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hilft der Reboot?
#1
Hallo zusammen,

ich bin seit einigen Wochen ein sehr interessierter Leser dieser Seite und auch seit einigen Tagen in der Reboot Phase. Genauer gesagt seit 9 Tagen jetzt. Im Prinzip fühlt sich das für mich so ein bisschen nach meiner letzten Hoffnung an aber... und das finde ich das positive, ich habe mich in sehr vielen GEschichten widererkannt. Zwar nie in der Gesamtheit der Geschicht aber in sehr vielen Nuancen.

Nun also mal zu meinem Lebenslauf hin zu ED.

Ich bin 35 Jahre alt und das letzte mal sexuell Problemlos aktiv war ich mit Mitte 20. Damals hatte ich eine feste Freundin und es war unbeschwert und wunderschön. Egal zu welcher Tageszeit oder zu welchem Anlass. Wenn ich wusste es gibt Sex, dann stand er wie eine Eins.
Nunja irgendwann kam die Trennung und meine unbewusste Flucht in den Pornokonsum. Teilweise mehrmals täglich, wenn ich die Möglichkeit hatte. Was aber schlimmer war als die Pornos, war sicherlich die SB. Ich habe immer neue Fantasien, Bilder, Reize gesucht und gefunden um mich zu stimmulieren. Das wurde dann auch irgendwann zum Ritual und wurde wie gesagt mindestens einmal täglich durchgeführt. So genau kann ich mich gar nicht mehr daran erinnern, denn der Porzess war eher schleichend aber auch einfache Pornos haben mir irgendwann nicht mehr den Kick gegeben. Da musste es schon was härteres, erniedrigerendes, extremeres sein um stimmuliert zu werden. Irgendwann stand mein Penis dann auch beim SB nicht mehr bzw. konnte ich ihn nicht mehr hart machen wie ich wollte. Und heute, 10 Jahre später, ist die beste Phase früh am Morgen. Wenn ich nach der Arbeit tatsächlich mal eine Erektion bekomme, gleicht es einem Wunder. An Sex ist ohne Hilfsmittel (in Form von Pillen) gar nicht mehr zu denken und selbst da klappt es nicht immer.
Nun befinde ich mich seit 9 Tagen auf Entzug zum Thema Pornos und vor allem SB. Das mit den Pornos fällt mir nicht so schwer, da ich wie gesagt auch schon früh darauf trainiert war mir Ersatzfantasien zu erarbeiten. Aber das Thema SB fällt mir dann doch schon schwer, gerade morgens wenn die Erektion sehr ausgeprägt ist. Ich stimmuliere meinen Penis dann manchmal mit der Hand ohne dabei zu kommen, wobei ich das glaube ich auch besser unterlassen sollte. Allerdings haben sich meine Fantasien etwas dabei verändert. Während ich früher an krasse oder erniedrigende SAchen gedacht habe, ist heute schon alleine die Vorstellung eine Fotze zu lecken etwas sehr erregendes.
Allerdings kann ich meine Erektion noch immer nicht steuern wie ich möchte. Auch nach 9 Tagen ohne SB und Orgasmus nicht.

Ich bin leider so ein ekelhafter analytischer Mensch, der immer Ergebnisse und messbaren Fortschritt sehen will. DAher fehlt mir glaube ich auch die Innere Überzeugung, dass das etwas bringt was ich hier mache.

Mich interessieren ERfahrungen von Leuten bei dem die ED ähnlich stark ausgeprägt war. Ab wann hat sich eine spürbare Veränderunge eingestellt? Gibt es noch andere Maßnahmen die ich ergreifen kann?

Danke für eure Teilnahme.
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#2
Der Reboot hilft definitiv, aber vielleicht auf eine Art und in einem Umfang, die man am Anfang falsch einschätzen kann.
Als ich zum ersten mal angefangen habe, war das, um meine Erektionsprobleme in den Griff zu bekommen. Ich wollte 30-90 Tage abstinent sein, und dann mal schauen wie alles klappt.
Das war der falsche Ansatz. Die Erektionsstörungen sind die Spitze des Eisbergs von Problemen, für die nicht der Pornokonsum alleine ursächlich ist.
Dennoch ist der Reboot der richtige Ansatz. Denn er führt zu einer genaueren Auseinandersetzung mit sich selbst. Warum war ich süchtig geworden, und manche Freunde von mir nicht, die in gleichem Alter und Umfang den Pornos ausgesetzt waren? Wofür genau brauch(t)e ich Pornos, zur Stressbewältigung, zur Verdrängung?
Der Reboot hilft, aber nicht wie eine Pille die man ein paar Wochen einnehmen muss während man sein Leben in gewohnten Bahnen weiterlebt, bis man geheilt ist. Er hilft als Anstoß zu einer umfassenderen Lebenswandlung.

Ich kann verstehen, dass du nach neun Tagen (die sich wie eine Ewigkeit anfühlen können) gierig auf Ergebnisse bist, aber falls du gewillt bist der ganzen Sache auf den Grund zu gehen, und deine Verhaltensweisen grundlegend und dauerhaft zu ändern, dann musst du dich auf einen längeren Prozess einstellen (ich habe bisher noch kaum jemanden getroffen, der sich in unter einem Jahr selbst als vollständig "geheilt" bezeichnet hat).

Das soll aber nicht heißen, dass es nicht bedeutend schneller zu positiven Veränderungen kommen kann. Da du ja etwas auf konkrete Werte aus bist: ich merke Verbesserungen in der Erektion nach ca. 2-4 Wochen ohne PMO, große gedankliche Distanz zu Pornos und exzessiven Fantasien nach 1-2 Monaten.
Meine Situation ist aber etwas anders als deine, da ich nie eine "problemlos sexuell aktive" Zeit kennen gelernt habe, bevor ich mit exzessivem Pornokonsum begonnen habe. Ich würde dir also auf der körperlichen Ebene schnellere positive Ergebnisse prognostizieren.
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#3
Leider ist es ja so, dass die meisten Männer erst dann sich hier umsehen, wenn es körperliche Probleme gibt. Diese sind in den meisten Fällen die fehlende Erektion oder die nicht mehr ausreichende Standfestigkeit beim Realsex. Erst wenn dieses bemerkt wird, macht man sich an die Ursachenforschung und stößt natürlich recht schnell auf den Pornoskonsum mit der einhergehenden sehr intensiven und exesiven Masturbation.

Dann kommt natürlich der Gedanke: Wenn ich das weglasse, dann kommt das andere wieder. Und schon beginnt man jeden Morgen zu "prüfen", ob sich was tut.

Ich denke auch, das hier sehr komplexe Mechanismen laufen und das die Beeinflussung der Erektion nur ein kleiner Teil der Symtome ist. Daher auch von mir die Empfehlung: Setze dich mit deiner Sexualität als Gesamtheit auseinander und reduziere es nicht auf Pornos, Selbstbefriedigung und Erektionsfähigkeit.

Ich kann nach 8 Monaten ohne Pornos jetzt sagen, dass es sehr viele Bereiche gibt, die in der Zeit Veränderungen erfahren. Und der körperliche Aspkekt wird sich auch verändern ;-)
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=11804]

Seit 07.09.2016 ohne Pornos (275 Tage + Countertage)
Seit 09.06.2017 "Aufräumen" (Countertage)
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#4
@real_Geist

Ich sehe es auch so wie meine Vorredner. Es funktioniert wohl nur dann am besten, wenn man sich seiner eigenen Sexualität viel bewusster wird. Im wahrsten Sinne des Wortes einfach Abstand vom Bildschirm bekommt. Erst dann merkt man (und ich auch gerade) das Pornos nur ein winziger Teil der Sexualität sind und für mich inzwischen in den Abfalleimer gehören. Ich habe genug geschaut, es hat mir geschadet und jetzt war es das. Bis ich zu dieser Einstellung gekommen bin, hat es aber auch länger, Monate, gedauert.


MfG,
Tobi
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=13312]
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