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Hallo Zusammen

Ich bin jetzt 18 und versuche seit ca 2.5 Jahren mit der Pornosucht aufzuhören. Angefangen Pornos zu schauen habe ich mit ca. 12 Jahren. Mittlerweile ist mein Konsum stark zurückgegangen, jedoch habe ich immer wieder Rückfälle. 2 Wochen komme ich gut klar ohne, doch dann kommt wieder ein Tag, an dem ich mehrere Stunden Pornos konsumiere.
Ich war auch Raucher (über 1 Päckchen am Tag) und mit dieser Sucht konnte ich ohne weiteres aufhören. Doch mit den Pornos schaffe ich es einfach nicht. Meine Versuche sind meist schon im Vorhinein zum Scheitern verurteilt, da ich viel zu wenig aktiv dagegen ankämpfe. Nun fängt ein neuer Versuch an und ich bin fest entschlossen endlich alles zu geben, um den Pornos ein definitives Ende zu setzen.
Bei mir war es nie so, dass mein Umfeld darunter gelitten hat. Ich treffe mich schon immer sehr oft mit Freunden und bin gerne in Gesellschaft. Jedoch bin ich sehr motivationslos und mit mir selbst nie wirklich zufrieden.
Tag 29

Vor vier Wochen machte ich mir einen Plan für die 90 Tage. Der enthält normale Aufgaben zum erledigen, wie z.B Haushalt und Lernen. Aber auch Dinge, die explizit mit der Sucht zusammenhängen, wie Tagebuch schreiben oder Forumbeiträge lesen. Zudem lese ich mehrmals täglich mein emotionales Gepäck (Dinge, die sich nicht verbessern, wenn ich einen Rückfall habe) durch. Diesen Plan zu machen war eine sehr gute Idee, auch wenn ich mich zeitweise nicht dran halte. Er bringt eine gewisse Struktur in mein Leben, die mir geholfen hat, zum ersten Mal seit Ewigkeiten aus der 2Wochen-Spirale auszubrechen. Bisher habe ich schon viele verschiedene Phasen durchlebt. Die ersten 10 Tage waren es vor allem die positiven Nebeneffekte, ich musste beispielsweise viel mehr lachen. Danach kam eine starke Downphase, in der ich auch nicht aktiv gegen meine Sucht vorgegangen bin. In dieser Zeit hatte ich sehr starken Suchtdruck, den ich aber dank der guten Vorbereitung in den ersten 10 Tagen aushalten konnte. Am Tag 16 konnte ich mich wieder aufraffen und habe meinem Plan ein Update verpasst, so dass er weniger streng war. Denn ich habe gemerkt, man fühlt sich besser, wenn man erreicht was man vorgenommen hat. Wie viel man sich dabei vornimmt, ist zweitrangig. Also lieber ein bisschen gemütlicher, dafür aber sicher. Bisher hatte ich zweimal einen feuchten Traum. Eigentlich sollte dies ja eine schöne Nebenwirkung des Entzugs sein, aber ich träumte beide Male, dass ich einen Rückfall hatte. Obwohl ich weis, dass Träume deuten sehr viel Spielraum lässt, drückt es auf die Stimmung. Ich bin ziemlich optimistisch, dass es diesmal klappen kann, warte aber irgendwie die ganze Zeit auf ein euphorisches Gefühl.

Ich habe noch eine Frage, bei der jemand vielleicht schon Erfahrungen gemacht hat: Sollte man in der Phase des Reboots auch auf andere "Betäubungen" wie Gras und Alkohol verzichten? Ich meine hindert es den Neustart des Kopfes, wenn man am Wochenende auf eine Party geht und sich betäubt? Beim Durchschnittsmenschen in meinem Alter ist das ziemlich normal und nicht weiter schlimm, aber beim Reboot schon?
Ich finde gerade am Anfang erfordert der Reboot viel Disziplin, auch was die Kontrolle der eigenen Gedanken angeht. Unter Alkoholeinfluss, beziehungsweise gerade am Tag danach, kamen bei mir sehr häufig Rückfälle vor.
Ich würde nicht sagen, dass Alkohol und Gras aktiv die Umstellung im Gehirn behindert. Der Zustand in den man sich durch den Konsum versetzt, kann dem Reboot erfahrungsgemäß abträglich sein.