Porno-Sucht.com Forum: Nofap, Erektile Dysfunktion und mehr.

Normale Version: Daniel....NoFap mit 40 - 2. Versuch
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Hallo,
nach der Anmeldung hier im Forum, Ende letzten Jahres, habe ich ganze 27 Tage durchgehalten und dann mehrere Rückfälle gehabt. Danach war ich so down, dass ich erst mal alles hingeschmissen habe. Ich hatte sehr hohe Ansprüche an mich selbst und wollte mich auf mehreren Ebenen verbessern. Leider war der Alltag im Januar und Februar sehr stressig und sowohl mein Frau als auch ich waren noch ausgebrannt von unserem Umzug von Norwegen zurück nach Deutschland und den Start ins neue Leben hier. Das war alles irgendwie zuviel für meine Willenskraft und ich hab das NoFap erst mal aufgegeben und mich meiner Sucht hingegeben.
Jetzt ist Ruhe in viele Bereiche meines Lebens eingekehrt und es ist der Wunsch in mir entstanden einen neuen Versuch zu starten von meiner Pornosucht loszukommen. Ich habe mich durch meinen ersten Versuch besser kennen gelernt. Ich weiß jetzt in welchen Situationen ich aufpassen muss und was ich dort zur Ablenkung machen kann. Ich kenne jetzt auch die ersten positiven Effekte des Verzichts auf Pornos und bin gespannt, ob ich noch weitere entdecke. Angst habe ich allerdings vor der nächsten Periode mit Stress und davor in gefährlichen Situationen nicht genug Willensstärke zu haben. Der Rückfall war ein sehr mächtiger Tiefschlag für mein Selbstwertgefühl und ich möchte es eigentlich nicht noch einmal erleben. Ich bin mir bewusst, was für ein Mann/Ehemann und Vater ich in Zukunft sein möchte. Die Pornosucht steht mir hierbei im Weg und ich will sie endlich überwinden.
Pornoblocker funktionieren bei mir leider nicht. Ich muss es alleine mit Willensstärke und ein paar kleinen Tricks schaffen!
Am letzten Freitag hab ich das letzte Mal zu Pronos gewichst. Mein neues Startdatum ist daher der 13.5. und heute ist mein 5. Tag NoFap.
Ich werde berichten.
Viel Erfolg Euch allen!
Daniel

PS: Mein erstes Tagebuch findet Ihr hier: Erstes Tagebuch
Erstmal ein aufrichtiges und herzliches "Willkommen zurück" von mir. Toll finde ich, dass du wieder anfangen möchtest, den Weg "weg von den Pornos" zu gehen.

Du sagst es richtig: "... Ich kenne jetzt auch die ersten positiven Effekte des Verzichts auf Pornos und bin gespannt, ob ich noch weitere entdecke..." Das genau ist auch mein Motto. Ich habe Veränderungen erlebt, die ich mir nie vorstellen konnte, weil ich bisher nie eine natürliche Sexualität gelebt habe. Immer war es in Verbindung mit Pornos. Das hat vieles kaputt gemacht, was ich heute weiß. Und das die Situation mit meiner Frau eigentlich als Resultat meiner Pornosucht zu sehen ist, habe ich auch schwerzlich mir bewusst gemacht.

Aber es hat keinen Sinn dauernd zu jammern. Nach vorn blicken heißt die Devise.

Gratulation zum 5. Tag - denn jede große Reise beginnt mit dem ersten Schritt :-)
Hallo Daniel,

willkommen zurück auch von meiner Seite!
Es ist gut, dran zu bleiben und wieder aufzustehen, wenn man gefallen ist.
Das zeigt, dass du ein Mann mit Rückgrat bist!

Was mich skeptisch macht, ist dein Satz:
Ich muss es alleine mit Willensstärke und ein paar kleinen Tricks schaffen!

Ich wünsche dir wirklich, dass du es auf diesem Weg schaffst!
Aber ganz ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass du auf diese Weise ans Ziel kommst.

Mir fallen in deinem Satz zwei Worte auf: "alleine" und "muss".
Die Pornosucht hat sich mehr als 25 Jahre tief in deinen Körper und deine
Psyche eingebrannt. Das heißt, du bist im Krieg mit dir selbst.
Ich denke nicht, dass du diesen Krieg alleine gewinnen kannst.
Soweit ich gelesen habe, weiß niemand sonst von deiner Pornosucht.
Nicht deine Frau, auch keine Freunde. Hast du Freunde?

Dass du hier schreibst und dich austauscht, ist ein guter Anfang.
Gleichzeitig bist du im Internet und nur 3 Klicks von deiner Sucht entfernt.
Das ist so, als ob ein Alkoholiker an einer Bar seine Probleme lösen wollte.

Musst du es wirklich alleine schaffen? Darfst du dir keine Hilfe suchen?
Für mich eine der schönsten Erfahrungen war die Erkenntnis, es nicht alleine schaffen zu müssen!
Ich darf Hilfe suchen. Mich mitteilen, mich zeigen, wie ich bin. Und Annahme und Unterstützung erfahren.
Das nimmt einen enormen Druck von mir. Und zeigt mir: Ich bin nicht allein!
Ich muss es nicht allein schaffen...

Ich empfehle dir, zumindest eine Person einzuweihen.
zB einen sehr guten Freund. Optimal wäre es, wenn du mit deiner Frau gemeinsam
diesen Krieg führen kannst. Sonst hast du immer ein Geheimnis vor ihr.
Und Geheimnisse zerstören Vertrauen. Vor allem, wenn sie dermaßend prägend sind für dein Leben.

Eine Therapie wäre auch eine sehr gute Möglichkeit. Und/oder eine Selbsthilfegruppe.
Ich wollte, es gäbe einen leichteren Weg. Aber Veränderung ist selten leicht.

Wichtig ist, dass du weißt, wofür du dich verändern willst.
Ein klares Ziel, eine Vision deiner selbst hast.
Und die hast du: Weil du ein besserer (Ehe)mann und Vater sein willst!
WENN DAS NICHT EINE VISION IST!!!

Ich denke, dieses Ziel ist alle Opfer wert.
Ich kenne keine bessere Motivation.

Soweit meine Gedanken, in Respekt und Wertschätzung.
Sorry, ist etwas lang geworden, aber es kommt von Herzen.
Viel Kraft!

eleasar
ich stimme eleaser voll zu: Du musst es nicht alleine schaffen - nimm dir Kontakte hier in dem Forum die deiner Situation ähnlich sind und motiviert euch gegenseitig. Sprecht euch aus - sag, wenn du dich "sch*****" fühlst. teile es mit, wenn du gut drauf bist.

Wenn du die Auf und Nieders mit anderen teilst - auch wenn nur virtuelle - dann ist das (für mich) eine große Kraftquelle. Außerdem spürst du dann, dass du nicht alleine kämpfst, sondern das auch andere dagegen halten wollen
Hallo NorskRidder,

(17.05.2017, 07:54)NorskRidder schrieb: [ -> ]Ich hatte sehr hohe Ansprüche an mich selbst und wollte mich auf mehreren Ebenen verbessern. ... Das war alles irgendwie zuviel für meine Willenskraft und ich hab das NoFap erst mal aufgegeben und mich meiner Sucht hingegeben.
Jetzt ist Ruhe in viele Bereiche meines Lebens eingekehrt und es ist der Wunsch in mir entstanden einen neuen Versuch zu starten von meiner Pornosucht loszukommen.

Das Problem sehe ich bei mir auch. Ich bin zurzeit motiviert, mich direkt auf mehreren Ebenen zu verbessern. Aber mir würde es sehr wahrscheinlich nicht viel bringen, wenn ich mich nur auf die Pornosucht konzentrieren würde. Ich möchte ja davon weg kommen und dann tut es mir gut, wenn ich mich auch mit anderen Themen befasse, um mein Gehirn noch mehr von dem Porno zu schonen und abzulenken.
Du schreibst selbst, dass du neben deiner hohen Motivation noch viel Stress hattest. Das ist wirklich eine gefährliche Kombination. Und das kenne ich auch nur zu genüge. Da ich zurzeit in einer Phase bin, wo ich mir viel Zeit nehmen kann, möchte ich es nutzen, um meine Baustellen zu bearbeiten. Darum nutze auch deine ruhige Phase.

(17.05.2017, 07:54)NorskRidder schrieb: [ -> ]Der Rückfall war ein sehr mächtiger Tiefschlag für mein Selbstwertgefühl und ich möchte es eigentlich nicht noch einmal erleben.

Das denke ich bei mir auch. Ich bin gerade dabei es so konsequent wie noch nie zu machen. Wenn ich jetzt einen Rückfall erleide, wird es mich nach unten ziehen und mein Selbstwertgefühl, das sich gerade steigert, würde einen mächtigen Dämpfer erhalten, den ich nicht gerne ertragen möchte. Ich nehme diese Erkenntnis erstmal so für mich hin, ohne jetzt große Angst zu haben. Weil Angst möchte ich nicht haben. Ich möchte sowieso nichts machen, nur weil es mir Angst macht. Eher möchte ich den Fokus auf das Schöne lenken, was mir dieser Weg für andere Möglichkeiten offenbaren kann.

(17.05.2017, 07:54)NorskRidder schrieb: [ -> ]Ich bin mir bewusst, was für ein Mann/Ehemann und Vater ich in Zukunft sein möchte. Die Pornosucht steht mir hierbei im Weg und ich will sie endlich überwinden.

Formuliere es als Ziel! Ich habe mir mit meinem NoPorn und NoSex auch ein Ziel gesetzt. Es muss auch einen Sinn haben es machen zu wollen und man sollte den Mehrwert darin vor Augen halten können. Mich motiviert es, zu Wissen, warum ich mir das ganze "Leid" antun möchte.

(17.05.2017, 07:54)NorskRidder schrieb: [ -> ]Pornoblocker funktionieren bei mir leider nicht. Ich muss es alleine mit Willensstärke und ein paar kleinen Tricks schaffen!
Am letzten Freitag hab ich das letzte Mal zu Pronos gewichst. Mein neues Startdatum ist daher der 13.5. und heute ist mein 5. Tag NoFap.
Ich werde berichten.

Ich muss oder besser möchte auch mit Willensstärke meine Pornosucht angehen. Ein kleiner Trick war bei mir schon früher gewesen, dass ich mir angewöhnt hatte, mir Pornos nur auf einem extra Benutzerkonto anzuschauen. Wenn ich dem Porno den "Kampf" ansagen wollte, hatte ich das Konto einfach gelöscht. Bei der nächsten Lust wurde das Konto nur wieder neu eingerichtet.  Rolleyes War zwar immer wieder mit etwas Aufwand verbunden. Aber das war kein wirkliches Hindernis gewesen. Aber der gute Nebeneffekt war, dass ich mir keine Pornos auf meinem normalen Benutzerkonto angeschaut habe. So habe ich mich gut unter Kontrolle mir hier nicht nebenbei Pornos anzuschauen. Aber ich hätte immer wieder die Möglichkeit mir wieder ein "Porno"-Benutzerkonto einzurichten.

(17.05.2017, 07:54)NorskRidder schrieb: [ -> ]Viel Erfolg Euch allen!

Danke! Das wünsche ich dir auch!




(17.05.2017, 09:10)eleasar schrieb: [ -> ]Ich muss es alleine mit Willensstärke und ein paar kleinen Tricks schaffen!

Ich wünsche dir wirklich, dass du es auf diesem Weg schaffst!
Aber ganz ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass du auf diese Weise ans Ziel kommst.

Das verstehe ich nicht so ganz. Warum kann man mit Willenskraft und kleinen Tricks nicht ans Ziel kommen? Ich versuche es auch so. Wichtig finde ich, dass man sich richtig klar machen sollte, warum ich von der Pornosucht überhaupt wegkommen möchte. Nicht nur so auf die Tour, dass ich es doof finde und es mir nicht gut tut. Der Wunsch muss schon richtig essenziell sein, um den Weg auch konsequent gehen zu können.

(17.05.2017, 09:10)eleasar schrieb: [ -> ]Ich denke nicht, dass du diesen Krieg alleine gewinnen kannst.
Soweit ich gelesen habe, weiß niemand sonst von deiner Pornosucht.
Nicht deine Frau, auch keine Freunde. Hast du Freunde?

Allein ist es wirklich kaum zu schaffen. Darum bin ich sehr dankbar für dieses Forum. So kann ich mit euch diskutieren, eure Meinungen lesen, mich dadurch selbst reflektieren, die Hintergrundinformationen hier nutzen und vor allem mein Tagebuch schreiben, das für mich ein sehr wichtiger Baustein ist.

Aber Frau und Freunde da unbedingt mit einbeziehen zu müssen, sehe ich etwas kritisch. Nicht jeder hat das Glück, soviel Verständnis vom Gegenüber zu bekommen, wie man es vielleicht braucht. Auch diese Menschen haben ihre Probleme und Baustellen, die vielleicht mit Porno überhaupt nichts zu tun haben. Warum sie damit auch noch belasten? Können die diese Last, die in uns ist, überhaupt mittragen? Belaste ich dadurch nicht eher noch meine gute Beziehung zu diesen Menschen? Schwierig.

(17.05.2017, 09:10)eleasar schrieb: [ -> ]Mich mitteilen, mich zeigen, wie ich bin. Und Annahme und Unterstützung erfahren.
Das nimmt einen enormen Druck von mir. Und zeigt mir: Ich bin nicht allein!
Ich muss es nicht allein schaffen...

Wie gesagt, hat so ein "Glück" nicht jeder. Und wenn einer liest, dass er es alleine nicht schaffen kann und er hat keinen, kann so ein Rat etwas demotivierend wirken. Ich bin der Meinung jeder kann es alleine schaffen! Wir sind für unser Leben selbst verantwortlich und kein anderer. Und wir haben die Möglichkeit uns Hilfe zu holen, wenn wir die brauchen. Dazu zähle ich vorallem das Forum dazu. Ich muss es nicht unbedingt in meinem privaten Bereich integrieren.

Der Druck sich ändern zu wollen kann auch positive Wirkung haben. Wenn mir Druck genommen wird und mein Umfeld nimmt mich so wie ich bin und findet es ok so, ... Warum soll ich mich dann noch ändern? Und auf der anderen Seite kann es auch Druck erzeugen, wenn man seinen Freunden eine gewisse Erwartungshaltung vorgibt. Und dann doch wieder einen Rückschlag erleidet... Wie lange sollen sich meine Freunde mit meinem Problem befassen? 

(17.05.2017, 09:10)eleasar schrieb: [ -> ]Ich empfehle dir, zumindest eine Person einzuweihen.
zB einen sehr guten Freund. Optimal wäre es, wenn du mit deiner Frau gemeinsam
diesen Krieg führen kannst. Sonst hast du immer ein Geheimnis vor ihr.
Und Geheimnisse zerstören Vertrauen. Vor allem, wenn sie dermaßend prägend sind für dein Leben.

Finde ich gefährlich. Es kann auch nach hinten losgehen. Und dass Geheimnisse Vertrauen zerstören, finde ich nicht. Geheimnisse müssen in einer Beziehung sein. Man muss auch interessant bleiben, sonst kann es eine Beziehung auch in eine unschöne Richtung lenken. Jeder möchte sein Leben leben und nicht dem Druck unterliegen, alles seinem Partner mitteilen zu müssen. Diese Freiheit muss ich meinem Partner eingestehen können und auch mir. 

(17.05.2017, 09:10)eleasar schrieb: [ -> ]Aber Veränderung ist selten leicht.
Wichtig ist, dass du weißt, wofür du dich verändern willst.
Ein klares Ziel, eine Vision deiner selbst hast.

Da stimme ich dir zu. Darum Willenskraft und ein klares Ziel, warum ich es machen möchte.