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Ursachen für Drogenkonsum
#11
(08.05.2015, 09:02)skonline90 schrieb: Stimmt. Gut erklärt. Ist Pornografie jetzt aber nicht auch eine Droge, die physische Abhängigkeit verursacht d.h. den besonders Starken Ausstoß von Dopamin? Andererseits wenn man so argumentiert: was ist denn dann keine Droge? Wenn ich mir ein Sandwich reinhaue bekomme ich ja auch gewisse Glückshormone ... Smile

Ich habe die Pornographie ja unter der physischen Abhängigkeit erwähnt ;-)
Das ganze mit dem Dopamin ist die physische Abhängigkeit. Das ganze mit der Verbindung von Erfahrungen mit Gefühlen, Bildern, Situationen usw. die psychischen.
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(08.05.2015, 11:54)Frittenwilli schrieb: Ist die Unterscheidung natürliche vs künstliche Sucht nicht viel wichtiger?
Klassische Drogen wie Alkohol, Zigaretten, etc sind künstlich zugeführt, weil man sie komplett dauerhaft abstellen kann. Natürliche "Drogen" wie Sex oder Essen bzw. Essstörungen kann man aber nicht abstellen, weil sie einfach zum Leben dazu gehören. Hier ist also eher wichtig, wie man sich damit arrangieren kann und diese kontrolliert in sein Leben einbaut.

Ich bin mir nicht sicher ob diese Unterscheidung "wichtiger" ist. Das Problem ist ja, dass z.B. beim Alkohol nicht nur die physische Abhängigkeit da ist sondern auch eine psychische. Diese stellt oft eine Kompensation dar. Setzt man also nur den Alkohol ab, schaut aber nicht warum es zu psychischen Abhängigkeit kam, wird es ständig zu Rückfällen kommen. Das Problem besteht bei jeglicher Sucht egal ob sie durch eine klassische oder natürliche Droge hinzugefügt wurde. Die psychische Abhängigkeit ist oft sehr komplex und es reicht nicht einfach einen Stoff abzusetzen. Ebenso reicht es auch nicht einfach auf Pornographie zu verzichten. Meiner Ansicht nach, muss man stets die Wurzel der psychischen Abhängigkeit finden um langfristig frei von Sucht zu werden. Das sieht man auch beim Rauchen. Oft eine Kompensation von zuviel Stress. lernt man nicht mit dem Stress umzugehen, wird man bei übermässigem Stress immer wieder zum Glimmstängel greifen...
So gesehen könnte man wohl behaupten, dass jeder klassische Droge an eine natürliche angekoppelt ist. Deshalb finde ich diese Unterscheidung nicht so wichtig. Die Sucht und Abhängigkeit der Droge ist ja nur das Symptom. Die Ursache dahinter ist entscheidend.
[Bild: nfc.php?nfc=741]
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#12
Die Möglichkeit der Differenzierung zwischen natürlicher und künstlicher Sucht, besteht nur auf physischer Ebene.
Da der Unterschied nur darin liegt, dass bei der natürlichen Sucht ein physisches (und nicht psychisches!) Grundbedürfnis "missbraucht" oder übertrieben oder falsch ausgelebt wird, während dieses Grundbedürfnis bei der künstlichen Sucht nicht besteht.

Was die psychische Komponente betrifft, kann ich kein Unterscheidungsmerkmal zwischen künstlich und natürlich erkennen. Ich lass mich da aber gern eines besseren belehren.

Wenn man jetzt davon ausgeht und den Hebel zur Bekämpfung im psychischen Bereich anlegt, (kiju hat in seinem vorigen Post ja schon erklärt, warum hier angesetzt werden muss. Mit seinen Ausführungen geh ich voll einig) dann macht die Differenzierung zwischen natürlich und künstlich keinen Sinn, weil sie in dem Bereich ident sind.

Ich hoffe ich hab meine Gedanken einigermaßen verständlich niederschreiben können Confused
[Bild: nfc.php?nfc=858]
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#13
IMHO:

Jede Sucht beginnt mit Schmerz, jede Sucht endet mit Schmerz.

Es geht um das Wegmachen des Schmerzes. In der Sucht kann ich dabei nicht genug davon bekommen von dem, was mir dabei nicht hilft.

Was ist das für ein Schmerz?
Vielleicht der Schmerz, der entsteht aus dem Stress des Lebendigseins, des "Nicht-mit-sich-selbst-aushalten-können", das Hineingeworfen-sein in dieses Universum. Mancher wird Traumatisches erlebt haben, die ganze Scheiße, die Menschen sich antun können, die Eltern ihren Kindern antun können.

Mir der Sucht gelingt es für einige schöne Momente, sich nicht selbst zu spüren, herauszutreten aus dem Schmerz.

In der Tiefe ist Sucht mein angelernter Weg des Überlebens. Und in dieser ganz spezifischen Weise muss ich sie auch dafür "wertschätzen". Aber letztlich hilft sie nicht. Die Versuche, dem Schmerz zu entfliehen, erzeugen nur neuen Schmerz. Viel größeren.

Bye bye, Sucht. Du hast mir nicht geholfen.

Und Du, Schmerz, sei willkommen, Sei mein Freund. Du bist ja immer da. Ich mag lernen, es mit dir auszuhalten.


P.S. Ist es nicht sowas von scheißegal, ob "physisch" oder "psychisch", ob "natürlich" oder "künstlich"?
The secret of change is to focus all of your energy, not on fighting the Old, but on building the New.


https://www.youtube.com/watch?v=IAQJ2yqfQME
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#14
Das Problem fängt damit an, dass der Mensch sich einbildet ein höheres Wesen als z.B. Tiere es sind zu sein. In diesem Moment vergisst er seine Herkunft und sein "primitives Wesen". Im Grunde ist alles nämlich gar nicht so kompliziert. Ich muss keine psychologie Studiert haben, wir brauchen keine Experten, es braucht keine komplizierten Statistiken, lateinische Fachbegriffe etc., um das Leben zu beschreiben, zu begreifen und zu fühlen.

Im Grunde geht es darum, nach den eigenen Bedürfnissen zu Leben. D.h. das zu machen, was der Mensch seit 100 tausenden von Jahren schon macht. Durch die moderne Zeit ( Kapitalismus, Industrialisierung, Internet, Medien ) kamen sehr viele "unnatürliche Faktoren für uns hinzu. Alles wird verkompliziert ausgedrück. Alles wird unüberschaubar. Kein Mensch weiß wie ein Handy funktioniert. Nicht einmal ein Konstrukteur hat Einblick in alle Arbeitsschritte und kennt sich nur in seinem Fachgebiet aus, z.B. Sensoren.

Wir benutzen unseren Körper nicht mehr. Sitzen den ganzen Tag rum und ballern uns mit Dopamin, Bildern, Fett, Zucker etc. zu.
Und das beste: Wenn dann der Körper rebelliert muss ein Medikament herhalten. Der moderne Schamane mit dem weißen Kittel muss herhalten und wird schon wissen was mit mir los ist. Bitte geben Sie mir ein Medikament um diese Krankheit zu "entfernen". Die Krankenkasse übernimmt die Kosten, ich will gar nichts machen.

--
Von mir aus kann die Forschung durch Kernspinn irgendwelche Veränderungen in der Gehirnmasse entdecken oder nicht. Sich Theorien ausdenken oder nicht.
Unter dem Strich liegt die Antwort für meine Fragen aber nicht in der Fachliteratur. Die Frage die ich mir stattdessen stelle: Wie kann ich nach meinen natürlichen eigenen Grundbedürfnissen leben?
Welche Faktoren hindern mich meine natürlichen Grundbedürfnisse zu stillen? Was sind überhaupt meine Grundbedürfnisse?

Und selbst diese "einfache" Frage ist ziemlich komplex und bedeutet viel Engagement, Ausdauer, Wille, Fokus und Liebe zu sich selbst.
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