Porno-Sucht.com Forum: Nofap, Erektile Dysfunktion und mehr.

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Guten Abend,

normal fällt es mir nicht unbedingt schwer Worte zu finden, hier jedoch am Anfang durchaus...

Zuerst zu meiner Person: Bin ein 45 jähriger Mann, Single, keine Kinder und meine letzte Beziehung ging vor 2 Monaten in die Brüche.

Bei mir fing es, wie bei vielen schon relativ früh an, mit den versteckten Filmchen in der Pubertät - gleichzeitig war dies auch meine Aufklärung. Internet gab es damals noch nicht, also blieb es bei den Filmen. Die Scheidung der Eltern, Gleichgültigkeit der Mutter, Gewalt des Vaters etc. hat mich gerne an dieses Medium gebunden. Danach hatte als 18 Jähriger eine 5 jährige Beziehung, wo Pornos jedoch keine Rolle für mich spielten. Danach waren es weitere große familiäre Differenzen, wodurch mein Leben total aus den Fugen geriet und mich total in das neue Medium Porno übers Internet abgleiten ließen. Aufgrund dieser waren Hochzeit, eigene Kinder nie/selten ein Wunsch. Dennoch wurden meine Beziehungen, immer kürzer und schlussendlich pendelten sich diese bei 1,5 Jahren ein. Mir war (leider!) bis vor wenigen Wochen nicht bewusst, was immer wieder der eigentliche Grund war - meine Pornosucht! Wobei ich erwähnen muss, dass mir Sex mit meinen Partnerin in der ersten Monaten sehr viel Spaß machte (auch möglich ist/war) und sich erst langsam Pornos, wobei auch dies nicht immer der Fall war, sondern auch für mich Facebook, Kontaktbörsen (ohne jemals jemanden getroffen zu haben!) die Sucht sind. Hier geht es ausschließlich um normale Konversationen, welche ich dann leider nicht mehr mit meinen Partnerinnen geführt habe. Ab diesen Zeiten habe ich mich dann total abschottet, kaum Lust auf Sex (hier auch ED), gehen gelassen und kaum mehr über wichtige Themen gesprochen - was meist eine totale Drehung um 180 Grad zur ersten Hälfte der Beziehung war. 

Diesmal bin ich durch die ganze Coronasituation im März, Home Office, Fernbeziehung in ein total finsteres Loch gefallen und der erneut aufkommende Pornokonsum, mit zusätzlichem Suchtverhalten bei Computerspielen und Fastfood war fast ohne Grenzen. Wie es zu erwarten war, scheiterte nun auch diese Beziehung und ich war ratlos. Bis vor einigen Wochen...und umso mehr tat/tut es auch weh, bei aller versuchten Selbstreflexion habe/wollte ich dies NICHT sehen...ich war wie vom Blitz getroffen! Eine Hälfte von mir war total erleichtert, die andere total enttäuscht, traurig und auch wütend auf mich selbst...jedoch kann ich die Vergangenheit (leider) nicht mehr ändern, nur meine Zukunft  - daher bin ich auch hier.

Daraufhin habe ich sofort reagiert, Facebook gelöscht, jegliche Internetkommunikation und den Computer "gesäubert". Mittlerweile bin ich bei Tag 19 Nofap und bis dato fällt es mir auch nicht besonders schwer - hoffe dies bleibt so. Gesunde Ernährung, kein/kaum Alkohol, Sport und lange Spaziergänge bringen mich durch den Tag (wobei dies auch meinem Lebensstil in den ersten Monaten einer Beziehung entspricht).

Habe mittlerweile 1,5 Bücher zu diesem Thema und natürlich auch einige Beiträge hier im Forum gelesen und bin über diese Unterstützung sehr froh!

Auch habe ich einige Beträge von Partnerinnen von pornosüchtigen Männern gelesen und möchte diesen meinen höchsten Respekt aussprechen! Auch wenn jede Situation, Mann anders sind - bei mir ging es nie um die Person gegenüber und ich hatte absolut nicht das Gefühl des Betrügens - es ist eine Sucht und hat wenig mit Emotionen wie zu meiner Partnerin zu tun, zumindest bei mir. Verstehe selbstverständlich die negativen Emotionen wie Ekel, Wut, Entsetzen....dennoch bin ich sicher, dass die Beziehung auch ungemein stark werden kann, wenn man dies gemeinsam meistern kann...

Nun sind es doch einige Zeilen geworden, welche mir wichtig waren noch in den letzten Tagen dieses Jahres zu schreiben, denn ab morgen geht der Start in ein besseres Jahr 2021 los...

Schönen Abend
New_World
Hallo New_World,
schön, dass Du Dich hier angemeldet hast und etwas ändern möchtest.
Das ist ein wichtiger erster Schritt.

Mein Mann ist auch Mitte 40 und hat seine Sucht schon mit in die Beziehung gebracht.
Ich habe die Anzeichen lange falsch gedeutet und andere Gründe für sein Verhalten/unsere Probleme gesucht oder mir die Schuld gegeben.

Es wäre auch bei Dir wieder ein großes Päckchen Probleme, das Du in eine neue Beziehung mitschleppen würdest.

Also:
Nutze Deine Motivation und die Zeit jetzt, dass Du Deinen eigenen Weg aus der Sucht findest.

Ich wünsche Dir und allen anderen Kämpfern für das neue Jahr viel Kraft und einen starken Willen für einen gesunden Umgang mit Eurer Lust.

Wer weiß... vielleicht wartet 2021 auf den einen oder anderen geheilten Single dann genau "die Richtige"...
Heart

Viele Grüße und einen 
☆ guten Rutsch in ein besseres Jahr ☆ 
Susan 
Blush
Hallo Susan,

vielen Dank, so sehe ich dies auch. Dies als Sucht zu erkennen und sich in weiterer Folge einzugestehen ist ein erster wichtiger Schritt...auch ein schmerzhafter.

Nein, absolut will ich nachdem erkennen, dies nicht in eine neue Beziehung mitnehmen...wobei ich mir keine Illusionen mache und der Meinung bin, dass ein Süchtiger immer ein Süchtiger bleiben wird - daher wird diese "Gefahr" mich mein Leben lang begleiten, jedoch werde ich die Zeit nutzen um mich auf auftretende Trigger vorzubereiten.

Danke für deine Glückwünsche und auch dir/euch ein ein schönes neues Jahr 2021!

Liebe Grüße
New_World