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Normale Version: Mein weg zu einem normalen Leben
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Hallo!

Vorgestellt habe ich mich ja schon. Aber ich möchte hier einfach auch ein wenig Tagebuch führen und berichten, wie es mir ergeht. Gut, eben gerade habe ich meinen dritten Tag begonnen. Das ist nicht viel, das habe ich schon oft geschafft. Aber einfach der Umstand, dass ich mich jetzt mehr mit diesem Thema auseinandersetze, begreife, was da wirklich in meinem Kopf passiert, das setzt mich gerade etwas in Euphorie.

Aber dieses viele Beschäftigen hat einen anderen Aspekt. Man liest davon, dass der kalte Entzug einfach auch Entzugserscheinungen hervorrufen wird. Klar, wir verabschieden uns hier von einer Droge. Ich lebe mit meiner tollen Frau zusammen. Und unser Verhältnis ist derzeit nicht unbedingt auf 100%, eher auf 50%. Das ist nicht gut, zumal ich einen großen Teil Schuld daran bin (und wahrscheinlich auch meine Sucht). Ich bin also dabei, an mir zu arbeiten und aufmerksamer zu sein, mehr auf sie und ihre Wünsche einzugehen.

Aber dann lese ich, das es zu den Entzugserscheinungen gehört, dass man depressiv, leicht reizbar wird. Und genau das kann ich momentan echt nicht gebrauchen. Ich habe Angst vor dieser Zeit, die bestimmt nach ein paar Tagen oder Wochen eintreffen wird. Und das beschäftigt mich gerade etwas. Also nicht NUR, wie ich die Bindung zu meiner Frau wieder aufbauen kann. Sondern diese Nebenwirkungen allgemein.
Tag 3

... ist fast rum. Und ich habe ihn geschafft. Obwohl ich schon sehr oft drei, vier, fünf Tage ohne Videos geschafft habe, war das heute irgendwie schwer. Ich hatte nicht viel zu tun (ist halt Sonntag), meine Frau hat einen ausgedehnten Mittagsschlaf gemacht und ich war alleine in meinen Gedanken. Und mein Hirn hat meinen unteren Regionen weiß machen wollen, dass es ja jetzt eine tolle Gelegenheit wäre. Aber ich habe alles mögliche gemacht, um mich abzulenken. Ich habe was gelesen, ferngesehen und auf dem iPad ein Spiel gespielt. Als meine Frau dann wach wurde, fragte sie, ob wir spazieren gehen wollen. Und damit war ich aus dem Schneider. Glück gehabt!

Darüber hinaus habe ich mir ein absolutes iPad/Toiletten-Verbot verhängt. Wenn ich nämlich bei einer "passenden" Gelegenheit damit dorthin verschwinde, ist das förmlich ein Naturgesetz. Habe ich mein iPad nicht dabei, dann ist die Versuchung einfach nicht da und eine brenzlige Situation gebannt. Ich bin fest entschlossen, das so durchzuziehen.
hey weg.davon,

Ein Tagebuch führen hilft echt um von dem Müll loszukommen. Es hilft sich selbst zu reflektieren.

Mach dir keinen Kopf wegen den Entzugserscheinungen. Ich bin nun bei Tag 36 und ich kann dir sagen, dass noch kein Tag so schlimm war wie einer während der Sucht. Ja es kein sein dass man zwischenzeitlich etwas depressiver wird oder leicht reizbar. Das sind aber kurze Phasen und man muss berücksichtigen, dass man als Gegenleistung deutlich mehr Energie bekommt um damit umzugehen. Mein Fazit der 36 Tage ist, dass es mir deutlich besser geht als vorher, auch wenn es manchmal schwankt. Und aus der Erfahrung anderer weiss ich, dass die Beziehung durch den Entzug eine neue Dynamik erhält, da man sich deutlich besser auf seine Partnerin einlassen kann. Also lass dich von dem nicht verunsichern. Der Entzug wird deiner Beziehung helfen!
Vielen Dank kiju für Deine aufmunternden Worte. Ich werde natürlich berichten Smile
Auf in den vierten Tag!
Ohh ja, ich kenne das.
Auch wenn sich meine letzte Freundin vor 7 Monaten verabschiedet hat, kann ich mich noch sehr gut an die "Gelegenheiten" erinnern.
Stundenlanges Telefonieren mit ihrer Schwester oder ausgedehnte Mittgasschläfchen waren für mich immer ein Startsignal an den Rechner zu gehen.
Eigentlich verwunderlich, dass ich nie erwischt wurde.
Paradoxerweise könnte ich heutzutage jede freie Minute wixen ohne Angst haben zu müssen erwischt zu werden.
Warum mir das aufhören erst jetzt wichtig und dringlich erscheint ist schon komisch.
Aber eigentlich wollte ich nicht von mir berichten, sondern dir für dein Durchhalten gratulieren.
Wahrscheinlich hast du es schon irgendwo erwähnt aber ich frage dich trotzdem: Weiß deine Frau von deinem Problem und thematisierst du/ihr, wie es dir dabei geht?
Sprichst du über deinen Suchtdruck mit ihr?
(18.05.2015, 09:04)cancer schrieb: [ -> ]Wahrscheinlich hast du es schon irgendwo erwähnt aber ich frage dich trotzdem: Weiß deine Frau von deinem Problem und thematisierst du/ihr, wie es dir dabei geht?
Sprichst du über deinen Suchtdruck mit ihr?

Nein, meine Frau weiß nichts davon. Ich bin seit 13 Jahren mit Ihr verheiratet und bin nur einmal fast erwischt worden. Aber nein, Sie weiß nichts. Und ich habe eigentlich auch nicht vor, mit ihr darüber zu sprechen. Meine Frau hat seit ich sie kenne mit Depressionen zu tun und bin froh, dass die vergangenen paar Jahre ganz gut für sie liefen. Ich habe aber keine Ahnung, was mit ihr passiert, wenn sie diese belastende Information bekommt.

Ansonsten vielen Dank für's Mut machen.

Tag 4
Er lief gut. Sehr gut sogar. Was auch nicht verwundert, denn ich war den ganzen Tag, von 7 bis 22 Uhr aus dem Haus. Trotz allem habe ich mich in den ruhigen Phasen des Tages im Kopf wieder mit dieser ganzen Sache auseinandergesetzt. Ich habe mir ganz bewusst vor Augen geführt, was ich da die letzten 20 Jahre eigentlich mit mir gemacht habe, ohne es wirklich wahr zu nehmen. Klar, ich wusste, dass das, was ich da mache, irgendwie nicht richtig ist. Aber was da in meinem Kopf passiert ist, was das mit meinem Verhältnis zu andere Menschen, insbesondere Frauen gemacht hat, das hat mich schon erschrocken.

Was ich diesmal auch mal gemacht habe (und das kann ich ja mal als Tipp weitergeben): Ich habe mich mal in eine der Situationen hineinversetzt, in denen ich da vor meinem Rechner sitze und mir wie bekloppt, manchmal bis zu zwei Stunden am Stück diesen Dreck reingezogen habe. Und dann bin ich gedanklich einfach mal in die Vogelperspektive gegangen und habe auf mich herabgeblickt. Das war ein so armseliges Bild, was ich da sah. Ich habe mich richtig erschrocken. Getrieben von einer fremden Macht, an sich herumfummelnd - das war echt schlimm! Vielleicht sollte ich einfach mal wieder in diese Perspektive wechseln, wenn ich wieder den Drang verspüre, zu onanieren. Vielleicht steigt dann ein gewisser Ekel in mir auf, der mich motiviert, es sein zu lassen.

Aber gut, ich habe Tag vier hinter mich gebracht. Morgen wird auch wieder ein anstrengender Tag, ich gehe morgens auch noch ins Fitnessstudio. Mal sehen, ob sich die letzten Tage bemerkbar machen Smile
sehr gut. Weiter so!

Mein Prof erzählte mir in der letzten Vorlesung (Zum Thema Behandlung von Süchtigen), dass ein Grund der vielen Depressionen bei Frauen, ihre Männer sind. Dies soll jetzt kein Vorwurf an dich sein sondern eine Motivation Wink Gibt sich ein Mann z.B. der Pornographie hin, wird seine Frau dadurch vernachlässigt. Die Frau merkt dies natürlich (bewusst oder unbewusst) und wird depressiv (oder ähnliche Dinge). Eigentlich ganz simpel. Wenn du die neu gewonnene Energie nun in deine Frau investierst, könnte sich diese Depression möglicherweise deutlich verbessern.
(19.05.2015, 16:17)kiju schrieb: [ -> ]Wenn du die neu gewonnene Energie nun in deine Frau investierst, könnte sich diese Depression möglicherweise deutlich verbessern.

Gut, die Depressionen hatte sie schon lange vor der Hochzeit, also den Schuh ziehe ich mit jetzt nicht ganz an Wink
Aber im Grunde hast du Recht. Ich kann durch mein neues Verhalten viel Energie in meine Beziehung stecken und dafür sorgen, dass sich meine Frau noch besser fühlt. Ein wenig habe ich das die letzten Tage schon getan, aber das ist sicherlich noch ausbaufähig.

Tag 5
Er ist also auch geschafft! Und ich bin richtig gut drauf! Heute morgen bin ich zum Sport gegangen und habe mich ausgepowert, wie schon lange nicht mehr. Tat richtig gut. Danach bin ich zur Arbeit gegangen und jetzt erst nach Hause gekommen - 22:30 Uhr. Da jetzt wirklich nicht mehr viel passieren wird heute, gehe ich zufrieden ins Bett und freue mich schon auf auf einen erfolgreichen Tag 6.

Ich nähere mich der ersten kompletten Woche! Yeah!
Ich habe meinen sechsten Tag hinter mich gebracht und wieder war irgendwie alles easy. Zumindest tagsüber, wo ich auf Arbeit war, mich viel bewegt habe. Erst, als meine Frau abends auf der Couch eingeschlafen ist und ich an meinem Rechner saß, überkam mich der Gedanke und der Wunsch, mir wieder solches Zeugs anzugucken. Verflixt, sitzt das tief in den Hirnwindungen drin! Es war zwar nicht so extrem stark, aber ich sehe das jetzt mal als einen Vorboten für das, was noch kommen mag. Wisst Ihr? Ich fange einfach ganz ruhig an und bereite mich auf die ganz großen Prüfungen vor. Aber ich bin heute standhaft geblieben. Mein iPad-Badezimmer-Verbot macht es mir einigermaßen einfach.

Morgen habe ich meinen freien Tag und ich bin die meiste Zeit zu Hause. Und wahrscheinlich auch eine beträchtliche allein. Das wird dann wohl meine erste große Herausforderung werden. Wünscht mir mal viel Kraft und denkt an mich. Abends werde ich dann schreiben, wie es mir ergangen ist.

Danke, dass sich mit Euch darüber reden kann!
Gratuliere Smile

Ich wollte nicht sagen, dass sie die Depression von dir hat Wink sondern dass dein altes Verhalten dies noch bestärkt haben könnte...

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