Porno-Sucht.com Forum: Nofap, Erektile Dysfunktion und mehr.

Normale Version: Alle guten Dinge sind drei!
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(16.03.2016, 19:52)Gringo--HH schrieb: [ -> ]
(16.03.2016, 08:16)JSO schrieb: [ -> ]Tag 17: Der bisher schwierigste Tag. Nach einer schlechten Nacht morgens extrem müde. Zudem auf Arbeit viel in Meetings gesessen, dabei aber viel Zeit zum Denken gehabt. Keine gute Kombination. Viel an Pornos gedacht, dazu (oder vielleicht genau deshalb) gesellten sich immer stärker werdende Kopfschmerzen. Ich musste mich echt beherrschen, am Abend nicht Hand anzulegen. Auch heute morgen fühle ich mich schlapp, etwas kränklich sogar. Ich hoffe, das geht schnell vorbei. Hat irgendwer ähnliche Erfahrungen um diese Zeit des Entzugs gemacht?

Abend mir geht es gerade genauso. Bin seit dem Ca 7 Tagen den ganzen Tag müde und gefüllt 0 Energie kann mich schlecht konzentrieren. Heute im Meeting bei d r Arbeit habe ich mir die Frauen nackt vorgestellt war schon irgendwie ein komisches Gefühl. Bei anderen Frauen die man boxt so oft sieht ist es noch ok aber so ... 

Aber was Solls einfach weiter durchziehen ...

Danke für dein Feedback. Es bleibt uns ja nix anderes übrig, als durchzuhalten. Aber Müdigkeit und Zeit zum Nachdenken sind halt eine gefährliche Kombination in unserer Situation.

Tag 18: Ähnlich schlimm wie der Tag davor. Extreme Motivationslosigkeit, immer wieder Pornoszenen im Kopf und die Versuchung, nur mal kurz zu schauen, was es neues in der Szene gibt. Glücklicherweise hält mein Webfilter dicht. Zudem hilft das Lesen verschiedener Foreneinträge, einen eventuellen Rückfall zu vermeiden.
Hey JSO,
Du hast schon fast 3 Wochen geschafft! Gib nicht auf!
Klar, das merke ich auch, dass irgendwann der Alltag einkehrt, und da zeigt sich, ob ich nur versuche, "ohne etwas" zu leben - das sit schwer, weil man den ganzen Tag "nein" sagen muss. Oder ob man gewissermaßen ein neues Leben (zumindest bereichsweise) angefangen hat. Wir sind ja noch in der Trainingsphase - und das Hirn merkt vielleicht, dass wir versuchen, langjährige Gewohnheiten auszurotten. Klar, dass es da irgendwann Gegenwehr gibt.
Ich habe das Gefühl, dass es leichter ist, die Situationen gar nicht erst aufkommen zu lassen, in denen man "nein" sagen muss, denn das ist auf Dauer echt schwer. Lieber die Lücken mit was anderem, etwas Sinnvollem füllen!
Mein Tagebuch, das ich zu Hause seit fast 3 Wochen führe, hilft mir sehr, weil ich (fast) jeden Tag auch aufschreibe, welche Situationen bei mir welche Art von Suchtdruck auslösen. So kann man immer mal wieder nachlesen und die Situationen an sich vermeiden.
Ich wünsch Dir viel Kraft (und wenn Dir das was sagt, auch Gottes Segen) zum Durchhalten.
Thomas
Danke Thomas für deine Worte. Ich versuche auch, kritischen Situationen aus dem Weg zu gehen. Mein PC ist zudem gut geschützt. Man merkt in diesem Momenten aber, wie das Hirn versucht dich zu manipulieren, weil es noch Verlangen nach Pornos hat. Um zu wiederstehen hilft mir zum einem der Glaube an Gott (ich weiß also, wovon der geschrieben hast) und zudem, dass ich mit meiner Frau darüber reden kann und ich ab und an die Möglichkeit habe, Sex zu bekommen. Anders würde es wohl bei mir nicht funktionieren. Ich bewundere jeden, der den Reboot durchsteht, ohne sich jemanden anvertrauen zu können oder die Chance auf "echten" Sex zu haben.

Tag 19: Es geht ein wenig besser. Ich habe durchschaut, dass mein Hirn mich manipulieren möchte. Ich stelle mir die Frage, was passiert, wenn ich nur mal kurz auf eine Porno-Seite schaue und stelle fest, dass das nur schiefgehen kann, der Rückfall wäre vorprogrammiert. Ich lasse es schließlich bleiben und rede mit meiner Frau darüber. Das tut gut. Schlußendlich haben wir auch Sex. Dieser hat sich in nur drei Wochen extrem verändert. Währendessen verschwende ich keinen Gedanken mehr an Pornos, sondern konzentriere mich ganz auch meine Frau und mich. Auch das Standvermögen und die Ausdauer hat sich schon merklich verbessert. Das allein sind schon Ziele, für die es sich lohnt, stark zu bleiben.
Hey JSO,

toll, dass Du mit Deiner Frau über die Sucht reden kannst. Es ist gut, da auch Verständnis zu haben. Trotzdem würde ich Dir empfehlen, ihr keine Details zu erzählen, um ihren Schmerz nicht noch zu vergrößern. Meine Frau weiß, dass ich damit ein Problem habe und regelmäßig dagegen ankämpfe. Details weiß sie nicht und will auch keine wissen. (Mit Details meine ich die Art von Pornos, Namen von Internetseiten, einzelne Szenen, Stellungen, usw usw.)
Mann, nach 3 Wochen scheint das schon irgendwie so weit weg. Aber seien wir weiter vorsichtig.

Ja, ab und zu echten Sex als "Kontrastprogramm", das ist schon nett. Ich glaube, seit ich mir keine anderen Frauen mehr anschaue, finde ich meine noch schöner :-)
Der Tag nach dem echten Sex ist m.E. immer ein bisschen schwerer, was den sexuellen Drang angeht. Was man neu üben muss, ist Frustrationstoleranz. Schlimm ist, dass Werbung, Gesellschaft usw. einen dabei nicht wirklich unterstützen, denn uns wird gesagt: Nimm, was du kriegen kannst - am Besten jetzt gleich! Das fängt bei Interneteinkäufen schon an: EInmal anklicken, schon gekauft...

Dir erstmal ein gutes Wochenende!
Thomas
Hallo Thomas,
das die Medien die Abstumpfung und das Dümmerwerden fördern, ist leider nichts Neues und genau so gewollt. Gerade die Aktivitäten im Internet halte ich für sehr bedenklich. Ich bin froh, dass ich kein Digital Native bin. Wenn ich schon von Kindesbeinen an Internet zur Verfügung gehabt hätte, wären einige meiner Werte und Charaktereigenschaften gar nicht entstanden. Und das man heute schon im Kindesalter Hardcore-Pornographie zur freien Verfügung hat führt auch dazu, dass es auf sexueller Ebene oft kein normales Miteinander der Menschen mehr gibt (geben kann).

Bezüglich meiner Frau: Ich habe ihr natürlich keine Details meiner Sucht preisgegeben, diese wollte sie auch gar nicht wissen. Wichtig war, ihr klarzumachen, dass ich Pornos nicht konsumiert habe, weil ich sie nicht (mehr) anziehend finde. Das hat sie auch verstanden. Ich finde es aber auch wichtig sich jemanden zu offenbaren, weil man damit gleich auch eine Instanz hat, die einen zwar nicht überwachen soll (das wäre zum Scheitern verurteilt), aber die da ist, wenn man über seine Sucht reden möchte und die einem das Gefühl vermittelt: du kämpfst den Kampf auch für mich.
Da ich am Wochenende viel unterwegs war, bestand keine Gefahr eines Rückfalls. Gestern habe ich durch Zufall ein pornographisches Bild gesehen und merkte, wie es kurz in mir aufblitzte. Glücklicherweise stellte sich kein Verlangen ein, so dass die Gefahr schnell gebannt war. Nun ist rund ein viertel des Reboots vorbei und ich stelle fest, dass es Tage gibt, in dem der Drang nach Pornos, Sex und/oder Masturbation sehr groß ist, und Tage, wo das Verlangen gegen null tendiert. Der Gedanke an meine Familie sowie das ständige Lesen meines Tagebuchs und das der anderen Mitstreiter lässt mich weiter tapfer kämpfen.
Tag 23: Der bisher schwierigste Tag. Nachdem den ganzen Tag meine Gedanken um Sex und Pornos kreisen, ich deshalb auch schon Kopfschmerzen bekomme, erwische ich mich, wie ich kontrolliere, welche Schlupflöcher K9 bietet. Ich finde mich auf Twitter wieder und schaue 2-3 Pornobilder an. Der Gedanke an meine Frau und meine Tochter lässt mich glücklicherweise zur Vernunft kommen. Gut zu wissen ist aber, dass ich manuell noch ein paar Seiten sperren lassen muss (meine Frau verwaltet das Passwort). Am Abend unterhalte ich mich noch lange mit meiner Frau über das Thema Pornosucht, wie es einen das Hirn vernebelt und das eigene Sexualleben als langweilig empfinden lässt. Das Gespräch hilft, heute geht es mir schon wieder besser. Es bleibt aber dabei: der mögliche Rückfall ist immer präsent und wahrscheinlich schneller passiert, als man glaubt.
Das fühle ich ähnlich. Zwar habe ich die meiste Zeit keinerlei Bedürfnis nach Pornos oder Ähnlichem, es gibt immer wieder kurze Momente wo das Verlangen präsent ist - und ich glaube da sind es nur wenige Sekunden und eine einzige Entscheidung, die zwischen Rückfall und Erfolg entscheiden.

Was ich gruselig finde, ist, wie fremdgesteuert sich das im Nachhinein anfühlt. Warum habe ich das gerade angesehen? Ich wollte das vor fünf Minuten nicht, und ich will es jetzt gerade nicht, was ist dazwischen passiert?
(22.03.2016, 13:46)tennessy3000 schrieb: [ -> ]Das fühle ich ähnlich. Zwar habe ich die meiste Zeit keinerlei Bedürfnis nach Pornos oder Ähnlichem, es gibt immer wieder kurze Momente wo das Verlangen präsent ist - und ich glaube da sind es nur wenige Sekunden und eine einzige Entscheidung, die zwischen Rückfall und Erfolg entscheiden.

Was ich gruselig finde, ist, wie fremdgesteuert sich das im Nachhinein anfühlt. Warum habe ich das gerade angesehen? Ich wollte das vor fünf Minuten nicht, und ich will es jetzt gerade nicht, was ist dazwischen passiert?

Man merkt, welche Macht das Hirn doch hat und wie sehr es den Dopamin-Kick einfordert, wenn nötig auch mit miesen Tricks. Der Gedanke daran, wie es früher nach dem Pornokonsum war, die Leere und Zerrissenheit, lässt mich auch immer wieder einen kühlen Kopf bewahren. Dieses kurze Glück ist es einfach nicht wert, schwach zu werden.
Genau, JSO, diese miesen Tricks sind das Gefährlichste.
Da wundert man sich echt, wie intelligent und gerissen das Unterbewusstsein doch werden kann... Ist aber ein altbekanntes Problem. Da hat in der Antike mal einer geschrieben: "Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich." Das ist aber zum Glück kein Zustand, der einen verzweifeln lassen müsste. Ein paar Sätze später wird einem da gesagt: "Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem."
Bleiben wir also dran!
Gruß,
Thomas
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