Zurück zur Sexualität – ich verkabel mein Gehirn neu

Neurons in the brainDie Pornosucht verursacht, dass unser Gehirn sich von dem echten, natürlichen Sex entfremdet und sich zunehmend an die künstlich herbei geführte Art von Sexualität gewöhnt. Dabei befinden wir uns in einer Art Lernprozess. Wie manche Menschen zum Beispiel eine Sprache verlernen können und die Grammatik nicht mehr zu 100 Prozent auf dem Kasten haben, so kann es bei Sex ganz genauso sein.

In der Pornosucht konfrontiert man sich ja mit digital abgebildeten Sexszenen und mit Fetischen und Handlungen, die nicht unbedingt der Realität entsprechen. Und genauso wenig entsprechen meist auch den persönlichen Neigungen. Dass die Pornosucht uns von unseren eigentlichen Vorlieben vollkommen abbringen kann, gilt als bewiesen. Aber zum Glück ist es so, dass wir unsere Schaltzentrale im Kopf wieder neu trainieren und sie somit auch wieder auf gesündere Ebenen katapultieren können.

Der echte Sex

Was kann ich aber tun, um mein Gehirn wieder richtig zu „justieren“? Muss ich dafür Sex haben, um es neu „verkabeln“ zu können?
Es ist sicherlich so, dass sexueller Kontakt mit echten Partnerinnen eine Menge bringt. Dabei muss es aber nicht unbedingt nur um den Sex an sich gehen. Der Austausch von Zärtlichkeiten, die Intimität mit einer Person oder andere Arten der Sinnlichkeit bringen uns dazu, das sich die Empfindung im Bezug auf echte Sexualpartner wieder normalisiert.

Menschliche Interaktion

Die ersten Schritte können aber auch viel simpler aussehen. Viele setzen sich unter Druck und denken, sie müssten auch direkt Sex haben, um mit der Pornosucht abzuschließen. Das muss aber nicht so sein. Die hohen Ansprüche sind natürlich nicht gut und können uns eine Menge Stress bereiten. Und das ist mit Sicherheit nicht Sinn der Sache.

Es kann schon reichen, an echte Frauen zu denken. Frauen aus der direkten Umgebung, die man attraktiv findet. Oder sich eben gleich in die Gesellschaft selbiger zu bringen. Ein einfaches Miteinander kann dafür sorgen, dass sich das allgemeine Frauenbild zum guten wendet. Während der Sucht ist es nämlich mit hoher Wahrscheinlichkeit passiert, dass die Wertschätzung und die Perspektive auf Frauen sich massiv zum Schlechten hin gewandelt hat.

Sucht verstehen – Geduld üben

Die Sucht an sich spielt natürlich auch eine große Rolle bei der Neuverkabelung des Gehirns. Wenn jemand pornosüchtig ist, verblasst die Realität und die Inhalte der Pornos werden automatisch für voll genommen. Auch wenn wir das uns nicht eingestehen würden, ist es aber dennoch so, dass der Kopf darauf mehr anspringt als uns lieb ist.

Als Reaktion auf die Realität (also echte Frauen), die während der Sucht nicht nicht der ungewöhnlich starken Neigung entspricht, lassen die Dopaminschübe zunächst auf sich warten. Es hat sich einfach eingeschlichen, dass Pornos interessanter wurden als echter Sex.

Es muss einfach das Ziel sein, sich selbst wieder auf echte Partnerinnen zu trimmen. Es heißt üben, üben, üben! Man mischt sich unter´s Volk und lernt Frauen kennen, an denen man Gefallen findet. So wächst man nach und nach wieder in die Normalität hinein.Natürlich fühlt es sich manchmal so an, als wäre man wieder Teenager und lerne den Sex kennen. Das kann am Selbstwert nagen, aber auf der anderen Seite auch unglaublich erfrischend sein. Denn die Gefühle, die man dann dabei empfindet, sind überwältigend.

Wichtig ist es, nichts zu überstürzen und geduldig zu sein. Das Leben nach der Sucht ist nicht direkt ein Zuckerschlecken, aber es geht in der Regel stetig bergauf.

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