Porno-Sucht.com Forum: Nofap, Erektile Dysfunktion und mehr.

Normale Version: Erster Anlauf - Tag 10
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Hans, Mitstreiter seit meinen Anfängen hier, es freut mich von dir zu lesen! Danke für die Glückwünsche!
Danke auch phoenix!

Was mir diesmal geholfen hat, war mein 90-Tage-Ziel zu splitten. Also mit 30 Tagen zu beginnen, dann 60, dann 90. Das bringt schnellere Erfolgserlebnisse und erhöht die langfristige Motivation.

Stay strong!
Hallo Leute,

nach 104 stolzen, pornofreien Tagen setze ich heute den Zähler auf 0. Was ist geschehen?

Vor einer Woche habe ich mir im Zuge der Fußball-EM eine TV-Box mit Antenne zugelegt. Damit empfange ich ca 20 freie Sender. Es sind ganz normale öffentliche Sender, kein Erotik-TV oder Pornokanal oder so. Im Laufe der letzten 7 Tage habe ich beinahe jeden Tag nackte Menschen im Fernsehen gesehen, einfach abends beim zappen. Nacktdating ala "Adam sucht Eva" zB. Gestern nacht habe ich mich noch ein wenig vor den Fernseher gesetzt "um mal zu schauen, was so läuft". Im Grunde wollte ich wieder etwas erotisches suchen. Tatsächlich bin ich recht schnell fündig geworden und habe mir von 22 - 1.30 Uhr auf 3sat zwei Erotikfilme angesehen. Zwar pornofrei und heute würde man "harmlos" sagen, aber das ist es nicht. Erst nach dem ich mich selbst befriedigt habe, konnte ich abschalten. Hat mich irgendwie an meine Pubertät erinnert, wo ich auch im Fernsehen etwas aufgeilendes gesucht habe. Nach 104 abstinenten Tagen war das doch ein Rückschlag und heute morgen ging es mir dementsprechend mies. Nicht so energiegeladen wie sonst.

--
Was lerne ich daraus?
  • Fernsehen ist total sexverseucht. Ich werde die TV-Box wieder verkaufen oder verschenken. Am besten gleich, wobei ich die EM gern fertig sehen würde...
    Es ist mir zu riskant. Ich dachte, ich könnte damit umgehen, aber ich habe mich geirrt. Vielleicht kann ich in einem Jahr anders damit umgehen. Aber derzeit...
  • Es hat mich erwischt, als ich gerade in einer Aufwärtsspirale war. Ich hatte davor einen tollen Abend mit Freunden, war gut drauf. Auch hier gilt: Ich bin nie sicher vor mir selbst. Achtsamkeit ist wichtig. Ebenso wie klare Grundsätze: zB "Ich schalte nach 22 Uhr keinen Fernseher mehr ein."
  • Der Rückfall schwächt mich. Ich fühle es. Meine Präsenz und Kraft ist geringer als die letzten Tage und Wochen.
  • Der jetzige Augenblick ist wichtig, vielleicht sogar wichtiger als gestern vor dem Fernseher. Gerade stehe ich auf einem schmalen Grad. Ich muss mich entscheiden: Wälze ich mich in Selbstmitleid und suche die Schuld beim Fernsehen, oder übernehme ich Verantwortung für mich selbst, suche einen Neuanfang und gehe weiter?
  • Ich lasse mir dadurch meine Würde nicht nehmen. Ich analysiere, lerne, ziehe Konsequenzen und gehe weiter. Ich bin nicht die Summe meiner Rückfälle, sondern meiner freien Tage.
  • 104 Tage zeigen mir, dass ich es schaffen kann. Ich suche die Vergebung meines Vaters und bleibe auf dem Weg. Ich werde aufrecht leben.
--
Was ermutigt mich?

Heute morgen habe ich die Bibel aufgeschlagen. Es war zufällig Psalm 101, dort steht:

Ich will auf den Weg der Bewährten achten.
Ich lebe in der Stille meines Hauses mit lauterem Herzen.
Ich richte mein Auge nicht auf Schändliches;


Gottes Wort ist immer wieder sehr konkret. Es passt einfach genau in meine gegenwärtige Situation.


Auf dem Weg zur Freiheit mit euch verbunden...
eleasar
Lieber eleasar!

Wir stehen gemeinsam wieder auf! Du hast in diesem Forum etwas geschafft, was Du noch nie geschafft hast- die 90 Tage sind erfolgreich absolviert. Nein, mehr noch: die 100 Tage Grenze wurde überschritten!
Damit hast Du Dir auch das Signal gesetzt: du kannst es schaffen! Es ist keine Utopie!
Und etwas zweites ist passiert: in deinem Gehirn sind vielen Veränderungen passiert!

Mit dem Rückfall startet nur dein Counter bei 0. Du nicht und dein Gehirn auch nicht!^

Selbstmitleid ist jetzt der falsche Ratgeber! Du bist ein Mann und zwar einer, der trotz dieses Rückschlages auf einem Weg ist. Du bist schon ein ganzes Stück vorangekommen. Du hast bewiesen, dass Du reflektiert bist und (ganz wichtig!) auch bereit bist bist Konsequenzen aus deinem Handeln zu ziehen.
Mann, Du hast das Internet komplett aus deiner Wohnung verbannt! Ich kenne NIEMAND, der soweit geht!

Geh deinen Weg weiter! Ich denke wichtig sind die nächsten Tage! Da erstmal nicht mehr fallen und wieder Stabilität bekommen! Sich zum Sport zwingen.

Du schaffts das- du bist nicht alleine! Steh auf Junge!!
(17.06.2016, 09:18)eleasar schrieb: [ -> ]Hallo Leute,

nach 104 stolzen, pornofreien Tagen setze ich heute den Zähler auf 0. Was ist geschehen?

Vor einer Woche habe ich mir im Zuge der Fußball-EM eine TV-Box mit Antenne zugelegt. Damit empfange ich ca 20 freie Sender. Es sind ganz normale öffentliche Sender, kein Erotik-TV oder Pornokanal oder so. Im Laufe der letzten 7 Tage habe ich beinahe jeden Tag nackte Menschen im Fernsehen gesehen, einfach abends beim zappen. Nacktdating ala "Adam sucht Eva" zB. Gestern nacht habe ich mich noch ein wenig vor den Fernseher gesetzt "um mal zu schauen, was so läuft". Im Grunde wollte ich wieder etwas erotisches suchen. Tatsächlich bin ich recht schnell fündig geworden und habe mir von 22 - 1.30 Uhr auf 3sat zwei Erotikfilme angesehen. Zwar pornofrei und heute würde man "harmlos" sagen, aber das ist es nicht. Erst nach dem ich mich selbst befriedigt habe, konnte ich abschalten. Hat mich irgendwie an meine Pubertät erinnert, wo ich auch im Fernsehen etwas aufgeilendes gesucht habe. Nach 104 abstinenten Tagen war das doch ein Rückschlag und heute morgen ging es mir dementsprechend mies. Nicht so energiegeladen wie sonst.

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Was lerne ich daraus?


  • Fernsehen ist total sexverseucht. Ich werde die TV-Box wieder verkaufen oder verschenken. Am besten gleich, wobei ich die EM gern fertig sehen würde...
    Es ist mir zu riskant. Ich dachte, ich könnte damit umgehen, aber ich habe mich geirrt. Vielleicht kann ich in einem Jahr anders damit umgehen. Aber derzeit...
  • Es hat mich erwischt, als ich gerade in einer Aufwärtsspirale war. Ich hatte davor einen tollen Abend mit Freunden, war gut drauf. Auch hier gilt: Ich bin nie sicher vor mir selbst. Achtsamkeit ist wichtig. Ebenso wie klare Grundsätze: zB "Ich schalte nach 22 Uhr keinen Fernseher mehr ein."
  • Der Rückfall schwächt mich. Ich fühle es. Meine Präsenz und Kraft ist geringer als die letzten Tage und Wochen.
  • Der jetzige Augenblick ist wichtig, vielleicht sogar wichtiger als gestern vor dem Fernseher. Gerade stehe ich auf einem schmalen Grad. Ich muss mich entscheiden: Wälze ich mich in Selbstmitleid und suche die Schuld beim Fernsehen, oder übernehme ich Verantwortung für mich selbst, suche einen Neuanfang und gehe weiter?
  • Ich lasse mir dadurch meine Würde nicht nehmen. Ich analysiere, lerne, ziehe Konsequenzen und gehe weiter. Ich bin nicht die Summe meiner Rückfälle, sondern meiner freien Tage.
  • 104 Tage zeigen mir, dass ich es schaffen kann. Ich suche die Vergebung meines Vaters und bleibe auf dem Weg. Ich werde aufrecht leben.
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Was ermutigt mich?

Heute morgen habe ich die Bibel aufgeschlagen. Es war zufällig Psalm 101, dort steht:

Ich will auf den Weg der Bewährten achten.
Ich lebe in der Stille meines Hauses mit lauterem Herzen.
Ich richte mein Auge nicht auf Schändliches;


Gottes Wort ist immer wieder sehr konkret. Es passt einfach genau in meine gegenwärtige Situation.


Auf dem Weg zur Freiheit mit euch verbunden...
eleasar

Hallo eleasar,

ehrlich gesagt finde ich deine Reaktion nach so langer Abstinenz irgendwie überzogen und das finde ich (für dich) sehr schade.
Nach so langer Zeit könntest du einfach nur stolz sein, dass du es so lange geschafft hast.

Natürlich kenne ich deine Zielsetzung jetzt nicht und kann es vielleicht deswegen nicht nachvollziehen.
Nach so langer Zeit würde ich eher überlegen wie ich dem Körper (gegen den du ja arbeitest) vielleicht doch ab und zu, in einem ganz bewußt definierten und überlegten Maße etwas geben könnte wonach er natürlicherweise verlangt. Und ich würde mir vielleicht auch eher überlegen wie ich es schaffen könnte mit den von dir genannten Triggern umzugehen, statt gleich zb. das Fernsehen abzuschaffen.

Nur mal als Anregung, natürlich kannst du letztlich nur selber wissen und entscheiden wie du das alles handhabst.

So oder so viel Erfolg
Nutshell
(17.06.2016, 16:38)Nutshell schrieb: [ -> ]Hallo eleasar,

ehrlich gesagt finde ich deine Reaktion nach so langer Abstinenz irgendwie überzogen und das finde ich (für dich) sehr schade.
Nach so langer Zeit könntest du einfach nur stolz sein, dass du es so lange geschafft hast.

Natürlich kenne ich deine Zielsetzung jetzt nicht und kann es vielleicht deswegen nicht nachvollziehen.
Nach so langer Zeit würde ich eher überlegen wie ich dem Körper (gegen den du ja arbeitest) vielleicht doch ab und zu, in einem ganz bewußt definierten und überlegten Maße etwas geben könnte wonach er natürlicherweise verlangt. Und ich würde mir vielleicht auch eher überlegen wie ich es schaffen könnte mit den von dir genannten Triggern umzugehen, statt gleich zb. das Fernsehen abzuschaffen.

Nur mal als Anregung, natürlich kannst du letztlich nur selber wissen und entscheiden wie du das alles handhabst.

So oder so viel Erfolg
Nutshell


Hallo He-Man2, danke für deine ermutigenden Worte! Ich bin noch im Rennen und habe nicht vor, aufzugeben. Sofort wieder aufzustehen, war wichtig für mich.

Hallo auch Nutshell. Danke für die Rückmeldung! Ich habe über deine Worte nachgedacht. Habe ich überzogen reagiert?

Die 100 abstinenten Tage haben tatsächlich etwas bei mir bewirkt. Ich bin in der Gegenwart angekommen. Der Brainfog, der Nebel im Gehirn, ist weg.
Ich möchte nicht mehr dorthin zurückfallen. Ich weiß, wie schnell es bergab gehen kann. Und will das einfach nicht mehr. Daher war meine Reaktion etwas heftig.
Wo du recht hast, ist, dass ich lernen muss, mit den Triggern umzugehen. Obwohl ich um Minimierung der Reize bemüht bin, begegnen mir in der heutigen Welt immer wieder aufzreizende Bilder, Menschen etc. Wenn ich jedes mal einen Rückfall habe, stimmt auch etwas nicht.
Am Tag nach meinem Rückfall konnte ich der Versuchung widerstehen und den Fernseher ausschalten. Was mir auffällt, ist, dass auch ganz kurze Nacktsequenzen im Gehirn gespeichert bleiben. Schon ein paar Sekunden reichen, um ein Bild tagelang im Kopf zu verankern.

Bezüglich Fernsehen: Wenn ich die TV-Box nicht anmelde, bleiben nach 40 Tagen nur noch 2 Sender übrig. ORF 1 und 2. Das sollte mir reichen und hält Trash-TV von meinem Kopf fern.
Wobei Fernsehen irgendwie nicht zu meinem neuen Lebensstil passt.

Gestern hatte ich ein Gespräch mit der besonderen Dame. Und sie hat gesagt, dass mein Blick sich verändert hat. Schon länger. Dass ich nicht mehr so abwesend wirke.
Das ist eine tolle Rückmeldung und bestätigt mir das, was ich an mir selbst erlebe. Ich komme an, bin mutiger, sozialer, gegenwärtiger, stärker.

Es geht mir nun nicht mehr darum, Tage zu zählen. Sondern einen neuen Lebensstil zu etablieren. Aktiv, in Bewegung, verantwortungsbewusst, sozial. Ich nehme mein Denken in die Schule, genauso wie meinen Körper. Jeder Rückfall beginnt im Kopf, hier tobt die Schlacht um mein Leben. Ich werde achtsamer für negative Gedanken und versuche, diese früher abzufangen. Ich verwende meine Vergangenheit nicht mehr als Ausrede für meine Zukunft. Gleichzeitig bleibe ich Mensch und habe Bedürfnisse. Das ist gut und ich suche gesunde Wege, damit umzugehen.

Nebenbei habe ich wieder kalte Duschen in meinen Tagesablauf eingefügt. Ist nicht schwer und bringt viel.

Danke euch jedenfalls für eure Anteilnahme!
Bleiben wir auf dem Weg!
Und genau das ist der neue eleasar!!
Ich finde das hier klingt alles sehr rund! Echt, authentisch aber nicht übertrieben selbstbemitleidend sondern fokussiert!
Es geht vorwärts bei Dir!

Jetzt weiter Tag für Tag "arbeiten" und fokussiert bleiben!!
Hi eleasar,
toll, dass Du über Konsequenzen nachdenkst.
Toll, dass Du mit Gottes Hilfe so viel schon geschafft hast.
Bleib dran, mach weiter, sei ein Vorbild für andere!
Du warst es für mich, bevor ich hier angefangen habe.
Alles Gute!
Thomas
Schon wieder 18 Tage seit dem Fernsehrückfall. Zeit für einen kleinen Zwischenbericht.

Das Fernsehen habe ich mittlerweile gut im Griff. Es gelingt mir bei anstößigen Filmen und Bildern weiterzuschalten ohne hängenzubleiben. Wobei mein Fernsehkonsum sich zu 90% auf die Fußball EM beschränkt.

Phoenix hat geschrieben, dass er seinen massiven Internetkonsum reduziert hat, weil es ihm nicht gut getan hat.
Zitat: Je unzufriedener ich wurde, umso mehr sass ich vor dem Bildschirm.
Dasselbe versuche ich auch. Ich versuche vom denken und passiven Informationskonsum ins tun und aktive Voranschreiten zu kommen.

Inspiriert hat mich dieser Blogbeitrag (auf englisch), in dem es genau um das Thema aktiv werden geht. Der Schreiber schlägt dort eine Input-Entzugswoche vor:

Eine Woche lang:
  • Keine Bücher lesen.
  • Keine Blogs lesen.
  • Keine Zeitung lesen.
  • Nicht auf Facebook gehen (auch nicht zum posten).
  • Nicht fernsehen (Shows, Sport, Nachrichten, alles).
  • Keine Filme schauen.
  • Keine Radiogespräche hören.
  • Kein Twitter.
  • Kein Informationskonsum - nur output!
Man zwingt sich selbst, eine ganze Woche mit sich selbst und mit den Leuten, die einen unmittelbar umgeben zu verbringen.
Es bringt viel, ist aber auch sehr brutal.
Ich habe es gleich versucht, wobei, ich muss zugeben, ich habe Fußball geschaut und ein Magazin gelesen, um eine für mich wichtige Entscheidung zu treffen.

Dennoch merke ich gleich Änderungen:
  • Bei der Arbeit geht mehr weiter, da ich keine Nachrichtenseiten ansurfe "um mich zu informieren".
    Dennoch bleibe ich am laufenden. Ich erfahre von meinen Arbeitskolleginnen, was gerade passiert, und beobachte gleich auch ihre Reaktionen darauf.
    Das ist ziemlich cool, Information von echten Menschen zu bekommen und nicht von Bildschirmen!
  • Ich komme ins TUN. Habe in wenigen Tagen einen eigenen Foto-Kalender von meiner Stadt fertiggestellt, dessen Fertigstellung ich schon 2 Jahre vor mir herschiebe.
  • Ich bin mehr in der Gegenwart. Der Gedankenmüll aus Medien und Werbung fällt weg.
  • Mein Leben wird mir klarer. Ich erkenne die große Leere, die darin herrscht. Und die ich lange Zeit mit Müll gefüllt habe.
  • Ich war zum esten mal bei einer Orthopädin und habe mich beim Passamt für einen neuen Reisepass angemeldet.
  • Gestern war ich mit einem Freund laufen. Er braucht etwas Motivation und es ist schön, das Gute, das man entdeckt hat, zu teilen.
    Ich musste mich etwas bremsen, aber es war eine gute Schule, nicht immer nur das eigene Tempo zu gehen, sondern Rücksicht zu nehmen.
  • Ich übernehme Verantwortung, wo ich meine Talente erkenne (zB beim Vorsingen und lesen im Gottesdienst)
  • Ich ändere meine Tagesstruktur. Ich komme meistens als Letzter gegen 9 Uhr ins Büro, das will ich ändern.
    Heute war ich zum ersten mal Frühmesse um 6.30 Uhr. Und um 8 Uhr im Büro.
  • Ich habe bei einer Gemeinschaft angefragt, die ehemalige süchtige junge Menschen zu einem neuen Leben führt, ob ich im Sommer 1 bis 2 Wochen mit ihnen mitleben kann.

Kurz gesagt: Ich komme ins tun!

Und jetzt stehe ich vor der größten Aufgabe meines Lebens: Mit der Frau zu reden, die mir am Herzen liegt und die ich lange hingehalten habe.
Aus Angst, aus Bequemlichkeit, aus Unsicherheit, aus Egoismus. Sie ist dabei aufzubrechen und ich muss eine Entscheidung treffen:
Lasse ich sie gehen oder wage ich mit ihr den Weg in ein gemeinsames Leben? 


Drückt mir die Daumen oder betet für mich, heute ist ein großes Gespräch...
Hab gerade nicht viel Zeit, daher nur kurz: ganz großes WOW, wenn ich das lese. Ich finde, Du machst gerade ganz ganz große Schritte!
Wirklich Wahnsinn! Du bist mir in Sachen Reduzierung von Infokonsum ein echtes Vorbild!
Du bist jemand, der Dinge durchzieht- wirklich bewunderNswert wie weit du da gehst!
Was ich den Hammer-Fortschritt finde: vor gefühlten 2 Monaten warst Du absolut kein Läufer...kein Motivation, keine Kondition usw. Du scheinst das Laufen kultiviert zu haben und bist nach so kurzer Zeit Antreiber für jemand, der sich da auch schwertut, Konstanz reinzubringen?? Krass!!
Hallo Leute,

wieder ein kleiner Zwischenbericht von mir.

13 Monate und 2 Wochen seit meinem ersten Eintrag hier.
Seit 6 Monaten ohne Internet zuhause. Im Fernsehen empfange ich nur noch 2 Kanäle.


Das Leben wieder in Fluss bringen.


Ohne Sucht merke ich, dass mein Leben eigentlich still steht. Kontrolle war mir immer wichtig. Und irgendwie habe ich es zu Tode kontrolliert. Das zu ändern, scheint mir wichtig.
Ich habe eine Arbeit, regelmäßiges Einkommen, eine Wohnung, einen Chor. Aber wenige Herausforderungen. Kaum überraschendes. Ich meide ungewisse, unsichere Situationen, habe wenig Eigeninitiaitve und warte darauf, dass mir andere sagen, was ich tun soll. So vertrocknet mein Leben. Doch damit bin ich nicht alleine.

Den Ausbildnern bei den U.S. Marines (amerikanische Militär-Eliteeinheit) ist aufgefallen, dass mit den jungen Soldaten heutzutage etwas nicht stimmt. Sie haben wenig Selbstantrieb und kriegen kaum etwas selbst auf die Reihe. Sie warten darauf, dass man ihnen bis ins letzte Detail sagt, was und wie sie etwas machen sollen. Es fehlt einfach an Eigeninitiave, dafür gibt es viele Ausreden. Kommt mir alles sehr bekannt vor. Die Kommandeure haben eine Antwort auf dieses Problem gefunden:

Entdecke deine Eigenständigkeit durch kleine selbstständige Entscheidungen und Handlungen
 
Die Ausbildner haben erkannt, dass Selbstmotivation eine Fähigkeit ist, die man lernen kann - durch üben.

Umso mehr eigenständige Entscheidungen ich treffe, desto selbstständiger fühle ich mich. Umso selbstständiger ich mich fühle, desto motivierter bin ich, mir Ziele zu suchen und dafür etwas zu tun. Eine Aufwärtsspirale beginnt.

Die Kommandeure haben also den jungen Soldaten ermöglicht, ihre Selbstwirksamkeit zu entdecken. Sie gaben ihnen eine einfache Aufgabe: Reinigt die Kantine nach dem Essen!
Keine weiteren Anweisungen, wie genau das gehen soll, was wohin gehört etc. Wenn ein Rekrut gefragt hat, wurde er angeschrien, er solle es selbst herausfinden. Für viele war es das erste mal, dass sie selbstständig etwas in die Hand nahmen. Das Ergebnis war nicht optimal. Wichtiger ist, dass sie eine Erfahrung der Eigenständig gemacht haben. Und diese Erfahrung wirkt sich positiv auf andere Lebensbereiche aus. "Ich kann etwas selbst bewirken und gestalten - Wow!"

Kleine selbstständige Entscheidungen und Taten...

So will ich mein Leben wieder in Fluss bringen. Mich öffnen für das Unbekannte und meine Fähigkeiten durch Improvisation erweitern. Heute zB durch eine kleine Geburtstagsfeier bei mir zuhause... Muss noch das Essen organisieren und vorbereiten, auch ein Stück Selbstwirksamkeit.

Hab mir übrigens eine Pulsuhr für das Laufen gekauft. Gestern habe ich gleich mal meine maximale Herzfrequenz getestet. 202. Die Uhr weiß alles über mich. Heute bin ich schon 3.581 Schritte gegangen. Schon wieder soviel Kontrolle... Wenigstens sagt sie mir nicht, was ich wie zu tun habe, ich darf es selbst entdecken...

Soweit ein Zwischenbericht auf meinem Weg zu einem neuen eigenständigen und erfüllten Leben. Bleibt stark und seid Marines im Leben!


PS: Die U.S. Marines-Story kann man hier nachlesen...
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