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Normale Version: Geheimes Doppelleben
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Hallo liebe Mitglieder,
ich möchte heute mein Tagebuch mit dem Namen "Geheimes Doppelleben" starten. Zu der Entstehung dieses Namens werde ich in den nächsten Tagen noch eingehen. Erst seit wenigen Tagen beobachte und lese ich sehr viel auf diesem Forum und habe mich heute dazu entschieden das Format "Tagebuch" als Teil meines Genesungsprozesses zu nutzen. 

Kurz zu meiner Person: Ich bin 29 und habe einen Master in Wirtschaftswissenschaften. Wohne in NRW und komme aus Niedersachsen. Und arbeite seit 3 Jahren bei einem Unternehmen in der IT im Management. Ich bin klug, wahrscheinlich sehr klug. Aber gleichzeitig sehr introvertiert, schüchtern und fürchte jeglichen sozialen Kontakt. Bei mir wurde durch Ärzte und Psychologen auch eine soziale Phobie festgestellt und ich befinde mich seit kurzem in einer Verhaltenstherapie.

Ausgangslage:
Der Lage die mich hier her gebracht ist die Trennung von meiner Freundin mit der ich 5 Jahre zusammen war, davon 2 Jahre Fernbeziehung und 3 Jahre zusammen gewohnt (ich bin zu ihr gezogen). Meine Reaktion auf diese Trennung und was ich vor hatte, hat mich dermaßen verstört, sodass ich mich entschieden habe mein Porno- und Sexproblem anzugehen. 
Die Reaktion sah nämlich so aus, dass ich schon am Tag nach der Trennung mich auf einer Gay Kontaktbörse angemeldet habe. Um irgendwelche Männer zu finden, die mir einen blasen. Ich bin nicht schwul, ich bin hetero. Ich kann zwar auch schonmal von einem geilen Penis im Porno erregt werden, aber könnte mir niemals weitere romantische Gedanken vorstellen. Vielleicht ist das eine Form von Bi-Sexualität, ich weiß es nicht, ist auch egal.
Aber warum habe ich das dann gemacht? Ich habe die Einsamkeit von den einen Tag auf den anderen nicht ausgehalten. Ich wollte zumindest die körperliche Befriedigung. Sofort. Um jeden Preis. Ich kenne mich mit dem Thema Prostitution etc. nicht aus und wollte auch kein Geld dafür ausgeben. Und daher war mir alles egal und ich wollte schnell irgendwelche Kerle ausnutzen die mir einen blasen. 

Es ist in den Tagen darauf 2 mal fast dazu gekommen das es passiert wäre. Beim ersten mal hat mich die nächtliche Ausgangsperre vor dem Bösen bewahrt und bei dem 2. Mal habe ich selbst kurz vorher realisiert was ich da tue. 

Dieser Tag war der Tag an dem ich dieses Forum gefunden habe. Ich habe eure Geschichten überflogen und festgestellt, dass ich nicht alleine bin mit meinen Problemen. Die Tage darauf habe ich weiter gelesen und für mich festgestellt, dass ich das Problem aktiv angehen muss. 
Und das mein Glück nicht in der körperlichen Befriedigung liegt, sondern im Leben selbst. Und das Leben selbst kann ich mit meinem aktuellen Porno- und Sexproblem nicht genießen. Es muss sich etwas ändern. 

Pornos oder ähnliche Materialien schaue ich mir seit einer Zeit an, in der man noch mit Lego Steinen spielt. Ich erinnere mich nicht vollständig daran, aber es muss so im Alter von 12 gewesen sein (eher noch früher). Seitdem masturbiere ich praktisch täglich. Die einzigen Zeiten seitdem, in denen ich nicht masturbiert habe, war in Urlauben (bzw. es weniger gemacht habe). Natürlich fing alles mit "normalen" Pornos und Bildern an. Aber im Laufe der Jahre wurde das nicht genug. Ich habe Fetische entwickelt. Zuerst Gürtel. Dann Stiefel. Dann Ketten. Dann Uhren. Dann Lederhosen. Dann VS-Unterwäsche. Bekloppt? Wahrscheinlich. Und wenn ich keine neuen Videos um meine Fetische zu bedienen gefunden habe, dann wurden die harten Geschütze geschossen. Hauptsache extrem. Schwulen Pornos und Trans Pornos waren phasenweise dann meine Zuflucht. Daher wahrscheinlich dann auch die geringen Hemmungen mir von einem Kerl einen blasen zu lassen.

Das Problem der letzten Jahre mit meiner Freundin (inzwischen ja Ex-Freundin) war, dass sie jeden einzelnen meiner Fetische bedient hat. Aber nicht für mich. Sie wollte nur selten Sex. Ich musste mit meiner sexuellen Energie also irgendwie auskommen. Das habe ich nicht geschafft. Ich habe sie entladen müssen. Die Energie ist in Masturbation geflossen. Natürlich IMMER mit Porno Unterstützung. Teilweise waren wir beide letztes Jahr im Homeoffice. Und während wir beide den ganzen Tag in der gleichen Wohnung waren hat sich meine Energie ständig aufgeladen. Ich habe teilweise 4 mal an einem Tag masturbiert. Heimlich. Nur wenige Meter von ihr entfernt. Sie hat nie etwas geahnt. Sie wusste bis kurz vor Schluss nichtmal das ich überhaupt Masturbiere oder Pornos schaue. 

Und was passiert wenn man sich ständig einen runterholen muss? Man hat keine Zeit! Nicht für meine Freundin, nicht für die Arbeit, nicht für den Haushalt, nicht für Hobbys. Ich bin in eine Depression gerutscht. Seit mind. 2 Jahren bin ich depressiv (auch vom Psychologen bestätigt). Die Gründe, dass sich meine Freundin von mir getrennt hat: Wir haben uns auseinandergelebt und hatten kein Sex Leben mehr. 
JA! Denn obwohl ich Dauergeil auf meine Freundin war, musste ich dann bei den seltenen Gelegenheiten wo sie Lust hatte NEIN sagen! Weil ich an dem Tag in der Regel schon einen Orgasmus hatte. Und dann ging bei mir gar nichts mehr. 

Und da kommt mein 2. Problem mit der Porno- /Sexsucht: Erektionsprobleme. Ich konnte noch nie meinen Schwanz lange Steif halten. Das ging nur mit einer Morgenlatte oder wenn ich wirklich mal paar Tage keinen runtergeholt hatte. Ich habe sie also oft enttäuschen müssen. Ich habe eine große Packung Viagra seit mehreren Jahren die ich immer wieder benutzt habe um den Problem entgegenzuwirken. Das nimmt aber natürlich jegliche Spontanität. Die man/frau sich in dem Alter noch wünscht.

Also warum bin ich nun hier?
1. Ich will meine körperliche Benachteiligung der Erektionsprobleme nicht mehr haben! Ich will spontan für eine Frau da sein. (ich wurde vom Arzt durchgecheckt, es muss was psychologisches sein)
2. Ich will eine Frau für ihren Körper und ihre Person lieben und nicht dafür, dass sie meine Fetische zufällig bedient!
3. Ich will mehr Zeit haben für meine Partnerin (falls da mal wieder eine kommt hoffentlich), Freunde und am wichtigsten: FÜR MICH!

Wie will ich das erreichen?
Indem ich auf Pornos für immer verzichten will. Aber nicht auf das Masturbieren.

Und der konkrete Weg zum Ziel: 
90 Tage Hardmode. Keine Masturbation, keine Pornos. Danach will ich schrittweise wieder Masturbation ausprobieren. Natürlich ohne Pornos.

Ich bin jetzt bei TAG 9 ! Smile 
Und ich merke seit heute, dass es anfängt schwieriger zu werden. Deshalb bin ich hier! Um die Unterstützung von euch zu bekommen Smile

Ich melde mich morgen wieder. 
Dann gibts auch weitere Informationen zum Thema "Geheimes Doppelleben". 

Viele Grüße
Patchi
@Lieber Patchi,

Schön, dass Du hier bist und Dich Deinen Problemen stellst.

Das mit den Fetischen sowie Schwulen-Pornos habe ich schon mehrfach gehört und gelesen. Du bist ja nun schon sehr sehr lange dabei, Dir Pornos anzusehen und echt viel zu masturbieren. Dadurch stumpfst Du immer mehr ab und brauchst immer krassere Reize. Dann landet man irgendwann eben auch bei Schwulen-Pornos etc. Es ist wahrscheinlich eine Mischung aus Abscheu und Anregung zugleich, und wenn Du nicht mehr im Rausch bist, kommt der Schock, das Befremdliche.

Mein Partner hat mir in einer gesprächigen Phase erzählt, dass er in den Jahren, als wir noch nicht zusammen waren und er quasi täglich konsumierte, immer krassere Sachen ansehen musste, um überhaupt noch in Stimmung zu kommen. Er sagte, es sei so schlimm und verstörend, dass er es nicht aussprechen kann und sich im Nachhinein total ekelt davor und gar nicht versteht, was er da gemacht hat. Ich wollte es auch nicht wissen.

Bei Deinem Doppelleben habe ich bereits eine Vermutung. Mal sehen, ob ich richtig liege. Ich bin gespannt auf Deine Zeilen.

Woher Deine Errektionsstörungen kommen, ist Dir bestimmt klar. Deshalb hast Du ja auch den Reboot gestartet. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft dafür. Und natürlich wirst Du wieder eine Freundin finden und ohne Pornos erst recht.

Wie geht es Dir denn jetzt mit der Trennung?

Bleib dran und lass Dich nicht beirren.

GLG Geduldige
TAG 10

Ich habe eine so lange Geschichte zu erzählen, sodass ich versuchen werde in den nächsten Tagen einerseits meine Geschichte niederzuschreiben und andererseits meine heutige Empfindungslage wiederzugeben. 

Durch meinen Teaser des geheimen Doppellebens möchte direkt hier einsteigen heute. Nach meinem ersten Beitrag ahnt man vielleicht einiges. Vorab dazu: Ich bin nie Fremd gegangen. Auch wenn ich mit den Gedanken damit gespielt habe. Aufgrund der sexuellen Energie die ich in meiner Partnerschaft nicht entleeren konnte. 
Mein geheimes Doppelleben spielte sich auf 2 Ebenen ab. Die eine Ebene war die Pornosucht. Der ständige Wille neues Material zu finden. Das hat Zeit gefressen ohne Ende. Ich bin manchmal bis 3 Uhr Nachts wach geblieben um zu suchen und zu suchen. Und musste dann völlig übermüdet um 7 Uhr wieder zur Arbeit aufstehen. Oder habe eben verschlafen. Meine Partnerin ist immer gegen 10 Uhr schlafen gewesen. Dadurch habe ich trotz Partnerschaft bereits sehr viel Zeit alleine verbracht. Und natürlich habe ich nach dem Material auch tagsüber gesucht. Auf dem Handy - während der Arbeit. 
Vor Corona - als ich noch täglich im Büro war - habe ich auch auf der Arbeit masturbiert. Oder vor der Arbeit. Das hat mich auch Zeit und Konzentration für die Arbeit gekostet. Es hatte nie spürbare Konsequenzen. Meine Karriere ging immer weiter sogar steil nach oben. 

Wozu hat das geführt? Ich war ernsthaft stolz auf mich! Ich fand es geil das ich alle an der Nase herumführen kann. Das ich tun und lassen kann und keiner merkt irgendwas. Ob auf der Arbeit oder zu Hause. Ich habe damals schon gemerkt das diese Einstellung gestört sein muss. Aber die Einsicht war damals noch nicht da. Und auch heute Blicke ich da noch nicht vollständig schuldhaft zurück. Aber ich bin zumindest nicht mehr stolz darauf. Ich hoffe die Einstellung dazu wird sich noch drastischer ändern. 

Das ist die 1. Ebene des Doppellebens die wahrscheinlich viele von euch kennen. 
In den nächsten Tagen werde ich die 2. Ebene beichten. Diese hat auch nichts mehr mit der Pornosucht zu tun. 


Und heute? 

Ich werde für die nächsten 3 Tage 2 Freunde zu besuch haben. Da sollte ich abgelenkt genug sein dem PMO zu widerstehen. 
Mein nächster Beitrag wird deswegen voraussichtlich Montag sein. 

Ich liege gerade im Bett und habe lange ausgeschlafen. Ich bin diese Woche krankgeschrieben. Wegen der Depression und akuten Belastungsstörung durch die Trennung meiner Freundin letzte Woche. 
Ich habe mich früher immer überfordert in solchen Situationen. Es einfach verdrängt und mit Beschäftigung die Zeit einfach ausgesessen. Das ist das erste mal das ich mich über mehrere Tage voll auf meine Probleme konzentriere. Das schmerzt. Aber es ist notwendig. Ich lerne gerade so viel über mich wie ich es seit sehr sehr langer Zeit nicht getan habe. 

Die Sucht sollte ich heute gut zurückstellen können. Ich hab Vorbereitungen für den Besuch zu treffen. 


 @Geduldige
Danke für dein Willkommen heißen!
Du triffst es genau richtig mit der Beschreibung der Abscheu. Auch ich konnte mir die krassen Sachen dann immer nur im Rausch angucken. Wenn man sowieso voll drin war. Und hab es auch nie hinbekommen den Höhepunkt mit einem Bild dazu abzuschließen, dann wurde doch kurz vorher auf etwas "normales" gewechselt. Der ekel war dann da. Aber nur kurz. Als die Lust wieder kam - war alles wieder egal. 

Und genau, das Bewusstsein darüber, woher meine Erektionsstörungen kommen, ist einer der greifbaren Gründe, warum es zum Reboot kommen muss. Und langfristig zu einem pornofreien Leben. Einem Leben in dem ich die Frau als das sehen und lieben kann was sie ist - ein Mensch. Und einem Leben indem ich einfach die körperliche Nähe genießen kann. Ohne Bilder im Kopf von etwas irrealem. 

Mit meiner Trennung geht es mir sehr schlecht. Diese Person war der perfekte Mensch. Bei weitem nicht nur über das körperliche hinaus. Deswegen schmerzt es so sehr das wir uns aufgrund meiner Probleme auseinandergelebt haben. Ich fühle viel Schuld in mir. Aber ich will auch daraus wachsen. Ich muss. Andererseits fühle ich auch Wut. Darüber, dass sie diese Beziehung aufgibt. Denn auch sie hat die tiefe Verbundenheit von uns wahrgenommen. Sie meint allerdings, dass auch wenn die Gründe in einer Art "Krankheit" liegen, die man heilen kann. Sie die Zeit wahrscheinlich nicht vergessen kann und nicht wieder zur Liebe finden kann. 
Die Situation ist gerade sehr schwierig. Gerade weil auch etwas Hoffnung auf ein Comeback vorhanden ist. Damit fällt es mir schwer abzuschließen. Der Schlussstrich wird aber bald kommen müssen. Sonst wird mein Heilungsprozess gefährdet. 

Bis in ein paar Tagen
Patchi
@Hey Patchi,

Deine Einstellung zum Leben und was Du verändern/erreichen willst, klingt schon mal sehr gut.

Bezüglich Deiner 1. Ebene oder Teil 1 der 2. Ebene lese ich daraus eine Art Machtempfinden, was auch bei Pornos zum Tragen kommt und befriedigt/angesprochen wird. Vielleicht können Dir einige Männer hier mehr dazu sagen. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf die Fortsetzung.

Schön, dass Du Freunde zu Besuch hast, um etwas Ablenkung zu bekommen. Das ist sicher bezüglich der Suchtbekämpfung hilfreich aber auch gut, um Dir mal eine Pause von Deinem Trennungsschmerz zu gönnen.

Aber es ist auch gut, dass Du Dir Zeit für Dich genommen hast, um die Trennung zu verarbeiten und nicht zu verdrängen.

Und damit komme ich gleich zum nächsten Punkt: Deiner Hoffnung auf ein Comeback Deiner Freundin. Hoffnung klingt irgendwie so festgefahren und klammerhaft. Wie wäre es denn wenn Du Deine angestrebte Veränderung im Bezug auf die Sucht als Chance für ein Comeback siehst? Vielleicht kannst Du daraus einen Nutzen ziehen und Dir damit helfen, den "Entzug" durchzustehen, ohne Dich zu sehr auf ein Wiedersehen mit Happy End zu versteifen... Evtl. ist dann gar kein Schlussstrich in dem Sinne nötig und womöglich auch zu früh, da erst vorige Woche die Beziehung beendet wurde?! 

Ihr ward 5 Jahre ein Paar. Sowas braucht Zeit. Es ist nur meine Einschätzung, und jeder geht unterschiedlich mit einer Trennung um. Vielleicht habe ich Deine Aussage mit dem Schlussstrich auch völlig falsch interpretiert. Es ist aber noch so frisch, und die Gefühle spielen verrückt. Verdrängen solltest Du sie auf keinen Fall, meine Meinung. Evtl. kannst Du auch in Deiner Verhaltenstherapie darüber sprechen, übrigens ebenso über die Pornos, falls noch nicht geschehen.

Genieße die Zeit mit Deinen Freunden, und ich freue mich, von Dir zu lesen.

LG Geduldige
TAG 12

Das Wochenende ist vorbei. Der Besuch hat geholfen mich nicht mit PMO beschäftigen zu müssen. Aber jetzt wo ich wieder allein bin ist es schwerer als alle Tage zuvor. Ich hab das Gefühl ständig ein Kribbeln "untenrum" zu spüren. Das macht mich wahnsinnig. Ich muss mich gerade sehr zusammenreißen. 
Vielleicht kennt das jemand? Und weiß ob es irgendwann weg geht? 

Zurück zu meiner Geschichte
Ich habe schon erwähnt das es heute um die 2. Ebene meines geheimen Doppellebens gehen soll. Diese 2. Ebene heißt "Nikotinsucht". Etwas ganz normales? Jeder dritte raucht doch? Was hat das mit einem Doppelleben zu tun? 
In meinem Fall leider sehr viel. Als ich mit meiner jetzt EX-Freundin zusammenkam, war ich seit einem ganzen Jahr nikotinfrei. Sie kannte mich also als Nicht-Raucher. Auch wenn sie wusste, dass ich mal geraucht habe. Aber wie das so ist: Man ist kein Nicht-Raucher, man ist Ex-Raucher. 
Das erste Jahr unserer Beziehung ging auch alles gut. Aber irgendwann kamen erste größere Streitigkeiten. Und irgendwann hab ich bei einem Abend mit Freunden zur Zigarette gegriffen. Dieses eine Mal, hat den Fortschritt von 2 Jahren zerstört. Ich wurde aus dem nichts wieder zum Raucher. Habe wieder alle 2 Tagen eine Schachtel leer gemacht. Wir hatten damals noch eine Fernbeziehung. Ich konnte es vor ihr verheimlichen. Wenn wir uns getroffen haben, habe ich halt die 2-3 Tage nicht geraucht. Das ging damals klar. Ich hatte auch vor aufzuhören. Aber das wurde immer schwerer. 

Wie ich schon erwähnt hatte sind wir nach unseren ersten 2 Jahren Fernbeziehung zusammengezogen. Was also nun mit der Nikotinsucht? Endlich aufhören? Ihr es sagen? Zigaretten kann man schließlich nicht verheimlichen. Es stinkt nunmal. 
Nein. Die Technik der heutigen Zeit hat mich zu etwas gebracht, was ich noch lange bereuen werde. Ich habe mir eine E-Zigarette besorgt. Die war perfekt! Kein Gestank! Kann man jederzeit, überall benutzen. Ohne das es jemand merkt. 
Und das hat wirklich funktioniert. Am Anfang habe ich halt auf dem Weg zur Arbeit gequalmt. Oder wenn ich auf dem Klo war. Oder sie halt nicht zu Hause. Oder wenn sie früher schlafen gegangen ist. Dann wenn es sich ergeben hat. 

Aber es wurde schlimmer. Jeder der eine Sucht hat oder hatte kennt es: Man braucht immer mehr. Irgendwann waren die Gelegenheiten die sich ergeben haben nicht genug. Ich habe dann nach diesen Gelegenheiten gesucht. Bin alleine spazieren gegangen. Bin öfter zum Sport gefahren (nur um rauchen zu können). Bin extra später schlafen gegangen. Bin nicht mitgekommen wenn sie Fahrrad fahren wollte. Und vieles mehr. 

Ich wurde zum Arschloch. Wir konnten uns so ja nur auseinander Leben. Durch die geheimnisse. Durch das Doppelleben was ich geführt habe. 
4 Jahre habe ich täglich Nikotin konsumiert. Ohne das meine Partnerin, mit der 3 Jahre davon in einer 2 Zimmer (!!) Wohnung gewohnt habe, etwas gemerkt hat!!! 

So. Und was hat das in diesem Forum zu suchen? Es ist Teil meines gesamten Heilprozesses das ich mir diesen Fehler eingestehe und diesen nie wieder tue und anfange ein ehrlicher Mensch zu sein. Ich darf mich nicht mehr verstecken. Das hat mich krank gemacht und meine Ummenschen. 

Und was natürlich mit dem einher geht: Was habe ich wohl auch gemacht in dieser vielen Zeit in der ich dann alleine war? Richtig. Denn in dieser Zeit kamen dann Ebene 1 und Ebene 2 meines geheimen Doppellebens zusammen. Und deswegen ist alles miteinander verknüpft. 
Ich habe damit alles Falsch gemacht, was man nur falsch machen konnte. 

Das ändert sich mit diesem Reboot. Es ist nicht nur ein Reboot auf ein Porno Problem. Es ist ein kompletter Lebens-Reboot.

Und morgen?
Wird voraussichtlich Tag 13 sein. Ich kämpfe. 
Morgen werde ich auch auf das Feedback von Geduldige eingehen. 
Und mein nächstes Thema meiner Geschichte wird heißen "Trennung und Depression". Das ist ein weiteres Thema, welches ich angehen muss. Da es Ursache und Konsequenz zugleich ist. Und zu dem geführt hat was passiert ist. Mit "Trennung" ist hierbei nicht die aktuelle Trennung die ich durchmache gemeint.

Bis morgen
Patchi
TAG 13

Ich habe den Tag heute überstanden. Es gab mehrmals Situationen in denen ich fast schwach geworden wäre. Das kribbeln ist weiterhin da. Das Kopf-Kino wird größer. Mein Verstand der Zweifel hat wird lauter. Das das erst der Beginn der schlimmen Phase ist macht mir Angst. 
Ich habe mich nur dadurch ablenken können, dass ich das Haus verlassen habe. Gut das das Wetter das grad ermöglicht.

Depressionen und Trennung Teil 1
Ich habe bereits erwähnt das ich eine soziale Phobie diagnostiziert bekommen habe. Diese hatte ich wahrscheinlich schon immer. Ich war immer der Schüchterne. Ich konnte damit aber irgendwie leben. Was aber zum Problem wurde war meine soziale Isolierung durch die beiden Ebenen meines geheimen Doppellebens. 
Einem zweiten Leben, in dem ich immer alleine war. Ein Leben in dem ausschließlich konsumiert wurde. In diesem Leben ist nichts gutes für mich passiert. Und dieses zweite Leben wurde immer größer und größer. Und das echt Leben immer kleiner. In meinem echten Leben hat sich dadurch eine Depression entwickelt. Ich hatte keine Lust mehr irgendetwas zu machen. Keinerlei Interessen mehr. Dinge die mir früher spaß gemacht haben, haben jetzt keinen spaß mehr gemacht. Auch hier die Erkenntnisse meiner Ex-Freundin: Wir hatten keine gemeinsamen Interessen mehr. NA KLAR! Wenn der eine keine Interessen mehr hat, dann kann man auch keine gemeinsamen Interessen haben. Zumindest in dem Leben, dass sie von mir kannte. Dem realen Leben. In dem nichts mehr interessant war. 
In diesem zweiten Leben, da war alles interessant. Immer gab es irgendwo im Internet das eine Video oder das eine Bild was ich noch nicht gesehen habe alle meine Fetische bedient. Dieses zweite Leben hat sich in dem Moment auch gut angefühlt. Aber als das O von PMO erfolgt ist, war ich schnell wieder im realen Leben. Dort war wieder alles doof. 

Auf diese Basis-Depression kam ein sehr belastendes Ereignis hinzu: Die Trennung meiner Eltern. Die sich über ein ganzes Jahr hingezogen hat. Immer schlimmer und schlimmer. Aber dazu werde ich morgen in Teil 2 mehr schreiben. 

Danach wird das Kapitel "Erkenntnis" folgen. Und darin werde ich den wahren Grund meiner Depression auf den Grund gehen. Dazu kann ich aber erst kommen wenn ich das Thema Trennung niedergeschrieben habe.

@Geduldige
Danke zunächst für dein Feedback!

Zum Thema Hoffnung bzw. Chance: Die Idee ist gut, dass ich meine Einstellung dazu ändere. Was allerdings hier relevant wird, wird das Kapitel "Erkenntnis". Denn in einer Beziehung gehören immer mehrere Personen dazu die sich gegenseitig beeinflussen. 
Das Problem ist eher, dass sie das Wort "Hoffnung" verwendet. Obwohl sie sich von mir getrennt hat. Und ich gar nicht weiß ob ich ein Comeback will. Auch wenn sie auf vielen Ebenen perfekt für mich war. Diese Erkentnisse bekomme ich übrigens erst in den letzten Tag (auch durch Hilfe des Psychologen). Deshalb hab ich es evtl. vor einigen Tagen noch anders geschrieben..

Es insgesamt sehr schwierig was die aktuelle Trennung angeht. Ich frage mich wie sich das noch entwickelt...
@Hallo Patchi,

entschuldige bitte meine verspätete Antwort. Ich wusste nicht recht, was ich Dir schreiben soll. Damit meine ich nicht die Fortsetzung Deiner Geschichte, sondern Deine letzte Aussage im Bezug auf die Trennung, die Deine Freundin eingeleitet hat. Ich bin etwas verwirrt: Habt Ihr noch Kontakt? Inwieweit erwähnte sie das Wort Hoffnung? Hat sie geäußert, dass sie evtl. zu Dir zurück will, oder bin ich jetzt auf dem Holzweg?

Inwieweit hat das Gespräch mit dem Psychologen Zweifel in Dir aufkommen lassen, dass Du Deine Freundin evtl. nicht zurück willst? Was hat er gesagt bzw. hinterfragt?

Natürlich hast Du sicher nicht alles falsch gemacht, und Partner beeinflussen vieles mit Ihrem jeweiligen Verhalten zueinander. Deine Freundin ist sicher nicht in allem perfekt. Das ist niemand.

Hatte Deine Freundin ein Problem mit dem Rauchen, oder warum hast Du soviel Aufwand betrieben, das vor ihr zu verbergen?

Du musst natürlich nicht auf meine Fragen antworten und kannst gern einfach mit Deiner Geschichte fortfahren.

Zu Deinem aktuellen Reboot: Ich bin kein Mann und kann da nicht wirklich mitreden, auch wenn ich viele Tagebücher der Männer hier gelesen habe. Aber es werden sicher wieder leichtere Tage kommen. Daran solltest Du festhalten. Du schaffst das schon.

LG Geduldige
TAG 18 

Ich bin grad so etwas von in der Flatline. Das Auseinandersetzen mit meinem Problem bzw. Problemen ist in dieser Phase gerade sehr heikel. Ich hab plötzlich anderseits unfassbar überschüssige Energie. Ich bin jetzt aktiv dazu über gegangen diese loszuwerden durch viel Bewegung (was für meine Depression ein sehr positiver Nebeneffekt ist). 

Ich merke wie mein Kopf nach Möglichkeiten sucht einen Orgasmus zu bekommen. Oder irgendeine Form von Dopamin. 
Ich bin aktuell standhaft, aber das ist bisher die schwerste Phase. Mein klar aufgesetztes Ziel meine Probleme zu überwinden hält mich gerade als einziges davon ab etwas dummes zu tun. 

Ich bin noch bis Sonntag in der Heimat und recht gut abgelenkt. Vielleicht komme ich ja nächste Woche aus der Flatline raus. Aber ich habe inzwischen einige gute Bewältigungsmechanismen entdeckt.

Deshalb heute nur ein kurzes Update. Mich weiter hier mit dem Thema zu beschäftigen würde mir gerade nicht gut tun. 

Bis in ein paar Tagen!
Patchi
TAG 20

Die Selbstzweifel werden geringer. Zumindest was Pornos angeht. Ich verspüre aber einen enormen Drang nach Sex. Oder Masturbation (ohne Pornos). Wobei letztes oft getriggert wird durch etwas was man doch so im Alltag visuell sieht. Aber die Lust nach Sex wird nicht getriggert. 

Ich bin am zweifeln mit mir selbst, wie ich das nun angehen soll. Die Masturbation kann ich unter Kontrolle halten. Aber den Wunsch nach Sex irgendwie nicht so richtig. Wahrscheinlich weil der Verzicht auf Sex nicht in meinen Zielen verankert ist. Ich werde schauen wie es sich in den nächsten Tagen entwickelt. Eigentlich müsste ich langsam aus der Flatline rauskommen. Und eine Partnerin für Sex habe ich ohnehin gerade nicht, der Aufwand hierfür wäre also aktuell noch höher als das meine Lust diesen gerechtfertigt. 

Ich hoffe in den nächsten Tagen weiter zu meiner Geschichte schreiben zu können.

Bis die Tage
Patchi
@Lieber Patchi,

fast 3 Wochen hast Du schon geschafft! Sei stolz auf Dich, denn ich bin es auf jeden Fall.

Ich hatte gehofft, dass Dir die Männer hier ein paar Tipps geben können, auch wenn jeder letztendlich seine eigene Strategie finden muss, was solche Situationen angeht.

Trotzdem denke ich, dass dieser Drang vorübergehen wird. Vielleicht kann Dir Sport oder/und Meditation dabei helfen, den Drang abzubauen.

Gern möchte ich Dir einen super Rat mit auf den Weg geben und habe da auch eine Idee. Aber ich will einfach nicht riskieren, dass es Dich auf Deinem Weg hindert. Das wäre zu schade.

Ich drücke Dir beide Daumen, dass es Dir bald besser geht.

LG Geduldige
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