Porno-Sucht.com Forum: Nofap, Erektile Dysfunktion und mehr.

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...nach langem Hin und Her bin ich nun hier. Ich habe schon des Öfteren mitgelesen, mich in Einigem wieder gefunden - in Anderem nicht.

Ich bin 46 Jahre alt, verheiratet seit nunmehr 8 Jahren, später Vater eines Sohnes - und seit bestimmt 10 Jahren pornosüchtig, auch wenn mir dies erst seit geraumer Zeit bewusst ist.

Was ich sein möchte: ein liebevoller Ehemann und Familienvater mit Verantwortungsbewusstsein, Jemand, der sich selbst und seiner Stärken (die andere durchaus in ihm erkennen - ob nun auf privater oder beruflicher Ebene) bewusst ist und diese nicht aufgrund einer Sucht verkümmern lässt. Jemand, der die Dinge wieder anpackt, gleich, ob vermeintlich schwierig oder leicht. Jemand, der im Leben steht - jemand, der wieder "etwas fühlt".

Was ich aktuell bin: ein Schatten von all dem, was oben beschrieben steht, ausgelöst duch völlig übermäßigen Pornokonsum, der zeit- und auch emotionsraubend ist. Manchmal blitzt all das Beschriebene auf und ich besinne mich dessen, was ich sein möchte - nur, um es durch mal eben 4 Stunden Porno oder Chat wieder selbst auszulöschen.

Meine "Karriere" als Pornosüchtiger in Kurzform: vor rund 12 Jahren begann das Ganze, eher harmlos, hier mal ein Video auf MDH, dann mal für ein paar Monate auf einer Pornoseite angemeldet....ein Film, gut ist. All das hat sich über die Jahre ausgewachsen, Porno wurde eine Art "Wohfühl- und Trostdroge" für mich - und heute muss ich mir eingestehen, dass ich ohne gar nicht so recht kann, was dann auf Chats auf B7 geführt hat, die Kosten hierfür habe ich nie nachgehalten - darf man Feigheit und "Augen-zu"-Mentalität nennen.

Meine Frau weiß nichts von all dem - es geschieht heimlich aber nicht selten bis zu 8 Stunden täglich. Wir schlafen seit 6 Jahren nicht mehr miteinander - was auch aufgrund meiner Sucht schwieriger werden dürfte, die Gründe hierfür kann man bereits in zahlreichen Posts nachlesen.

Anders als vielfach beschrieben ist es bei mir nie mehr der Wunsch nach "härtererem" Sex geworden: durchaus waren auch Filme mit homoerotischen Inhalten mal mit dabei, ebenso mal Gruppensex - aber alles war auch verbunden mit einem gewissen Sinn für Romantik und Feinfühligkeit - mag seltsam klingen, aber in die BDSM- oder Gewaltschiene ist es bei mir nie gegangen - allerdings ein schwacher Trost, alle weiteren Symptome bringe ich mit.

Ich verbringe oft Stunden im Chat oder auch vor Filmen, nicht selten mit geöffneter Hose - und doch schlaffem Penis. Mir fehlt mittlerweile meine Selbstwahrnehmung diesbezüglich. Oft endet es dann am Ende in einer eher lustlosen Form der Masturbation, ohne, dass mir das Gezeigte überhaupt noch etwas gibt: habe ich während all der Zeit zwischenzeitlich durchaus Halberektionen oder Erektionen, so ist man ab einem gewissen "Chat- und Schaupegel" einfach "drüber" - wie eine Übermüdung.

All das klingt noch sehr unsortiert - und so fühle ich mich auch. Es geht mir darum, durch die Anmeldung hier einen Anfang zu schaffen - einen ersten Schritt hin auf ein Ziel, das mich wieder erdet - einen Entzug. Anders kann man es wohl nicht nennen.

Es fühlt sich komisch an, all das aufzuschreiben: ein Mix aus schlechtem Gewissen und einer ersten zarten Befreiung. Aufschreiben wollte ich es in ähnlicher Form schon länger - nun ist es geschehen.
Hallo lieber raus!
Respekt für Deinen Mut und Deine Einsicht ! Ganz herzliches Willkommen im Forum .
Wünschte mein Mann würde nur Ansatzweise etwas von seiner Pornosucht einsehen, er ist schon vor unserer Zeit Pornosüchtig gewesen... sind jetzt 19 Jahre ein Paar, meine erste unglaublich einzigste Liebe, seit diesem Jahr verheiratet, drei gemeinsame Kinder. ..

Bleibe am Ball .. schreib hier dein Tagebuch und beziehe vielleicht deine Frau oder einen engen Vertrauten mit ins Geschehen ein .. Das wird gib nicht auf!

Gedanken aufzuschreiben, die man sonst nur mit sich teilt, sind erst unsortiert, das wird aber besser je öfter man dies tut..

Du schreibst, Deine Frau und Du schlaft seit sechs Jahren nicht mehr miteinander.. ist die Sucht dafür der Grund ? Wünschst Du Dir wieder welchen?
Sorry ich muss.. Baby schreit...

Viel Kraft fürs Durchhalten LG
Liebe Sillyba85,

zunächst mal: es tut gut, so schnell eine Antwort zu bekommen - und es tut mir leid, in welcher Situation Du gefangen bist, von der anderen Seite aus gesehen.

Ich möchte Deine Frage kurz beantworten: Die Sucht ist mit Sicherheit ein Grund - und zwar einer, den ich bekämpfen muss, um den anderen Grund zu knacken - denn um an diesen ranzukommen müsste ich mich überhaupt trauen, mich meiner eigenen Frau mal wieder in liebevoller Zärtlichkeit zu nähern, die über ein pures und unverbindliches Couchkuscheln hinaus geht. Um die damit verbundene 2. Frage zu beantworten: für meine Frau empfinde ich nicht nur eine übermäßige Achtung, sondern eine tiefe, von Herzen kommende Liebe - die dennoch durch die Sucht wie im Schlamm begraben liegt und in körperlicher Form für mich einfach nicht greifbar ist.

Ich hoffe, das klingt jetzt nicht zu kryptisch....es ist nur schwer in Worte zu fassen und es tut weh, darüber zu schreiben.
@Herzlich Willkommen Lieber Raus,

danke für Deine Geschichte. Es ist schon ein großer Schritt, das Problem zu erkennen und sich hier zu outen. Auf jeden Fall ist es ein guter Anfang, und Du bist damit schon weiter als so mancher Partner einiger betroffener Frauen hier.

Die Folgen der Sucht, die Du bei Dir bemerkst, hast Du sehr gut beschrieben.

Nun gilt es, aus diesem Teufelskreis auszubrechen, damit Du wieder der Mann sein kannst, der Du eigentlich tief im Inneren immer noch bist.

Seit 6 Jahren kein Sex ist heftig. Wie geht Deine Frau damit um bzw. wie steht sie dazu?

Vielleicht solltest Du mit ihr darüber reden und was Dich bremst. Als ich Deine Antwort auf @Sillybas Fragen las, dachte ich automatisch: Wenn das jetzt seine Frau lesen könnte, sie würde es verstehen. So schön hast Du es in Worte gefasst.
(20.07.2021, 01:34)Geduldige schrieb: [ -> ]@Herzlich Willkommen Lieber Raus,

danke für Deine Geschichte. Es ist schon ein großer Schritt, das Problem zu erkennen und sich hier zu outen. Auf jeden Fall ist es ein guter Anfang, und Du bist damit schon weiter als so mancher Partner einiger betroffener Frauen hier.

Die Folgen der Sucht, die Du bei Dir bemerkst, hast Du sehr gut beschrieben.

Nun gilt es, aus diesem Teufelskreis auszubrechen, damit Du wieder der Mann sein kannst, der Du eigentlich tief im Inneren immer noch bist.

Seit 6 Jahren kein Sex ist heftig. Wie geht Deine Frau damit um bzw. wie steht sie dazu?

Vielleicht solltest Du mit ihr darüber reden und was Dich bremst. Als ich Deine Antwort auf @Sillybas Fragen las, dachte ich automatisch: Wenn das jetzt seine Frau lesen könnte, sie würde es verstehen. So schön hast Du es in Worte gefasst.

Danke für das nette Willkommen, tut gut, das so zu lesen.

Um kurz darauf einzugehen, wie meine Frau das sieht (in Summe ist das Ganze recht komplex, daher versuche ich das in Kurzform): sie findet sich selbst offenbar nicht mehr attraktiv (genug für mich?). Auf Komplimente reagiert sie eher abweisend, als ob ich die nicht ernst meinen würde.

Sex hat (scheinbar) keinen hohen Stellenwert mehr für sie, sie weicht Fragen dazu aus, kompensiert es möglicherweise über Arbeit.

Ich weiß nicht, ob sie es verstehen würde, ich bin mir sicher, dass sie nie über eine Sache wie "Pornosucht" nachgedacht hat...und im Augenblick bin ich auch nicht sicher, ob ich das, was ich hier momentan in einer eher anonymen Form schreiben kann so in verbaler Form ihr gegenüber hinbekomme - und ob es angesichts der dazugehörigen Beichte dann noch die notwendige Wirkung erzielt. So sehr es auch von Herzen kommt.
Lieber Raus!

Da gibt es einiges aufzuarbeiten, mach dich auf einen längeren Weg gefasst, aber du kannst dich dann freuen, diesen Weg gegangen zu sein und diese Belastung abgelegt zu haben. Das mit fehlendem Sex kenne ich, allerdings nicht in dieser Hardcore-Form. Beim Reboot kann dies aber auch von Vorteil sein, denn du kannst (unauffällig) den totalen Hardcore-Modus anstreben. Auf jeden Fall ist gestern zu beginnen angesagt, ansonsten wirst du nicht ohne professionelle Hilfe oder eine Aussprache mit deiner Frau auskommen. Starte jetzt, zähle jeden Tag und fühl dich befreit!

Alles Gute!

Heinrich
Lieber Raus..

Wie geht's Dir?
Hast Du schon eine Entscheidung über den Start ? Würde mich an Heinrichs Rat halten lieber gestern als heute.. ;-)

Bin sicher du schaffst das! Weihe Deine Frau mit ein wenn du es gefühlsmäßig kannst.. Sonst machst du dir am Ende zu viel Druck, Deine Entscheidung zum Reboot und Deine super toll gesteckten Ziele sind erstmal wichtiger!


Aber bleib dran und berichte von Dir .. toll ich freu mich das es Euch einsichtige Männer gibt, die an sich arbeiten !! Das gibt mir Hoffnung für meinen Mann! Wunderbarster , liebevollsterben Mann der Welt , dennoch bescheuerte Sucht ...


Weh tun und verschlammt Gefühle darf es geben, denn genau das ist bei uns betroffenen Partnerinnen leider ständig present , dennoch kannst du diese tiefe Liebe fühlen, dich daran erinnern und du hast den Wunsch nach Zärtlichkeit mit Deiner Frau !! Das ist doch mega halte dich daran fest .. Ich schwöre.. Irgendwann sind es nicht mehr nur Vorstelungen...
Wünschte gerade ich könnte mit meinem Mann darüber chatten..
Liebe Grüsse

Sillyba
Start war gestern, siehe Tagebuch:

https://www.porno-sucht.com/forum/showth...p?tid=2555

Wink
Guten morgen liebe Geduldige!
Danke dir! Habt einen schönen Tag LG
Ich freue mich über die Resonanz und den Zuspruch hier - momentan ist es mein Einziger. 

@heinrich66
Ich habe auch vor meiner Anmeldung schon viele Deiner Beiträge und speziell Dein sehr offenes und umfangreiches Tagebuch hier gelesen - vollumfänglich habe ich es noch nicht geschafft. Für mich ist das ein Ansporn, da hast Du schon definitiv eine Art Vorbildfunktion für mich, von daher einfach schon mal Dank dafür. Mir ist durchaus bewusst, dass all dies kein Sonntagsspaziergang sein wird. Momentan aber fühle ich einen inneren Antriebe, diese Sache hinter mir zu lassen - einen Antrieb, der auch vorher schon da war, nun aber intensiver ist. Ein Hinterfragen in scharfer Form meines eigenen Verstandes, auch, wenn ich zwischenzeitlich durchaus noch nachgebe, was mich aber von meinem Endziel nicht abbringen wird. Mein Tagebuch halte ich ähnlich schonungslos und offen wie Du das Deine, nicht zuletzt, um mir ein neues Leben vor Augen zu führen, das mich erwarten wird, wenn ich "hiermit" durch bin.

@sillyba85
Lieb, dass Du nachfragst. Ich habe meine derzeitigen Gefühle sowohl in meinem Tagebuch, als auch in meiner schon an heinrich66 formulierten Antwort mitgeteilt. Es ist wie mit dem Rauchen: wäre traumhaft, einfach zu sagen: so, Kippen weg, alles gut. Ich stelle mich der Herausforderung und wichtig ist auch, dass ich hier nun eine Anlaufstelle habe, in der ich mich wohl fühle und wo ich meine Gedanken ausformulieren kann.
Die Hoffnung, dass auch Dein Mann diesen Punkt finden wird, die solltest Du auf keinen Fall aufgeben, vor allem, wenn ihr noch starke Gefühle füreinander habt. Ich empfinde es gegenüber meiner Frau regelrecht als eine Form von Betrug, permanent "nur mit mir selbst" beschäftigt zu sein - auf diese Art. Ich habe darüber nachgedacht, ihr vielleicht irgendwann all das, was sich hier zusammen tragen wird, in schriftlicher Form einfach zu übergeben, ist aber einfach eine Momentaufnahme, jetzt, wo ich mit dem Aufhören noch ganz am Anfang stehe. Nicht selten habe ich mir die Frage gestellt, ob es eine Art Mutation der Pornosucht ist, in der man sich einfach nach einer Zuwendung sehnt, die Zärtlichkeiten mit einbezieht - das könnte erklären, warum ich schon immer ein Faible für "Frauenpornos" hatte, einfach schönen Pärchensex. Soviel zur "Selbstdiagonose"....und Dir wünsche ich von Herzen, dass Du den Ansatzpunkt mit Deinem Mann hierfür findest.

Ich weiß nicht, ob sich hier Liebhaber der Rockmusik finden, aber bereits seit Anbeginn meines Entzugswunsches habe ich diesen Liedtext vor Augen, in dem mich mich absolut wiederfinde:

https://www.songtexte.com/songtext/thres...b80d6.html

Manchmal höre ich mir diesen Song zigfach am Tag an, singe ihn im Auto mit....nicht selten mit ein paar Tränen in den Augen. Und ich bin wirklich nicht nah am Wasser gebaut....
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