Die Einschränkung auf den Konsum – Wenn die Abhängigkeit bestimmt

PornosuchtWenn man sich mal auf das Wort „Abhängigkeit“ an sich konzentriert, können einem so einige Ideen kommen. Und zwar besteht eine Abhängigkeit immer aus mindestens zwei Teilen, die aneinander im wörtlichen Sinne hängen. Und bei Süchten, die behandelt werden, ist ein Teil davon der Mensch und der andere ist eine Substanz, ein Gegenstand oder ein Erlebnisreiz. Das letztere trifft wohl am ehesten auf die Pornosucht zu.

Wir brauchen also während der Abhängigkeit diesen Erlebnisreiz. Wenn wir diesen nicht bekommen, geraten wir schnell unter Stress. Man könnte also von einem Abhängigkeitsverhältnis sprechen, in welchem wir ohne Pornos nicht auskommen. Dies führt zwangsläufig dazu, dass man zunehmend von den Sexfilmen vereinnahmt wird. Man bestimmt nicht mehr selbst über den Reiz, sondern der Reiz bestimmt über die Person und seine freie Zeit, seinen Zugriff auf das Suchtmittel und auf die Folgen des Missbrauchs.

Der Knacks in der Struktur

Es ist festzuhalten, dass die Sucht einen gehörigen Einfluss auf das (alltägliche) Leben nimmt. Da das Verlangen nach dem Suchtmittel so oft auftritt, muss ein Aufwand betrieben werden, um die Entzugssymptome zu mindern. An dem Beispiel von Konsumenten illegaler Drogen ist dies besonders gut zu veranschaulichen. Da der Zugang zum „Stoff“ nicht so einfach ist, muss allein an dieser Stelle viel Energie verbraten werden. Den Dealer kontaktieren, Geld besorgen, weite Wege zum Treffpunkt gehen und das Risiko eines Gesetzesbruchs auf sich nehmen. Das alles sind Aktivitäten, die sich auf den letztendlichen Konsum beziehen. Sie kosten Kraft und Nerven; und logischerweise leiden andere Bedürfnisse und Beschäftigungen darunter.

Bei der Pornosucht ist es nicht ganz so extrem, aber trotzdem drastisch. Man ist zeitlich eingeschränkt, weil der dauerhafte Konsum einfach mit einem hohen Zeitaufwand verbunden ist. Andere Dinge geraten dadurch zwangsläufig in den Hintergrund. Der Tag hat schließlich nur 24 Stunden. Durch den Platz, den die Pornosucht einnimmt, reduziert sich die Möglichkeit, andere wichtige Dinge zu erledigen. Das kann dazu führen, dass diese Einschränkung durch oder auf den Konsum zu negativen Konsequenzen führt. Menschen in der Umgebung können sich vernachlässigt fühlen, die Leistung auf der Schule oder Arbeit werden schlechter erledigt, oder es fehlt an Schlaf und damit Ausgeruhtheit, was einen noch anfälliger für Stress macht.

Den Stellenwert bestimmen

Um sich erstmal vor Augen zu halten, wie sehr man sich einschränkt durch den dauerhaften Konsum von Pornos, kann ein so genanntes „self monitoring“ helfen. Um einfach mal einen Überblick über die Sucht zu erhalten, kann man einfach auf Papier festhalten, wenn konsumiert wurde (mehr dazu im kostenlosen 3-Tages-Kurs). Dies ist manchmal vielleicht lästig, aber hilft bei der Erkenntnis. Und auch so können einem die Augen geöffnet werden.

Dort darf auch der Faktor Zeit allein als Kriterium gelten: Wird beispielsweise den Pornos so viel Zeit gewidmet wie dem Essen oder dem Kontakt zu einem Freund? Dies wiederum kann zu der Frage führen, ob Pornos wirklich den gleichen Stelenwert haben wie eben diese anderen Tätigkeiten. Man wird schnell darauf kommen, dass es wesentlich wichtigere Dinge gibt, denen man seine kostbare Zeit schenken sollte. Doch warum tut man es nicht?

Dieses sich-bewusst-werden und achtsam sein für das eigene Handeln kann den gewissen Aha-Effekt bringen, der einem das Ausmaß dieser Sucht aufzeigt. Wenn diese Tür erstmal offen ist, kann man die Einschränkung auf den Konsum wieder beschränken oder komplett ablegen (Der Reboot), da sie langfristig gesehen ausschließlich negative Konsequenzen mit sich zieht.

 

 

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