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Normale Version: Es Reicht - 15 Jahre Sucht
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Guten Abend. 

Wo Fängt man am besten an. Bei einem Thema, das einen das halbe Leben begleitet. Eine zehn Jährige Beziehung zerstörte. Und meine Jetzige derzeit im Begriff ist dasselbe Schicksal zu erleiden. Wo fängt man da nur an, ohne einen Typischen Roman zu Verfassen, der am ende nur grob überflogen wird? Vllt reicht es mir selbst aus, das ganze einmal Niederzuschreiben. Ich hab versucht das wichtigste Hervorgehoben. 

Vergangenheit: 
Ich bin Edra, 31 Jahre alt und seit ich 16 Jahre alt bin Süchtig. In dem alter bekam ich den Zugang zum Internet . Ich habe einen Fußfetisch. Bis dahin musste ich mich mit Erinnerungen aus den Sommermonaten und Fantasie zufriedenstellen. Aus der eigenen Fantasie. Soweit so gut. Aber als das Internet in mein Jugendraum einzog? Schei***. Es war wie eine Explosion. Und da nahm das Elend seinen Lauf. 


Sex interessierte mich seitdem nicht mehr. Und bis ich 18 war blieb ich Jungfrau. Schließlich war ich zufrieden und der einzige Reiz bestand in der Selbstbefriedigung. Im Selben Alter Zog ich zuhause aus und fand eine Partnerin, die es für zehn Jahre bleiben sollte. Allerdings war Bereits das erste mal mit ihr war ein Reinfall, und das lag garantiert nicht an ihr. Ich erkannte damals aber nicht den Zusammenhang zwischen übermäßiger Selbstbefriedigung und Unlust auf Sex, und viele schlechte Versuche folgten. Diese Unlust auf Sex war ihrerseits anfangs definitiv nicht vertreten, sollte aber ein paar Monate später folgen. Starke Selbstzweifel bezüglich ihrer Attraktivität tauchten bei ihr auf, und wir hatten stellenweise Monate, zwischenzeitlich zwei Jahre lang keinen Sex. Denn Sex war für mich nur ein lästiger... Sport. Und sie kam in eine Art Sexuelle Despression. Alles andere Stimmte und war Perfekt. Bis auf den gemeinsamen Sex. 

Wirkliche Erregung fand ich nur in Pornos und der SelbstbefriedigungDurch Übermäßigen Konsum von Pornos hatte ich meine Libido soweit Konditioniert das ich nicht länger als eine halbe Minute eine Erektion halten konnte. Von einem Orgasmus war nur zu Träumen. Spoiler - ich hatte beim Sex keinen bis ich 26 war. Insgesamt hatten wir in diesen zehn Jahren vllt 20-30x Sex. Und es war sicher nicht der einzige, aber doch ein großer Teil dass die Beziehung scheiterte. Ich Masturbierte auf der Arbeit. Wenn mir langweilig war. Neben meiner Partnerin - Einschlafen ohne Orgasmus hat nicht mehr funktioniert. 

Nach der Trennung blieb ein Jahr Single. Ich hatte in dieser Zeit neue Partnerinnen, die ich über Gruppen Speziell über BDSM kennenlernte. Der Porno Konsum trieb mich schon in meiner Beziehung zu immer Extremeren Porno Bereiche. Und nun hatte ich die Möglichkeit genau das Real auszuleben. Was nur kurzfristig Funktionierte. Denn auch hier konnte ich nicht von den Pornos ablassen, was wiederum in einer Sexunlust mit den neuen Partnerinnen gipfelte. "ach, heute morgen kann ich Masturbieren, heute Abend Funktioniert der Sex schon." - hat es nicht. Und das kam immer und immer und immer immer wieder vor. 


Gegenwart:
Ich bin jetzt seit 2 1/2 Jahren wieder in einer Festen Beziehung. Kennengelernt haben wir uns über eben diese BDSM Gruppen. Gefühlt ging ich in diesen Bereich auf, konnte mich über meine Sexualität austauschen, was früher durch Prüderie nicht möglich war. Und mein Sexualleben war wenige Monate soweit das ich es "normal" nennen würde. Ich hatte Orgasmen beim Sex, Lust darauf und ein großes Vorspiel, bzw. wurde vorher "gespielt". 

Doch seit wir zusammen leben (zwei Jahre) falle ich in altbekannte Muster. Es ist wieder leichter und einfacher mich Pornos hinzugeben. Ich bin mir keiner Ausrede zu schade wieso warum weshalb dies oder jenes jetzt nicht funktioniert, ich nicht mit ihr schlafe, spiele oä. 

Vorallem: Es gibt nichts was ich in Pornos bekomme, das ich nicht auch von ihr im Realen leben bekommen könnte. Ihre Libido ist gefühlt unerschöpflich. Genauso wie ihr Wille und Bereitschaft genau das zu tun was ich in Pornos sehe, vieles davon macht ihre eigene Erregung aus. Und doch gibt's für mich nichts einfacheres und "besseres" als auf der Couch/Bett zu liegen und mir auf Pornos einen Runterzuholen, statt mir meine Partnerin zu schnappen und es mit ihr zu tun. 


Zukunft:
Und nach all den Jahren, den Unzufriedenen Partnern, Meiner Antriebslosigkeit bin ich endlich soweit zu sagen - Es reicht!
Meine Eigenen Versuche waren nie von langer dauer sind kläglich gescheitert. Und ich muss mir eingestehen - ich schaff das nicht alleine. Ich hab die besten Jahre meiner Sexualität auf der Couch vergeudet mit einem einsamen, kurzen kick. Und den nächsten gesucht. Es reicht! 
Ich habe bisher mit meinem Therapeuten oder bspw anonymen Plattformen wie Jodel mein Problem erkannt und darüber gesprochen. Aber nie mit Menschen sprechen können die dasselbe durch haben. Ähnliche Probleme haben. Und vor allem Ausdauer und Geduld aufweisen. Ich mach mir keine Illusion das ich eben dies im Vollem Umfang erhalten kann. 

Ich erhoffe mir durch dieses Forum eine dauerhafte Plattform um mich selbst zu Reflektieren, Hilfe zu bekommen und Hilfe durch Erfahrungen zu geben. 
Deswegen führe ich ab Morgen ein Tagebuch im dafür vorgesehenen Thread. Ich hoffe ich kann es diesmal dauerhaft aufrechterhalten, und mir und meiner Partnerin ein erfüllendes Sexualleben ermöglichen. Das Sexualleben was uns zusammenbrachte. Fernab von Pornos, die nur für mich sind. 
Einer Sexualität im jetzt - und nicht digital.

Danke für die Aufmerksamkeit. 
Edra