Porno-Sucht.com Forum: Nofap, Erektile Dysfunktion und mehr.

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Meine Gedanken sind in den letzten Tagen immer wieder in der Vergangenheit. Hängt wirklich soviel mit der Sucht zusammen? Ich habe in meinem Leben vieles begonnen und auch vieles niemals abgeschlossen. Der Versuch die Abendschule abzuschließen 》abgebrocheb. Jeder Job der irgendwie nicht leicht von der Hand ging oder komplizierter wurde gekündigt. 2 x Marathon angemeldet und mit viel Eifer angefangen zu trainieren und dann wurde es wieder zu anstregend 》natürlich nicht teilgenommen. Studium angefangen 》wieder abgebrochen. Es gibt noch unzählige weitere Beispiele.
Ich bin seit Jahren müde, kann nicht durchschlafen. Ich fange vieles mit Begeisterung an und sobald nur ein bisschen mehr Motivation benötigt breche ich es wieder ab.
Ich habe nur einen Fixpunkt der immer gleich bleibt. Meine wunderbare Frau und mein Sohn.
Nur weil mir vor ein paar Jahren eine andere Frau mir schöne Augen machte gefährtete ich meine Ehe. Ich dachte ja meine Frau begehrt mich nicht und kann mich sexuell nicht befriedigen. Damals kam mir nicht in den Sinn dass das mit meiner ED zusammenhängen könnte.... Gott sei Dank haben meine Frau und ich wieder zusammen gefunden.
Vor 6 Jahren kam dann unser Sohn zur Welt. Alles war scheinbar wieder gut. Ich wurde aber immer unerträglicher. Sexuell lief es immer noch nicht gut und natürlich schob ich alles auf meine Frau. Sie konnte in meinen Augen gar nichts mehr richtig machen und wir stritten wirklich viel.
Dann vor einem Jahr beichtete sie mir dass sie jemand kennen gelernt hatte.
Richtig realisiert habe ich es damals immer noch nicht dass es an mir liegen könnte. Ich machte ihr aber keine großen Vorwürfe. Ich war ja auch nicht besser.
Dann vor einem halben Jahr nach einem Streit meinte sie, sie könne nicht mehr und will ausziehen.
Für mach brach eine Welt zusammen. Wir haben aber dann viel geredet und mir ging ein Licht auf. Heute sind wir immer noch verheiratet und leben zusammen. Seit dem letzten großen Streit arbeite ich an mir und bin dann durch Zufall auf das Thema Pornosucht.
Die Tragweite dieser Sucht wird mir immer mehr bewusst seit ich die Berichte hier im Forum lese. Die Berichte von den Partnern der Süchtigen machen mich sehr betroffen und sehe oft viele Paralellen zu meinem Verhalten.

Habe ich durch meine Sucht sehr weing abgeschlosse in meinem Leben?
Ich denke es ist so.
Habe ich meine Frau so unglücklich gemacht dass sie mich verlassen wollte?
Auch hier lautet die Antwort wohl ja.

Mir gehts Gefühlmäßig im Moment echt dreckig. Ich bin trauig und habe große Angst dass ich meine Sucht nicht in den Griff bekomme. Dad typische Muster von mir wiederholt sich schon wieder. Ich starte das Projekt Nofap mit über 20 Tagen und jetzt wo es wieder Schwierig wird verlier ich die Motivation. Es darf nicht wieder alles abgebrochen werden.

Ich liebe meine Familie zu sehr um alles auf Spiel zu setzen.
Mein Counter steht wieder bei 0.
Lieber Nauron,
es tut mir leid, dass es dir so schlecht geht, obwohl ich dich nicht kenne. Aber all die Berichte hier im Forum machen mich betroffen, vor allem weil sie sich alle ähneln.

Du hast doch eine Motivation: Deine Frau und dein Kind! Dafür lohnt es sich! Kämpfe bitte weiter! Hast du schon mal eine Therapie versucht? Weiß deine Frau, was mit dir los ist, hast du es ihr gesagt? Spüren wird sie es. Ich wusste auch nicht, warum ich all die Jahre so gelitten habe in meiner Ehe und was mit meinem Mann los war. Es wäre gut gewesen, er hätte es mir gesagt und etwas dagegen unternommen, statt es laufen zu lassen.

Manchmal passt es in einer Ehe oder in einer Partnerschaft nicht, dann ist es eben so. Aber wenn auch nur noch ein Fünkchen Hoffnung besteht und ihr noch eine Basis habt und euch liebt, dann schafft ihr es auch! Ist harte Arbeit.

Du schreibst hier:

"Habe ich durch meine Sucht sehr weing abgeschlosse in meinem Leben?
Ich denke es ist so.
Habe ich meine Frau so unglücklich gemacht dass sie mich verlassen wollte?
Auch hier lautet die Antwort wohl ja.

Du hast sicher solche Strategien in deinem Leben entwickelt, so wie es sich liest. Hast immer, wenn es schwierig wurde auf Pornos zurückgegriffen, das ist möglich. Das wurde einmal erlernt und lässt sich auch wieder verlernen. Wenn du es alleine nicht schaffst (was keine Schande ist, weil sehr schwer), dann hole dir professionelle Hilfe. Denn es wird von alleine nichts besser. Du hast die Probleme aber erkannt, das ist schon sehr sehr viel. Und willst auch kämfen, weil du deine Frau und dein Kind liebst. Und du hast dir schon mal bewiesen, dass du es durchhalten kannst. Waren es nicht mehr als drei Wochen am Stück? Das ist doch klasse!

Auch wenn du vieles in deinem Leben abgebrochen hast. Du hast einen Sohn, da gibt es kein zurück. Da wirst du ein Leben lang zum durchhalten "gezwungen" sein. Wie verlief deine Kindheit, wie waren deine Eltern? Hattest du Stabilität in deiner Kindheit?

Was würde dir jetzt gerade helfen? Mit deiner Frau reden? Aus der Situation raus gehen (Spazieren gehen, Sportstudio, irgendwas putzen, reparieren). Ein Spiel mit deiner Frau machen, irgendwas.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft!!! Ganz liebe Grüße Patricia
Danke für deine Worte Patricia.

Meine Familie zu verlieren wäre das Schlimmste das passieren kann. Als meine Frau ausziehen wollte habe ich große Panik bekommen. Sie hat damals gemerkt dass ich sie und das Kind nicht verlieren will. Seit diesem Zeitpunkt zeige ich so oft es geht wie sehr ich sie und meinen Sohn liebe.

Meine Kindheit war mehr oder weniger normal. Meine Eltern hatte allerdings kein gutes Verhältnis. Es gab keine Gewalt aber man spürte immet dass es nicht passte. Nach meinem Auszug ließen sie sich scheiden. Ich war nicht überrascht. Das Verhältnis zu meinem Vater war und ist schlecht.

Mir hilft dieses Forum gerade echt gut. Ich lese stundenlang die unterschiedlichen Berichte. Mit meiner Frau kann ich noch nicht darüber sprechen. Das schaff ich nicht.
Eine Therapie wollte ich vor ein paar Monaten machen weil icj dachte ich hätte Depressionen. Vieleicht hab ich auch welche. Mein Problem hat jetzt einen Namen: Pornosucht. Das wusste ich vor ein paar Monaten noch nicht.

In den 3 Wochen die ich geschafft hatte ging es mir schon besser. Meine Frau war Überrascht wie einfühlsam ich sein kann.
Heute ist sie nicht zu Hause. Ist eine schwierige Situation. Aber schreiben hilft gerade.
Bleib am Ball und nicht aufgeben!
Das gebührt Respekt, dass du so offen zu dir selbst bist! Drei Wochen sind eine gute Basis!
Weiterhin viel Erfolg!!
Hallo Nauron,

in etwas abgeschwächter Form finde ich mich in deiner Beschreibung wieder. Auch meine Frau hatte viel unter meiner Sucht zu leiden. Damals wusste ich nur nicht, woran es liegt. Ich kann dir nur raten, dich deiner Frau zu offenbaren. Eine Ehe kann und muss solche Offenbarungen aushalten. Du wirst sehen, dasss es sdir gut tun wird und auch deiner Frau, wenn Sie weiss, warum du bestimmte Verhaltensweisen an den Tag gelegt hast.
Hey Nauron!
Ich denke auch, dass eine Offenbarung dir vielleicht helfen könnte.
Wenn du auf deine Frau zugehst und ihr sagst, dass du ihre Hilfe brauchst, um dieses Problem zu lösen. Dass du dich für sie bessern willst, dann wird sie vielleicht im ersten Moment schockiert und enttäuscht sein, aber spätestens im zweiten Moment für dich da sein. So wie du für sie da wärst, wenn sie dir eine Sucht offenbaren würde.
Wenn du trotzdem denkst, dass du nicht den Mut aufbringen kannst, dich zu offenbaren. (Wie es hier den Meisten mit der Sache geht) Dann musst du endlich mal richtigen Willen zeigen. Das Einzige, das dir im Weg steht, bist du selbst. Trigger und Ähnliches machen es zwar schwieriger, aber du bist der einzige, der für den Rückfall verantwortlich ist.

Außerdem finde ich es interessant, dass viele mit diesem Problem ein schlechtes oder kaltes Verhältnis zu ihrem Vater haben.
Ich habe schon in vielen Artikeln gelesen, dass dies zusammen hängt.

RedBlob
Vor 4 Tagen hab ich meinen Counter auf 0 gestellt. Ich habe jetzt für mich Taktiken zurechtgelegt wie ich Rückfälle vermeiden kann. Sport hilft mir sehr gut. Ich versuche aber auch Dinge zu erledigen die ich schon lange aufschiebe.

@JSO Meiner Frau mich zu offenbaren mute ich mir noch nicht zu. Vieleicht wäre es gut. Wir haben dieses Jahr zuviel durchgemacht. Ich möchte nicht riskieren dass die Beziehung zerbricht.
Tag 11

Die letztden Wochen haben mir gezeigt bei welchen Stimmungslagen und Gefühlen ich besonders aufpassen und vorsichtig sein muss. Ich erkenne jetzt schon früh wann es gefährlich wird und reagiere jetzt anders als zuvor. Mir hilft Sport ungemein(hätte ich mir nicht gedacht).
Rutsche ich wieder in ein Tief gehe ich ins Fitnesscenter. Derzeit geht es mir echt gut.
Die letzten Wochen schämte ich mich hier im Forum aktiv zu sein. Ich hielt selten über eine Woche durch. Hab in dieser Zeit aber viel über mich gelernt.
Bei jedem Rückfall fall ich am nächsten Tag in ein tiefes Loch. Hinterfrage alles was ich mache. Ich seh aber dass es nicht an meinem Leben an sich liegt sondern an der Sucht.

Ich muss hier wieder schreiben um eine "Kontrolle" zu haben. Mir fehlt die Kraft jedesmal aus dem Loch zu kriechen und der Welt vorzuspielen alles sei gut.
(07.03.2019, 08:45)Nauron schrieb: [ -> ]Die letzten Wochen schämte ich mich hier im Forum aktiv zu sein.
Schämen weil hier andere Süchtige mitlesen? Sorry, das ist doch völlig doof  Smile
    
Ich seh aber dass es nicht an meinem Leben an sich liegt sondern an der Sucht.

Doch es liegt an Deinem Leben, die Sucht ist ein Ergebnis davon und nicht umgekehrt!

Ich muss hier wieder schreiben um eine "Kontrolle" zu haben.

Hier regelmässig zu schreiben hilft wirklich, damit reflektierst Du Dich.

Mir fehlt die Kraft jedesmal aus dem Loch zu kriechen und der Welt vorzuspielen alles sei gut.

Kommt mir bekannt vor, wenn man das erkannt hat, ist es Zeit Etwas zu ändern.


Schau nicht zu weit nach vorne, sondern setze Dir z.B. Etappenziele von Woche zu Woche.
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