Alarmierende Zahlen: Pornhub zeigt, wie der Konsum extremer wird

Der Porno-Riese PornHub hat für das vergangene Jahr einmal mehr eine Statistik zum Konsumverhalten auf der eigenen Seite herausgebracht. Dabei zeigt uns der Marktführer seiner Sparte auf, wer wo was am liebsten konsumiert. Die Daten sind interessant, aber auch erschreckend. Es werden nicht nur Zahlen präsentiert, sondern auch inhaltlich haben die Betreiber gute analytische Arbeit geleistet. Es wird ein Blick auf diverse Vorlieben gerichtet – dabei wird deutlich, dass der Trend teilweise ins Brutale und Menschen- bzw. Frauenverachtende geht. Was das im Endeffekt bei den natürlich häufig auch minderjährigen Konsumenten bewirken kann, haben wir ja bereits mehrfach dargelegt.

Insgesamt ist es kein Wunder, dass Amerika – was die durchschnittliche Konsumdauer pro Kopf betrifft – auf Platz 1 steht. Das mag unter anderem auch daran liegen, dass die Plattform selbst in den Vereinigten Staaten beheimatet ist. Interessanter als die Konsumzahlen, die in 2015 erwartungsgemäß wieder einmal angestiegen sind, ist für uns ist die Entwicklung der Vorlieben, die hier neu entstehen. Was sind die Porno-Trends, wo geht der Weg hin mit der digitalisierten Sexualität? Es ist wissenschaftlich belegt worden, dass das Ausleben der Sexualität vor dem eigenen PC zu einer Verrohung führt, in der Zärtlichkeiten und Intimität kaum noch eine Rolle spielen. Spiegelt sich das etwa auch in dieser Statistik wieder?

Härter, größer, tabuloser

Die Bilanz lässt also einen Blick auf die Suchbegriffe zu, die 2015 im Vergleich zu 2014 bedeutend zunahmen. An einer der ersten Stelle mit einem Plus von beinahe 500 (!) % ist da die Suchkombination „Hard rough Sex“ zu finden. Eine wortgenaue Übersetzung sparen wir uns an dieser Stelle, nur so viel steht fest: die Zeichen stehen auf Härte und beschwören eine rauhe Gangart. Natürlich ist gegen harten Sex nichts einzuwenden, doch wenn man sich die Konsumentengruppe anschaut, lässt es sich vermuten, dass hier falsche Erwartungen an realen Sex geschürt werden. In diese Charts schaffen es übrigens auch die Begriffe „extreme gangbang“ und „squirting orgasm“. Die mit überwiegender Mehrheit junge Gruppe der Konsumenten (Leute unter 18 wurden offensichtlich nicht erfasst, oh Wunder!) dürfte solche Szenen also ausschließlich vom eigenen PC-Bildschirm kennen. Dass in der realen Welt solche Praktiken eher selten vorkommen und man schon auf eine Randgruppe von Leuten treffen muss, mit denen soetwas praktikabel wäre: am Ende des Filmes wird sicherlich nicht drauf hingewiesen.

Was passiert also mit all den Eindrücken, die man in solchen Pornos erhält? Man überträgt das Gesehene auf die eigene Lebensrealität und die Sexualität, in der die Ansprüche logischerweise gaaaaanz hoch werden. Ob diese Erwartungen erfüllt werden können, sei mal dahingestellt. Und was passiert, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden? Richtig: man ist enttäuscht. Aber das mal nur so als kleinen medienpsychologischen Exkurs am Rande.

Mehr Konsummöglichkeiten

In der letzten Dekade haben sich die mobilen Minicomputer – so darf man die extrem Leistungsfähigen Smartphones von sehr wohl bezeichnen – sehr weit verbreitet. Kaum jemand, der aktuell kein internetfähiges Handy besitzt, vor Allem unter der jüngeren Zielgruppe. Die hohe Qualität führt auch dazu, dass immer mehr Daten immer besser und zahlreicher gespeichert und abgespielt werden könnnen. Und ja, Sie ahnen es: auch der Pornokonsum nimmt in der mobilen Welt enorm zu.

statsEs wird offensichtlich immer einfacher, der Pornosucht zu verfallen. Und das muss gar nicht mehr zuhause hinter der verschlossenen Zimmertür stattfinden. In über 50% der Fälle werden die Sexvideos nämlich über das Handy abgespielt. Zu jeder Zeit kann also konsumiert werden, ob in der Schule, auf der Arbeit oder der öffentlichen Toilette. Die User nehmen das Angebot an und tragen ihre „digitale Sexualpartnerin“, mit der sie alles ausleben können, was das Herz begehrt, in der Hosentasche griffbereit mit sich herum.

Es bleibt abzuwarten, wie sich das Konsumverhalten in Zukunft noch so entwickeln wird. Anscheinend sind der Vorstellung keine Grenzen gesetzt. Wenn nun bald auch noch die Möglichkeit besteht, Pornos mit Virtual Reality Technologie zu konsumieren, kann man sich ausdenken, wie das die Gefühl- und Empfindungswelt der Pornosüchtigen und Dauerkonsumenten zusätzlich aus den Fugen bringt. Die Entwicklung solcher Möglichkeiten kann man natürlich nicht aufhalten: was man aber sehr wohl erreichen kann, ist eine Bewusstwerdung über die Gefahren und eine Entwicklung von Strategien, um nicht in die überall lauernden Pornofallen zu tappen.

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