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Normale Version: Youtube als Pornoersatz?
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Hallo zusammen,

Ich bin Angehörige eines (ehemaligen?) Pornosüchtigen.

Mein Mann war über Jahre Süchtig und hat mehrfach versucht den Kreislauf zu durchbrechen. Ich hatte dann angefangen ihm zu vertrauen und wir hatten ca ein halbes Jahr Ruhe. Er sagte, dass er nichts mehr konsumiere und auch anhand seiner verbesserten Stimmung dachte/hoffte ich, dass sich das Thema erledigt hat.

Ich muss dazu sagen, dass mein Mann immer den Hang hatte, sich intensiv mit den Frauen zu beschäftigen. Beispiel: Ein Film mit einer attraktiven Frau, Google geöffnet, Bilder gesucht, immer bessere Bilder gesucht usw... Meines Empfinden nach, hat sich die Pornosucht eher als "Internet-Sexsucht" dargestellt.

Nun habe ich gestern (wollte Youtube schauen und er war noch mit seinem Konto verknüpft) gesehen, dass er hauptsächlich Tanzvideos konsumiert, Twerken, "erotische" Musikvideos usw...Er schaut sich also Massenweise Videos an, die ihn musikalisch nicht interessieren, sondern ich habe die Befürchtung, dass hier ein Übergang von Pornos zu "erotischen" Musikvideos stattgefunden hat.

Nun die Frage an die "Experten": Wie seht ihr das? Kann man davon ausgehen, dass er wieder der Sucht verfallen ist? Sind Youtube Videos weniger schlimm als echte Pornografie, oder steckt da quasi der gleiche Effekt dahinter?

Ich habe natürlich gleich einen Streit angefangen, da er nun schon zum sechsten Mal wieder Probleme hat, obwohl er immer sagt, dass er damit aufhört Ich muss auch noch hinzufügen, dass er nur ganz sporadisch Sex möchte meist ist er z.B zwei Wochen lang völlig unempfindlich gegenüber Reizen und dann plötzlich kommt ein Tag, da wirkt er total überempfindlich. Falls wir dann miteinander schlafen fühlt es sich so an, als würde er einen Schalter umlegen und Sex ist für ihn Tage-oder Wochenlang eher unangenehm..

Ich danke euch schon mal herzlich für eure Antworten..

LG Marina
Hallo Marina
Ich denke, Du hast die Fragen bereits selber beantwortet.

Dein Mann ist wohl nicht erneut der Sucht verfallen, in Wahrheit ist er nie wirklich davon losgekommen.
Eine Konsum-Pause von einigen Wochen oder Monaten bedeutet nicht, dass die Sucht bewältigt ist.

Wer sich als (Ex)-Pornosüchtiger massenweise erotische Musik-Videos anschaut, ist mit absoluter Sicherheit nicht "sauber".

In Wikipedia wird Twerken so beschrieben:
Tanz zu Popmusik in sexuell provozierender Weise mit stoßenden Hüftbewegungen und einer tiefen, hockenden Haltung.

Das ist zwar kein Porno, aber der Zweck ist klar oder?
Das von Dir beschriebene Sexleben passt gut ins Gesamtbild.

Ich hätte lieber täglich Sex mit meiner Partnerin, als einen beschissenen Porno!
Wer Pornos oder solche Videos dem Sex mit der Partnerin vorzieht, hat ein wirklich grosses Problem.

LG
phoenix
Lieber Phoenix,

Vielen Danl für deine Rückmeldung.

Du hast recht, ich habe mir die Frage sicher schon selbst irgendwie beantwortet. Ich bin nur immer im Zwiespalt was schlimm ist und was nicht...Man hat immer das Gefühl, man lässt seinem Mann keine Freiheiten, wenn man nun auch noch seinen Youtube-Konsum beanstandet, aber es ist so ein schmaler Grad...Auffällig war auch, dass er sich sehr viel Videos einer bestimmten Dame anschaut, die sehr anzügliche Videos macht...Vielleicht ist es nicht gut hier den Namen zu erwähnen, um euch nicht zu triggern... Er hat ihre Musik noch nie gehört, sondern beschränkt das auf die sexy Videos.

Bezüglich der Twerkvideos habe ich ihn angesprochen, wann er das denn schaut. Ich glaube zwar, dass er diese hauptsächlich abends konsumiert (schlafen nicht im gemeinsamen Bett). Er geht meist um 21:00 Uhr rüber und ich bleibe hoffnungslos bezüglich realer Sexualität zurück. Er meinte, dass er sich die meist auf dem Weg zur Arbeit anhört (wegen der Musik) und dann an einer Ampel z.b hinschaut. Naja, dazu könnte ich mir ja auch die "offizielle" Musik anhören und bräuchte kein bewegtes Bild dazu..

Ach Mensch, ich dachte die Sache hätte sich erledigt, aber das ganze Theater geht ja von vorne los. Jetzt denkt er sicher, die Sache mit den Videos hat damit nichts zu tun. Das war vor 4 Jahren schon ein Kampf, bis er die Brisanz erkannt hat. Ich habe keine Kraft mehr Cry

Aber vielen Dank Phoenix...Ich bin schon seit mehreren Jahren hier angemeldet und sehe immer wieder wie oft du Antwortest und Ratschläge gibst..
Leider habe ich selber mehr als genug Erfahrung.
Deshalb sehe ich die Tatsachen mittlerweile extrem nüchtern.
Es gibt nur entweder oder und keine Halbwahrheiten.
Es liegen mehrere länger saubere Phasen hinter mir, trotzdem hats nicht dauerhaft geklappt.

Deshalb kämpfe ich für unsere gemeinsame Sexualität und fahre gegenüber mir jetzt eine harte konsequente Linie.
Am Arbeitsplatz habe ich das Netz gekappt.
Ich habe kein Alkoholproblem, aber verziche nun auch da bewusst 30 Tage komplett.
Kurzum, ich habe die Schraube massiv angezogen, dafür lese ich mehr und investiere da, wo ich wirklich profitiere.
Die Konsequenz und jeder kleinste Fortschritt bei mir und in der Beziehung bestärkt mich in meinem Vorgehen.

Glaube mir, ohne absoluten Willen kommt keiner von einer Sucht endgültig los.
Wenn Dein Mann das nicht kapiert, wartest Du vergebens auf Besserung.
Martina, mein Mann hat seit einer Weile nun auch aufgehört Pornos zu konsumieren, weil er Pornosüchtig war (ist). Und ja, er schaut sich auch diese erotischen Tanzvideos an. Einmal 50 Stück in zwei Stunden. Ich glaube auch, dass das als Pornoersatz herhalten muss. Es ist sehr schwer davon loszukommen. Würde mich freuen, von dir zu lesen. Es ist gut mit jemanden zu schreiben, der ähnliches durchgemacht hat bzw. durchmacht.
Hallo Milene,

Die Sucht sucht sich wohl immer irgendwie einen Weg ans Licht... Es ist so mühsam, dass man immer glaubt, man hat das Schlimmste geschafft. Der Zweck von diesen Videos ist natürlich der Gleiche... Wie sieht es denn bei deinem Mann aus? Hat er selbst das Gefühl, dass sich dahinter die Sicht verbirgt, oder verharmlost er die Videos?

Viele Grüße

Marina
Hallo Martina,

gut von dir zu lesen :-) Nein, er verharmlost das alles total. Ich übertreibe, heißt es dann, er mache doch gar nichts. Ja klar, er hat auf mich keinen Bock, aber diese Twerking Videos schaut er sich an. Oder andere exotische exotische Tänze. Er sagt dann, er hofft auch, dass man da etwas Nacktheit mal sehen kann oder etwas von der Brust etc...wo ich dann denke, was das soll. Wie ein Teenager. Er hat eine hübsche Frau zu Hause, mit der er kaum bis gar keinen Sex will, aber bei den Tanz Videos, das ist interessant für ihn. Es ist demütigend und traurig, weißt du.
oh ja, das weiß ich leider. Das Schlimmste finde ich auch, dass er augenscheinlich sehr wohl sexuelles Interesse hat, aber bei mir den Asexuellen raushängen lässt. Er geht dann um 21:00 Uhr ins Bett und lässt mich traurig zurück, während er dann zum Handy greift. Ich habe darauf absolut keine Lust mehr. Vielleicht sollten wir wirklich mal darüber nachdenken, ob wir uns das wirklich noch gefallen lassen sollten. Bei Einsicht biete ich natürlich gerne Hilfe an, aber so wird sich dass nur die nächsten Jahre wiederholen. Wir sind doch so viel Wert, oder? Smile
Ja, das kenne ich. Sie haben Lust und sind auch sexuell erregt, aber haben halt keine Lust auf ihre Frauen, sondern auf den ganzen Blödsinn die sie in diesen Videos sehen. Das gibt ihnen diesen Dopamin Kick. Sie brauchen sehr viele Reize und viel Neues dauernd. Das kann ihnen eine normale Frau auf Dauer nicht bieten. Darum sind sie auch oft asexuell mit ihren Frauen. Alles schon erlebt. Der Leidensdruck ist nicht groß scheinbar, denn sonst würde sich ja was ändern.
Entschuldigt bitte, wenn ich mich da einmische, aber ich glaube eher, dass wir Männer von der Natur so programmiert wurden, die Samen weit zu streuen und daher so eine verflixte Gehirnwindung einen in falsche Richtungen steuert. Ich selbst kann das am eigenen Leib (Hirn?) spüren und wundere mich oft über mich selbst, eigentlich zu glauben, ein reflektierter Mensch zu sein und dann so willenlos triebgesteuert zu werden.
Warum aber wir Männer (hoffentlich nur manchmal) nicht mit unseren Frauen wollen, liegt meiner Meinung daran, dass das dann nicht nur Sex ist, sondern auch Einfühlungsvermögen in den anderen, Gespräche über die Beziehung usw. bedeutet und da ist "Mann" dann oft zu faul, obwohl stundenlanges Surfen ja auch Zeit kostet.
Bin selbst ein Mann, aber ich verstehe auch nicht, warum das so sein muss und warum Beziehungen und Gefühle so kompliziert sein können.

Euch möchte ich alles Gute wünschen, tauscht euch aus, helft euch gegenseitig.

Heinrich
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