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Normale Version: Tagebuch Schnacki
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So,

heut ist mal wieder Tag zwei.

seit etwas mehr als einem Jahr versuch ich die Sucht in mir auszuschleichen. Mit mäßigem Erfolg. Pornos kuck ich schon lang nicht mehr täglich. Im letzten Jahr war es durchschnittlich so 2 Mal die Woche. Teilweise sogar nur einmal in zwei Wochen. Ich hab mir Blocker einbauen lassen, die mir viele Seiten sperren - leider nicht alle. Dennoch sind meine Möglichkeiten sehr beschränkt. Versuche den Computer bei meiner Freundin zu deponieren und das Internet nur noch kontrolliert zu nutzen sind gescheitert - Beruflich bedingt brauch ich den Computer leider zu Hause, wegen diesem scheiß Corona.

Insgesamt wirken Pornos auf mich auch nicht mehr richtig. Ich finde alles langweilig. In den letzten 10 Jahren hab ich wirklich alles ausgereizt. Wieso kuck ich das eigentlich noch? Es ist so wie bei Alkoholikern, die keinen Spaß mehr an ihrem Rausch haben und trotzdem weiter trinken.

Ich beschäftige mich ständig mit Sex, bin aber nicht mehr fasziniert davon - total abgestumpft.
Ich möchte wieder sensibel sein. Ich möchte wieder intensive Gefühle erleben. Ich möchte wieder genießen können.

Im Herbst hatte ich meinen ersten Rebootversuch. 5 Wochen. Leider bin ich in alte Verhaltensmuster zurückgefallen. Seit dem kann ich locker mal 4 - 6 Tage verzichten, hab aber immer wieder Phasen, wo es dann ins gegenteilige Extrem umschlägt.

Ein richtiges Tagebuch hab ich noch nie geführt.

Nun soll es dazu kommen.

Mal wieder ein Versuch - hoffentlich der letzte.
@Lieber schnacki,

Du hast Dein Tagebuch begonnen und machst es offiziell, sehr gut.

Deinen Konsum hast Du bereits seit langem stark reduziert, neben extremen Phasen zwischendurch, schaust aber ingesamt nicht mehr täglich. Das sehe ich grundsätzlich schon als Fortschritt.

Nach einem ersten Reboot-Versuch mit sage und schreibe 5 geschafften Wochen (!) startest Du jetzt wieder durch mit bereits 2 Tagen auf dem Counter.

Wie waren denn diese 5 Wochen rückblickend für Dich? Wie hast Du sie erlebt (Positives, Negatives)?

Ganz viel Kraft und Erfolg möchte ich Dir wünschen, dass Du erreichst, was Du Dir vorgenommen hast.

Geduldige
Das dauert. Hättest du deinen ersten Reboot gleich geschafft, würdest du nicht hier schreiben. Ich nähere mich dem Mittelpunkt des Strudels, dessen Sog mich immer wieder reinzieht auch immer wieder von neuen Seiten und irgendwann hoffentlich aus sicherer Distanz!

Nicht aufgeben, nicht verzweifeln, aber doch klare Ziele setzen und immer wieder reflektieren und kommunizieren.

Viel Erfolg!

Heinrich
Also Tag 4 ist fast rum,

gestern hatte ich zu viel zu tun. Da war keine Chance für Konsum. Heute wars schon schwerer.

Es gab ganz kurze Augenblicke des Wunsches nach mehr. Aber ich hab standgehalten.

Danke Heinrich für deine Anteilnahme. Ich sehe das Aufgeben dieses Lasters nicht als "Einmal drei Monate durchziehen und dann für immer frei sein" an. Vielmehr glaube ich, dass es ein langsamer Prozess ist, wo man sich jahrelang mit beschäftigen muss. Insofern kann ich Rückfälle recht gut verkraften. Sie gehören dazu. Einstmals war ich 5 Jahre Kettenraucher. Danach hab ich 6 Jahre lang versucht aufzuhören damit. Irgendwann hab ich es dann geschafft. Es war ein ständiges Hin und Her. Diese Erfahrung lehrt mich, dass eine gehörige Portion Glück dazugehört. Und Glück ist aber auch mit dem Tüchtigen. Also muss man immer wieder gegen den Teufel anrennen.

Hallo Geduldige,

die 5 Wochen von damals waren ganz OK. Tatsächlich hatte ich eine ganze Weile sehr wenig Interesse an Porn. Es hatte mich sogar überrascht wie gut es läuft. Insgesamt war das aber auch in meinen Ferien. Ich hatte wenig zu tun, war öfters draußen in der Natur und war ziemlich entspannt. Als der Unistress im Oktober wieder losging, kam auch der Drang wieder.

Zur Zeit hab ich ebenfalls ein recht entspanntes Leben. Ich fühl mich ganz gut. Dennoch muss ich vorsichtig sein. Kleine Schwierigkeiten können in mir manchmal riesige Krisen auslösen. Das ist oft unberechenbar.

Aber für heute wird so eine Krise nicht mehr kommen.

Bis dann
@Hallo schnacki,

das mit den Krisen kenne ich auch. Krise = Flucht in die Sucht war bei mir jahrelang meine Rechtfertigung wenn ich dann doch wieder zur Zigarette oder zum Gläschen Alkohol griff, obwohl ich es schon längst völlig aus meinem Leben verbannen wollte. Das ging nun 6 Jahre so. Nachdem ich mich hier im Forum anmeldete und von einigen hier las, dass sie mit dem Rauchen aufgehört haben, sagte ich zu mir, dass ich es diesmal schaffe weil ich es eigentlich nicht gegen meine Krisen brauche. Vor 6 Jahren war ich keine Raucherin und trank NIE Alkohol. Ich war glücklich und konnte alle meine Probleme ohne beides lösen. Was ist jetzt anders? Nichts. Seitdem rauche und trinke ich null. Ich hoffe, dass es diesmal in meinem Kopf klick gemacht hat und ich nicht wieder in alte Muster verfalle, sobald sich ein Problem anbahnt

Dasselbe wünsche ich auch Dir, lieber schnacki. Trotzdem finde ich Deine Einstellung gut, wie Du mit evtl. Rückfällen umgehst und alles als Gesamtprozess siehst. Umso leichter kannst Du nach einem Rückschlag wieder aufstehen und weitermachen, damit, Deinem Ziel immer wieder ein Stück näher zu kommen.

LG Geduldige
Tag 7,

keine weiteren Vorkommnisse. So gibs auch nichts zu schreiben.

War heut sehr erschöpft mit Kopfschmerzen. Meine Probleme hab ich einfach mit Süßigkeiten aus dem Weg geräumt. Die nächste meiner Süchte.

Hallo Geduldige,

viel Erfolg für deinen Weg. Bis bald
@Hey Schnacki,

danke.

ja, das mit den Süßigkeiten kenne ich auch. ? Das sollte aber aktuell das geringere Problem sein. Immer eins nach dem anderen.

1 Woche geschafft! Super!

LG Geduldige
Nun ist Tag 8 schon fast geschafft.

Ich geh immer noch durch die Welt und kuck den Frauen auf die Brüste. Anmachen tut mich das aber irgendwie nicht. Insgesamt bin ich gerade nicht so auf Sex aus. Porno ist langweilig, spannern ist langweilig. Auch das sollte ich mal abstellen. Alles was es da zu sehen gäbe habe ich schon hunderttausend mal gesehen. Ich war jahrelang so überdosiert, dass mich das Einfache nicht mehr erregt.

Das größte Problem beim Beenden der ganzen Sache ist, dass ich das Gefühl habe mein Leben ist völlig sinnlos. Seit 25 Jahren hab ich vor Frauen tiefe Minderwertigkeitskomplexe. Der einzige Weg meine Sexualität und Liebe irgendwie auszuleben war, mich danach zu sehnen und davon zu träumen. Also hab ich mir das alles vorgestellt und dazu onaniert. Dann kam Porno und das Internet. Ich war wie im Rausch. Ich hab nicht nur konsumiert, ich hab geforscht. Ich wollte nicht nur die Sehnsucht, ich wollte die Wirklichkeit und Porno, Singlechat und Prostitution sollten meine Lehrer sein. Nun hab ich endlich Glück bei Frauen und kann mich mit ihnen austoben. Doch werd ich weder Porno noch die Sehnsucht nach Frauen los. Sie stehen mir dabei sogar im Weg. Es war so lange Sinn meines Lebens, dass ich mich ohne das verloren fühle.

Da ist eine Leere. Wie kann man die füllen? Mit Süßigkeiten?
@Lieber Schnacki,

Deinen heutigen Text musste ich paarmal lesen, vor allem den letzten Absatz. Der verwirrt mich irgendwie.

Bezüglich dem Gucken auf Brüste, denke ich, dass da einfach Gewohnheit, also ein gewisser Automatismus dahintersteckt und dass das irgendwann nachlässt.

Du schreibst im letzten Absatz von dem Gefühl, dass Dein Leben sinnlos wäre und von dieser tiefen Sehnsucht nach Frauen und Pornos. Du klingst innerlich sehr zerrissen.

Diese Leere, die Du zum Schluss erwähnst, sollte eigentlich Deine Freundin füllen, war mein erster Gedanke, der mich direkt zur Frage führt: Wie beschreibst Du Eure Beziehung? Was fehlt Dir darin vielleicht?

Evtl. ist diese Leere auch einfach ein Streich, den Dir Dein Gehirn spielt. Du bist auf Entzug.

Gibt es Alternativen zu Pornos, die Du lebst, Sport zum Beispiel?
Du hast von 5 Wochen Abstinenz berichtet, die Dir nicht sonderlich schwergefallen sind weil Du Ablenkung hattest. Ich denke, dass das ein entscheidender Punkt ist.

Wie sieht denn Dein Tagesablauf aktuell aus?

LG Geduldige
Hallo Geduldige,

Das mit dem Schauen nach Frauen ist tatsächlich ein Reflex. Heut hab ich mal versucht Frauen auf der Straße bewusst zu ignorieren. Irgendwie zog es meine Blicke immer wieder dahin. Wie kann man was ignorieren, wo man doch genau weiß, dass es da ist?

Zu meiner Persönlichkeit muss ich sagen, dass ich so etwas wie ein Träumer bin. Seit meiner Kindheit fühle ich mich unwohl in der Welt. Meist hab ich den Eindruck ich bin fremd unter den Menschen, in der Gesellschaft allgemein, irgendwie fehl am Platz. Oft fühl ich mich noch nicht mal dem gewachsen, was andere einen gewöhnlichen Alltag nennen.
Die Reaktion darauf ist, dass ich mich schon immer in meine Phantasien und Träumereien versunken habe. Dort hab ich mich von jeher besser gefühlt. Die reale Welt war lediglich Inspirationsquelle für die Phantasiewelt. Ohne diese Träumereien fühle ich mich hilflos.

Bei meinen Freundinnen war es immer so, dass ich mich nebenher in meine Phantasiewelten zurückgezogen hab. Dort kamen halt andere Frauen vor. Ich dachte dann ich würde meine reale Freundin nicht wirklich lieben, sonst hätte ich ja nicht diese Phantasien. Mittlerweile hab ich genug gute und schlechte Erfahrungen gesammelt um zu wissen, welche Frau mit mir harmoniert und was Liebe ist.
Dennoch bleibt das Abdriften in die Träumereien. Es ist die ständige Sehnsucht nach den Kirschen in Nachbars Garten. Und Pornosüchtige begehen zumindest virtuell täglich ihren Raubzug durch eine ganze Kleingartenanlage. Von jedem Kirschbaum kucken sie schon auf den nächsten.

Unabhängig davon ist mein Beziehungsleben sehr harmonisch. Wir sehen uns nicht jeden Tag und leben nicht zusammen, aber mittlerweile sind es schon 3-4 Tage die Woche an denen wir uns sehen. Wir streiten uns selten, kuscheln viel und sind welche von denen, die auch nach über 3 Jahren noch händchenhaltend durch die Straßen laufen. Sex haben wir gewöhnlich 1 mal die Woche und von den Frauen (es waren wenige), mit denen ich im Bett war, ist sie bisher die Beste. Ich weiß über ihre Phantasien bescheid und sie über meine. Beide haben wir Sehnsüchte nach Dingen, die einem der Partner nicht bieten kann. Wir erzählen uns auch, wenn wir mal von jemandem Dritten begeistert sind und wir respektieren das am anderen. Wir sind da sehr ehrlich. Sie weiß auch von meiner Sucht, auch von meinen Versuchen davon loszukommen und den Rückfällen. Es berührt sie relativ wenig denn sie kann mir grundsätzlich vertrauen.

Das ist das Gegenteil von dem was ich bei den meisten Mädels hier lese. Ihr alle habt ein tiefes Misstrauen gegen eure Männer. Als ich die 5 Wochen Abstinent war, haben mich die Berichte der Frauen hier im Forum eine Zeit lang durchhalten lassen. Ich wollte nicht selbst so ein Mann sein wie ihr eure Männer beschreibt. Irgendwann hat es mich aber genervt.

Ihr stellt euch alle als Opfer dar und seid damit natürlich immer auf der Seite der "Guten"

Ihr haltet Monate, manchmal Jahre durch bis es mal wieder zum Sex kommt. Und der ist meist schlecht.

Ihr scheint dem Mann aber auch nicht kommunizieren zu können, wie ihr euch guten Sex vorstellt.

Dennoch seid ihr alle total treu.

Obwohl viele von euch sich eigentlich ziemlich scheiße fühlen.

Ihr seid alle immer nur auf diesen einen Mann fixiert, wie ein Roboter, der so programmiert wurde und nicht mehr anders kann.

Und wie gesagt, die meisten von euch haben ein tiefes Misstrauen gegen ihre Männer, nicht unbedingt die Basis für eine harmonische Beziehung.

Da muss ich wohl mal fragen:

Habt ihr selbst nie sexuelle oder romantische Phantasien?
Spielt ihr niemals an euch rum?
Begegnet ihr im Leben niemals anderen Männern, die euch träumen lassen oder inspirieren?
Was ist mit Fremdgehen oder Affären?

Wenn ich eine von euch wär, hätte ich schon längst meinem Mann abends vor dem Fernseher so einen Spruch entgegengebracht, wie:

"Du, Schatz, ich hab auch so meine Bedürfnisse und deswegen hab ich mich in so einem speziellen Chat angemeldet ... aber lieben tu ich nur dich ... da gehts auch gar nicht um Beziehungen."

Wenn ein Mann stundenlang täglich im Netz unterwegs ist und seine Frau sexuell vernachlässigt, sollte er das eigentlich tolerieren können.
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