Erektile Dysfunktion durch Pornosucht – wie spreche ich es an?

Die Zeit nach der Pornosucht – auch Neustart genannt – ist nicht immer einfach. Dies ist kein Wunder, denn Phallosanwährend der Sucht haben wir unseren Körper und Geist extrem beansprucht. Eine der häufigsten Folgeerscheinungen der Pornosucht ist die erektile Dysfunktion. Diese macht sich bemerkbar, wenn wir zurückkehren zu echtem Sex mit echten Partnern. Es funktioniert nicht unbedingt alles wie gehabt – und das kann diverse Gründe haben. Einerseits waren wir während der Sucht auf extreme Reize eingestellt. Andererseits waren wir nur noch auf Masturbation getrimmt und damit auf eine sehr intensive Reibung, die von uns selbst herbei geführt wird.

Es ist eine wirklich tolle Sache, nach so langer Sexualität am PC endlich wieder eine Freundin zu haben. Aber sie muss unbedingt verstehen, dass Potenzstörungen zu einer verzögerten Ejakulation führen können. Wenn diese durch Pornosucht ausgelöst wurden, so ist es ebenso wichtig, die Regelmäßigkeit, in der man Orgasmen hat, drastisch zu reduzieren. Unterdessen gibt es aber eine Menge Dinge, die man dennoch mit seiner Freundin tun kann und von denen beide profitieren können.

Den Beginn überbrücken

Zu Allererst ist folgendes sehr wichtig: Orgasmen oder erzwungene Erektionen kömmem kontraproduktiv sein – vor allem wenn Sie eine pornosuchtsbedingte Potenzstörung haben. Was aber sehr wohl hilft, sind die folgenden intimen Arten des Austauschs: küssen, berühren und sogar herumalbern. Man muss sich einfach vor Augen halten, dass das Gehirn neu verdrahtet werden muss, um sich wieder auf realen Sex einzustellen. Man darf nicht vergessen, dass künstliche Reize durch die Bildschirme die Sucht und Potenzstörung entstehen lassen: dies kam nicht durch Kontakt mit Menschen zustande. Nicht nur die „Beziehung“ zu Pornos muss geschwächt werden – gleichermaßen muss auch der Kontakt zu echten (potenziellen) Sexualpartnerinnen gestärkt werden.

Es ist nicht leicht, über solche heikle Themen wie dem Neustart nach der Pornosucht zu sprechen. Man kann es aber sehr wohl verständlich, ehrlich und einleuchtend darlegen. Man kann sich das Wissen über die Gefahr der Pornos aneignen und weitervermitteln. Die Prozesse, die dabei im Gehirn außer Kontrolle geraten, sind ja schließlich empirisch belegt und werden so gut wie jeden überzeugen. Im Anschluss daran kann man anführen, dass es ja eine gewissen Zeit braucht, um wieder zur Normalisierung zu gelangen. Man nimmt sich ja auch Zeit, um ein bestmöglicher Liebhaber zu sein. Die Partnerin muss erkennen können, dass Sie auch von einer gewissen Geduld profitiert.

Nicht mit der Tür ins Haus fallen

Wenn man sich aber absolut nicht traut, sich zu öffnen, oder es andere triftige Gründe gibt, es nicht zu tun, gibt es auch ein paar Alternativen. Irgendwie muss man die verminderte Sexualfunktion ja schließlich rechtfertigen oder einen Weg finden, dass diese nicht auffällt.

Man kann der neuen Freundin (oder Partnerin) zum Beispiel sagen, dass man bemerkt hat, dass Beziehungen, die langsamer beginnen, auch länger halten. Deswegen würde man es auch bevorzugen, etwas gemächlicher zu starten ohne ein ausgiebiges Sexualleben. Das ist zwar nicht ganz ehrlich, aber könnte zusätzlich noch für Pluspunkte sorgen. Vielleicht rechnet die Dame es einem zusätzlich hoch an, nicht nur auf das Eine aus zu sein.

Eine derartige Handhabe sollte unserer Meinung nach allerdings nur der Plan B sein. In Beziehungen ist Vertrauen und Ehrlichkeit wichtig. Und da die Pornosucht auch oft mit diversen Ängsten und Schamgefühlen verbunden ist, ist es weitaus besser, offen zu sein und sich geborgen zu fühlen.

Die meisten Leute scheinen zudem ihre sexuellen Funktionen da am besten wiederherzustellen, wo jede Menge Zuneigung und entspannte Zweisamkeit herrschen. Dies ist auch sinnvoll, denn Angst hemmt Erektionen-selbst in einem „neu verdrahteten“ Gehirn. Wärme und Vertrauen in hemmt dagegen den Stress und die Versagensängste.

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