Die Toleranzentwicklung bei Internetpornografie

SPornosuchto mancher hat es sicher schon einmal erlebt: Man regt sich über eine Sache auf und der Stresspegel steigt. Je länger man dem aber ausgesetzt ist, desto geringer wird die Reaktion darauf. Als Beispiel kann man eine laute Straße nehmen, an der man wohnt. An warmen Tagen bleibt das Fenster offen und in den frühen Morgenstunden verkehren die Autos in der Rush Hour.

Das Abstumpfen der Reizaufnahme

Sie wachen anfänglich noch davon auf und reagieren extrem auf diese Störung. Nach einer gewissen Zeit schleicht sich jedoch ein so genannter „Habitus“ ein. Wir reagieren nicht mehr so heftig auf den Reiz, da wir uns daran gewöhnen.

Wir werden also weniger sensibel und finden uns dementsprechend mit der einst empfundenen, negativen Stimulation ab. An dieser Stelle sprechen Wissenschaftler von „habituieren“. Das Gegenteil davon, die „Sensibilisierung“, beschreibt den umgekehrten Vorgang.  Je öfter wir dem Stimulus ausgesetzt sind, desto eher springen wir darauf an.

Wenn sich die Gewohnheit meldet

Doch was hat das oben beschriebene alles nun mit Pornosucht zu tun? Die Antwort ist: eine ganze Menge! Auch bei dem Anschauen von Pornos habituieren wir. Es ist nämlich der gleiche Vorgang, wenn wir bewusst Reize suchen, anstatt von ihnen heimgesucht zu werden. Die als positiv empfundenen Reize wecken das Gewohnheitstier in uns. Mit zunehmendem Konsum reagieren wir kontinuierlich schwächer auf den Stimulus: in dem Falle also auf den Porno und dessen Inhalt (hierzu mehr: Video-Wissen).

Da es in diesem Zusammenhang aber genau das Ziel ist, gereizt zu werden (also Freude zu empfinden), wollen wir die Erregung wieder auf ein angemessenes Level pushen. Was wird also getan, um dieser Toleranzentwicklung, die genau dann entsteht, entgegen zu wirken?

Steigerung der Reize: Die Toleranzschwelle überschreiten

Nun reichen die ursprünglichen Reize im Rahmen der Pornosucht also nicht mehr aus. Es muss darauf hin, wie bei jeder anderen Sucht, mehr konsumiert werden, um den gleichen Effekt zu erwirken. Und dafür findet der Süchtige die verschiedensten Methoden.

Zum einen kann die Quantität , also die Menge der konsumierten Pornos, fortlaufend erhöht werden. Wie bei einem Junkie muss sich also mehr Stoff besorgt werden, damit man zufrieden ist. (Coolidge-Effekt)

Ein zweites Mittel, um angemessen auf die Toleranzentwicklung zu reagieren, ist die Erhöhung der „Qualität“. Wir setzen diesen Begriff bewusst in Anführungszeichen, da erhöhte Qualität im eigentlichen Sinne eine Steigerung im positiven Sinne sein sollte. Bei Pornos meint dies allerdings einen noch extremeren Inhalt der Filme. Sobald also „normaler“ Sex nicht mehr ausreicht wird dementsprechend adaptiert. Gerade diese Methode ist verheerend, da dabei der Sinn für eine gesunde und normale Sexualität vollkommen verloren geht -Auswirkungen auf Beziehungen und Sozialverhalten finden statt.

Wie kann man eine Toleranzentwicklung auf gesundem Wege verhindern?

Die Toleranzentwicklung innerhalb der Pornosucht ist ein schleichender Prozess. Man merkt üblicherweise nicht von einem auf den anderen Tag, dass der Konsum sich verändert. Die Toleranz baut sich nach und nach auf und ist ein essenzieller Bestandteil der Süchte im Allgemeinen. Und wenn man schon süchtig ist, ist sie dementsprechend auch schon präsent.

Falls Sie also den Verdacht haben, süchtig nach Pornos zu sein, dann probieren Sie als ersten Schritt, ihren Konsum zu beobachten. Verhalten Sie sich achtsam beim Konsum in dem Sinne, dass Sie sich vergegenwärtigen, wie sich ihr Konsum inhaltlich und quantitativ verändert hat. Diese Erkenntnis ist der erste Schritt. Danach kann man Skills und Strategien entwickeln, um die Sucht aktiv zu bekämpfen (Mehr hierzu im 3-Tages-Kurs oder direkt im Coaching).

 

 

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Die ersten Schritte:
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