Die große Leere danach: Neustart ohne Beschäftigung?

Waage, abwägenDer von uns so geschätzte Neustart, mit dem man der Pornosucht den Kampf ansagen kann, wirkt auf dem Papier gar nicht so kompliziert. Das Einzige, was man tun muss, ist das abstinent bleiben von Pornos. So weit, so gut – aber auch so einfach?

Viele lächeln nur müde über diesen Vorschlag, der zur Besserung des allgemeinen Wohlbefindens führt. Viele Betroffene überschätzen sich maßlos und sind der Meinung, es locker schaffen zu können. Selbstüberschätzung ist oft der falsche Ansatz und der Faktor X, der häufig zum erneuten Rückfall führt. Tatsächlich ist die Aufgabe, die man sich selbst stellt, durchaus erfüllbar. Suchtdruck verspüren viele „NoFappers“ in dieser Zeit, doch auch der geht vorbei.

Ein weiterer Faktor, der einem zum Verhängnis werden kann, ist Langeweile. Sie kann einen auffressen und eine Leere erzeugen. Sie produziert das Gefühl, dass irgendwas fehlen würde. Doch wir schwindeln uns lediglich etwas vor, unser Gehirn dürstet es nach Stimulation in Form von Pornofilmen. Und dessen müssen wir uns unbedingt bewusst sein. Denn lebensnotwendig sind die Filme nicht. Es wäre zu schade, wenn man den Neustart nur deswegen versaut, weil es an Unerhaltung und Beschäftigung fehlt. Darum probieren wir in diesem Artikel, ein paar Vorschläge und Tipps zu sammeln, die den Alltag des Abstinenten wieder sinnvoll auffüllen können.

Auf zu neuen Ufern

Die Pornosucht kann viel Zeit in Anspruch nehmen. Nicht nur der Konsum an sich, sondern auch die Vorbereitung des „Tatorts“, die Suche nach geeignetem Material oder Sicherheitsmaßnahmen, um nicht erwischt zu werden, können eine Menge Zeit kosten. Lebenszeit, die man natürlich weitaus sinnvoller investieren kann, wie z.B. in Hobbies oder soziale Kontakte.

Wer sich mal an die Zeit vor der Pornosucht erinnert, dem werden so einige Aktivitäten einfallen, die vielleicht mal wieder etwas intensiver gepflegt werden dürften. Es gibt immer etwas zu tun und wer sich nicht an Aktivitäten von früher festklammern will, der sucht sich einfach Neue. In vielen Therapiestellen, in denen alle möglichen Arten von Süchten behandelt werden, kümmern Therapeuten und Patienten sich gemeinsam darum, so genannte „Ersatzhandlungen“ zu finden, die die Pornosucht ablösen können.

Bei schweren Fällen ist unbedingt eine Kooperation mit Fachpersonal von Nöten. Bei der Pornosucht dagegen dürften die Betroffenen weitesgehend noch selber dazu in der Lage sein, sich eigenständig dem neuen Elan zu widmen, der sie weg bring von der Abhängigkeit. Schließlich gibt es im Falle der Pornosucht keine starken körperlichen Auswirkungen, die einen daran hindern, aktiv zu sein.

Neustart mit Vollgas?

Wie man den Neustart aber letztendlich gestaltet – vor Allem im Bezug auf das Aktivitätslevel – sollte am Ende aber jedem selbst überlassen sein. Wir wollen niemanden in einen strikten Plan hineindrängen. So lange die eine wichtige Regel, nämlich das Durchhalten der Abstinenz, eingehalten wird, verläuft alles nach Plan. Im Prinzip kann man diese Phase auch auf dem Sofa verbringen und sich der absoluten Faulheit zuwenden.

Das ist erfahrungsgemäß allerdings nicht die optimalste Lösung, denn ein unausgelasteter Körper & Geist neigt in der Regel eher dazu, wieder rückfällig zu werden. Die Alternative mit Action und neuem Input ist da deutlich empfehlenswerter. Zu Beginn sollte man ein wenig herumprobieren dürfen und sich selbst testen, mit welchem „Reizpensum“ man am Besten zurecht kommt. Mit der Zeit sollte sich jeder irgendwo einpendeln können, um die schwierige, aber doch spannende Phase des Neustarts unbeschadet durchzustehen.

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