Porno-Sucht.com Forum: Nofap, Erektile Dysfunktion und mehr.

Normale Version: Lügen und Chaos
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Hey allerseits, 

ich habe hier schon einige Berichte gelesen und konnte mich (oder uns) immer wiederfinden. Ich bin sehr froh, dass es dieses Forum gibt und hier so viel Verständnis entgegengebracht wird, das tut gut und schafft Vertrauen sich zu öffnen.

Ich bin mit meinem Freund 3 1/2 Jahre zusammen, wir haben eine Fernbeziehung, am Wochenende ist er bei mir. Seit einer Woche weiß ich, dass er Pornosüchtig ist. Ich bin aus Zufall auf seinen Tagesbericht vom Handy gekommen und dort sah ich Tiktok, dass er angeblich ganz doof findet und auch nicht nutzt. Dort fand ich über 500 Kontakte mit operierten Frauen, die er auch angeblich gar nicht anziehend findet. Obwohl alles offen da lag leugnete er die App und die Frauen und gab vor diese nur für Videos über seinen Glauben zu nutzen und schhwor dabei sogar auf Gott, als gläubiger Mann. Da fällt man doch vom Glauben ab!
Vor 2 Jahren gab es schon mal so einen Zufall, er schaut 3 Stunden lang Pornos vor dem Weg zu mir und hatte dann natürlich auch kein großes Interesse an Zärtlichkeiten etc. 
Dazu muss ich sagen, dass es direkt zu Beginn (nach 6 Monaten) den ersten Vertrauensbruch gab, worauf ich mich trennte, da ich ein zweites Handy entdeckt habe. Er hatte darüber wohl Kontakt mit seiner Ex, aber mit dem neuen Wissen kann das natürlich auch eine ganz andere Funktion gehabt haben. 

Als wir die Diskussion hatten wegen dem Tiktok log er also immer weiter und sagte mir ich sei krank, drohte kurz sich umzubringen, weinte und flehte und ich sagte es macht leider keinen Sinn und wir müssen uns trennen. Dann kam am nächsten Tag die SMS ich bin süchtig und habe ein Problem und ich will es ändern. Er installierte sich eine App zum zählen, wir sprachen viel, ich hatte viele Fragen, er schämte sich (aber nur kurz). Er möchte eine Therapie machen, wo und wie er sich meldet da bin ich mal ganz gespannt und abwartend. Er sagt es geht im gut, er fühlt sich frei im Kopf, da er mir jetzt alles ehrlich sagen kann, totale Selbstüberschätzung, als wäre es jetzt vorbei, nur weil er es beschlossen hat. Mir ist klar, dass das erst der Anfang ist.        Weiter betont er, dass er nun ehrlich sein wird mit mir und ich bin eine sehr entspannte und nachsichtige Zuhörerin. Was mir an Ego fehlt, hat er zu viel. Ich wollte mit ihm zusammen sehen wie sein Handy so aussieht, allein um zu wissen woran ich überhaupt bin. Wir schauten es gemeinsam durch und ich wollte die Email sehen, ihm wurde heiss, sein Herz klopfte und er meint er kann das Passwort nicht mehr. 
Wie ich dann rausfand ist das natürlich dreist gelogen, da er immer das gleiche nimmt. 
Ich habe unglaubliche Angst was dort auftauchen wird.  Er versicherte mir nur Videos zu schauen, nicht live, kein Chat, keine Kontakte. Aber mittlerweile habe ich Panik dass das Ausmaß riesig ist und er mich vielleicht sogar "draussen" oder emotional im Chat betrügt. 
Es würde mir einfach das Herz brechen. 
Wie bei vielen hier ist er in der Beziehung passiv, er bekommt kaum was gebacken, seine Wohnung ist zugemüllt, er ernährt sich nicht richtig, er ist arschig zu mir. Ich hatte viel Geduld mit der Situation, da wir oder ich vermuteten, dass er ADS oder Autismus hat, da er extreme Kommunikationsschwierigkeiten hat.                                                                                                                  
Was ich mich frage liebe angehörigen Frauen oder Männer, wenn ich hier Berichte lese, wo so schlimmes Verhalten drin steht. Was ist der Grund, warum ihr trotzdem zu diesem Mann oder Frau steht und weitere Jahre der Aufopferung in Kauf nehmt, ohne Vertrauen und ohne kaum etwas zurückzubekommen? 
Und- kennt ihr diese massiven Lügen auch. Dass diese nicht aufhören und sogar weitergehen, wenn es jeder sehen kann? 

Freue mich auf Antworten Smile
Erstmal herzlich Willkommen im Forum Juli Smile

Ich finds gut, dass du hierher gefunden hast. Ich kann dir aber erstmal nur ein paar Insights zur Täterperspektive geben und meine Gedanken dazu. Allerdings werden sich bestimmt noch einige Betroffene bei dir melden Wink

Nun, zunächst handelt es sich hier mal um eine Sucht, was so viel bedeutet wie, man(n) hat zu lange zu viel konsumiert, um überhaupt noch eine "normale" Sicht auf das Thema zu haben. Ich unterstelle, dass mit "normal", der in den Medien propagierte offene Umgang mit sexuellen Thematiken verstanden wird. Aus meiner Sicht als Süchtiger halte ich diese Übersexualisierung von allem sowieso für verwerflich. Aber was heißt das jetzt? Als Süchtiger schafft man sich, sofern man sich der Sucht noch nicht bewusst ist, Schlupflöcher und Möglichkeiten, die Sucht weiter fortzuführen. Man hat über die Jahre ein Suchtgedächtnis entwickelt. Und das trifft natürlich nicht nur auf den Alkoholiker zu, der seine Schnapsfläschchen irgendwo in einer Couchritze versteckt, sondern ganz klar auch auf uns.

Diese Art von Selbstüberhöhung, die du bei deinem Freund erlebt hast, ist im Anfangsstadium denke ich sogar normal. Ich hatte das auch. Ich dachte mir, jetzt da ichs weiß, komm ich ja schnell davon los... Da du dich ja schon in einige Tagebücher eingelesen hast, weißt du, dass das ein Trugschluss ist. Gerade am Anfang der Sucht ist das eigene Eingeständnis etwas, dass schwer fällt. Man hinterfragt sich ja auch selbst. Hat man das all die Jahre ja als normal betrachtet. In der Sucht verliert man sich im Konsum, man braucht mehr, öfter, härter, etc. Man verliert sich in der Suche nach Neuem. Seien das nun Bilder oder Videos. Das ist ein wohl geübter, aber schleichende Prozess. Da sind Denkmuster entstanden.

Und aus vermeintlicher Schadensbegrenzung entstehen dann Beschönigungen und Lügen. Und innerhalb dieser Denkmuster wird die eigene Beziehung nicht wirklich eingeschlossen. Pornokonsum ist "Privatsache". Das war sie ja auch bestimmt schon vor dir, also warum sollte sich das ändern? Du bist letztlich ein Einfluss von "außen". Und nach außen ist dein Freund auch mit Sicherheit der nette Typ in den du dich verliebt hast. Der verstellt sich sicher nicht. Bzw. falsch, er verstellt sich in seiner Art nicht, aber er umgeht das Thema in seinem eigenen Hirn, schafft sich Freiräume, die dich ausklammern. Und davon erzählt er nichts, wobei wir wieder bei der "Privatsache" wären.

Wie man damit als Partnerin umgehen sollte? Meine Antwort wäre: nicht. Keine Akzeptanz, kein Verständnis. Halte ihm den Spiegel vor, sofern du stark genug dafür bist und du bei ihm bleiben möchtest. Wie du schon erkannt hast, ist das ein Prozess. Und der beinhaltet zwangsläufig Rückfälle. Aus Selbstschutz würde ich dir dann jedoch raten, nicht in die tiefsten Tiefen seiner Sucht einzudringen. Das macht dich nur kaputt. Und das erschüttert auch dein Bild von ihm grundlegend. Gerade jetzt am Anfang wo noch gar kein Fortschritt existieren kann. Wenn er ehrlich dabei bleibt, wird er einen Wandlungsprozess durchleben. Die Frage, die du dir stellen musst, ist: Bist du bereit das mitzumachen und einiges an Schmerz auf sich zu nehmen?

(Anmerkung: für seine Suchtbekämpfung wäre es definitiv hilfreich, meine Frau hat meine Sucht damals auch bereits nach ca. einem Jahr entdeckt, ist trotzdem bei mir geblieben und wir sind nun verheiratet, sie hat nicht die Sucht, aber den Prozess akzeptiert, das ist ein wichtiger Unterschied, jedoch maße ich mir nicht an, dich hier in irgendeine Richtung pushen zu wollen, du musst selbst in dich gehen und diese Frage beantworten!)

Ich denke viele Partnerinnen bleiben bei ihrem Mann/Freund weil sie die Art "nach außen" kennen, beibehalten möchten und diesen dunklen Teil ausmerzen wollen. Sie wissen, wie sich ihr Mann im "klaren" Zustand verhält und wollen, dass das die einzige "Persönlichkeit" ist, die existiert (ich mag diese Trennung in Persönlichkeiten nicht, weil sie m. E. n. die Schuld auf eine imaginäre Person schiebt, aber mir fällt gerade kein anderer Ausdruck dafür ein). Viele Partnerinnen wollen, dass der Mann es schafft, das die Liebe und die Familie intakt bleibt (an alle Betroffenen: verbessert mich gerne wenn ich da falsch liege Wink).

Viele Grüße
Thunder
(18.05.2022, 08:48)ThunderDome schrieb: [ -> ]Erstmal herzlich Willkommen im Forum Juli Smile

Ich finds gut, dass du hierher gefunden hast. Ich kann dir aber erstmal nur ein paar Insights zur Täterperspektive geben und meine Gedanken dazu. Allerdings werden sich bestimmt noch einige Betroffene bei dir melden Wink

Nun, zunächst handelt es sich hier mal um eine Sucht, was so viel bedeutet wie, man(n) hat zu lange zu viel konsumiert, um überhaupt noch eine "normale" Sicht auf das Thema zu haben. Ich unterstelle, dass mit "normal", der in den Medien propagierte offene Umgang mit sexuellen Thematiken verstanden wird. Aus meiner Sicht als Süchtiger halte ich diese Übersexualisierung von allem sowieso für verwerflich. Aber was heißt das jetzt? Als Süchtiger schafft man sich, sofern man sich der Sucht noch nicht bewusst ist, Schlupflöcher und Möglichkeiten, die Sucht weiter fortzuführen. Man hat über die Jahre ein Suchtgedächtnis entwickelt. Und das trifft natürlich nicht nur auf den Alkoholiker zu, der seine Schnapsfläschchen irgendwo in einer Couchritze versteckt, sondern ganz klar auch auf uns.

Diese Art von Selbstüberhöhung, die du bei deinem Freund erlebt hast, ist im Anfangsstadium denke ich sogar normal. Ich hatte das auch. Ich dachte mir, jetzt da ichs weiß, komm ich ja schnell davon los... Da du dich ja schon in einige Tagebücher eingelesen hast, weißt du, dass das ein Trugschluss ist. Gerade am Anfang der Sucht ist das eigene Eingeständnis etwas, dass schwer fällt. Man hinterfragt sich ja auch selbst. Hat man das all die Jahre ja als normal betrachtet. In der Sucht verliert man sich im Konsum, man braucht mehr, öfter, härter, etc. Man verliert sich in der Suche nach Neuem. Seien das nun Bilder oder Videos. Das ist ein wohl geübter, aber schleichende Prozess. Da sind Denkmuster entstanden.

Und aus vermeintlicher Schadensbegrenzung entstehen dann Beschönigungen und Lügen. Und innerhalb dieser Denkmuster wird die eigene Beziehung nicht wirklich eingeschlossen. Pornokonsum ist "Privatsache". Das war sie ja auch bestimmt schon vor dir, also warum sollte sich das ändern? Du bist letztlich ein Einfluss von "außen". Und nach außen ist dein Freund auch mit Sicherheit der nette Typ in den du dich verliebt hast. Der verstellt sich sicher nicht. Bzw. falsch, er verstellt sich in seiner Art nicht, aber er umgeht das Thema in seinem eigenen Hirn, schafft sich Freiräume, die dich ausklammern. Und davon erzählt er nichts, wobei wir wieder bei der "Privatsache" wären.

Wie man damit als Partnerin umgehen sollte? Meine Antwort wäre: nicht. Keine Akzeptanz, kein Verständnis. Halte ihm den Spiegel vor, sofern du stark genug dafür bist und du bei ihm bleiben möchtest. Wie du schon erkannt hast, ist das ein Prozess. Und der beinhaltet zwangsläufig Rückfälle. Aus Selbstschutz würde ich dir dann jedoch raten, nicht in die tiefsten Tiefen seiner Sucht einzudringen. Das macht dich nur kaputt. Und das erschüttert auch dein Bild von ihm grundlegend. Gerade jetzt am Anfang wo noch gar kein Fortschritt existieren kann. Wenn er ehrlich dabei bleibt, wird er einen Wandlungsprozess durchleben. Die Frage, die du dir stellen musst, ist: Bist du bereit das mitzumachen und einiges an Schmerz auf sich zu nehmen?

(Anmerkung: für seine Suchtbekämpfung wäre es definitiv hilfreich, meine Frau hat meine Sucht damals auch bereits nach ca. einem Jahr entdeckt, ist trotzdem bei mir geblieben und wir sind nun verheiratet, sie hat nicht die Sucht, aber den Prozess akzeptiert, das ist ein wichtiger Unterschied, jedoch maße ich mir nicht an, dich hier in irgendeine Richtung pushen zu wollen, du musst selbst in dich gehen und diese Frage beantworten!)

Ich denke viele Partnerinnen bleiben bei ihrem Mann/Freund weil sie die Art "nach außen" kennen, beibehalten möchten und diesen dunklen Teil ausmerzen wollen. Sie wissen, wie sich ihr Mann im "klaren" Zustand verhält und wollen, dass das die einzige "Persönlichkeit" ist, die existiert (ich mag diese Trennung in Persönlichkeiten nicht, weil sie m. E. n. die Schuld auf eine imaginäre Person schiebt, aber mir fällt gerade kein anderer Ausdruck dafür ein). Viele Partnerinnen wollen, dass der Mann es schafft, das die Liebe und die Familie intakt bleibt (an alle Betroffenen: verbessert mich gerne wenn ich da falsch liege Wink).

Viele Grüße
Thunder

Vielen Dank Thunder für deine ausführliche Antwort.

Ich kenne diese Beziehung leider nicht ohne Schmerz, doch nun ist mir klar, wie sehr ich vernachlässigt worden bin. 
Was mir besonders weh tut ist, dass er mich da reingezogen hat, was bei Sucht wohl unvermeidbar ist. So hat er mich am Anfang z.B. mit den Frauen verglichen aus den Videos, er betrieb regelrecht Body shaming. Ich habe eine Modelfigur, aber er meinte dauernd ich solle zunehmen, "dann wäre ich eine Bombe" und er braucht was "zum anpacken" etc. Das war immer ein Thema und nun weiß ich mit wem er mich verglichen hat. Das tut noch mehr weh. Es fällt mir schwer damit umzugehen. Auch, dass er den ganzen Tag in der großen Stadt unterwegs ist. Ich muss übrigens Zuhause im Bett bleiben durch eine schwere Erkrankung. Als ich ihn kennenlernte konnte ich noch Sport machen, ich wurde aber in den Jahren immer kränker, sodass ich immer im Bett liegen muss. Die Situation ist nun für mich umso härter. Wie viele angehörige Frauen hier schon schrieben ist mein Selbstbewusstsein IN der Beziehung sehr schlecht. Dafür hat er einiges getan, eben auch als wir draussen unterwegs waren. Ich hatte den Eindruck die ganze Welt ist für ihn ein Porno und wenn ich frage wie es ihm geht antwortet er "sexy". 
Und da sind wir beim Thema, wie du sagtest Übersexualisierung: ich habe eine Tochter und mache mir unabhängig von der Sucht darüber Gedanken und mich stört die Übersexualisierung der Frau im generellen sehr. Das ist oft Thema gewesen. Und äh, er stimmt mir sogar zu.   Huh 
So treffe ich auch meine persönliche Medienauswahl, Filme, Serien, Plattformen, ich konsumiere nur das, wo es um Menschen geht, Mann oder Frau. 
Ich bin ein Intellektueller und spiritueller Mensch und ich hasse Oberflächlichkeiten. Ich muss mich bei dem Thema genau mit dem befassen was ich verabscheue, z.B. dieses krasse Umoperieren. 
Meine Loyalität steht aber zu ihm, auch wenn er krank ist, liebe ich ihn. Es kommt nun wohl darauf an, was seine nächsten Schritte sein werden und ob er welche machen wird. Das habe ich auch deutlich so formuliert. Denn ich werde nicht weiter seine Suchthilfe sein und mich ausnutzen lassen. Ich bin total einsam mit ihm, er bekommt so viel und ich nichts. Mir ist bewusst geworden wie egoman er sich verhält und mich ständig kontrollieren möchte. 
Als wir uns das erste mal nach seinem 'Outing' sahen galt sein erster Spruch meiner Kleidung, dass ihm mein (ganz normaler) Ausschnitt nicht passe. Ich meinte, er sollte lieber nichts sagen. Er sieht mich eben auch als Objekt. 
Und du hast recht, man kennt diese eine Seite und wünscht sich diesen Mann ohne die Krankheit. Ich kann mir allerdings diese Fernbeziehung nicht mehr vorstellen unter diesen Umständen. Nicht weil ich Kontrolle haben möchte (die hätte ich ja eh nie), sondern weil mir der Preis zu hoch ist. Wir haben kaum Zeit miteinander quantitativ und qualitativ. Wie schon gesagt bin ich durch meine Krankheit isoliert und habe selbst eine unglaublich harte Zeit, die ich mental aber ganz gut wuppe. Ich möchte ihn einfach sehen. Ich war immer eifersüchtig auf seine Stadt, er ist einfach unglaublich weit weg, wir haben kein Leben miteinander. Sollten wir diesen Weg aus der Sucht gemeinsam gehen, dann ganz. 

Vielleicht kannst oder möchtest du mir noch ein paar Tipps geben für "Dummies"   Big Grin?
Z.B. ist es gut, wenn ich ihn frage, ob es läuft bei ihm? (Ich habe versprochen, dass ich wegen eines Rückfalls nicht sauer sein würde) 
Oder sollte ich ihn besser nur alle paar Tage darauf ansprechen?

Ich habe immer wieder Fragen an ihn oder neue Gefühle die hoch kommen? Kann ich diesen freien Lauf lassen? 

Mein Gefühl sagt mir nein, aber wie ist deine oder eure Erfahrung: im Handy nachschauen, irgendwas kontrollieren oder nicht? 
Ich meine nämlich z.B. dass er Bilder oder TV unterschätzt und diese nicht einbezieht beim Entzug. 

Danke fürs Lesen  Angel

Ich bin mir nun übrigens, interessanter Weise sicher, dass er nicht der erste Mann mit diesem Problem, sondern der Dritte in einer Beziehung ist. Ohne, dass es mir damals bewusst war, denn ich kannte diese Sucht nicht. Ich bin quasi traumatisiert in diese Beziehung gegangen und tatsächlich hatte ich mir erhofft, dass ich diesen Schmerz "nie miteinander erfüllt zu sein und zu nie zu reichen" mit ihm vergessen kann. So hat er sich beim kennenlernen eben auch verhalten. Aber Worte und Taten sind immer ein Widerspruch. Ich hoffe für ihn und für mich, dass wir beide Heilung finden werden.

Frage: geht dieser sexualisierte Blick jemals weg?
Ob ich da wirklich der richtige bin, um Tipps zu geben sei jetzt mal so dahingestellt... Ich kann dir sagen was meine Frau macht. Sie fragt mich in unregelmäßigen Abständen, die von mehrmals am Tag bis zu über Wochen gar nicht stattfinden. Ich denke das hängt von Ihrer Verfassung ab, wie sie sich diesbezüglich fühlt. Sie fragt mich meistens, ob ich getriggert wurde, wenn anzügliche Plakatwerbung in Sichtweite ist oder attraktive/freizügig bekleidete Damen. Da ich weiß, wer ich bin, kann ich damit umgehen. Grundsätzlich war es aber so, dass ich bisher immer wieder in alte Muster zurückgefallen bin, was dann in der Regel zu sehr heftigen Reaktionen ihrerseits führte, an denen die Beziehung schon mehrfach fast gescheitert ist. Ich geb aber gerne zu, dass nur diese Momente mich wirklich wachrütteln konnten, weil ich mir ansonsten dem Preis, den ich zu zahlen hatte, nicht mehr bewusst war.

Ob du dauerhaft das Handy kontrollieren solltest weiß ich nicht. Kommt denk ich drauf an, wie du damit klar kommst. Kann ich aber nix zu sagen, das ist bei uns in der Beziehung nämlich kein Thema, weil jeder dauerhaft Zugriff aufs Smartphone des anderen hat. Man verwendet bei uns einfach das, dass mehr in der Nähe liegt Big Grin Sie liest es aber mittlerweile an meinem Verhalten ab, ob ich konsumiert hab und konfrontiert mich damit. Und in diesen Situationen ist es für mich immer besser ehrlich zu sein und den Konsum zuzugeben, da ich ansonsten eine größere Eskalation riskiere. Zu sagen, man wird Verständnis zeigen bei einem Rückfall ist aus meiner Sicht eher kontraproduktiv. Meine Frau sagt mir allerdings, dass sie weiß, dass es immer zu Rückfällen kommen kann. Und dass sie es besser auffassen wird, wenn ich ehrlich damit bin.

Geht der sexualisierte Blick irgendwann weg? Ich hoffe es, sonst hätte es keinen Sinn den Entzug überhaupt zu starten... Alobar meinte erst kürzlich, nach so ca. einem halben Jahr stellt sich so etwas wie eine Verbesserung ein (sinngemäß aus dem Gedächtnis wiedergegeben). Darauf arbeite ich jedenfalls hin.

Eine Anmerkung noch: Ich denke das größte Problem bei euch ist die Fernbeziehung. Du hast nahezu keinen Einfluss darauf was er tut oder sein lässt. Und da du nicht wirklich Einfluss nehmen kannst, ist es für ihn natürlich extrem leicht, in alte Muster zurückzufallen ohne wirklich Konsequenzen davonzutragen.
2 Wochen sind rum, angeblich ohne und alles war easy. Mir kommt das natürlich komisch vor. Bei mir ist Gefühlsachterbahn pur. Plötzlich bekomme ich mehr Aufmerksamkeit und auch Sex, ist natürlich toll für mich, aber Wende um 180 Grad, als wären ihm die Schuppen von den Augen gefallen und er sah mich das erste mal vor sich. Die Angst ist groß vor dem kalten, abprubten Ende wegen Rückfall etc.
Schwierige Thematik und das Ansprechen auf den seelischen Schmerz und die Probleme sind nicht so erwünscht.
Ich habe oft hier gelesen einen leichten Entzug gibt es eigentlich nicht, kann ich mir auch nicht vorstellen, ausser mein Freund gehört zu denen, wo es ein bisschen später brenzlig wird.
Wir hatten ein Wochenende am Meer mit Zweisamkeit und es war einfach gut.
Nur merke ich das im Bett versucht wird "Porno zu machen". "Normal" genießen geht nicht und es braucht auch den Kick. Da hätte ich nichts gegen, wenn die Grenze nicht so nah wäre, dass es in was schlechtes abdriftet.
Ich werde es generell mit Geduld, Muße und viel Zärtlichkeit angehen. Und hoffe, dass er sich bei Therapie wirklich meldet und dass er ehrlich ist.
Aber das ist ganz normal am Anfang. Wichtig ist, dass die ersten Schritte gegangen worden sind.
Bei uns war es die ersten Wochen so dass er extrem scharf auf sex war, auch viel mehr aus sich heraus kam und auch die pornos nachspielte.. So wird die Sucht im Kopf weiter gefüttert. Nach zwei Wochen begann dann die erste flatline und ihm wurde bewusst das er auch permanent seine Umgebung abscannt und mit allen Frauen die er als bumsbar kategorisiert hat im kopf die pornos mit ihr durchspielt. Das ist ein part den man noch schwerer nachverfolgen kann, du kannst nur auf Ehrlichkeit hoffen.
Hallo Finchen,

Ja das mit dem Scannen kenne ich. Dauernd! Wie gesagt überall weibliche Objekte. Ich selbst fühle mich oft bei ihm als eins. Ob er dabei Gedanken hat weiß ich nicht, bis jetzt streitet er das ab. Ich hoffe sehr auf Ehrlichkeit. Das wäre das mindeste was ich zurück bekommen sollte nach der Zeit und den Preis, den ich bereits gezahlt habe. Mein Selbstbewusstsein ist echt am A... ich fühle mich vor ihm einfach schäbig und gedemütigt, vor allem weil er mich dauernd verglichen hat. Ich weiß natürlich, dass jeder Mensch wertvoll und auf seine Weise schön ist. Doch ich trage Narben von seinen Worten und Handlungen. Ich bin seit 2 Wochen einfach nur sehr sehr traurig und denke, dass es wohl nicht so schnell besser sein wird. Schön, dass es dieses Forum gibt. Es tut einfach nur gut sich mitzuteilen.
Erst mal an dich lieber Thunder:

Ich finde es toll, wie du und deine Partnerin das zusammen bearbeitet. Und Ich habe über deine Worte nachgedacht, dass mein Freund mich ausklammert bezüglich all der Dinge die die Sucht betreffen und er sich in seiner Art wohl nicht verstellt.
In meinem/unserem Fall muss ich widersprechen.
Von Anfang an sind mir Versprechungen gemacht worden, die er nicht ansatzweise hielt, bzw nur Widersprüche in den Taten und er hat sich ausgegeben und das mit seinen Worten untermauert als einer der er überhaupt nicht ist.
"Ich habe nur Augen für dich", dass er ach so treu ist, mir Sicherheit und Aufmerksamkeit schenken will, sich mit mir was aufbauen möchte. Dauernd lästerte er über aufgespritzte Lippen und sein Tiktok war voll davon. Und er behauptet immer noch es zieht ihn gar nicht an. Es seien nur die Einflüsse des Pornos, dass er dieses Beuteschema hat. Ich falle komplett raus, ich bin blond und der ganz andere Typ. Er lügt einfach. Er ist für mich in seiner ganzen Art und Weise völlig unauthentisch. Er hat einfach geschauspielert um mich haben zu können, um meine Kriterien zu erfüllen.
Er möchte es vielleicht selbst nicht wahr haben. Er möchte mich trösten und sagt er habe das schon in allen anderen Beziehungen so gemacht. Ich verstehe schon , dass das Problem nicht an mir persönlich liegt, aber ich sagte, das ist doch kein Trost. Die armen Frauen. Was er all denen antat, dem ist er sich noch nicht bewusst. Aber es muss bei ihm auch arbeiten und er sich erst sortieren, verstehe ich.


Als ich ihn kennenlernte war ich 33 Jahre alt und gesundheitlich eingeschränkt. Arbeiten konnte ich da nicht mehr, aber ich konnte am Leben teilhaben, Sport machen und unterwegs sein. Ausserdem habe ich eine Tochter mit Asperger. Die Beziehung war oft anstrengend und auch das hatte Einfluss auf meinen gesundheitlichen Zustand der immer schlechter wurde.
Ich bin mittlerweile völlig isoliert und könnte noch nicht mal daten, wenn ich wollte.
Meine Zukunft war noch völlig offen, hätte sich trotz des Schicksalschlags in alle Richtungen entwickeln können, aber nun bin ich völlig unten angekommen.
Ich habe nix mehr. Nur noch mein Herz, meine letzte Kraft, mein wunderbares Kind und sehr viele Steine.
In den über 3 Jahren war ich unglaublich einsam und allein gelassen, ja auch im Stich gelassen und links liegen gelassen. Mein Freund war nicht da. Ich musste manchmal hungern, weil ich mich nicht versorgen konnte. Und jetzt weiß ich, mein Freund hatte keine Zeit, weil die Pornos so wichtig waren.
Ich hatte unglaublich viel Geduld, da ich von Ads bzw Asperger ausging (er hat da auch solche Problematiken und Tendenzen), Reden ist echt schwer. Aber nun weiß ich, dass mich 3 Jahre mit ihm einfach körperlich so runtergerockt haben, ich alleine mit meiner Tochter, ich gab mir so viel Mühe in dieser Beziehung, gab so viel Liebe, Geduld, Phantasie, Ideen, Überraschungen und bekam einfach nichts. Hieß es erst, dass er in unsere Nähe zieht, wechselten seine Aussagen wild hin und her. Und jetzt weiß ich das während der ganzen Zeit ihm meine Geduld einfach für seine Sucht geholfen hat und er einen Schiss auf mich und meine Situation gegeben hat.
Er wurde zu meiner Bezugsperson Nr.1 und nun stehe ich hier. Zum Glück habe ich noch eine sehr gute Freundin. Ich kann nicht rausgehen und einfach ein neues Leben anfangen.
Ich muss im Bett liegen bleiben.

Ich bin diejenige die sich hier im Forum beschäftigt, er nicht. Ich schlafe seit 2 Wochen nicht und esse kaum und brauche dringend psychologische Hilfe.
Meiner Meinung nach ist er in der Phase, wo er seine Sucht und ihre Auswirkungen beschönigt. Er meint nach wie vor er hätte nie Kopfkino.
Er sagt auch er hätte während den Pornos immer an mich gedacht und sich was mit mir vorgestellt. Hahaha. Ich bin beim Galgenhumor angekommen.
Als wir Sex hatten und er einfach körperlich nicht funktionierte schob er es auf meine Genitalien. Er will es noch nicht wahrhaben.
Er sagt auch, er möchte nicht oft darüber reden, weil ihn das sonst triggert. Verstehe ich und da breche ich auch sofort ab, wenn es nicht passt. Aber er wird eben genervt und meidet mich dann. Schönwetter ist er am Start, das war schon immer so.
Es ist aber nun mal noch gar nix geklärt. Ich weiß über seine Sucht und Gedanken gar nix, nur dass er sie hat.
Bis ins Detail möchte ich sie auch nicht wissen, das wäre nicht gut für mich. Aber ich muss wissen woran ich bin.

Ich sehe es auch so, dass er durch mich viel bessere Chancen hat da raus zu kommen, das sagt er auch. Ich wünsche ihm alles Glück der Welt. Jeder Mensch hat es verdient Liebe zu finden, vor allem die zu sich selbst.

Auch wenn ich in diesem Sumpf bin, ich habe auch eine Chance so oder so über mich hinauszuwachsen, mich neu zu erfinden, einen guten Weg für mich zu finden, trotzdem gut zu mir zu sein, mir selbst Liebe zu schenken.
Entweder auf dem harten Weg mit ihm oder eben ohne, etwas weniger hart.

Momentan habe ich Null Lust auf meinen Freund.
Denn er gibt mir gar nix. Null Komma Null gar nix in dieser Beziehung, nur scheiße. Es ist alles nur für ihn diesen Mist aufzuarbeiten. Uns gibt es da ja kaum. Die paar schönen Stunden und die schönen Worte. Und natürlich habe ich Liebe für diesen Menschen. Aber er macht keine Schritte für mich. Wohnt in einer anderen Stadt, wo er nur anderen Ärschen hinterherschaut, während ich alleine bin. Droht bei jedem Stress mit Trennung, ja das ist nie ernst gemeint, hat keine Geduld, ist fies. Er sagte zu mir als ich die Frauen entdeckt habe und meinte seine Lügen seien ekelhaft: "Ich hätte auch sagen können,du bist krank- das ist ekelhaft."
Das vergesse ich ihm so schnell nicht. Das ist sehr hart für einen schwer kranken Menschen. Und dazu noch die Gewissheit, mit welchen "geschönten" Bildern er sich beschäftigt, während ich ihm im Vertrauen ungeschminkte Fotos aus dem Bett heraus sendete, wenn es mir sehr schlecht ging.

Täglich wechselt meine Stimmung. Da ich aber zu wenig sehe bei ihm an bewusster Auseinandersetzung und heute auch einfach sauer bin lasse ich ihn gerade mal links liegen. Ich finde er hätte niemals die Beziehung mit mir eingehen dürfen. Wenn ich als Alleinerziehende schon in so einer Situation bin und er nicht bereit ist irgendwas zu geben. Er verlässt Null seine Komfortzone. Da er auch von Ex Freundinnen betrogen worden ist überträgt er das alles noch auf mich. Für die letzte ist er umgezogen und auf die Schnauze gefallen, für mich macht er keinen Schritt.
Mir ist schon klar, wie scheiße das ist diese Sucht zu haben und wie es dich selbst einschränkt, aber nur EGO pur.

Ich will auch leben! Vor allem überleben!
Edit: ich weiß noch nicht mal, ob er mich auch richtig körperlich betrogen hat. Einige aus seiner sehr sexistischen Fussballgruppe gehen ins Bordell.. ich habe auch überlegt, wie ich selbst an mehr Gewissheit oder Info komme, aber ich werde wohl keine Energie fürs Schnüffeln aufbringen. Ich will die anders einsetzen.