Porno-Sucht.com Forum: Nofap, Erektile Dysfunktion und mehr.

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Hallo ihr Lieben, 

ich bin so durcheinander, verletzt wütend, gleichzeitig traurig und irgendwie 
hilflos. 
Mein Freund (30) und ich (33) sind seit fast 3 Jahren ein paar, vor knapp 
5 Monaten kam unser erstes Kind zur Welt. Eigentlich sind wir echt ein tolles
Team, natürlich streiten wir uns mal und gerade auch jetzt die Zeit mit Baby 
ist eine Herausforderung, aber ich dachte wir würden das alles meistern.
Ich habe am Freitag mitbekommen das mein Freund sich Pornos anschaut, dass hat er in der Schwangerschaft auch schon mal gemacht wo ich es mitbekommen habe, was mich eigentlich auch
nicht wirklich stört, am Freitag kam es dann zu einem Gespräch und er meinte er würde es nur ab 
und an mal machen und es einfach lassen. Heute habe ich dann weil ich an seinem Handy was gesucht habe da meins unten lag das er im Verlauf jeden wirklich jeden Tag mehrmals Pornos guckt… mir ist ganz 
schlecht geworden, ich habe ihn dann darauf angesprochen und er war dann so ehrlich und hat mit gesagt das es eine Sucht ist und er das bereits seit über 10 Jahren macht… mal mehr und mal garnicht
Aber er kommt da nicht von los und es hat absolut nichts mit mir zu tun oder das er mich nicht mehr attraktiv findet. Ihm sei vor 3 Monaten selber bewusst geworden das es eine Sucht ist und er hat gesagt 
das er schon viel drüber gelesen hat und sich Hilfe holen möchte… ich bin aber einfach nur fertig gerade, auf der einen Seite bin ich sehr froh und dankbar das er es mir erzählt hat auf der anderen Seite fühle ich mich schrecklich und es macht mich unfassbar traurig, ich fühle mich auch irgendwie betrogen und weiß einfach nicht weiter… ich habe dieses Forum beim googeln gefunden und hoffe ihr könnt mir helfen und mir Rat geben wie ihr es gemacht habt und was ich tun kann um ihn zu unterstützen das er damit aufhört, ich habe wirklich schreckliche Angst das es unsere kleine Familie kaputt macht ?
Einen Rat hab ich nicht, jede Frau muss ihren Weg damit finden. Mir hilft das Lesen hier sehr. Bei uns kam es vor über 4 Monaten raus, weil ich es rausgefunden habe aber damit ist natürlich nicht Ende der Geschichte. Das wir damit nix zu tun haben klingt zwar ganz nett aber....

Meiner geht zur Suchtberatung, in die cybersexgruppe, hatte zwischenzeitlich viel gelesen, sich mehr oder minder einen Therapeuten gesucht... Stand jetzt ist nix besser, eher alles schlimmer als je zuvor. Pornosucht ist ein Ventil, hier muss Ursachenforschung betrieben werden.
Mein anfänglicher enthusiasmus ist gewichen und ich kenn auch keinen der danach irgendwie Glücklich wurde.. Außer vielleicht mit einem neuen Mann wenn einen das nicht fürs restliche Leben so sehr geschädigt hat.
Alles Gute und vorallem gute Nerven
Danke dir für deine Antwort. 
Ich möchte natürlich keinen anderen Mann, wir haben gerade ein kleines 
Baby bekommen, ich habe nur so Angst das es einfach alles zerstört, auf der einen Seite will 
ich ihm helfen auf der anderen ist das Vertrauen einfach komplett weg. So angelogen und auch irgendwie
betrogen zu werden tut einfach nur weh. 

Ich hab im Moment keine Ahnung wie es weitergehen soll. Ich hoffe 
sehr das wir wieder glücklich werden und er es irgendwie schafft.

Aber natürlich weiß ich auch, dass wenn er es nicht schafft oder vielleicht auch schaffen will 
muss ich ausziehen und meinen Weg gehen, dieser Schritt sollte aber natürlich der letzte sein, gerade auch für unser Baby. 

Ich glaube die Ursache liegt tief in seiner Kindheit und Jugend, dass war nicht immer leicht. Ich weiß nur 
nicht ob er das auch so sieht und einsieht und sich wirklich Hilfe holen wird. 

Aber vielen Dank trotzdem für deine Antwort.
Ich kann dich absolut verstehen, ich fühle mich auch betrogen und wurde täglich seit 6,5 Jahren angelogen. Er hatte auch nix besseres zu tun wenige Stunden nach der Entbindung unserer kleinen im Bad zu hocken anstatt bei uns im Bett mit seiner frisch geborenen Tochter zu kuscheln. Das kann man niemals vergessen, solche Ignoranz.
Helfen kann er sich nur selbst, ich hab mich die letzten Monate so aufgeopfert weil ich dachte es hilft... Tut es nicht, den Weg muss er selber finden. Es schadet dir nur umso mehr du drin hängst.
Ich hab anfangs hier genau so geschrieben wie du ich hatte Hoffnung. Mach ich auf eine unangenehme zeit gefasst, wie lange du das mitmachst entscheidest du, für dich, deinen seelenfrieden und dein kind. Damals dachte ich es sei überzogen zu sagen "geh einfach und guck nicht zurück" mittlerweile würde ich das auch jeder frau ans herz legen
Das klingt ganz schrecklich und tut mir unendlich leid zu hören. Ich kann mir vorstellen wie schlimm das für dich gewesen sein muss direkt nach der Geburt.
So „schlimm“ scheint es bei uns Gott sei Dank noch nicht zu sein, er war nach der Geburt 4 Tage bis zur Entlassung mit mir im Familiezimmer und auch so bekomme ich es tagsüber nicht mit das er weg ist oder 
Pornos guckt, er ist zwar immer lange auf Klo sein Geschäft verrichten, aber dabei ist nie abgeschlossen und ich bin schon oft einfach rein gegangen weil ich was geholt habe oder so. Er scheint es wirklich nur abends und morgens oder auf der Arbeit zu machen (24stunden Dienste) und im Bett morgens und abends auch nur wenn er alleine schläft was im Moment aufgrund unseres Sohnes der Fall ist, da dieser nur neben mir in unserem Bett schläft. 
Ich will damit nicht sagen das es weniger schlimm ist und will das ganze auch nicht unrealistisch sehen, ich glaube das wird ein sehr langer harter Weg für uns alle und am Ende kann keiner sagen ob wir ihn als Familie überstehen ?
Liebe stummi,

du hast es entdeckt und er hat es dir dann erzählt. Das ist schon mal gut. Allerdings ist dir sicher auch klar, dass es dazu erst ein Entdecken brauchte.
Er sagte, er wolle sich Hilfe holen. Gegenfrage, holt er sich die jetzt? Wollen tun Süchtige viel, vor allem nach dem Entdecken. Versprechen tun sie dann alles. Aber es gibt da mehrere Ausprägungen von "Wollen". Er muss das selbst, unbedingt, ohne Kompromisse voll und ganz wollen. Das merkt man als Partnerin daran, dass sehr genaue Gespräche über die Sucht möglich sind, dass er auch von sich aus redet, dass er sich um einen Psychotherapie-Platz oder Termin beim Psychologen bemüht, dass er entsprechende Literatur von sich aus liest, dass er reflektiert und dass er dich mit anderen Augen sieht und anders durchs Leben geht, nicht mehr alles so schleifen lässt usw..

Mach den Fehler nicht, zu glauben, dass du ihm helfen könntest. Du kannst leider nicht viel mehr tun als ihm klar zu machen, dass du das so nicht akzeptieren wirst und so ein Leben mit einem Süchtigen nicht führen wirst. Das musst du aber dann tatsächlich in letzter Konsequenz wollen und umsetzen. Sprich du musst die Beziehung beenden, wenn er nichts unternimmt und sich nicht helfen lässt. Knallhart sein, ist jetzt gefragt.
Wenn du einen Helferkomplex hast und sehr viel mehr Verständnis für andere als für dich selbst aufbringen kannst, dich selbst in den Hintergrund stellen kannst, wie viele Partnerinnen hier, dann wird es schwierig. Dann liegt langes Leid vor dir.

Und mach bitte nicht den Fehler zu glauben, du hättest da einen weniger schlimmen Fall vor dir. Nur die anderen Männer wären so schlimm. Dein Mann würde ja nur.... Du schreibst das auch in der letzten Zeile. Trotzdem klingt es ein bisschen so in den Zeilen darüber.

Sucht ist Sucht und diese Sucht darf man nicht unterschätzen. Sie ist knallhart und schwer zu besiegen, es ist ein Kampf für die Betroffenen und niemals easy. Und diese Sucht bleibt nie ohne Folgen, körperlich und psychisch für die Partner. Das große Problem ist, dass der Konsum nur einen Tastendruck, einen Klick entfernt ist und dann steht die ganze schöne Welt offen.

Er hat dir von 10 Jahren Sucht erzählt. 10 Jahre Sucht! Seit er 20 ist? Das ist niemals ein nicht so "schlimm". Es hat nur verschiedene Ausprägungen, da die Menschen unterschiedlich sind. Auch mein Mann hat sich phasenweise zusammenreißen können. Bzw. er hat sich die Pornos im Kopf geträumt. Ein "wirklich nur" abends und morgens klingt mir eher nach sehr sehr vielen Möglichkeiten.

Dass dein Mann nicht mehr neben dir schläft ist ein großes Problem. Auch bei uns war es so. Mein Mann ist auch nach 20 Jahren nicht mehr zurückgezogen ins Bett, bzw. in meine Nähe. Du ahnst warum?

Liebe Grüße
Er war auch immer lange auf Klo, ich hab ihn nie erwischt, wie auch immer das so lange geklappt hat 6,5 Jahre, war auch oft gucken, abgeschlossen hat er auch nicht, wäre ja aufgefallen sagt er. Er hat auch immer alles haarklein gelöscht damit ich es nie finde, dürfte auch immer ans Handy und hat somit suggeriert ehrlich zu sein. Sobald das Handy mit bei war gings los, auch kurz nach der Arbeit und halt generell morgens im Bad oder wenn ich anderweitig mal kurz weg war, einkaufen, im Keller, in der wanne. Ich habs nur rausgefunden weil ich nicht im Verlauf geguckt habe sondern ganz woanders, er hätte das Ausmaß nie zugegeben. Er sagte als ich es dann schon wusste es wäre nur ein zwei mal die Woche
Ich musste es ihm echt schwarz auf weiß zeigen das es täglich ist teilweise mehrfach. Er wollte seine Sucht überalles beschützen, wir waren nicht Nummer eins. Er sagt auch er hätte billigend in Kauf genommen das ich ihn verlasse denn er hätte es mir nie erzählt
(11.04.2022, 09:43)Finchen156 schrieb: [ -> ]Er war auch immer lange auf Klo, ich hab ihn nie erwischt, wie auch immer das so lange geklappt hat 6,5 Jahre, war auch oft gucken, abgeschlossen hat er auch nicht, wäre ja aufgefallen sagt er.

Smile ja sagt mal. Da geht ihr rein, wenn euer Mann auf dem Klo sitzt? Würde ich nie nie niemals Shy

Dieses das "Problem" kleiner machen als es tatsächlich ist, ist, glaub ich, üblich. Auch mein Mann wollte dieser minder schwere Fall sein. Es klingt doch auch gut und ist von der Partnerin viel besser zu akzeptieren. Selbst kann man sich der Illusion hingeben, dass man ja quasi nur an der Grenze zur Sucht steht und so ein bisschen kontrollierter Konsum doch für einen selbst noch in Ordnung sein müsste. Weil ganz aufhören, dann würde das Leben ja so langweilig werden. Und die Partnerin.... was sie nicht weiß, macht sie nicht heiß. So heißt es doch so schön.

Auch mein Mann hat seine Bilder beschützt und dafür war Lügen legitim. Kennst du den Begriff "Notlüge". So in etwa. Videos und Bilder nehmen eine riesig hohe Stellung ein, sie sind das, wofür Süchtige leben und die Familie läuft nebenher.

Du hast offensichtlich noch nicht so viel von der Sucht bemerkt. Aber das bleibt nicht aus. Mit den Jahren verändert sich der geliebte Partner in einen Menschen, den man so nie geheiratet hätte. Für mich war er nur noch an schnellem Pornosex interessiert, er konnte nichts anderes mehr, bis er sich kaum mehr für mich interessierte, sozusagen auf der Flucht vor Zweisamkeit und zuletzt sowieso nicht mehr konnte. Irgendwann reicht die eigene Frau im Bett nicht mehr aus aber alle anderen Frauen sind interessant. Und spätestens dann bekommt die Partnerschaft große Risse.

Besser Du findest von Anfang an klare Worte, die ihn drastisch erreichen. Kontraproduktiv ist allzu viel Verständnis für die Sucht und der Glaube, man könnte ihm irgendwie helfen. Denn er muss es tun!
Liebe Chiara,

Oben hast du geschrieben:
"Auch mein Mann hat seine Bilder beschützt".

Was meinst du damit? Wie beschützt man seine Bilder?

Liebe Grüße
Hariett
Hallo Hariett,
Bildersammlungen sind extrem wichtig. Als ich einmal dazukam als er sich welche aus dem Netz gezogen hatte gab es ein Gerangel. Ich wollte sehen, was da am Bildschirm läuft und er wollte eben nicht, dass ich entsprechend Einblick erhalte. Er war nie gewalttätig, so ist er nicht. Aber in diesem Fall hat er mich mit Gewalt abgehalten, die offenen Fenster schnell geschlossen und mir auch körperlich weh getan. Seither habe ich den Eindruck, dass diese Bilder gehütet werden wie ein großer Schatz und diese vor den Blicken der Partnerin oder vor Löschen, vor dem Verschwinden aus dem Kopf beschützt werden. In diesem konkreten Fall bin ich nicht beschützt worden, im Gegenteil, die Bilder aber schon.

Mein Mann wusste nicht, weshalb immer noch Bilder vor dem geistigen Auge aufploppten, obwohl er angeblich keine mehr konsumierte. Weil er sie am Leben erhielt, indem er sie weiter träumte. Er beschützte die Bilder vor dem Vergessen, vor dem Verschwinden.

Ich finde einfach, das trifft es genau.
Liebe Grüße
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