Verharmlosung der Pornos: Die Debatte muss beendet werden!

Das Schöne am Internet ist ja, dass jeder seine Meinung frei äußern kann. Das Negative daran ist aber auch eben das: jeder kann seine Meinung äußern – und vermeintliche Fakten verbreiten. Es fällt schon ganz schön schwer, Wissenschaft und Quacksalvertum im Netz auseinander zu halten. So viele „Experten“, deren Ansichten angeblich so wahr sind. Und am Ende steht der Leser da und weiß nicht, was er glauben soll.

Falsche Annahmen können oft gravierende Folgen haben. Menschen, die süchtig von harten Drogen sind, wussten wohl nicht immer über die möglichen Konsequenzen der Suchtmittel bescheid. Viele Menschen, die sich mit HIV infiziert haben, wussten nicht, wie wichtig Safer Sex ist. Der Schlüssel ist immer wieder Bildung und Aufklärung: Ein Schlüssel, den wir auf unserer Seite den Lesern gerne in die Hand drücken würden.

Falsche Annahmen, große Leidenswege

Problem / Analyse / LösungDie Debatte über den weit verbreiteten Konsum von Pornos ist allgegenwärtig im Internet. Manche behaupten, er würde ein wenig Pepp in die Ehe bringen. Andere sagen, dass die Möglichkeit, anderen Leuten beim Sex zuzusehen, sich positive auf den Charakter auswirken kann. Was wurde nicht schon alles behauptet und am Ende kam raus, dass der Großteil grober Unfug war?

Diese „soft science“, also Wissenschaft, die von Laien im Internet betrieben wird, ist wenig hilfreich. Jeder ist in den Foren der Meinung, dass sein Standpunkt uneingeschränkt richtig ist. Schließlich hat User X ja mal auf Webseite Y irgendetwas zu dem Thema gelesen. Jaja, schon sehr glaubwürdig. Es wäre alles ja nicht so schlimm, wenn die ganzen Behauptungen in der Luft verpuffen würden. Dem ist aber nicht so. Menschen wollen sich über Problematiken, die sie in sich tragen, informieren. Und wie gesagt ist es schwer, vertrauenswürdige und fehlerhafte Quellen auseinander zu halten.

Doch es gibt gute Nachrichten für Menschen, die Beweise gegenüber Spekulationen vorziehen. Es tauchen nämlich immer mehr Langzeitstudien auf, die sich mit der Pornosucht beschäftigen. Dabei wurden Hirnströme gemessen und siehe da: Die Veränderungen der Hirnstrukturen bei Pornsüchtigen wiesen auffällige Ähnlichkeiten zu denen von Drogensüchtigen auf. Beruhigend ist diese Feststellung wohl nicht – und bei solchen Ergebnissen wäre es für die „Verharmloser“ ratsam, ihre eigenen Behauptungen noch einmal zu überdenken.

Verwechslungsgefahr: Abhängigkeit und Leidenschaft

Generell ist festzuhalten, dass Abhängigkeiten da entstehen, wo Aktivitäten ausgeübt werden, die Spaß machen. Natürlich empfinden wir die Reize, die wir immer wieder aufsuchen, als äußerst positiv. Ansonsten würde das Interesse ja sehr schnell abfallen. Pornos bringen ohne Frage kurzfristigen Spaß. Deswegen neigen Menschen auch dazu, sie als unproblematisch darzustellen. Die langfristigen Konsequenzen des Konsums geraten allerdings in den Hintergrund.

Natürlich gibt es Dinge, die auf eine gewisse Art und Weise süchtig machen, aber nicht schädlich sind. Sport ist so ein Beispiel dafür. Oder Gedächtnisübungen. Wer aber Pornos in dieser Reihe setzen will, der liegt völlig falsch. Der Begriff „Sucht“ darf in diesem Kontext nicht heruntergespielt werden. Schließlich können die Merkmale einer Sucht per Definition im Gehirn abgelesen werden. Wer glaubt, dass diese Untersuchungen lügen, dem ist wohl nicht mehr zu helfen.

Wir haben schon oft über die neuronalen Veränderungen im Gehirn gesprochen, die die Pornosucht mit sich bringt. Es ist nun Zeit, den Ernst der Lage zu erkennen und die Sucht anzugehen, wenn man selbst betroffen ist. Ausreden zählen jedenfalls dank der aktuellen wissenschaftlichen Studien nun nicht mehr.

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