Porno-Sucht.com Forum: Nofap, Erektile Dysfunktion und mehr.

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Hallo zusammen,

seit einigen Monaten verfolge ich die Beiträge hier. Im Grunde hat dieses Forum mir geholfen mir einzugestehen, dass ich ein Problem habe. Bisher dachte ich, dass ich alleine damit klarkomme. Jedoch ist dem nicht so. Daher wende ich mich an Euch. 

Seit Ende 2013 bin ich (nach fast 10 Jahren Pornofrei) wieder auf die schiefe Bahn gerutscht. Ich hab manchmal bis zu 3 mal täglich dazu masturbiert. 7 Jahre lang. Am Ende war es dann soweit: 

Ohne den ganzen Hardcore Kram bekam ich kaum eine starke Errektion. 

Es ist wie bei vielen hier von Euch: Es fängt mit normalem Sex an aber damit er hart wird und man den nächsten Kick bekommt muss es dann irgendwann etwas mehr hardcore sein. Mir gefielen am Ende nur Gangbangs und Pornos wo der Mann seiner Partnerin beim Sex zuschaut. 
Und das obwohl ich eine wunderbare und wunderschöne Frau habe. Sie ist die beste Frau die sich ein Mann vorstellen kann! Ich liebe sie einfach über alles.

Beim Mastubieren konnte ich dann auch nur noch zu den genannten Phantasien kommen, mir jedoch nicht vorstellen, dass jemand Sex mit meiner Frau hat. Bei dem Gedanken bekam ich keinen hoch. Also brauchte ich irgendwelche Bilder von anderen Frauen im Kopf. Und all das nur wegen dem scheiß Kram welchen ich mir oft angeschaut habe.

Ich hab immer wieder nachdem ich mir nen Porno angeschaut habe dieses Schamgefühl gehabt und mir gesagt: Aber jetzt hörst Du wirklich damit auf! Kennt ihr das? 
Aber wenn ich dann versucht habe davon wegzukommen, dann wurde ich unruhig und fing an bei Instagram nach Frauen zu stöbern, die so ähnlich wie die Pornodarstellerinnen waren. Mich machten die Bilder jedoch nicht an. Null. Ich hab die angeschaut und dann wieder Lust auf Pornos gekriegt. Und schon ging es wieder los. 

Bis meine Frau mich dabei erwischt hat, dass ich mir auf Instagram Bilder von Frauen anschaue und angewidert war. Also hab ich Instagram gelöscht. 

Ich mache nun seit fast 6 Monaten No Porn und NoFap. Ich bin/war stolz darauf, dass ich es geschafft habe in so einer langen Zeit weder zu Masturbieren, noch Pornos zu schauen. 
Aber sobald ich mal nicht aufpasse, dann kommt das Verlangen nach dem Kick wieder hoch. Mein Verstand schaltet sich komplett aus! Kennt ihr das? Ich bin dann einfach Fremdgesteuert! Wer kann mir dazu seine Erfahrungen mitteilen? 
Ich schaffe es dann keine Pornos zu schauen fange dann an jedoch ohne Sinn und verstand irgendwelche Fotos von Frauen anzuschauen auch wenn ich überhaupt nichts, aber so gar nichts von denen will. Auch hier die Frage an Euch alle: Habt ihr auch solche Erfahrungen? 

Und jetzt eskalierte die Lage. Ich hatte in meinem Wahn angefangen bei Facebook (da ich Instagram nicht mehr habe) und habe dann die Namen von zwei Freundinnen meiner Frau eingegeben. Als ich merkte was ich da mache hörte ich sofort auf und ging hier ins Forum, um mir Kraft zu sammeln, um nicht schon wieder einen Rückfall zu erleiden. 

Meine Frau sah jedoch meinen Facebook Suchverlauf und wie sollte ich ihr erklären was sie da sah? 
Ich musste ihr gestehen was mein Problem ist! Und ich hab ihr alles offen gelegt.
Sie ist enttäuscht von mir und ich wider sie an. 

Mir geht geht es schrecklich und ich hab keine Ahnung wann mein Gehirn aufhört mich ständig an Pornos denken zu lassen und mich dazu verleiten will welche zu schauen. 

Mein erster Schritt ist, mich an euch zu wenden. Und ich werde nen Therapeuten aufsuchen. Ich will und muss alles tun, um meine Ehe zu retten und dauerhaft davon wegzukommen.

Meine Frau ist unendlich verletzt und ich kann mir gar nicht ausmalen wie es ihr geht und wie sie sich fühlt. Die Leidtragende an dem ganzen Scheiß ist nun mal sie! Sie hat dieses Leid nicht verdient! Und ich will alles tun, um der Mann zu sein den sie verdient und der sie nicht mehr anekelt weil er Pornosüchtig ist und kranken Scheiß macht.

Schreibt mir bitte Eure Tipps und Erfahrungen. Lasst uns austauschen.

Viele Grüße
Hallo Danenic,

herzlich willkommen hier! Das was du beschreibst kennen viele hier im Forum. Aber, ABER: Ich muss dir schon mal ein großes Kompliment aussprechen, denn deine Reflektion und deine Empathie, welche du deiner Frau zeigst, ist schon mal ein ganz großer Schritt in die richtige Richtung. Und zwar ein gewaltiger. Es gibt genug andere Männer, die ihren Frauen die Schuld geben und es ihnen kack-egal ist, ob die leiden oder nicht. Wenn ich beim Suchverlauf gesehen habe, dass mein Mann sich zig Nacktbilder angesehen hat, hieß es einfach nur "ja, wenn es dir weh tut biste doch selber Schuld. Schau halt nicht in meinen Suchverlauf oder Chatverlauf, dann tut dir auch nix weh." Dass du einsiehst, dass du ein Problem hast, geht schon mal sehr gut. Da biste schon mal auf dem richtigen Weg.

Dass du dir einen Therapeuten suchen willst, ist sicher richtig und der richtige Weg, deine Ehe zu retten. Auch da bist du anderen weit Voraus, denn es gibt auch da genüg Pornosüchtige, denen ihre Ehe völlig egal ist und die ihre Pornosucht vorziehen und nicht an sich arbeiten wollen.

Versuche mit dem Nofap weiter zu machen, es kann Jahre dauern, bis das alles aus deinem Gehirn ist. Alles Gute dir.
Hallo Danenic,

ich stimme Milene zu. Du bist weiter als viele Andere hier, weil du reflektiert bist.

Ich kann dir das wirklich disziplinierte Führen eines Tagebuchs hier empfehlen. Dabei sollte es keine Rolle spielen wie viele Antworten du auf deine Postings bekommst, denn du musst es ganz alleine schaffen.
Wenn du das Forum hier mal durchschaust, findest du viele User die ein oder zwei Einträge haben und dann wieder verschwinden. Viele meinen mit einem Eintrag hier wird alles einfacher oder besser. Aber eigentlich geht es diesen Menschen leider nur um das, was in allen sozialen Medien angesagt ist. Sie wollen sich in den Mittelpunkt stellen und Applaus für ihr Handeln erhaschen. Wenn du es schaffen willst und das Forum dir eine Hilfe sein soll, musst du dich davon verabschieden.

Was deine Sucht betrifft, finde ich es schon heftig, dass du 6 Monate no PMO geschafft hast und dennoch noch so fixiert bist.

Es ist gut , dass du deine Situation so realistisch einschätzt und du weisst, dass du auch die Suche nach Frauenbildern lassen musst.

Ich habe aber mal ein paar Fragen zu deiner Beziehung. Wie ist deine Beziehung? Das deine Frau angewidert ist, ist zwar verständlich. Aber hat sie dir angeboten, sich bei deinem Kampf zu unterstützen?

Du kannst auf die 6 Monate no PMO geschafft hast. Weiß deine Frau von deiner Leistung? Wenn ja, was sagt sie dazu?

Wie ist eure Ehe allgemein? Tauscht ihr Zärtlichkeiten aus? Gibt es denn gemeinsamen Wunsch nach Sex? Wie geht ihr im Alltag miteinander um? Redet ihr über eure Gefühle?

Ich wünsche dir in jedem Fall viel Erfolg bei deinem Kampf und di kannst es schaffen!
Danke für Eure Antworten!

Der Wunsch nach Sex ist von meiner Seite definitiv da. Sie hat erst am Wochenende von meiner Sucht erfahren. Sie muss das jetzt erstmal verarbeiten und hat sicher erstmal keine Lust auf Sex. Sie will mich unterstützen! Das merke ich an ihrem Verhalten gegenüber mir. Das zeigt mir auch mehr denn je: Ich habe wirklich eine tolle Frau!

Sie weiß von meiner Leistung. Hat dies jedoch nicht kommentiert.

Unsere Ehe ist schön. Wir tauschen Zärtlichkeiten aus. Was nun mal gefehlt hat war der Sex. Ich hatte ein paar Mal im Bett so ziemlich versagt. Bekam keine richtige Erektion. Das frustrierte uns beide. Daher war das schon ein wunder Punkt. Im Alltag gehen wir lieb miteinander um. Wir sind, abgesehen von meinem Problem, ein tolles Paar.

Ich bin sicher durch die 6 Monate PMO würde es nun deutlich besser im Bett klappen. Aber es braucht sicher ein wenig Zeit, bis sie sich vom Schock und der Enttäuschung erholt.
Du hattest doch geschrieben, deine Frau hätte dich auch schon erwischt, wie du auf Instagram Frauenbilder angeschaut hast.

Was hat sie denn nun erst am Wochenende erfahren? Das du generell pornosüchtig bist oder nur die Sache mit dem Facebook Search?

Wenn deine Frau erst jetzt von deiner Sucht erfahren hat, braucht es einerseits sicher Zeit. Andererseits solltest du ihr auch die Möglichkeit geben Fragen zu stellen und diese auch offen und ehrlich zu beantworten.

Vermeide, dass die Pornosucht unausgesprochen zwischen euch steht. Ich würde da jetzt auch nicht von deiner Seite nachbohren. Falls du aber merkst, dass sie weiterhin das Thema totschweigt und sich dennoch sexuell nichts tut, würde ich es vorsichtig ansprechen.

Das sie deine Leistung nicht kommentiert hat, ist schade. Viele Frauen hier, die unter der Pornosucht ihrer Männer leiden,
würden bei einer solchen Nachricht Luftsprünge machen.

Insofern kannst du auf dich stolz sein.
Sie hat erst jetzt am Wochenende von meiner Sucht erfahren. Als sie das mit den Instagram Frauenbildern gesehen hat, da habe ich ihr das noch nicht gebeichtet. Ich hatte mich zu sehr geschämt. Sie hat mir am Wochenende schon einige Fragen gestellt und ich habe ihr alle ehrlich beantwortet.

Das sie meine Leistung nicht kommentiert finde ich derzeit gar nicht so schlimm. Sie muss erstmal einiges verarbeiten. Ich glaube sie realisiert noch nicht was das für ein Schritt für mich ist. Es ist alles Neu für sie. So wie ich sie kenne wird sie sicher auch viel zu dem Thema googeln und lesen, um zu versuchen es zu verstehen. Und um mich zu verstehen. Das braucht halt Zeit.

Ich stehe immer noch am Anfang.

Danke für die Fragen und die aufmunternden Worte!
Danenic,

wenn das alles von Herzen kommt, was Du schreibst (nicht nur kognitiv) dann gratuliere ich Dir, Du bist auf einem guten Weg. Smile

Du klingst so empathisch und reflektiert, was hat Dich in die Sucht getrieben, da steckt ja immer ein Thema dahinter.
Lass Deiner Frau Zeit, es ist unendlich schwer DAS zu be-greifen, was da geschieht. Ich hätte etwas dafür gegeben, da hat Schokiprinz recht, hätte mein Mann mir die Fragen beantwortet die ich hatte, er hat mich nur abgewimmelt, im Grund bis heute kommt nur

ja, was weiss ich doch alles,
schon solange her,
keine Ahnung,
ja das war halt geil,
das ist doch Vergangenheit
du nervst,
geh mir nicht auf den Sack
bla bla bla...

Und heute ist ER sauer auf mich, weil ich ES nicht verzeihen kann. Angel
Ungläubige, ja das kenne ich auch. Da sind wir Frauen dann schuld, weil wir doch einfach nicht verzeihen und vergessen können. Und das am besten möglichst schnell, ohne Fragen und so tun als war nix. Ja, dat kenne ich auch....
Was vordergründig dahinter steckt, dass werd ich dann in der Therapie denke ich mal erarbeiten und verarbeiten.

Bei mir hat es mit 16 angefangen und endete erst mit meiner ersten Beziehung (die hatte ich erst mit 20). Dann hatte ich es 10 Jahre lang unter Kontrolle bis ich 2013 einen Rückfall hatte, nachdem ich mich von meiner damaligen Freundin getrennt habe. Ich bin kein Frauenheld, hatte nie One Night Stands oder Affären. Wenn dann nur richtige Beziehungen. Also hab ich als Single dann im Grunde meine Sexualität nur mit mir und den Pornos ausgelebt. Und das steigerte sich hinein bis zum täglich Konsum und einer Abhängigkeit. Und dann steckte ich mitten in dem Sumpf fest und kam nicht richtig da raus, nachdem ich meine Ehefrau kennengelernt habe.

Ohne sie hätte ich vielleicht gar nicht die Kraft oder den Mut da raus zu kommen. Der Gedanke ihr weh zu tun, ihr so sehr weh getan zu haben, der tut auch mir weh.

Die Sucht unter Kontrolle zu kriegen ist eine Sache. Das was dahinter steckt, das tiefgründigere Problem welches mich dahin gebracht hat, dass muss ausgegraben und geheilt werden.

Was kann man aus eurer Sicht als Mann und Partner tun, um die Wunden zu heilen und Vertrauen wieder aufzubauen?
(08.12.2020, 14:17)Danenic schrieb: [ -> ]Was kann man aus eurer Sicht als Mann und Partner tun, um die Wunden zu heilen und Vertrauen wieder aufzubauen?

Natürlich ist meine Antwort nicht allgemeinverbindlich, da subjektiv. Denke aber, dass sich darin einige Frauen wiederfinden.


Was mich am allermeisten quälte waren diese Lügen auch noch nach der Entdeckung und das  Ausschweigen und Kleinreden, das grenzte schon an Mobbing. Er nannte mich paranoid etc.

Also, Du fragst mich, also mein Rat:

1. Wann und was auch immer sie fragt, antworte ihr ohne genervt zu werden, weil diese Frage schon gefühlte 1000 mal gestellt wurde. Das ist normal, denn man glaubt nichts, nach nur einem Mal antworten, dafür wurde vorher zu oft gelogen. Man wacht nachts auf und entdeckt Ungereimtheiten in den Aussagen, da muss frau "dranbleiben, darf nix übersehen".
Wie war das bei Dir mit dem Lügen? 

In meinem Fall war es ja so, dass er log obwohl die Dateien vor ihm lagen, er unterstellte sich selbst an Amnesie zu leiden, er müsse mal zum Neurologen...... oder aber, ich sei es selbst gewesen um ihm zu schaden.......…er log so dreckig dreist, das kann man eigentlich nicht verzeihen, es sei denn:

Grundvoraussetzung für Vergebung ist Reue, wahrhaftige Reue. Keine Entschuldigung die mit einem Aaaaaber endet, das ist keine Reue, das ist Verschleierung und Schuldumkehr. Adaptiere das auf andere Situationen. Wir Frauen denken erstmal Ihr hättet Euch doch reuig entschuldigt,.... aber dieses verdammte, fade Gefühl im Magen will nicht verschwinden. Klar, das Bauchgehirn weiss es besser, er will uns abwimmeln.

  2. Niemals Abwürgen, davonrennen oder abstreiten, (auch wenn Du durch eine Lüge einen Vorteil erlangen würdest), damit sammelst Du die  meisten Vertrauenspunkte.

3. Sie wird Zeit brauchen, ich hab jetzt grad nicht auf dem Schirm wielange das ging bevor sie ES erfuhr, aber je länger der Zeitraum um so schwieriger wird das  mit dem Verzeihen.

Du musst unter Umständen, je nach Lügenquote und Sachlage mit Jahren rechnen. Wie vorher wird es nicht mehr, es kann aber anders werden, bedeutet nicht unbedingt schlechter, das liegt an DIR und Deinen Bestreben ihr zu beweisen, dass Du es bitter ernst meinst!!
Nimm sie mit zu anamnestischen Therapiesitzungen. Und such Dir im Himmels Willen einen TH aus, der sich mit Sexsucht auskennt, das geht sonst nach hinten los, leider habe ich das so erlebt. Du gute Frau Dr. hatte keine Ahnung was Pornosucht bedeutet und sagte ihm dauernd ich müsse ihn doch auch mal aus dem Schuldturm lassen. Das hatte sie während eines Dreiergespräches auch zu mir gesagt, ich bin ihr fast an die Gurgel, was sie sich denn erlauben würde das zu beurteilen, sie kenne nur das Gedankenkonstrukt meines Gatten und das wäre auch ein Stück normal, aber daraus dürfe sie nicht schlussfolgern, dass die Kuh für ihn vom Eis wäre, und ich den Ball in meinem Spielfeld hätte.

Genau darum geht es, der Ball liegt ganz klar bei Dir...Punkt! Sie ist nicht dafür verantwortlich Dir zu verzeihen, sondern das machst Du mal ganz allein in Deinem stillen Kämmerlein, das Reue empfinden^1

Und erst DANN gehst DU mit dem Ergebnis zu  ihr und nicht mit der Bitte um Verzeihung und Vergebung. Damit würdest Du ihr Deine Schuld überstülpen, und wärest sie los, sie müsse halt "nur" verzeihen. Das hat mein Mann mir angetan, mir seine Schuld in Form einer Forderung nach Vergebung übergestülpt:

"Kein Vertrauen - Kein WIR. Wenn Du mir nicht verzeihst gibt es kein WIR, dann bist Du schuld. Da kann ich nix machen. "


So also bitte NICHT!! Am einfachsten fragst Du parallel was sie braucht um ins  Verzeihen gehen zu können, wenn sie denn denn WILL! Das entbindet Dich nicht von oben beschriebenem Procedere.




Good luck! Cool