Das Internet erwacht: Wikipedia nimmt Pornosucht ins „Sortiment“ auf

Heutzutage ist das World Wibe Web die wohl mit Abstand größte Quelle für unser Wissen. Binnen weniger Sekunden können wir uns über allerlei Dinge informieren. Eine ganz besondere Seite ist in diesem Zusammenhang wohl „Wikipedia“, die wohl größte Gratis-Enzyklopädie, die im Internet zu finden ist und die ständig mithilfe von fundierten Quellen erweitert wird.

Bisher haben wir aber dort vergeblich nach dem Phänomen der Pornosucht suchen müssen. Das Problem kämpft immer noch um seine gesellschaftliche und medizinische Anerkennung. Den ersten Schritt in die richtige Richtung tut nun also die angesehene Plattform von „Wikipedia“. Zwar ist die Seite bis jetzt erst auf englisch, französisch und ein paar anderen Sprachen (deutsch ist nicht darunter) abrufbar, doch es ist sicher nur noch eine Frage der Zeit, bis das auch der Fall ist.

Der Aufbau der Wikipedia-Seite

Screenshot 2015-07-27 13.50.41Unter dem englischen Begriff „Pornography addiction“ ist der Artikel zum Thema also zu finden. Die Sucht wird als kompulsive (also zwanghafte) sexuelle Aktivität beschrieben, die eine Menge negative Konequenzen mit sich zieht. Im Einleitungssatz werden diese Folgen im Bezug auf das körperliche, geistige, soziale und finanzielle Wohlbefinden beschrieben.

Danach folgt eine Beschreibung dessen, was als problematisch im Bezug auf Pornokonsum angesehen wird. Es sind eben genau die Dinge, die wir auch immer wieder auf unserer Seite nennen. Sei es nun der exzessive Konsum oder das Abdriften in immer extremere Nischen des Fetisches: Am Ende leidet der Konsument und nichts anderes wird hier auch von Seiten Wikipedias vermittelt.

Danach gestehen sich die Verfasser des Artikels aber auch ein, dass es noch keine offiziellen diagnostischen Kriterien für die Pornosucht gibt. Im DSM-5, der „Psychologen-Bibel“, die alle paar Jahre (und zuletzt 2013) erscheint, fand sich noch kein Platz für das Phänomen Pornosucht. Zu der Reihe der Verhaltenssüchte gehört unter anderem das pathologische Glücksspiel, aber die Pornosucht wird lediglich in der Kategorie der „hypersexuellen Störung“ genannt.

Zum Ende des Artikels hin wird noch kurz auf Behandlungsmöglichkeiten, sowie auf ein paar Studien und die grob geschätzte Verbreitung der Pornosucht eingegangen. An diesen Stellen merkt man aber, dass Wikipedia seine Professionalität bewahrt und stets darauf bedacht ist, wissenschaftliche Quellen einzubinden. Schließlich konnte die Plattform erst dadurch so einen vertrauenswürdigen Ruf aufbauen, dass die Artikel immer wissenschaftliche Belege vorweisen.

Respektabler Einsatz

Es ist schön, zu sehen, dass Wikipedia so engagiert ist, um die Pornosucht bekannter zu machen. Der Text ist anschaulich verfasst, doch der deutschsprachige Leser braucht schon ein paar gute Englischkenntnisse, um alles gut verstehen zu können. Wir hoffen darauf, dass bald auch endlich eine deutsche Version verfügbar wird.

Besonders auffällig ist aber auch die Sorgfalt, die hier mit den wissenchaftlichen Quellen an den Tag gelegt wird. Zum jetztigen Zeitpunkt (Juli 2015) finden sich bereits 31 Referenzen unter dem Artikel. Das hätten wir vor ein paar Jahren noch niemals für möglich gehalten. Hier wird uns noch einmal deutlich, wie präsent die Thematik doch in der modernen Wisschenhaft ist.

Wikipedia bietet zudem innerhalb des Leitartikels noch einen Glossar an, in dem diverse Begrifflichkeiten näher erklärt werden. All die dort aufgeführten Ausdrücke stammen aus dem Kontext der Suchtwissenschaft (z.B. Toleranzaufbau oder Sensibilisierung). Die Begriffe sind allesamt verlinkt auf weitere Wikipedia-Artikel: so hat der Leser die Möglichkeit, sich immer weiter zu informieren.

Darüber hinaus ist am Ende noch eine Palette an Büchern (inklusive der ISBN-Nummern!) aufgeführt, die noch mehr Infos zum Thema bereit halten. Man kann sagen, dass Wikipedia hier tolle Arbeit geleistet hat. Einmal mehr zeigt diese Open-Source-Infoseite, warum sie so beliebt ist und allseits respektiert wird. Wir von Porno-Sucht.com sagen danke für diesen indirekten Support und hoffen, dass das allgegenwärtige Problem der Pornosucht einmal mehr einen besseren Zugang zum gesellschaftlichen Bewusstsein findet!

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