab, wenn sie etwas mit mir unternehmen wollen, meine Wohnung versinkt im Chaos, etc. - alles nur weil ich fast meine gesamte Zeit damit verbringe Pornos zu schauen... Danach fühle ich mich immer schrecklich, weil mir auffällt wie sehr ich das echte Leben schleifen lasse...

Leider habe ich schon wiederholt sogar an Selbstmord gedacht, weil ich es bis jetzt nie geschafft habe meine Sucht zu besiegen und ich wie oft schon die Resignation gespürt habe, dass ich es auch nicht schaffen kann-ich will so einfach nicht mehr weiterleben!!!
Aber eigentlich liebe ich das Leben und weiß, dass es ohne diese Sucht wieder lebenswert sein kann, deswegen habe ich jetzt beschlossen zu kämpfen und diesem dunklen Kapitel in meinem Leben ein absolutes Ende zu schreiben und dann in ein neues Leben zu starten- ein Leben frei von Pornos und Selbstbefriedigung, ein Leben voller Freiheit. Ein Leben in dem ich anderen Menschen begegnen kann ohne ihnen etwas vorzuspielen.


Ich werde diesen Thread als Tagebuch nutzen und so oft es geht täglich von meinem Kampf berichten...ich glaube das wird mir helfen, wenn ich mich hier mitteilen kann. Würde mich auch ganz doll freuen, wenn ihr hier vielleicht was kommentiert..wenn nicht ist auch nicht schlimm. Wünsche auf jeden Fall allen, die durch das selbe gehen ganz viel Kraft und Stärke, damit ihr auch eure Sucht besiegen könnt.

Alles Liebe
Emilian Smile
[Bild: img?u=4905483441799168]
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#2
Hallo Emilian,
dies ist ja schon eine sehr sehr ernstzunehmende Sache, wenn du Selbestmordgedanken hattest.
Hast du schonmal den Kontakt zu einem Psychologen gesucht?
Ich finde das das Thema psychologische Hilfe auch einmal größer angesprochen werden sollte, da überhaupt nichts verwerfliches daran ist sich dort Hilfe zu holen. Man denkt zwar vielleicht dass man es auch so schafft und das kann auch gut sein dass es so geht, aber vielleicht lenkt einen so jemand doch noch mehr in die richtige Richtung und gibt einem neue Anreize. Man muss ja auch bedenken dass es mit dem Aufhören an sich nicht getan ist, zwar verändert man sich etwas, aber ich denke dass noch eine ganze Menge mehr geschehen muss um z.B. 10 Jahre Pornokonsum mit all seinen Folgen ausgleichen zu können.
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#3
Hey, danke für die Rückmeldung!
Klar, ich hab schon mal darüber nachgedacht professionelle Hilfe bei einem Psychologen zu suchen. Das würde aber einerseits erfordern, dass ich mit anderen (z.B. meinem Arzt) darüber sprechen müsste, wovor mich allerdings meine sehr tief verankerte Scham zurückhält, andererseits wohn ich auf dem Land - einen Psychologen zu finden, der dieses Fachgebiet hat wird man hier vergebens suchen...

Ich will das mit den Selbstmordgedanken auch nicht herunterspielen, aber es ist nicht so als wäre ich in irgendeiner Form depressiv und würde mir ständig darüber Gedanken machen, dass es besser oder etwa einfacher wäre zu sterben. Teilweise gehe ich ja auch ganz reflektiert an den Gedanken, weiß was ich damit z.B. meiner Familie oder meinem restlichen Umfeld antun würde, dass es eine widerlich egoistische und feige Art ist mit Problemen "fertig" zu werden - und dass ich sonst auch absolut KEINEN Grund für einen Selbstmord habe...

Nur ist mittlerweile diese Belastung und das Gefühl ein Doppelleben zu führen, sowie meine bereits angesprochene Scham so groß, dass ich diesen "Ausweg" in letzter Zeit als mögliche Lösung angesehen habe.
Dass ich damit einen Tiefpunkt erreicht habe, ist mir völlig bewusst. Deshalb will ich ja auch spätestens jetzt etwas verändern, um wieder so unbeschwert und glücklich zu sein, wie ich es vor meiner "Suchtkarriere" war.
[Bild: img?u=4905483441799168]
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#4
Warum musst du denn mit einem Arzt reden? Man kann einfach so ohne irgend eine Überweisung einen Psychologen um ein Orientierungsgespräch bitten.
Es kann sehr erleichternd sein mit jemand unbekanntem zu reden, der dazu verpflichtet ist zu schweigen und sich mit deinen Problemen auskennt und dich kennenlernt.
Nunja, ist es nicht den Aufwand Wert auch etwas größere Distanzen zu überwinden um etwas zu verändern?
Aber den Schritt zum Psychologen muss man letztendlich selber machen, ich hatte auch schon überlegt einfach mal einen Psychologen aufzusuchen und mir einfach einmal anzuhören was diese zu meinem Problem sagen. Dafür sind sie ja schließlich da Smile
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#5
So Tag 1 bzw. Tag 2 habe ich erfolgreich hinter mir Sleepy
Tag 1 verlief völlig ohne Probleme, was mich jetzt noch nicht so wirklich überraschte: War ja ein Sonntag, deshalb bin ich morgens direkt sobald ich wach wurde aufgestanden, um zu vermeiden irgendwie dem morgendlichen Drang nach Selbstbefriedigung zu erliegen.. Hat soweit gut geklappt, den Tag über war ich auch sehr beschäftigt, da blieb nicht viel zeit für PMO.

Tag 2 war schon etwas härter.  Das Aufstehen am Morgen klappte sehr gut (da sehr früh aufgestanden und keine Zeit im Anschluss). Erst im Verlauf des Tages merkte ich wie sich immer wieder Pornoszenen in meinem Kopf abspielten. Teilweise wurden diese durch Trigger ausgelöst, aber ein Großteil kommt sicherlich von der ständigen Beschäftigung mit Pornofilmen. Zum Glück gelang es mir ziemlich gut die Gedanken zu vertreiben und mich auf die relevanten Dinge im Alltag zu kümmern, aber ich muss aufpassen das diese gedanklichen Kurzausflüge zu diversen Pornoszenen nicht die Regel werden.

Ich werde versuchen, wann immer solch ein Gedanke aufkommt oder ich auf einen Trigger stoße, an die positiven Konsequenzen zu denken, die auftreten werden, wenn ich die Sucht besiegt haben werde. Und ich werde daran denken, dass die Szenen an die ich denke nichts mit mir zu tun haben und mich auch nicht berühren sollten!

Euch  jetzt auch noch gutes Gelingen, genießt jeden kleinen Erfolg!
Emilian
[Bild: img?u=4905483441799168]
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#6
Hallo Emilian,

vielen Dank für Deine offene Schilderung und herzlichen Glückwunsch zu Deiner Entscheidung.
Zuallererst: Sollte es dich in den nächsten Tagen aus der Kurve hauen, steh wieder auf. Glaub keiner Stimme, die Dir sagt, es habe keinen Sinn. Das ist das wichtigste.

Hör nicht auf die Anklagen aus deinem Herzen. Soll ich Dir was erzählen, was Ankläger auf Altgriechisch heißt? Was tippst Du?
Das Wort ist Diabolos. Interessant, ne? Hättest Du das vermutet? Verbreitet ist ja die Meinung, so was gäbe es gar nicht, so etwas sei Kinderkram, bigottes Geschwafel.
Es ist wie mit der Matrix...

Viel hängt beim Kämpfen davon ab, überhaupt mal zu erkennen, dass man einen Feind hat. Und zu erkennen, wer Dein Feind ist.
Der übelste Feind ist der, der dich erst dazu überredet und Dich dann fertig macht (Den Vorwurf "Du bist ein Schwein" macht er allmählich zu "Ich bin ein Schwein...").
Ich ringe seit 17 Jahren um Abstinenz und habe die krassesten Erfahrungen gemacht, halsbrecherische Situationen erlebt und bin nur deswegen davongekommen (wahrscheinlich auch vor dem Selbstmord), weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass ich keineswegs allein bin mit meinem Problem und weil ich einen besonders zuverlässigen Unterstützer habe, über den ich Dir gerne mehr erzählen werde, falls Du willst. Er hat vielen meiner Freunde aus der Klemme geholfen. Er hat mit mir gefiebert und mir wieder auf die Beine geholfen, wenn ich nicht mehr kämpfen wollte.

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Hör nicht auf zu kämpfen, Emilian.
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=520]
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#7
Ich habe in einer Dokumentation zum Thema Pornosucht gehört, dass Scham und Schuld eine sehr große Rolle spielen. Denn Menschen haben solche Emotionen unter anderem als Abwehrmechanismus, denn um überleben zu können, speichern wir wichtige, dem Zweck dienende Informationen ab. Beim Anschauen von Pornos (z.B. bei irgendwelchen komischen fetishes) sorgt dieser selbe Scham dafür, dass wir das Gesehene als wichtige Erinnerung abspeichern. Folglich ist das Aufhören umso schwerer, weil man leichter an diese besagten Gedanken denkt, welche wiederum einen Rückfall auslösen können. Wichtig ist es demnach also sich von dem Scham und der Schuld zu befreien und zu wissen, dass man ja eigentlich nichts verbrochen hat Smile. Leichter gesagt als getan, aber ich denke dass wir hier im Forum vielleicht auch explizit über die einzellnen "Vorlieben" in Pornos sprechen sollten. Man hat solche Sachen sicherlich nie aktiv durchdacht und sie schwirren unterbewusst und mysteriös im Gedächtnis herum.
Ansonsten freut es mich, dass du noch dabei bist! Fast die erste Woche Smile










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#8
Lies dir mal meinen Post unter "Pornosucht und Nofap Allgemein" durch. Mir hat erst ein Psychotherapeut geholfen daraus zu finden und wenn ich mir deinen Post durchlese - kann es dir nur anraten! Vielleicht ist es einfach nur Angst, was dich vor einer Sitzung abhält...

Und bezüglich dem Scham von "Vorlieben" von Pornos:
Ich habe mit Bilder begonnen, bin dann zu Videos -> Strip-Tease , Vaginal-, dann Analsex, Gangbang, S&M, Femdom, Shemales, Hypnose-Pornos und zum schluss bei Sissy-Pornos gelandet. Bin absolut nicht stolz darauf und ja, ich schäme mich auch dafür. Vieler dieser "Genre" entspricht auch definitiv nicht meinen Naturell. Doch genau deswegen habe ich mich auch auf einen anonymen Forum angemeldet, da ich weiß - ich bin sicherlich nicht der Einzige.

Wenn euch euer Genre bedürckt, weil es vielleicht auch peinlich ist - schreibt es ruhig! Viel peinlicher als Sissy-Pornos anzusehen geht wahrscheinlich eh nicht mehr ...
[Bild: img?u=5670748685336576]
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#9
Ehm ... meine Genrehistorie ist im Grunde die selbe ... Big Grin Ich überleg mir noch was ich zu diesem Thema schreiben könnte bis heute Abend Smile










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#10
Sind bei mir auch die selben wie bestimmt bei einigen auch...
Ich macg vorallem auch Facesitting oder Strapon Smile
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