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Ihr Lieben
Ich habe jetzt schon einige Beiträge gelesen und bin euch allen Dankbar, dass ihr hier so ausführlich berichtet wie es euch ergeht. 
Es hat mir schon sehr geholfen... 

Kurz (oder etwas länger) zu meiner Situation. 

Ich bin seit 5 Jahren mit meinem Mann zusammen, 3 Jahre verheiratet. 
Bis vor einigen Monaten hätte ich gesagt ich bin die glücklichste Frau auf der Welt. 
Ich bin bereits einmal geschieden und habe von meinem ersten Mann zwei Kinder im Vorschulalter. 
Ich habe mich damals von meinem jetzigen Ex-Mann getrennt, weil er mich zum einen ständig betrogen hat und klar wurde, dass er eine narzistische Persönlichkeitsstörung hat. Die Trennung / Scheidung etc. war dementsprechend anstrengend. Nach zwei Jahren alleine mit den Kids habe ich meinen jetzigen Mann kennen gelernt. 
Anfangs war alles super (bzw. wie gesagt, nach meinem Wissen war alles super bis vor einigen Monaten). 

Ich habe dann Stück für Stück herausgefunden, dass mein Mann süchtig nach Sexting ist und online "Beziehungen" mit Frauen auf der ganzen Welt führt. Pornografie und Kontakt in solchen Life-Chats mit Prostituierten ist ebenfalls ein Teil davon. 
Ich denke das ganze Ausmass habe ich heute noch nicht richtig begriffen bzw. bin mir auch sicher, dass ich lange nicht alles weis. 

Mit den meisten Frauen hatte er nur online Kontakt, er hat sie via Apps wie Snapchat / Instagram etc. kennen gelernt und mit ihnen geschrieben und dann aber auch via Video Chat sexuellen Kontakt. Einige wenige (soviel ich weiss) hat er auch getroffen und hat mich so auch "körperlich" betrogen. 
Als alles herauskam war es nicht wie bei den meisten von euch wie ich gelesen hatte das er es abstritt - nein, er sagte sofort: Ich bin krank, ich brauche Hilfe. Etwas stimmt mit mir nicht, es tut mir leid.
Er wollte dann (er sagt aus Scham und weil er mich schützen will) mir auch nicht alles erzählen obwohl ich ihn immer wieder gebeten habe - damit ich weiss womit ich es zu tun habe. 
Wir haben sofort einen Termin bei einer Paartherapeutin gemacht - was im nachhinein nicht viel gebracht hat weil er die Therapeutin angelogen hat und uns allen nicht bewusst war zu diesem Zeitpunkt das es tatsächlich eine Sucht ist. Er hat zwar gesagt, ich bin krank, mir war aber nicht klar, dass es sowas wie Online-Sex Sucht überhaupt gibt. 
Er hat hoch und heilig versprochen aufzuhören - leider war das nicht der Fall. Ich habe einige Monate später ein zweites Handy bei ihm gefunden. Das hat er vor mir versteckt und einfach weiter gemacht. 

Nun ist er seit November praktisch nicht mehr aus dem Haus. Das war initial seine Idee - ich denke er wollte sich selber schützen damit er nicht auf die Idee kommt irgendwelchen Blödsinn zu machen... 

Die Paartherapie haben wir abgebrochen, er ist jetzt aber in Kontakt mit einer Klinik die Spezialisiert ist auf dieses Thema und überlegt sich Stationär eine Therapie zu machen. 

Nun zu meiner Frage - gibt es Frauen / Männer hier bei denen auch das Thema Sexting im Vordergrund steht (und nicht "nur" Pornografie)? Wie geht ihr damit um?
Der Alltag ist so unglaublich anstrengend im Moment... Ich war schwanger und habe mein Baby verloren - ich denke unter anderem auch wegen dem Psychischen Schock und dem "Trauma". Ich kämpfe mit dem Verlust, ich bin unendlich 
traurig darüber - gleichzeitig habe ich dieses Thema mit meinem Mann zu verarbeiten und schaffe einfach nicht wieder vertrauen aufzubauen. 
Wie gesagt, er ging lange nicht mehr weg... natürlich ist das kein Zustand und er muss auch mal wieder seine Freunde treffen können. Mir schnürt es jedesmal den Hals zu, ich bekomme regelrechte Panikattaken und kann mich nicht beruhigen. Ich habe unglaubliche Angst, dass er irgendwas blödes tut. Er schwört zwar auf alles und jeden, dass seit dem Vorfall mit dem zweiten Handy nichts mehr passiert ist (ich habe Zugang zu seinem Handy und auch nichts mehr gefunden - wobei ich natürlich weiss, dass es immer einen Weg gibt sowas zu tun wenn Mann dann will....) ich habe einfach kein Vertrauen mehr, und das frisst uns auf. Obwohl mein Mann extrem zugänglich ist, wie gesagt, eine Therapie machen will, seine Sucht einsieht, sich informiert etc. Aber ich schaff es einfach nicht ihn aus den Augen zu lassen ohne Panikattaken. 
Ich muss vielleicht noch erwähnen, dass mein Mann optisch recht auffällt... Die Ladies fahren total auf ihn ab. Das war mir schon immer klar, hab mir aber nie was darauf gegeben - wie gesagt, ich dachte wir haben die ultimativ glückliche Beziehung. Sexuell lief / läuft es gut, wir reden viel, wir lachen, wir unternehmen viel gemeinsam, wir haben viele tolle Freunde, meine Family liebt ihn und seine mich... Mit meinen Kids war er extrem liebevoll und ich hätte NIE NIE NIE gedacht, dass da paralell was läuft. Das ganze ging (wie er sagt, ca. 1 1/2 Jahre so... also nicht von Anfang an... Keine Ahnung ob das stimmt... 
Mein Mann hatte eine sehr schwere Kindheit, seine Mutter hat die Familie verlassen (sie ging in ein anderes Land) da war er 4 und sein kleiner Bruder gerade geboren. Der Vater war total überfordert. Er hat sehr viel Gewalt erlebt von seinem Vater und eines Tages (da war mein Mann ca. 12) verliess der Vater die Jungs und liess sie bei den Grosseltern, hat wieder geheiratet und sich nicht mehr um seine Kinder gekümmert. 

Keine Ahnung was ich genau hoffe von euch zu hören- ich bin einfach am Ende (allenfalls noch wichtig zu erwähnen, ich habe mir selber auch Psychologische Hilfe geholt - fruchtet aber bis jetzt leider irgendwie noch nicht so recht). Ich bin einfach mit allem total fertig.... 
Keine Energie - ständig Angst etc. 

Wie ging es euch damit am "Anfang"?

Herzlichen Dank fürs lesen... ich hoffe das macht irgendwie Sinn wie ich das beschrieben hab....
Liebe TheWife,

schön, dass Du hier bist... Heart
aber so schade, aus welchem Grund...
Leider ist auch Dir dieses Schicksal nicht erspart geblieben.

Du und Dein Mann habt jetzt schon die ersten schlimmen Monate hinter euch.

Das Thema Sexchat war (und ist es für mich immer noch) sehr verletzend, dieser reale Kontakt mit Frauen...
Man vergißt es wohl nie... besonders wenn man manche Chats gelesen hat.
Der eigene Mann, der mit fremden Frauen solche intimen Sachen schreibt.

Für mich ist es ein Ehebruch, ein Betrug, ein Fremdgehen im Kopf... wenn nicht dann sogar in echt.

Wir alle sind unterschiedlich und es ist Deine persönliche Entscheidung, wie Du mit der Situation und den Ereignissen umgehen kannst und wirst.
Nur Du schreibst von Panikattacken und Angst...
das hört sich schon sehr heftig an.

Mir tut es unendlich leid mit Eurem Baby... das ist wirklich noch ein zusätzliches psychisches und seelisches Leid, dass Du zu verkraften hast.  Sad

Deshalb rate ich Dir unbedingt den Fokus auf Dich zu legen.
Versuche Deine Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen.
Wirklich... diesen gemeinsamen Weg schafft man nur, wenn beide nicht voneinander abhängig sind.
Im Sinne von "erpressbar".
Egal ob finanziell oder emotional.
Versuche Dich etwas abzugrenzen, bzw wirklich eine Grenze für Dich zu definieren...
z.B. was Du machst, wenn er das nächste Mal was verschweigt oder Dich anlügt.

Es ist uns Frauen leider nicht möglich, die Sucht unserer Männer verschwinden zu lassen.
Eigentlich schauen wir nur hilflos zu...
...es ist nur die Frage, wie weit darf ER gehen bzw. was lässt Du Dir alles gefallen...

Es liegt einzig allein an Deinem Mann, wie ehrlich und offen er die nächsten Schritte gehen wird.

Dein Part wird der der Konsequenzen sein.
Was aber nicht immer negativ sein soll...
Vertrauen kann man nämlich wieder mit der Zeit, mit Ehrlichkeit, Stück für Stück zurückgewinnen.

Aber das dauert...

Ich wünsche Dir und Deinem Mann alles Gute!!

Viele liebe Grüße
Susan
Blush
Liebe TheWife,

du hast Panickattacken, sowie er aus dem Haus geht, hast keine Energie mehr und ständig Angst.
Das hätte ich auch an deiner Stelle, das was er macht(e) ist heftig, da es reale Kontakte betrifft und ich kann dich wirklich gut verstehen.
Es gibt sicher nicht wenige Frauen, die hätten einen solchen Mann umgehend vor die Tür gesetzt! "Körperlich" betrogen, ich hätte Angst vor Krankheiten.

Dass du dir Hilfe geholt hast und eine Therapie machst ist schon mal wichtig. Denn ein solches psychisches Trauma und du hast eines, geht nicht ohne Weiteres wieder weg. Das schleppt man ein Leben lang mit sich herum und man braucht Hilfe, damit es nicht krank macht.

Was mir aufgefallen ist, ist, dass er sofort zugegeben hat, dass er Hilfe braucht. Kann es sein, dass er dieses Thema bereits in Vorbeziehungen bearbeitet hat? Dass er genau weiß, was er zu dir sagen muss? Nur so ein Gedanke.

Du hast Kinder, für die du Verantwortung hast. Du musst also auf dich schauen, die Kinder brauchen dich. Es wäre gut, wenn du gedanklich in Betracht ziehst, dass das Vertrauen zu ihm nie wieder hergestellt werden kann. Ich persönlich glaube, dass das eher der Normalität entspricht, als immer wieder quasi blind vertrauen zu können. Ich halte es für sehr sehr schwierig, bis unmöglich, zerstörtes Vertrauen wiederherzustellen. Es bleibt der Stachel in der Seele und das Wissen, was war. Zusammen mit dem tiefen Unverständnis, weshalb er so etwas tut. Und dann gibt es Flashbacks und es kommt immer wieder hoch.
Dann wäre die Frage zu beantworten, findest du einen Weg, ohne Vertrauen weiter mit ihm zusammen zu leben?

Alles Liebe