Porno-Sucht.com Forum: Nofap, Erektile Dysfunktion und mehr.

Normale Version: Der zweite Anlauf...
Du siehst gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12
Tag 52

Und wieder ein Traum.... diesmal ganz abstrus, ich hatte irgendwie Sex mit jemandem oder auch nicht. Es wechselte immer wieder. Während dessen war vor mir ein Bildschirm mit einer Pornoseite geöffnet. Es waren nur Bilder, keine Filme. Ich merkte, wie ich mich während des Sex immer mehr dem Orgasmus näherte. Und ich fragte mich, ob das jetzt erlaubt sei; ob es in Ordnung wäre, wenn ich jetzt käme. Ich versuchte den Orgasmus hinaus zu zögern, weil ich mich irgendwie Angst hatte mich danach schlecht zufühlen. Aber ab einem gewissen Zeitpunkt gab ich nach. In diesem Moment erwachte ich aus dem Traum.

Es war kein feuchter Traum, das habe ich direkt gecheckt. Mir wurde klar, wie sehr mich die ganze Thematik immernoch beschäftigt. Bei der Analyse des Traums entdeckte ich mehrere zentrale Elemente, die mich beschäftigen. Meine Neigung zu Pornos, mein Verlangen nach Sex und die Angst vor dem vorzeitigen Samenerguß, alles auf einmal. Beim weiteren Grübeln wurde mir klar, dass ich wahrscheinlich immernoch Pornos gucken würde, wenn es nicht zu Erektioinsschwierigkeiten führen würde. An sich war ja alles scheinbar in Ordnung. Ok, manchmal ging schon etwas viel Zeit drauf bei der Suche nach DER Szene, aber an sich wurde ja keinem geschadet. Wenn mir jemand sagen würde, dass ich Pornos gucken könnte, ohne dabei Probleme beim Sex mit Frauen zubekommen, ich würde direkt auf die nächste Seite gehen und mich ans Werk machen. Erschreckend, es zeigt mir, wie weit ich noch von der Heilung entfernt bin.

Genährt wurden diese Gedanken von Artikeln, die ich gestern im Netz gelesen habe. Ein Forscher hat dargestellt, dass Pornokonsum und Erektile Dysfunktion wissenschaftlich nicht eindeutig in Zusammenhang gebracht werden können. Wenn ich es nicht selbst an mir erlebt hätte, dann würde ich ihm glauben. Aber wiederum waren es nur zwei Studien und das Versuchsdesign ist auch oft ausschlaggebend.In der Tat erscheint es etwas zu einfach die Sucht auf zwei Variablen reduzieren. Wenn ich die Beiträge hier im Forum lese und auch meine eigene Vergangenheit betrachte, wird klar, dass da meist noch weitere Dispositionen vorliegen.

Ich muss mich weiter an die Wurzel des Übels heranarbeiten, weil die Pornosucht nur eines der Symptome dessen ist, was bei mir wieder gerade gerückt werden muss. Wenn ich das nicht tue, werde ich der Sucht evtl. schneller wieder verfallen, als ich gucken kann.
Tag 58 Crunchtime

So noch zwei Tage, dann habe tatsächlich schon 2/3 der ersten Phase geschafft. Soweit ist bei mir alles relative stabil, nur schluderte ich ein bißchen mit meinem PC-Muskeltraining. Immerhin bin ich mittlerweile bei Stufe 7 von 9. Am Wochende traf ich auf eine Frau mit die ich ungefähr vor einem Jahr kennengelernt habe. Sie war quasi die erste Frau mit der ich nach meinem Reboot Sex haben sollte. Leider war der Sex nicht so toll, weil sich mit dem Überstülpen des Kondoms meine Errektion mehr oder weniger verabschiedete. Zu allem Überfluß hatte ich mich zu ungeschützten Sex überreden lassen. Nach dieser Enttäschung habe ich mich von ihr abgesondert, es war ehrlich gesagt auch nie mehr als eine Sexaffäre geplant, aber das Versagenserlebnis sitzt noch tief.

Ich war damals so ehrlich und habe ihr von meinem Reboot erzählt. Auf der Party sprach sie mich auf mein momentanes "Befinden" an. Ich würde mal behaupten, dass sie wieder Interesse hat. Nun ist meine Überlegung, ob ich es mit ihr nach dem Reboot wieder probieren sollte. So könnte ich wieder in einer Komfortzone einen Testbalon starten lassen. Ich habe ja nicht wirklich etwas zu verlieren. Mal schauen sind ja noch 32 Tage. Ich muss trotzdem über die Ironie schmunzeln, dass der Reboot genau nach einem Jahr wieder abgeschlossen ist....Jährlich grüßt das Murmeltier.

Auf jeden Fall bekomme ich leichte Errektionen, wenn ich an sie denke - beim Gespräch mit ihr auf der Party war sie schon etwas härter Big Grin.

Was wäre denn Eure Meinung?
Du scheinst mir sehr selbstbewusst zu sein. Kann mir vorstellen, dass viele nicht über das Thema mit einer Frau reden würden die sie erst neu kennengelernt haben, Respekt! Also ich würde es definitiv probieren, was kann schon passieren? Im Notfall hast du deine Komfortzone verlassen und es hat nicht geklappt, daran wächst man ja nur :-)
dass ich es erzählt hatte, lag daran, dass wir uns treffen wollten. Aber ich hatte noch 13 Tage auf dem counter. Irgendwann hatte ich keine plausiblen Argumente mehr. Und bevor sie noch denken würde, dass ich mir nen Tripper oder ähnliches eingefangen hatte, wäre das das kleinere Übel.
Ich freu mich für dich das es so gut läuft und du die 60 vollmachst.

Ich finde, wenn du wirkliches Interesse an der Frau hast, solltest du die Geschichte mit dem einen Sexdate vergessen und ihr eine Chance geben.
Das wir nicht für einander geschaffen sind, hatten wir schon damals geklärt.
Tag 66

Ja kaum zu glauben, 2/3 sind gepackt. Ganz gut eigentlich, wobei es sich bei mir nach "ok" anfühlt. Es ist meine persönlicher Rekord, 66 komplett ohne Maturbation! Aber es fühlt sich eben ok an. Jetzt beim zweiten Mal ist es nicht mehr so aufregend, sowohl im Positiven als auch im Negativen. Letzten Sommer war so schlimm, weil ich mir so ganz doll vorgenommen habe mich auszutoben, bevor ich dann meine Frau des Lebens treffe - naja Pustekuchen. Die Erkenntnis, dass ich den gaaaanzen Sommer abstinent bleiben muss, war niederschmetternd. Ich hatte sogar 2 Frauen über Tinder kennengelernt, und das war in 5 Monaten Rekord. Und dann musste ich zu beiden das Verhältnis wieder beenden.
Dieses Jahr hatte ich keinerlei große Ewartungen, da ich ja wusste, dass eh nichts geht. Von vornherein bin ich viel entspannter geblieben. Es ist alles Alltag geworden, aufstehen den Zähler auf meinem Handy auf einen weiteren erfolgreichen Tag ohne PMO klicken, danach mein PC-Muskeltraining, dann Leben/Arbeiten und nach Hausekommen, PC-Muskeltraining und schlafen. Selbst die zwischenzeitliche Überlegungen noch mal zu gucken, ob ich eine Schwachstelle im K9-Webblocker finde, sind nichts besonderes mehr. Sie kommen und gehen wieder.

Zumindest kommt es mir in meiner extrem stressigen Prüfungsphase zugute. Wenn ich mir vorstelle den ganzen Druck gepaart mit sexueller Frustration ertragen zu müssen, würde ich bestimmt durchdrehen. Der große Spannungsmoment kommt bei mir, wenn ich wieder Sex haben werde - mit Kondom. Wenn mir das gelingt, bin ich relative Safe. Ja, ich glaube das ist meine Achillisferse, mein Kryptonit, mein...ok ihr wisst was ich meine. Wenn das klappt UND ich meinen Orgasmus besser im Griff habe. Dann werde ich die Korken richtig knallen lassen - Ok und wenn ich die 100 erreicht habe ;-)
Tag 67

Bamm, das war sie die Lücke. Für Recherche im Internet musste ich mich über meinen VPN Klient mit der Uni verbinden. K9 wertet dies als Umgehungsversuch und blockt die Seite. Naja, da habe ich natürlich die Uni-Seite freigegeben. Eingeloggt über das Uni Netzwerk, wollte ich jetzt mal gucken, ob ich verbotene Seiten aufrufen kann und siehe da es hat geklappt.
Echt krass, wie ich das Ladesymbol im Browser beobachtet habe und dabei nur dachte: " Seite öffne dich!" Die Schrift, die Farben der Seitenaufbau, die unendlichen Kategorien...ich hatte das Gefühl als hätte ich einen elektrischen Strom gespürt. Er ging durch meine Pupille, über den Sehnerv direkt ins Gehirn und hat ein ganzes Netzerk an Synapsen reaktiviert. War echt krass. Und für eine hundertstel Sekunde habe ich überlegt, was ich jetzt mit dieser Situation anfangen soll. Dann schloß ich das Fenster wieder.

Ich bin immer wieder faziniert, was die Psyche mit einem macht. Scheinbar gibt es inner konkurierende Persönlichkeiten. Obwohl ich jederzeit, den Filter ausschalten könnte, war die Versuchung jetzt gerade so groß wie noch nie. Gefahr erkannt und gebannt. Zumindest hat es mir gezeigt, was für ein Junkie ich noch immer bin.
Hey Patrice, Glückwunsch wie du die Situation gemeistert hast. Ich kann mich erinnern, wenn ich mal kein Internet hatte, hatte ich ähnliches Empfinden.
Patrice, das war wirklich sehr stark von dir wie du mit dieser schwierigen Situation umgegangen bist! Und auch das Gefühl hast du eindrücklich beschrieben, ich kanns mir richtig vorstellen. Umso bewundernswerter ist es, dass du stark geblieben bist.
Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12