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Normale Version: Erster Anlauf - Tag 10
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Tag 9

Heute ist wieder etwas außergewöhnliches geschehen. In unserer Hauseinfahrt gibt es ein 50x50cm großes Gitter am Boden, das durchlässig ist und darunter liegt der Keller. Dieses Gitter wird leider immer wieder als öffentliches WC benutzt, zumeist von Werbe-Austrägern. Heute Morgen war wieder einer da und das Gitter war nass. Und ich wusste, wenn ich mir selbst in die Augen blicken will, muss ich etwas sagen. Ich hasse Konfrontationen. Aber diesmal habe ich gewartet, bis er die Post ausgetragen hat und dann habe ich ihn angesprochen und ihn gebeten, das in Zukunft zu unterlassen. Er wollte zuerst nicht verstehen und hat dann abgestritten. Aber ich denke, die Botschaft ist angekommen. Für mich war es ein Erfolg in einem 1:1 Gespräch meinen Standpunkt zu vertreten und nicht davonzulaufen wie schon so oft. Irgendwie ein wichtiger Schritt für mich.

Sonst war auch ein guter Tag. Ich bin irgendwie zufrieden. Hab noch trainiert am Abend. Und freue mich über die Entwicklung, die ich erlebe und über das Leben, das langsam von VHS auf blue-ray übergeht.

Außerdem habe ich heute über Mel Gibson recherchiert. Seine Filme wie "Braveheart", "Der Patriot", "Apocalypto" oder "Wir waren Helden" inspirieren mich immer wieder sehr und ich frage mich, was steckt dahinter? Ich habe gelesen, dass auch er mit einer Sucht zu kämpfen hatte. Bei ihm war es Alkohol. Vielleicht sind seine Filme auch deshalb so eindringlich, weil er den Kampf im Herzen eines Mannes aus eigener Erfahrung kennt.
Sternzeit 10092015-11
Logbuch des Captains

Die Einsamkeit setzt mir wieder mehr zu. Zum Glück bekomme ich heute noch Besuch. Allen, die mich fragen, sage ich, es geht mir ganz gut. Dabei stimmt es gar nicht. Warum ist es so schwer zuzugeben, dass es mir doch nicht so gut geht? Habe ich Angst gemieden zu werden, als Versager dazustehen? Ich will nicht mehr lügen.
Gestern abend habe ich eine Freundin für morgen für einen Filmabend am Beamer eingeladen und noch keine Antwort erhalten. Das stört mich irgendwie, wenn keine Reaktion kommt. Ich fühle mich dann gleich so abgewertet. Wo ist mein Selbstwert? Ich will mich davon nicht mehr runterziehen lassen. Ich werde noch 2 Freunde für morgen einladen.

Heute habe ich mir zwei weitere Punkte vorgenommen:

1. Medienkonsum drastisch einschränken
Ich merke, dass ich mir im Internet oft Infos reinziehe wie früher Pornos. Ständig auf der Suche nach neuen Nachrichten, nie genug. Infopornografie. Das zieht mich auch nach unten, weil ich erstens nicht mehr bei mir bin und voll in die Konsumrolle falle und zweitens sind die meisten Nachrichten Schrott oder negativ.

2. Ich habe mir einen Tages-Stundenplan für die ganze Woche erstellt.
Hab mir das von einem Austausch-Studenten, der in Nordkorea war, abgeschaut. Dessen Tagesablauf war auch fix durchorganisiert. Ich halte zwar nichts von der Nordkoreanischen Diktatur, aber so ein Plan kann mal nicht schaden. Darin steht recht detailliert, wann ich was machen möchte. Ich weiß nicht, ob ich das einhalten kann, aber es hilft mir zumindest grob eine Übersicht und eine Struktur aufzustellen.

Ansonsten keine besonderen Vorkommnisse.
Tag 14
Schon wieder 14 Tage pornofrei. Das ist gut. Das Wochenende geht zu Ende und ich habe es gut verbracht.

Gestern hatte ich das Gefühl innerlich erstarrt zu sein. So als wäre auch meine Mimik im Gesicht eingefroren. Wohl eine Folge, wenn ich zulange allein bin. Erst als ich Freunde getroffen und Gespräche hatte, ist es besser geworden. Gestern abend war ich mit Freunden unterwegs. Und es war eine neue Erfahrung auf Alkohol gänzlich zu verzichten. Zumindest gab es Alkoholfreies Bier. Dafür habe ich die Kontrolle bewahrt und bin nicht in Versuchung gekommen.

Letzte Nacht bin irgendwann aufgewacht und stand kurz vor einem Samenerguss. In solchen Situationen im Halbschlaf kurz vor dem Höhepunkt komme ich voll schwer wieder runter. Ich hab mich dann ohne Hände zum Höhepunkt gebracht. Wobei mir aufgefallen ist, dass ich fast keine erregenden Bilder mehr im Kopf habe. Es ist noch nicht perfekt, aber ich werte es nicht als Rückfall. Es war ein Höhepunkt im Affekt. Damit kann ich leben.

Und heute habe ich meine Grenzen beim Radfahren nach außen verschoben. Ich habe einen 36 km Ausflug in ca 2h gemacht. Das ist ein guter Schnitt und ich bin zufrieden.
Wochenrückblick: Niederlage und Siege

Letzte Woche habe ich einige Siege, aber auch Niederlagen eingesteckt. Hier ein kurzer Rückblick:

Sieg 1: Letzten Montag war ich wieder sehr erregt am abend, habe es aber geschafft, nicht zu masturbieren.
Sieg 2: Vorgestern hab ich zum ersten mal die Marathondistanz von 42 km in 2h aus eigener Kraft geschafft - mit dem Fahrrad. Eine Erweiterung meiner Grenzen. Darauf bin ich stolz.
Sieg 3: Ich war die letzten 20 Tage pornofrei. Jeder einzelne Tag ist ein kleiner Sieg für mich.

Niederlage:
Gestern hatte ich einen Rückfall. Ich habe gegen meine eigenen Vorsätze verstoßen und wieder Alkohol getrunken. Ich war mit 2 Freundinnen unterwegs und wollte kein Spaßverderber sein. Im Grunde war ich nicht mutig genug, nein zu sagen zum Alkohol und ja zu meinen Vorsätzen.
Am Abend war ich einsam und habe ein neues offenes Tor für erotische Bilder gesucht und gefunden. Zuerst habe ich mir nur erotische Bilder angesehen und bin dann schlafen gegangen. Nach einer Stunde bin ich wieder aufgewacht und habe mir nochmal die Bilder angeschaut. Großteils erotische Bilder und kaum pornografische. Dennoch ein klares Suchtverhalten. Mein Filter hat schlimmeres verhindert und nach einer Viertelstunde ist die Totalblockade des Internets in Kraft getreten. Danach hab ich mich ins Bett gelegt und zum Höhepunkt gebracht.

Ich staune über die Kraft dieser Sucht. Und bleibe weiter motiviert zu kämpfen. Es ist kein Spaziergang, sondern ein Krieg.

Ich werde meine Filtersoftware updaten und weiter um ein neues starkes Leben ringen.

Viel Kraft euch da draußen!
Hallo eleasar.

Ich gratuliere dir zu deiner "Siegesliste", denn sie ist ein Beweis dafür, dass es soviele Dinge gibt die einem Kraft und Mut geben den Weg ohne Porno zu gehn und sein Leben sinnvoll zu gestalten. Zu lesen wie du Fortschritte machst gibt auch mir Mut. Ich habe dir schon mal geschrieben, dass ich mich bei deinen Beiträgen am meisten wieder erkenne und finde es bemerkenswert wie du mittlerweile mit Rückfällen umgehen kannst. Du hast mal geschrieben, dass du mal gelesen hast, dass es wohl 4 Jahre in Anspruch nimmt sein Gehirn wirklich zu rebooten. Ich halte diesen Zeitraum mittlerweile für realistisch. Aber gemessen an der Zeit die du, ich und alle anderen hier mit Porno verschwendet haben, sind diese Rebootjahre ein lohnenswerter Zeitraum.

Du hast in mein Tagebuch geschrieben, dass es um Authentizität und Echtheit geht. Damit hast du vollkommen recht. Es geht darum sich selbst zu verwirklichen, sich selbst dafür zu lieben wie man ist, seine Ziele zu verfolgen und seine Interessen zu verfolgen. So sehr die Sucht auch immer noch in unseren Köpfen ist, gemeinsam werden wir es schaffen.
Stimmt. Der Kampf im Leben findet an vielen Fronten statt, nicht nur an der Pornofront. Rueckfaelle sind kleine Rueckschritte aber solange man nicht aufgibt, gewinnt man dennoch. Dein Leben entwickelt sich unter dem Strich doch positiv. Und wenn Du mal rueckfaellig wirst, was solls. Solange Du den Weg im Auge behaelst und wieder beschreitest, ist alles gut.
Tag 8

Hallo Hans und Christian, hallo ihr Mitstreiter da draußen,

in Kürze beginnt meine Chorprobe, aber ich möchte hier vorher noch etwas schreiben.
Eine Woche ist wieder vorüber. Was gibt es zu berichten?

Letzten Montag hab ich einen Schritt der Versöhnung getan, indem ich der Frau, die mich abserviert hat, symbolisch einen Friedensgruß übergeben habe. Wir waren bei der gleichen Feier und ich habe bemerkt, dass ich sie nicht mehr hasse und langsam wieder normal mit ihr umgehen kann. Ein Schritt in die richtige Richtung. Morgen möchte sie nochmal mit mir reden. Mal schauen, was da kommt...

Das Wochenende ist relativ gut verlaufen. Freitag war ich mit Freunden unterwegs bis in die späte Nacht hinein. Samstag abend war ich allein zuhaus. Aus Langeweile gab ich in die Suchmaschine einen pornografischen Begriff ein, einfach aus Neugierde, ob da wirklich was kommt. Als die Bilder aufgingen, bin ich richtig erschrocken und habe die Seite sofort wieder geschlossen. Eine gesunde Reaktion. Dennoch muss ich acht geben.

Gestern habe ich meine Eltern besucht. Das wirbelt mein Inneres immer mächtig auf. So auch diesmal. Bei der Hinfahrt im Zug habe ich viel geschrieben. Später war ich mit meinem Vater im Wald spazieren. Wir haben keine schweren Themen angerührt und ich hatte das Gefühl, ihm auf Augenhöhe zu begegnen. Das war gut. Dennoch war ich einigermaßen niedergeschlagen bei der Rückfahrt. Normalerweise hätte ich diese Dunkelheit in mir mit Pornos zu füllen versucht. Aber gestern bin ich noch zur Spätmesse und es hat gepasst. Ich hatte nicht das Verlangen nach Porno.

So beginnt eine neue Woche. Ich bin müde, aber pornofrei. Viel Kraft euch allen!
Heute habe ich die Frau getroffen, derentwegen ich hier gelandet bin. Die Frau, für die ich alles riskiert und ihr von meiner Sucht erzählt habe und die mich dennoch abblitzen hat lassen. Sie hat mich um ein Gespräch gebeten, nachdem ich letzte Woche ein Friedenszeichen in ihre Richtung gesendet habe. Und ich war dafür bereit. Es war nur eine kurze Begegnung. Sie hat sich bei mir entschuldigt, dass sie mir in vielen Bereichen die Schuld zugeschoben hat und auch eigene Anteile eingestanden. Sie hat mich um Vergebung gebeten und ich habe ihr vergeben. Und sie hat gemeint, ich wäre ein toller Mann. Das höre ich nicht so oft und ich konnte es von ihr annehmen. Es war eine gute Begegnung. Ich denke, nun haben wir beide Frieden.

Ich freue mich, dass ich den Mut hatte, ihr zu begegnen, so wie ich bin. Ich habe noch nicht mal versucht, sie zu beeindrucken, indem ich ihr mein neues Fahrrad zeige. Ich kam als ich, verwundbar aber echt. Sie ist immer noch hübsch. Aber bevor ich weiterdenke, will ich erst mal die heutige Begegnung verarbeiten.

Ansonsten war mein Energielevel heute eher im unteren Bereich. Porno und Selbstbefriedigung sind derzeit fern. Heute gehe ich früher schlafen, das wird mir gut tun.
Tag 11

Das erste Neuntel hab ich überstanden. Ich fühle mich in Hinblick auf Porno stark und aufmerksam. Habe seit heute ein ungesichertes Macbook bei mir. Es ist für einen Freund im Ausland. Ich werde es am Wochenende wieder los werden. Aber jetzt könnte ich mir allen Scheiß reinziehen, den ich wollte. Und hier nun ein wunderbarer Satz: ICH WILL NICHT! Ich brauche das nicht! Auch wenns mir grad nicht so gut geht und ich mich teilweise überfordert fühle bei der Arbeit. Na und? Ich lerne, damit umzugehen und mich auszuhalten. Fuck Porn. Ich will leben!

Heute hat mir die Dame unerwartet ein sms geschickt und mir einen guten Tag gewunschen. Scheinbar öffnet sich da wieder eine Tür. Die Frage ist, will ich das? Mich nochmal auf sie einlassen? Bin ich schon stark genug? Kann ich schon "Ich will" sagen und "Ich will nicht"? Oder bin ich noch bei "Ich muss"? Ich habe ihr diesmal nicht geantwortet. Ich nutze meine Freiheit, es fühlt sich richtig an. Ich lasse mich nicht mehr von Frauenwünschen hertreiben. Ich muss wissen, was ich will. Dann kann ich agieren. Dann bin ich stark. Erst wenn ich mir gehöre, kann ich mich auch verschenken. Dort will ich hin!

Ich bin müde und werde schlafen gehen. Und zwar als Sieger!
Keep fighting! Gute Nacht.
Tag 14

Heute ist Tag 14 im Hardmode. Das Wochenende ist fast vorüber. Langsam wird es schwieriger und ich immer geladener.

Was hat mir geholfen/Was war gut?

  • Samstag vormittag habe ich mir vorgenommen, etwas für einen Freund zu organisieren und hab das dann auch zielstrebig umgesetzt. Da das gesuchte Ding im Geschäft nicht lagernd war, musste ich improvisieren und habe einen Ersatz gefunden, der günstiger und schöner ist. Es lohnt sich, nicht gleich aufzugeben, wenn ein Verkäufer oder wer auch immer einem sagt, das geht nicht oder das gibts nicht.
  • Samstag zu Mittag hat sich unerwartet ein anderer Freund gemeldet und wir sind dann gemeinsam auf einen Berg in der Nähe gegangen. Der Weg sah von unten ziemlich steil aus. Aber wie im echten Leben ging es Schritt für Schritt bergauf und ich war recht fit unterwegs. Oben war es super schön. Am Abend war ich noch bei Freunden eingeladen und habe etwas Alkohol getrunken. Bin dann aber gleich ins Bett ohne große Versuchungen.
  • Heute habe ich einige neue Menschen kennengelernt bei uns in der Pfarre. Eine junge hübsche Dame aus Italien war auch dabei. Wir haben gut geredet. Ich war recht souverän und fühlte mich von den vielen Leuten diesmal nicht überfordert. Zuhause musste ich allerdings aufpassen, im Kopfkino nicht bei der Dame hängen zu bleiben.
  • Heute abend habe ich mit einem Freund noch einen Film angeschaut. Das war auch gut.
  • Morgen werde ich das ungesicherte Macbook wieder los. Hatte es jetzt drei Tage bei mir und es ging erstaunlich leicht ohne dass ich in Versuchung gekommen wäre. Was nicht heißt, dass es so bleiben muss.
Was kann ich verbessern?

Ein grober Plan fürs Wochenende wäre ganz gut. Es wird sich nicht immer spontan ein Freund melden und mit mir auf einen Berg gehen.

So, in fünf Minuten schaltet mein Internet ab. Guten Start in die Woche euch Helden und Heldinnen da draußen!
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