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Normale Version: Langeweile ist Gift in Verbindung mit Pornosucht
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Hallo liebes Forum  Smile

dies ist mein erster Beitrag direkt nach meiner Anmeldung, nachdem ich längere Zeit passiv die Beiträge anderer User verfolgt habe. Ich sehe mich mit einem Problem konfrontiert, das ich hier bis jetzt noch nicht viel gesehen habe.

Falls dieser Beitrag in dieser Kategorie nicht richtig ist, bitte ich um Entschuldigung und um Verschiebung in die richtige Kategorie.

Ich versuche jetzt seit ungefähr 4 Jahren aktiv aus dem immer gleichen Kreislauf auszusteigen. Aber dies geling mir nicht. Aktuell bin ich wieder bei Tag 7. Und wie jedes Mal, wenn ich diesen Tag erreiche stelle ich mir die selbe Frage: Was soll ich tun?

Kurz zu meiner Person: Ich bin jemand, der zu den weniger euphorischen und vor Leben strotzenden Personen gehört. 
Mich begleiten viele Probleme. Eines davon ist eine vermutlich vorliegende soziale Phobie, die mich aktuell zu einer Therapie zwingt. Ich habe jahrelang geglaubt, dass dies lediglich eine Begleiterscheinung des Pornokonsums ist. Ich kann aktuell auch immer noch nicht sagen, ob das wirklich stimmt oder nicht. Fakt ist aber, dass ich nichts mit meiner Zeit anzufangen weiß. Ich studiere aktuell (im Homeoffice), allerdings fällt es mir sehr schwer, produktiv zu sein. Ich bin sehr antriebslos und habe so gut wie nichts, worauf ich mich freue. Ich bin interesselos, habe im Knüpfen von Kontakten starke Probleme und weiß eigentlich nicht, was ich möchte. An sich also innerlich sehr zerrissen. 

Ich bin erst 23, aber mir wird jetzt schon alles zu viel. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Konsum von Pornographie bei mir sofort aufhören würde, sobald ich etwas wichtiges in meinem Leben habe, für das es sich zu kämpfen lohnt. 
Der Grund, warum ich mit Pornos aufhören will ist einfach der, dass ich mich dafür sehr schäme. Niemand weiß davon, dass ich dahingehend ein problematisches Verhalten aufweise und würde das irgendjemand aus meinem Umfeld erfahren, wäre ich am Boden zerstört. Generell bin ich jemand, der nicht sehr Resistent gegen jegliche Art von Schamgefühl ist, was mir viele Situationen sehr schwierig macht. 
Eine enge Beziehung zu anderen Menschen fällt mir sehr schwer, auch wenn ich genau weiß, dass es mir unglaublich helfen würde. Leider ist mir dies aus bereits genannten Gründen nicht möglich (und Corona natürlich!)

Was ich mich an der Stelle frage ist, ob das mit der Abstinenz zusammenhängt, und die Motivation irgendwann kommt, oder ob ich mir irgendwie anders helfen muss. Vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und weiß im besten Falle, wie ich aus diesem Hamsterrad rauskomme. Aktuell fehlt mir dazu auf jeden Fall die Kraft.

Mein größter Erfolg waren bis jetzt 30 Tage und etwas mehr, allerdings eher geschummelt, da ich mir in der Zeit dennoch expliziten Content angeschaut habe, Stichwort Edging.
@Lieber Flash,

willkommen! Also als Motivation erkenne ich schonmal an, dass Du Dich mit der Sucht auseinandersetzt, gewillt bist, aufzuhören, das auch bereits mehrfach versucht hast, so wie jetzt, und nun hier im Forum schreibst.

Das ist nicht Nichts. Das ist ein Anfang!

Du schreibst von Antriebslosigkeit, Sozialer Phobie, Desinteresse etc. Auch wenn Du vielleicht vor der Sucht bereits Probleme damit hattest, verstärkt die Sucht genau diese Probleme noch und manifestiert sie. Denn diese gehören (unter anderem) definitiv zu den Auswirkungen der Sucht. Auch eine Depression halte ich bei Dir durchaus für möglich.

Wann hat der Pornokonsum bei Dir angefangen? Wie oft und intensiv hast Du konsumiert?

Du schreibst, dass Dich nichts wirklich interessiert. Wenn Du zurück denkst, gibt es da etwas, was Du mochtest, gern getan hast, wo Du glücklich warst? Die Sucht führt leider auch oft dazu, dass man sich einigelt und keine oder weniger Lust auf andere Dinge hat, sie nicht mehr genießen kann.

Deshalb ist es genau richtig von Dir, dagegen zu kämpfen und begleitend durch eine Therapie hinter die Fassade zu schauen.

Dein Text klingt sehr traurig und verzweifelt. Es tut mir wirklich leid, dass es Dir so schlecht geht. Aber ich glaube, dass Du den Weg weitergehen kannst, den Du begonnen hast und hoffe, dass wir Dich dabei unterstützen können. Es kann nur besser werden!

Du bist noch sehr jung und hast die Zeit und Möglichkeiten (auch wenn Du sie jetzt nicht sehen kannst), etwas zu ändern und Dein Glück zu finden.

Ich wünsche Dir dafür ganz viel Kraft. Schön, dass Du hier bist.

LG Geduldige
@Geduldige,

vielen Dank für die netten Worte.
Wie gesagt, bei mir läuft im Moment vieles falsch, und Corona macht es nicht besser. Mein Konsum aktuell liegt im Schnitt bei 1-3 mal pro Woche, Tendenz fallend. Mein Ziel ist allerdings der komplette Ausstieg, da sich das für mich persönlich einfach nicht richtig anfühlt. Angefangen habe ich ca. mit 13 oder 14 Jahren, habe vielleicht anfangs auch etwas übertrieben, bin dann aber leider, wie vermutlich viele andere Betroffene hier im Forum, nicht mehr davon weggekommen.
Ich habe Pornos teilweise auch immer als "Notausschalter" verwendet für belastende Gedanken, Gefühle etc. Leider hat sich das auch auf die Leistungsfähigkeit meines Gehirns ausgewirkt, zumindest vermute ich das.
Aktuell bzw. eigentlich seit längerer Zeit fallen mir häufig stärkere Stimmungsschwankungen, innere Unruhe etc. auf. Mit Pornos würde ich diese für 1 - 2 Tage sofort loswerden, aber das soll nicht mehr die Norm sein.
@Hey Flash,

danke für Deine Antwort und Offenheit.

Negative Gedanke und Gefühle bzw. Probleme mit Pornos zu betäuben ist der Klassiker. Bei meinem Mann hat das durch jahrelangen Konsum dazu geführt, dass er einige Zeit brauchte, um mit solchen Situationen umgehen zu können und runter zu kommen, ohne sich Bilder und Filmchen anzusehen.

Probleme lösen sich ja nicht durch Pornos. Sie fühlen sich letztendlich sogar unlösbarer an, als sie es tatsächlich sind weil sie so oft mit Pornos weggeschoben wurden und der Süchtige meidet, sich damit auseinanderzusetzen. Die Sucht begräbt solche Gedanken und Gefühle nur für eine Zeit. Dann kommen sie wieder hoch, mit voller Wucht.

Ich halte die von Dir beschriebenen Stimmungsschwankungen, die Unruhe etc. für völlig normal und bin sicher, dass das vergeht, auch wenn es immer wieder solche Tage geben wird während der Abstinenz.

Viele berichten hier von positiven Erfahrungen mit Achtsamkeitsübungen/Meditation, um sich zu entspannen, aber auch, um solche Gedanken und Gefühle besser einordnen zu können und zu lernen, damit umzugehen.

Corona macht es nicht leichter. Das stimmt wohl. Aber es gibt trotzdem Dinge, die Du machen kannst, um motivierter zu werden, wie Sport oder ein anderes Hobby wie Musik z. B.

Dass es schwer ist, Gewohnheiten zu ändern und sich z. B. für Sport aufzurappeln, kenne ich selbst nur zu gut. Wenn ich länger keinen Sport gemacht habe, fällt es mir immer schwerer, den richtigen Zeitpunkt dafür festzumachen. Der innere Schweinehund hat immer genügend Argumente dagegen parat. Die ersten 1, 2 Male sind immer die Hölle und machen mir gar keinen Spaß. Aber ab da geht es immer besser und macht dann auch langsam wirklich Laune. Wie man sich danach fühlt, ist auch sehr positiv. Nach einer Weile geht es fast automatisch und gehört irgendwie zum Alltag dazu. So ist es bei vielen anderen Dingen auch.

Vielleicht tanzt Du gern und studierst eine Choreo ein... Das beschäftigt Dich und schüttet dazu auch noch Glückshormone aus, stärkt das Selbstbewusstsein.

Du könntest auch lernen, ein Instrument zu spielen. Auch irgendwas zu bauen oder zu basteln wäre ein mögliches Projekt (Modellbau z. B.).

Perfekt wäre natürlich, wenn Du etwas findest, von dem Du weißt, es interessiert Dich und macht Dir Spaß. Wenn das nicht der Fall ist, schreibe ein paar Ideen auf, die möglich wären, auch wenn sie Dich nicht interessieren etc. Such' Dir davon was aus und versuche, es im Alltag zu integrieren. Vielleicht macht es Dir dann ja doch Spaß...

Auch Escape-Strategien sind wichtig wenn es mal wieder brenzlig wird und Du erneut zu Pornos greifen willst.

Viel Erfolg wünsche ich Dir. Du schaffst das!

Geduldige
Hallo liebe Community, bin neu hier und hoffe bin richtig in dieser Kategorie. Ich habe ein Problem und ich weiß nicht ob es manchen auch so geht. Ich bin pornosüchtig, ja aber ich bin mir nicht sicher ob ich explizit nur süchtig nach pornos bin. Ich hab spätestens nach einem Tag ohne orgasmus den zwang es zu tun, jedoch ist es egal ob ich dabei pornos schaue, Sex habe oder einfach ohne pornos masturbiere. Geht es euch auch so?
!!! @Hallo Cranck,

bitte erstelle ein eigenes Thema, indem Du im Begrüßungsforum auf "Thema erstellen" klickst und dort Deinen Text eingibst.

Danke und LG Geduldige
@Geduldige

tatsächlich mache ich fast jeden Tag Sport. Das ist eine der wenigen Konstanten in meinem Leben, da mir das sehr gut hilft, Selbstbewusstsein aufzubauen.
Ich glaube bei mir spielt die soziale Komponente einfach die entscheidende Rolle. Habe mich jahrelang zurückgezogen, hatte nur mit einigen wenigen Freunden regelmäßig Kontakt. Ich bin eigentlich auch lange damit klar gekommen, aber inzwischen merke ich, dass ich es leid bin, alles alleine machen zu müssen. Deswegen ja auch die Therapie, mit deren Hilfe ich lerne, mich besser sozial integrieren zu können. Mir geht es an Tagen, an denen ich unterwegs war, viel besser als an den Tagen, wo ich einfach nur zuhause hocke. Bloß ist es für mich immer eine Überwindung, unterwegs zu sein, da ich ja grundsätzlich keine Lust auf nichts habe...
Den ganzen Tag zuhause -> Langeweile -> Pornos -> noch häufiger zuhause -> Pornos... das ist der Kreislauf, aus dem ich gerne austreten möchte, um mir nicht meine Zukunft zu zerstören.
Aktuell bin ich aber recht zuversichtlich, dass es besser wird.
Ich bin auch der Meinung, dass man unbedingt ein Hobby braucht, mit was man sich beschäftigt, bzw.
einfach PMO gegen etwas anderes eintauscht.
Ganz am Anfang hab ich es auch "einfach so" probiert, ohne was zu verändern, bzw. irgendwas anzufangen, sondern
hab einfach weiter alles gemacht wie vorher nur hab eben die Pornos weggelassen.
Das Problem war, dass mir eben trotzdem langweillig war und was macht man, wenn einem Langweillig ist?
Genau wieder zu den alten Gewohnheiten zurückommen.

In einem anderen Anlauf später hab ich einfach angefangen zu Joggen, dann ging das nicht wegen Corona und
ich habe glücklicherweise im Keller etwas platz und hab mir einfach ein gebrauchtes Laufband gekauft und
Jogge immer mal wieder so 2 oder 3 mal in der Woche jeweils 20 bis 30 Minuten und man vergisst dann einfach
für viele Stunden manchmal auch Tage PMO, woher das kommt weiß ich auch nicht, aber sowas wirkt.

Joggen ist auch gut für die mentale Gesundheit:  (Link entfernt)

Kannst aber ansonsten auch jeden anderen Sport anfangen, welcher dir eben einfach Spaß macht
und was du dir vorstellen kannst auch über einen langen Zeitraum hinweg und immer wieder zu machen.
@Hallo flash,

ich habe mir gerade nochmal Deinen 1. Beitrag zum Thena durchgelesen, nachdem Du in Deiner letzten Antwort von dieser Lustlosigkeit geschrieben hast, raus zu gehen. Zunächst dachte ich an eine Depression, was aber irgendwie der Tatsache widerspricht, dass Du so regelmäßig Sport machst. Oder es gibt da noch Arten von Depressionen, die ich noch nicht kenne.

Die von Dir beschriebene soziale Phobie trifft es da, glaube ich, schon eher. Interessant wäre, zu wissen, ob Du bereits vor der Sucht solche Probleme hattest. Denn diese Lustlosikkeit und das Desinteresse sind ja durchaus Auswirkungen der Sucht, ebenso wie Unsicherheit und ein geringes Selbstwertgefühl. Ein Therapeut könnte hier durchaus Licht ins Dunkel bringen.

Aber auch allein ein erfolgreicher Reboot kann diesen Knoten lösen, vorausgesetzt, er war vor der Sucht noch nicht da. Eine Sucht ist leider sehr oft nur der Gipfel des Eisbergs, und so gilt es, auch Ursachenforschung zu betreiben, entweder allein, soweit das möglich ist, oder gemeinsam mit einem Therapeuten.

In jedem Fall kann es schon sehr heilend sein, mit jemandem darüber zu sprechen.

Ich denke auch, wie Du, dass es besser wird.

Alles Liebe

Geduldige
@Geduldige

mein Therapeut hat mir neulich gesagt, dass bei mir leichte depressive Episoden möglich sind. Das hängt von vielen Faktoren ab. Generell neige ich dazu, mich einsam zu fühlen, da ich niemandem wirklich nahe bin außer meiner Mutter. (Habe einen kleinen, engen Freundeskreis, aber da driften gerade die Interessen auseinander) Ich hatte schon immer Probleme, Beziehungen gerade zu Menschen aufzubauen, die in meinem Alter sind. Das möchte ich aber gerne. Das Problem rührt aber von anderer Stelle. Durch PMO kam bei mir denke ich der Verlust meines Selbstwertgefühls und teilweise fehlender Respekt vor mir selbst (Selbsthass klingt übertrieben und trifft auch nicht immer zu)
Was mich am meisten stört ist aber das Desinteresse: Das geht teilweise so weit, dass ich keinen Bock habe, mein Kopf einzuschalten in bestimmten Situationen, weil mir selbst das zu anstrengend ist. Das kann so einfach nicht weiter gehen. Das ist jeden Tag ein hin und her. Ich fühle mich innerlich sehr zerrissen und weiß garnicht, was ich eigentlich will.

Die Abstinenz ist bei mir immer ab dem Moment problematisch, wo die Flatline einsetzt. Dort ist mir dann wirklich alles langweilig und mir fehlen gefühlt alle Glückshormone. Das hört sich jetzt alles super traurig an aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es diesen einen Auslöser gibt, der mir aus der Situation raushilft. Und den suche ich gerade.
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