Eine Liste mit Gefahren erkennen und vermeiden – Dem Rückfall vorbeugen

rulenofap
Der erste Schritt ist geschafft, die ersten Tage oder Wochen sind pornofrei. Doch wie geht es weiter? Wie hält man die Motivation aufrecht und erkennt eventuelle Gefahren? – vor allem, wenn man schon eine Zeit der Abstinenz hinter sich hat. Der Prozess der Bewusstwerdens ist ein entscheidender, das ist klar. Danach folgt die tatsächliche Abstinenz, die harte Phase.

Alle Leute, die sich dem neuen Weg des „NoPorn“ angeschlossen haben, haben verschiedene Methoden gefunden, um diese erfolgreich durchzustehen. Manche lassen ihren Gedanken freien Lauf, schreiben Blogs oder Erfahrungsberichte. Andere suchen sich neue Hobbies, gehen mit Sport oder Meditation gegen die Gefahr des Rückfalls vor. 

Fest steht, dass die Phase der Abstinenz keine Leichte ist. Immer wieder kommen wir in Versuchung, rückfällig zu werden. Da sind nicht nur externe Reize, die uns locken. Auch wir selber können uns ein Beinchen stellen. Man findet so leicht Ausreden, um das schädliche Verhalten für sich selbst zu rechtfertigen. Um standhaft zu bleiben, bedarf es schließlich Willenskraft, Durchhaltevermögen und eine gesunde Einstellung gegenüber der Pornosucht- nämlich, dass diese uns gewissermaßen krank macht und mehr Nach- als Vorteile mit sich bringt.

Gern gedachte Gedanken

Wir Menschen mit all unseren Fehlern neigen manchmal dazu, uns besonders schnell auf die Schulter zu klopfen. Wer wie geplant ein paar Kilo´s abgenommen hat, lobt sich dafür und gönnt sich einen dicken Fraß vom nächsten Fast Food Restaurant. Der frisch gebackene Ex-Raucher ist schnell der Meinung, dass eine Zigarette zum Wochenende nicht schaden könnte.

Der „NoFapper“, der scheinbar gerade der Pornosucht entkommen ist, hegt schnell ganz ähnliche Gedanken. Gerade, weil diese Sucht noch nicht so ausgiebig erforscht wurde, macht es das Ganze noch leichter. Bei Zigaretten wissen wir vom Krebsrisiko. Dass Alkohol gesundheitliche, wie gleichermaßen soziale Schäden verursacht, ist auch klar. Doch Pornosucht? Kann sie wirklich so schlimm sein? Man findet sich schnell in einem Gedankengang wieder, in dem man sein Vorhaben nach und nach noch einmal abwägt. Getrieben vom Suchtdruck und dem inneren Schweinehund, der es kaum erwarten kann, mal wieder einen Porno zu sehen, begeben wir uns auf die verbitterte Suche nach Ausreden. Ein paar Beispiele sollen an dieser Stelle helfen, um beliebte Ursachen für den Rückfall zu präsentieren:

1. „Masturbation ist das Normalste auf der Welt. Wieso sollte ich weiterhin damit aufhören?“

Dieser sehr beliebte Gedankengang ist teilweise richtig, aber dafür umso verheerender, wenn man ihn falsch interpretiert. Natürlich, masturbieren ist gewöhnlich. Fast jeder Mann in der westlichen Welt tut es regelmäßig, auch wenn nicht übermäßig viel darüber gesprochen wird. Oftmals, wenn Männer über das Thema NoFap und den Verzicht auf Masturbation stoßen, möchten sie erst einmal wissen, ob sich das überhaupt lohnt bzw. funktioniert. Schließlich wäre es eine enorme Einschränkung und würde ein extremes Maß an Willenskraft erfordern.

Nicht selten suchen Sie im Internet oder erstellen Threads, um zu erfahren was andere davon halten. Da es für über 90% der Männer normal und männlich ist, Pornos zu sehen und dazu zu masturbieren wird der Thread natürlich als Nonsens abgestempelt und mit den normalen Argumenten „a la Masutrbation ist gesund“, „lass dir nichts einreden“ etc. abgestempelt. Der Reiz einen oftmals alltäglichen Ablauf in Frage zu stellen wird durch diese Zustimmung natürlich verschwindend gering.

Doch der essentiellste Punkt ist, dass dies in unserem Kontext zu Hardcore-Pornos geschieht. Es wird zu immer extremeren Inhalten onaniert. Dadurch geraten unser Gehirn, unsere Sexualität und unsere Sensibilität für sexuelle Reize völlig aus dem Gleichgewicht. Onanie ist ok, wenn es in Maßen geschieht und ohne die ständige Überflutung mit extremen sexuellen Inhalten, die aus einer Scheinwelt der Sexindustrie entstammen.

2. „Einmal ist Keinmal. Ich will nur mal schauen, wie es sich mittlerweile anfühlt“

Menschen, die tatsächlich wochen- und monatelang stark geblieben sich, verstricken sich oft gerne in den Fauxpas, aus Neugier und Langeweile rückfällig zu werden. Ein Ausrutscher kann allerdings die ganze Abstinenzphase entwerten. Man ist sehr schnell wieder drin im Pornosumpf. Wie bei anderen Süchten auch, kommt eins zum Anderen und wir hängen wieder „an der Nadel“. Die Neugier kann anders gestillt werden, wenn sie denn tatsächlich vorhanden ist. Machen Sie sich klar, welchen Haufen Arbeit sie da über Bord schmeißen.

3. „Die Frist ist um – Ein Clip schadet schon nicht!“

Im Zuge der „NoFap“ Challenges, die im Internet abgehalten wurden, gab es Wettbewerbe, die über einen bestimmten Zeitraum liefen. Beliebt war z.B. die 90-Tage-Challenge, in der 3 Monate nicht masturbiert und keine Pornos geschaut wurden. Die User feierten sich gegenseitig, man konnte schnell zu einer Art Internetstar in den Foren werden. Vorrausgesetzt, man bliebt die gesamte Zeit stark.

De facto ist es aber falsch, nur diese Zahl im Blick zu haben. 90 Tage haben eher einen symbolischen Wert. Es ist natürlich äußerst fahrlässig, sich nach diesem Zeitraum wieder den Pornos hinzugeben. Wofür war man denn dann überhaupt so stark?

Die Phase der circa 90 Tage dient eher, sich an das Leben ohne Pornos zu gewöhnen. Und nicht, irgendwem etwas zu beweisen und danach in den alten Trott zu verfallen.

Typisches Verhalten vor dem Rückfall

Internet SuchtNicht nur Gedanken, sondern auch bestimmte Verhaltensweisen sind immer mal wieder zu beobachten, wenn die Gefahr eines Rückfalls sich anbahnt. Es werden Umwege gefunden, die zu den gewünschten Reizen (wenn auch in abgeschwächter Form) führen.Besonders schwer ist es heutzutage ja nicht, auf sexuelle Inhalte zu kommen, die nicht zwingend als Pornografie gelten. Dennoch: schon die Suche nach solchen Dingen, die Selbstlüge, dass man ja keinen Porno geschaut hat, zeugt von Schwäche.

So mancher NoFapper findet also Ausweichmöglichkeiten. Genauer gesagt sind das sexuelle Inhalte in medialer Form. Viele Fernsehserien bieten heute explizite Sexszenen. Im TV wird auch nicht mehr so prüde agiert wie noch vor 20 Jahren. Dokus, Soaps, und sogar Interviews: All diese Formate können als „Ersatzdroge“ dienen, um zum gewünschten Reiz zu kommen.

Es sollte allerdings klargestellt werden, dass die Abstinenz anders funktioniert. Nur der harte Weg ohne, die klare Einstellung zu Pornos und die Disziplin führen zu einem hohen Wohlbefinden ohne Pornosucht. Nur, weil man keinen Hardcore-Streifen gesehen hat, sondern „nur“ eine Sexszene aus „Game of Thrones“, heißt das nicht, dass diese Art des Sexkonsums legitim ist im Sinne der Sucht. Man sollte viel grundsätzlichere Entscheidungen treffen. Den Spielfilm nicht aufgrund der häufigen Sexszenen auswählen und das Computer-Spiel nicht nur deshalb kaufen, weil halbnackte Frauen ständig über den Bildschirm huschen. Das Problem ist eben die Dauerkonfrontation mit sexuellen Reizen. Genau da sollte man also ansetzen und ein für allemal einen Schlussstrich setzen.

Klar ist aber auch, dass man sich dem nicht komplett entziehen kann. Dennoch es ist möglich, sein eigenes Verhalten reflektiert zu sehen, mit erotischen Inhalten adäquat umzugehen und sich zu gegebenem Anlass zu disziplinieren, um nachhaltig Erfolg zu haben.

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