Porno-Sucht.com Forum: Nofap, Erektile Dysfunktion und mehr.

Normale Version: Alle guten Dinge sind drei!
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Liebe Mitstreiter,

seitdem ich vor gut einer Woche auf dieses Forum gestoßen bin, habe ich den Entschluss gefasst, ab sofort auf Pornos zu verzichten. Zudem nehme ich mir ebenfalls vor, mindestens 90 Tage auf Masturbation zu verzichten. Gänzlich für die Zukunft ausschließen möchte ich es nicht, da ich Masturbation, verbunden mit den „richtigen“ Gedanken dabei, nicht verwerflich und sogar nützlich finde.

Kurz zu meiner Person: Ich bin 33 und habe seit ca. 20 Jahre Zugriff auf pornographisches Material. Zuerst mit diversen Zeitschriften, dann wurden CDs mit Miniclips und Bildern getauscht und später kam das Internet dazu.

Da ich nie allein gelebt habe, war der Konsum vor dem PC auch immer mit der Gefahr verbunden, erwischt zu werden. Von daher konnte ich dabei auch nie so richtig „entspannen“. Ich habe mir irgendwann die Frage gestellt, warum ich das überhaupt tue. Ich hatte regelmäßig Sex in den Beziehungen und die anfängliche Neugier war auch schon lange dahin. Ich merkte nach einer Zeit, dass ich die Filme gar nicht mehr durchweg anschaute, sondern nur noch von Minute zu Minute klickte, in der Hoffnung auf etwas, das ich noch nicht gesehen hatte, den „perfekten Clip“ sozusagen. Zudem wurden die einzelnen Clips immer extremer, normaler Sex reichte schon lange nicht mehr aus, um „scharf“ zu werden. Aufhören ging trotzdem irgendwie nicht, zu groß war die Versuchung.

Vor ein paar Jahren hat mich meine heutige Frau nachts vor dem PC erwischt. Das war mir so peinlich, dass ich sämtliche Videos gelöscht hatte und mir schwor, nie wieder so etwas zu schauen. Pustekuchen! Schnell war man wieder angefixt, machte ganze Nächte durch und die Laune an nächsten Morgen war dementsprechend. Vielleicht war es damals ein Fehler, dieses Thema ausführlich mit meiner Frau zu besprechen.

Seitdem meine Tochter auf der Welt ist, ist der Konsum auf ein Minimum gesunken, trotzdem passierte es und im Nachhinein stellte ich mir immer wieder die Frage: Warum? Man baut ja auch eine Erwartungshaltung an sich und den Partner auf, die man nie und nimmer erfüllen kann. Daraus resultierend sank auch das Verlangen auf echten Sex. Das, die einsetzende Einsicht, dass Pornos eigentlich komplett sinnfrei sind und einem die Birne vernebeln, hat mich dazu gebracht, Anfang des Jahres anzufangen (erneut) damit aufzuhören. Auch das funktionierte nicht lange, erst kam das Anschauen von Softcore-Bildern hinzu, dann Pornos ohne Masturbieren und dann wieder das volle Programm.

Ich halte es für einen Segen, dass ich auf dieses Forum gestoßen bin und sehe, dass ich nicht allein bin. Das hat quasi zum dritten Mal den Startschuss für mich gegeben, endlich dauerhaft aufzuhören.

Um die oben erwähnten Ziele zu erreichen habe ich mir vorgenommen, mich meiner Frau zu offenbaren, meinen PC und das Smartphone zu sperren, die Passwörter meiner Frau anzuvertrauen, um mir so auch die kleinste Möglichkeit zu nehmen, rückfällig zu werden. Ich glaube anders geht es (bei mir) nicht.

Ich versuche natürlich, dies alles in loser Folge in einer Art Tagebuch festzuhalten, auch um in schlechten Phasen noch einmal zu lesen, was einem als Motivation diente und vielleicht sogar dem ein oder anderen zu helfen.

Ich bin heute bei Tag 10 angelangt und muss sagen, dass es bisher sehr leicht war, auf Pornos und Masturbation zu verzichten. Lediglich heute Nacht hatte ich zweimal denselben Traum, nämlich dass ich vor dem PC sitze, surfe und mich dabei erwische, dass ich eine Pornoseite anklicke. Ich erschrecke und schließe den Tab. Es ist schon erstaunlich, wie dieses Thema das Unterbewusstsein einnimmt.

In diesem Sinne: lasst uns gemeinsam gegen unseren Dämon kämpfen. Ich freue mich auf eure Kommentare und wünsche jedem Einzelnen, der den Kampf kämpft, viel Erfolg und Durchhaltevermögen.
Tag 11: Ich habe mich heute meiner Frau offenbart. Sie hat es gut aufgenommen, auch wenn Sie nicht damit gerechnet hätte. Sie sagte, dass Sie stolz auf mich ist, dass ich die Sucht erkannt habe und diese angehen will. Das baut mich natürlich auf.

Ansonsten war heute der erste Tag, an dem sich ab und an etwas regte, auch ohne konkrete Phantasien. Bisher muss ich aber sagen, war es nicht schwer auf P + M zu verzichten.
Hallo JSO,
verheiratet bin ich auch, mit Kindern. Entdecke einiges von mir in dem, was Du schreibst. Wir sind auch ungefähr gleich weit - momentan ?
Ich freue mich auch sehr,dass ich auf das Forum bzw. die Seite gestoßen bin. War vorher richtig verzweifelt. Vielleicht ist das ja nötig, damit genug Motivation da ist. Bleib stark!
Thomas
Hallo Thomas,

vielen Dank für deine Worte. Deine Geschichte hatte ich mir als erstes durchgelesen, da wir uns in einer ähnlichen Lebenssituation befinden und auch etwa gleich alt sind. Ausschlaggebender Punkt sich hier anzumelden war, dass ich endlich den Zusammenhang zwischen Pornographie und Depression herstellen konnte. Mir war es absolut nicht klar, dass eines aus dem anderen resultieren könnte.

Ich versuche wirklich standhaft zu bleiben, denn das bin ich mir, meiner Tochter und vor allem meiner Frau schuldig. Bisher klappt das alles recht gut, aber ich denke, dass die schwierigen Tage noch kommen werden.

Ich hoffe, wir bleiben beide noch lange am Ball!
Hi JSO,
ja, wir bleiben dran!
Meine Frau hat mich noch nie erwischt. Trotzdem wäre das der Horror (gewesen) :-)
Das hat sie nicht verdient. Und die Kids auch nicht.
Mein Ziel: Irgendwann will ich anderen beim Ausstieg helfen. Das ist aber weit weg, erstmal selber durchbeißen.
Für mich eine riesige Endeckung, dass ich kein Alien bin, sondern dass es andere gibt, die ähnliches erleben - und erleiden.
Weiter gehts! Auf in einen siegreichen Tag!
Tag 12: Zum ersten Mal seit dem Entzug flackern tagsüber einzelne Pornobilder durch den Kopf. Ich schaffe es aber, mich nicht länger damit aufzuhalten. Zudem habe ich gestern erstmals seit dem Reboot Alkohol getrunken und war zudem richtig müde. Und es stimmt, was ich in den bisherigen Erfahrungsberichten gelesen habe: es lässt dich eher an Pornos denken, als wenn du vollkommen nüchtern und fit bist. Bisher ist aber alles gut gegangen, aber die Gefahr lauert überall.
Tag 13 & 14: Am 13. Tag erlebe ich das hier schon oft berichtete: Ein leichter Kater und Müdigkeit sorgen dafür, dass man oft an Sex und sexuelle Handlungen, auch vereinzelt an Pornos denkt. Die Motivation standhaft zu bleiben ist aber extrem hoch, von daher besteht keine wirkliche Gefahr. An Tag 14 besteht überhaupt keine Gefahr, da ich den ganzen Tag voll beschäftigt bin. Es macht Spaß, abstinent zu bleiben, da einem immer öfter bewusst wird, wofür man das alles macht.
Hi JSO,
cool, ich bin stolz auf Dich, dass das klappt! Bleib dran - für Deine Familie!
Thomas
(13.03.2016, 23:07)Thomas schrieb: [ -> ]Hi JSO,
cool, ich bin stolz auf Dich, dass das klappt! Bleib dran - für Deine Familie!
Thomas

Danke Thomas,
ich gebe mein Bestes. Die Familie ist die beste Motivation, denn Sie litt am allermeisten unter der Sucht, ohne zu wissen, warum ich so war. Und sie hat verdient, dass ich wieder ein "normaler" Mensch werde. Diese Tatsache und der Fakt, dass meine Frau so verständnisvoll auf meine Beichte reagiert hat, gibt mit Kraft.
Tag 17: Der bisher schwierigste Tag. Nach einer schlechten Nacht morgens extrem müde. Zudem auf Arbeit viel in Meetings gesessen, dabei aber viel Zeit zum Denken gehabt. Keine gute Kombination. Viel an Pornos gedacht, dazu (oder vielleicht genau deshalb) gesellten sich immer stärker werdende Kopfschmerzen. Ich musste mich echt beherrschen, am Abend nicht Hand anzulegen. Auch heute morgen fühle ich mich schlapp, etwas kränklich sogar. Ich hoffe, das geht schnell vorbei. Hat irgendwer ähnliche Erfahrungen um diese Zeit des Entzugs gemacht?
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