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  Lied des Tages- jack radics
Geschrieben von: cphoenix0911 - Gestern, 08:58 - Forum: Literarisches - Antworten (1)

Lost my job, wrecked my car, I've been robbed so I wont get far,
It don't matter, don't matter,
The bank took the house, now the neighbor start to shout,
It don't matter, don't matter.

It don't matter cause life has never been better. No not ever, life has never been better,
It don't matter cause life has never been better. No not ever, life has never been better.

No more cage, no more rage cause I've turned me a brand new page,
Much better (don't matter),
And I'm free to be me and as far as I can see,
Much better (don't matter).

It don't matter cause life has never been better. No not ever, life has never been better,
It don't matter cause life has never been better. No not ever, life has never been better.

No more cage, no more rage cause I've turned me a brand new page, don't matter,
Now I'm free to be me and as far as I can see, don't matter,
And they say its a shame I'm no longer in that game, don't matter,
Like an old picture frame there's no one to call my name really, don't matter,
Lost my job, wrecked my car, I've been robbed so I wont get far, don't matter,
The bank took the house and I want to scream and shout.

It don't matter cause life has never been better. No not ever, life has never been better,
It don't matter cause life has never been better. No not ever, life has never been better,
It don't matter cause life has never been better. No not ever, life has never been better,
It don't matter cause life has never been better. No not ever, life has never been better.

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  Selbsthilfegruppen
Geschrieben von: piqg7 - 21.09.2021, 22:41 - Forum: Reboot und Neustart - Antworten (2)

Hallo Forum,
ich bin mal wieder an dem Thema dran. Hab vor Jahren die Ernsthaftigkeit meines Problems erkannt und suche mal ersthafter und mal weniger ernsthaft nach Auswegen. Hatte mal ein Tagebuch hier angefangen, pausiert, aufgehört. Aktuell erscheint mir das Problem sehr ernst, hab grad 2 Tage ohne Porno hinter mir und hab kein Verlangen aber ich weiss, dass es wieder kommen wird. Nun ziehe ich mir grad viel Theorie rein von Dopamin und lese Geschichten von anderen in denen ich mich wiederfinde. Ich denke bei diesem neuen Anlauf darüber nach, mir weitere Hilfe zu suchen. Selbsthilfegruppen habe ich zwei grosse in HH gefunden. Wenn ich mir deren Websites ansehe, läuft’s immer irgendwie auf “Gott” hinaus. Was meint Ihr? Hat jemand Erfahrung?

beste gruesse,
piqg7

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  Ich würde mich über eure Hilfe freuen.
Geschrieben von: blackestDay - 21.09.2021, 20:48 - Forum: Begrüßungsforum - Antworten (1)

Hallo Freunde, 

ich freue mich, weil ich schon oft versucht habe, von destruktiven Phantasien loszukommen, vielleicht hier eine Unterstützungsplattform zu finden. Ich will gleich ehrlich sein, ich bin chronisch psychisch krank und wohne in einem Übergangswohnheim, wahrscheinlich noch bis nächstes Jahr, und muss deshalb jeden Tag gegen viele Dinge kämpfen. Wer genaueres dazu wissen will, kann mich gerne anschreiben. DIe Pornografie und Masturbation ist phasenweise oft im Vordergrund, wobei es krankheitsbedingt auch Phasen gibt, wo meine Energie auf ganz andere Dinge gerichtet sind. Ich habe an sich nichts gegen Masturbation im gesunden Maß und kann aufgrund meiner Diagnosen im Moment zumindest keine Beziehung anfangen, weil ich in den letzten Jahren extrem viele Beziehungen hatte, die mich immer wieder in emotionale Abhängigkeiten gebracht haben. Ich habe eine Therapie begonnen und habe in den letzten 3 Jahren versucht, jede Beziehung zu vermeiden, weil es mich in einen absoluten Teufelskreis gebracht hat (geht in die Richtung Borderline/ emotional instabil). So weit so gut, es gibt aber immer wieder Phasen, wo ich komplett auf andere Menschen ausgerichtet bin oder mich abhängig fühle, ich schaffe es aber mittlerweile nach ein paar Wochen mich zu distanzieren, weil ich oft durch diese Menschen von mir selbst wegkomme und so mein eigenes Wesen nur sehr schlecht wahrnehmen kann. Es gab auch in letzter Zeit wieder Phasen, wo ich verstärkt sexuelle Gedanken hatte und Phantasien, in denen ich mich extrem ausgeliefert und abhängig fühlte oder unterdrückt. Was mich an Sexualität so stört, sind vor allem diese Phantasien, weil sie mich hemmen und extrem klein halten. Wenn ich Masturbation habe ohne diese Vorstellungen, vielleicht 1-2 mal die Woche, habe ich keinen Leidensdruck, aber diese Vorstellungen quälen mich. Pornografie ist hier ganz klar ein Verstärker. Mein Ziel ist also folgendes: Ich will A) von diesen sexuellen Vorstellungen loskommen, Also wenn ich masturbiere und merke, dass ich jetzt eine für mich negative Phantasie habe, dann will ich es lassen. B) Pornografie will ich komplett lassen, weil es einem Kraft raubt und mich immer wieder zu so Phantasien führt. C) Ich wünsche mir normale Selbstbefriedigung, aber viel seltener. Weil umso seltener ich masturbiere, umso leichter fällt es mir, dabei auf für mich negative sexuelle Vorstellungen zu verzichten.

Wenn ihr Tipps, bin ich dafür offen. Ich weiß, dass es sein kann, dass ich diese Vorstellungen nie los werde, aber ich habe ja immer noch die Wahl, ob ich darauf reagieren will oder nicht. Immerhin konnte ich ja auch schon, Sexualität ohne das erleben, also ist es möglich.

Ich bin gespannt auf eure Antworten. Bitte bleibt positiv, was das Thema psychische Erkrankung angeht, ich habe es mir nicht ausgesucht, und muss jetzt damit leben, aber ich habe eine tiefe Hoffnung, dass ich, wenn auch nicht komplett geheilt, mein Leben viel besser hinbekommen kann. 

Alles Gute Euch!

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  Meinem Leben einen neuen Weg ebnen
Geschrieben von: Cap - 21.09.2021, 19:55 - Forum: Begrüßungsforum - Antworten (2)

Meinem Leben einen neuen Weg ebnen

Hallo liebe Community, kurz zu meiner Person. Ich bin 26 und seit über 2 Jahren glücklich vergeben.
Ich verfolge die Beiträge in diesem Forum bereits seit geraumer Zeit und nachdem ich diese
anfangs nur las, beschloss ich mich hier auch anzumelden um meine Geschichte mal zu erzählen.

Seit ich 13/14 bin schaue ich Pornos, über die Jahre hinweg, anfangs unregelmäßig.
Mit 18/19 ungefähr wurde es regelmäßiger Konsum. Ich war mir bis vor kurzer Zeit meiner
Sucht nie bewusst, zuzüglich verlor ich durch den ganzen Konsum Selbstvertrauen und
Selbstwert. (...)

Nun aber will ich etwas ändern und mich von dem "Leid" befreien. So viel musste geschehen
und kaputt gehen um endlich wach zu werden, um den Weg zurück in die Wirklichkeit zu finden.
Momentan bin ich seit 161 Tagen "clean" und habe weder Pornos gesehen noch mich selbst
befriedigt, was sich anfangs zugegeben für mich anfühlte als würde sich mein System
auf den Kopf stellen. Videos und Bilder waren noch vermehrt im Kopf. Nach und Nach sind diese immer mehr verschwommen
Ich kann mich kaum noch daran erinnern, was für Mengen an Datenvolumen ich mit diversen
erotischem Material auf meinem Rechner abgespeichert habe.
Um anfangs davon Abstand zu bekommen bzw. um letzten Endes überhaupt davon los zu kommen
ist meiner Meinung nach eine harte Abstinenz ohne Ausnahmen am effektivsten.
Eine sehr hilfreiche App ist die BlockerX App, die mir das ganze erleichterte und im Gegensatz
zu dem Geld was ich für Pornokonsum ausgab wirklich einen sehr geringen Preis verlangt, und
mich wieder auf den richtigen Weg bringt. Außerdem befinde ich mich momentan in einer Therapie.
Bevor das Ganze zu einem Roman wird, schließe ich meinen Begrüßungspost erstmal ab.
Ich hoffe auch ein Teil dieser Community zu sein und
mich mit anderen austauschen zu können, vielleicht sogar auch den ein oder anderen helfen zu
können bzw. umgekehrt.  :)

Viele Grüße

Cap

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  Selbstachtung und Selbstwert
Geschrieben von: Susan - 21.09.2021, 06:43 - Forum: Literarisches - Antworten (2)

Hallo Ihr Lieben,

bei vielen leidet sehr das Selbstwertgefühl durch die Pornosucht und deren Folgen.
Ob bei dem Betroffenen selbst oder der Partnerin.

Diese tollen Artikel sind von dem Diplompsychologen Dr. Rolf Merkle, der leider schon verstorben ist.

Vielleicht sind ein paar wertvolle Inhalte für jemanden dabei?!

Viele Grüße
Susan
Blush




Die Auswirkungen einer geringen Selbstachtung auf die Gefühle



Angst- und Panikgefühle


Menschen, die sich ablehnen, können vielfältige Ängste verspüren. Die häufigsten sind:


• Angst vor Ablehnung

• Angst vor Kritik

• Angst vor Nähe

• Angst zu versagen

• Angst, Fehler zu machen

• Angst vor Misserfolg

• Angst vor Erfolg

• soziale Ängste

• Angst, (falsche) Entscheidungen zu treffen

• Angst, sich lächerlich zu machen

• Angst, die Beherrschung zu verlieren

• Angst, seine wahren Gefühle zu zeigen

• Angst, andere könnten das wahre -vermeintlich- Schlechte in einem entdecken

• Angst, nicht genug zu sein

• Angst vor Neuem

• Verlustangst


Depressionen, Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Scham- und Schuldgefühle, Selbstmitleid, Ärger über sich und andere

Selbstzweifel und erst Recht Selbsthass führen zwangsläufig zu Depressionen. Wenn man sich für Fehler verurteilt und denkt, man sei wertlos, und sieht keine Chance, sich zu ändern, dann fühlt man sich hilflos, dann bemitleidet man sich vielleicht, dann macht man sich Schuldgefühle und Vorwürfe, dass man so wenig aus sich macht, dann ärgert man sich über sich selbst, dass man so schwach ist. Die Folge: eine Depression. Und je deprimierter man ist, umso weniger man auf die Reihe kriegt, umso wertloser fühlt man sich, umso mehr fühlt man sich als Versager und umso tiefer fällt man in ein schwarzes Loch, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt.


Überempfindlichkeit, sich verletzt, beleidigt, angegriffen und gekränkt fühlen


Menschen, die schlecht von sich denken, fassen vieles, was andere tun oder sagen, als Ablehnung und Kritik auf, weil sie ihren Mitmenschen unterstellen, dass diese auch negativ über sie denken. Wieso – so denkt man – sollen andere das Nicht-Liebenswerte und das Nicht-Perfekte lieben? Das hat zur Folge, dass Menschen, die sich ablehnen, sich ständig bedroht, in Gefahr, angegriffen und verletzt fühlen. Dadurch, dass sie sich schnell persönlich angegriffen und verletzt fühlen, sind sie schnell beleidigt und gekränkt. Ihr Nervenkostüm ist sehr labil.
Die Arbeitskollegen und Freunde von Vanessa sagen, sie verstehe überhaupt keinen Spaß und sie sei empfindlich wie eine Mimose. Was andere auch immer in ihrer Gegenwart sagen, bezieht sie sofort auf sich und fühlt sich verletzt oder auf den Arm genommen. Dann reagiert sie entweder sehr aggressiv oder ist deprimiert. Tina könnte sich manchmal selbst eine runterhauen. Wenn sie vergisst, die Kaffeemaschine auszumachen, dann ärgert sie sich maßlos über sich und denkt: "Nie kannst du etwas richtig machen, du blöde Kuh." Wenn andere sie auf einen Fehler aufmerksam machen, dann reagiert sie sehr aufgebracht und denkt sich: "Er sagt das nur, um mich zu demütigen. Er will mich als dumme Gans hinstellen."


Mangel an Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, Schüchternheit


Menschen mit geringer Selbstachtung haben Angst, andere könnten sie ablehnen, wenn sie selbstbewusst auftreten, nein sagen oder ausdrücken, was sie möchten. Deshalb sind sie eher schüchtern und halten sich im Hintergrund. Sie schlucken ihren Ärger über sich und andere hinunter, bis sich so viel Ärger in ihnen angestaut hat, dass sie vor Wut platzen und sie aggressiv, sarkastisch oder gewalttätig reagieren, was sie dann natürlich wieder an sich verurteilen und was in ihnen noch mehr das Gefühl erzeugt, nicht in Ordnung zu sein.
Manche Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl reagieren passiv-aggressiv, d.h. drücken ihren Ärger nicht direkt aus, sondern eher indirekt. Sie reden schlecht über andere, sie manipulieren andere, machen anderen Schuldgefühle. Es gibt aber auch Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl, die betont selbstsicher, ja geradezu aggressiv auftreten und so den Eindruck erwecken, eine starke Persönlichkeit zu sein. Ihr Motto lautet: Angriff ist die beste Verteidigung.
Jan ist in Gegenwart anderer sehr gehemmt. Er weiß nicht so recht, wie er sich verhalten und was er sagen soll. Er kommt sich in Gesellschaft immer isoliert und überflüssig vor. Bei Gesprächen ist er sehr angespannt und verkrampft, da er Angst hat, es könnte eine Gesprächspause eintreten. Das wäre ihm ziemlich peinlich. Also hört er kaum hin, was der andere erzählt, sondern überlegt ständig krampfhaft, was er als Nächstes sagen könnte, um das Gespräch am Laufen zu halten.
Daniel fühlt sich sehr oft einsam. Er hat große Probleme, andere Menschen kennenzulernen. Er sagt: "Ich habe ein sehr positives Bild von mir in Bezug auf das, was ich bisher erreicht habe. Abi und Ausbildung mit Einser-Abschluss, früh selbstständig gemacht, großes Allgemeinwissen, großes Fachwissen. All das zählt für mich jedoch überhaupt nicht. Andere sind offen, selbstbewusst, lernen Leute kennen, gehen feiern, leben ihr Leben. Ich würde gerne die Hälfte von meinem Wissen und meinem Erfolg gegen mehr Selbstbewusstsein und Selbstachtung tauschen! Ich hasse mich, dass ich so wenig aus mir herausgehen und auf andere zugehen kann."


Eifersucht, Verlustangst, Klammern


Eifersucht ist immer die Folge einer geringen Selbstachtung. Wenn man denkt, nicht gut genug und nicht attraktiv genug zu sein, dann ist es verständlich, wenn man Angst hat, der Partner könne jemand anderen attraktiver finden und einen verlassen. Es sind die Zweifel an der eigenen Attraktivität, die einen ständig zweifeln lassen, für den Partner anziehend zu sein. Die Angst, nicht mehr attraktiv zu sein, führt zu Verlustangst und all den Begleiterscheinungen der Eifersucht: klammern und kontrollieren.





Die Auswirkungen einer geringen Selbstachtung auf das Verhalten



Perfektionsstreben, krankhaftes Streben nach Erfolg


Manche Menschen mit einer geringen Selbstachtung wollen sich und anderen stets beweisen, dass sie nicht minderwertig sind, indem sie sich bemühen, alles perfekt zu machen und Fehler zu vermeiden. Sie wollen Erfolg um jeden Preis, sind aber nie oder nur kurz mit dem Erreichten zufrieden. Der Gedanke, noch nicht genügend geleistet zu haben, kehrt schnell zurück. Ihr Hunger nach Bestätigung wird durch keinen noch so großen Erfolg gestillt.
Michael, ein langjähriger Freund von mir, ist beruflich sehr erfolgreich, tritt selbstbewusst und selbstsicher auf, hat viele soziale Kontakte auf der ganzen Welt. Trotz seines riesigen finanziellen Erfolges kommt er jedoch nicht zur Ruhe, da er nie das Gefühl los wird, es noch nicht zu etwas gebracht zu haben, noch nicht in Ordnung zu sein, es noch nicht verdient zu haben, dass es ihm gutgeht. Lernt man ihn kennen, käme man nie und nimmer auf die Idee, dass er eine geringe Selbstachtung hat, ja, sich geradezu hasst. In seinem Äußeren und in seinem Auftreten deutet nichts auf seine Minderwertigkeitsgefühle hin. Er ist das Paradebeispiel eines erfolgreichen Menschen, der sich alles leisten kann, emotional jedoch ein total unglückliches Leben mit vielen gescheiterten Beziehungen führt. Nach nun fast 30 Jahren vergeblichen Ankämpfens gegen seine Minderwertigkeitsgefühle hat er sich selbst und die Hoffnung auf ein erfülltes Leben aufgegeben.


Immer Recht haben wollen, alles besser wissen, auf andere herabschauen, andere geringschätzig behandeln, sich für etwas Besseres halten, arrogant sein


Diese Verhaltensweisen dienen dem Selbstschutz. Indem man sich selbst erhöht und sich für klüger und besser hält als die anderen, hat man das Gefühl, diesen überlegen zu sein. Dieses Verhalten soll verhindern, dass man allzu häufig und zu stark mit seinen Minderwertigkeitsgefühlen in Berührung kommt.


Unzufriedenheit mit dem Äußeren


Angeblich sind nur etwa zehn Prozent der deutschen Frauen mit ihrem Körper zufrieden. Die anderen neunzig Prozent, neuerdings immer mehr Männer, haben Probleme mit ihrem Körper und ihrem Aussehen. Der Blick in den Spiegel ist für sie eine Qual. Zwanghaft fällt ihr Blick auf vermeintliche Problemzonen und sie hassen sich und ihren Körper. Andere wollen oder können nicht altern und wollen nicht ihrem Alter entsprechend aussehen. Sie reden sich und anderen ein, man müsse frisch und jung auftreten, um Erfolg zu haben und bei anderen anzukommen. Die Schönheits- und Kosmetikindustrie freuen sich, dass immer mehr Menschen ihren Wert und ihre Attraktivität am Äußeren und an Äußerlichkeiten festmachen. Keine Salbe und keine Operation können jedoch ein angeschlagenes Selbstwertgefühl heilen, und deshalb sitzt diesen Menschen immer die Angst im Nacken, eines Tages ihre Attraktivität doch noch zu verlieren.
Corinna hat panische Angst, sich in der Gesellschaft anderer daneben zu benehmen, ein falsches Wort zu sagen oder sich ungeschickt zu verhalten. Wenn sie jemanden sieht, den sie für hübscher hält, dann ist sie todunglücklich und kommt sich hässlich vor. Sie hat Angst, in hell erleuchtete Räume zu gehen, da sie befürchtet, die anderen könnten dann bei ihr einen Makel entdecken. Sie findet es furchtbar blöd und doof, unsicher zu sein oder zu erröten. Nur wenn sie perfekt geschminkt und gestylt ist, dann fühlt sie sich einigermaßen sicher. Infolgedessen legt sie übertrieben viel Wert auf Kleidung und ihr Äußeres. Ist sie mit anderen zusammen, kommt sie sich wie auf dem Prüfstand vor und ist deshalb sehr angespannt und verkrampft.


Essstörungen, Kontrollzwänge, Süchte, selbstverletzendes Verhalten, sexuelle Probleme


Viele Kontrollzwänge, viele stoffliche und nichtstoffliche Süchte (Alkohol, Drogen, Spielsucht, Kaufsucht, Sex-/Pornosucht) nehmen ihren Anfang bei Minderwertigkeitsgefühlen und den daraus resultierenden Ängsten. Kontrollzwänge wie etwa der Zwang, überprüfen zu müssen, ob man den Herd oder das Licht ausgeschaltet hat, entstehen, wenn Betroffene als Kinder starke Ängste haben, einen Fehler zu machen und dafür bestraft zu werden. Um Fehler zu vermeiden und der Bestrafung aus dem Weg zu gehen, beginnen manche Menschen, ihre Umgebung zu kontrollieren und daraufhin zu überprüfen, ob alles in Ordnung ist. Diese Kontrolle reduziert kurzfristig ihre Angst. Mit der Zeit entsteht daraus ein Kontrollzwang.
Lisa hatte den Zwang, jede ihrer Handlungsweisen im Voraus mehrmals daraufhin zu überprüfen, ob sie richtig ist. Bei der Arbeit überlegte sie sich fortwährend, ob sie alles richtig machte, nichts vergessen oder übersehen hatte. Warum tat sie das? Als kleines Mädchen war sie häufig dafür bestraft worden, wenn sie etwas falsch machte. Ihre Eltern ließen ihr nichts durchgehen, beschimpften sie als dumm und unfähig und bestraften sie körperlich. In dieser Zeit lernte Lisa, dass es schlimme Folgen hat, wenn man im Leben einen Fehler macht. Sie begann, an sich und ihren Fähigkeiten zu zweifeln, und aus Angst vor den schlimmen Folgen gewöhnte sie sich an, im Voraus alles, was sie tat, daraufhin zu überprüfen, ob es auch richtig war.

Wenn man ständig Angst hat, einen Fehler zu machen oder abgelehnt zu werden, dann steht man ständig unter Strom, ist angespannt und nervös. Der Körper ist dann in einem permanenten Alarm- und Stresszustand und reagiert mit den bekannten Stresssymptomen wie z. B. hohem Blutdruck, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Magen- und Darmbeschwerden, Schlafstörungen. Menschen, die ihre geringe Selbstachtung durch besondere und herausragende Leistungen und Erfolge kompensieren wollen, fühlen sich ständig getrieben und rastlos, achten meist wenig auf ihre Gesundheit, überfordern sich leicht und erkranken deshalb nicht selten an einem Burnout.


Die Auswirkungen einer geringen Selbstachtung auf den Beruf


Menschen mit einer geringen Selbstachtung bringen es im Leben entweder sehr weit oder sie bleiben weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Aufgrund der Angst, zu versagen, oder der Angst, nicht zu genügen, nehmen sie keine Herausforderungen an und engagieren sich kaum. Wieder andere versuchen verbissen, sich und anderen durch ihre Erfolge und Leistungen zu beweisen, dass sie wer sind und es zu etwas bringen können. Sie sind besonders gefährdet, ein Workaholic zu werden.
Bei Sarah wirkte sich das Gefühl, nutzlos und überflüssig zu sein, auf ihre Berufswahl aus. Sie wählte den Beruf der Altenpflegerin, um das Gefühl zu haben, gebraucht zu werden und wichtig zu sein. Wenn sie frei hat oder im Urlaub ist, dann kommt sie sich nutzlos und überflüssig vor und verfällt in depressive Verstimmungen.




Die Auswirkungen einer geringen Selbstachtung auf Beziehungen



Wenn wir Beziehungsprobleme haben – egal ob mit Freunden oder dem Partner – dann ist die Hauptursache dafür meist ein geringes Selbstwertgefühl. Wir fühlen uns nämlich nur in dem Maße von anderen akzeptiert und geliebt, wie wir uns selbst annehmen und lieben. Lehnen wir uns selbst ab, dann interpretieren wir viele Äußerungen und Verhaltensweisen von Freunden und dem Partner als Ablehnung und Kritik. Und dies führt zu Vorwürfen, Streitereien und Partnerschaftsproblemen. Hinzu kommt: Wenn wir gering von uns denken, dann versuchen wir vielleicht sehr stark, dem anderen zu gefallen, und tun vieles nur, um ihn nicht zu verlieren und von ihm geliebt zu werden.
Honoriert der andere unsere Bemühungen nicht (ausreichend), dann fühlen wir uns ausgenutzt, ärgern uns über unsere Blödheit, dass wir dem anderen so viel geben, ärgern uns über den Partner, dass er unseren Einsatz so wenig honoriert und wir von ihm so wenig zurückbekommen. Menschen mit einer geringen Selbstachtung neigen dazu, sich emotional und körperlich missbrauchen zu lassen. Wenn man sich für wertlos hält, dann denkt man, man habe es verdient, schlecht behandelt zu werden.
Yvonne lässt sich von ihrem Partner herumstoßen, beschimpfen und körperlich misshandeln. Sie sagt: "Wenn man sich für nicht liebenswert hält, dann braucht man die Bestätigung durch den Partner. Dann ist man total abhängig vom anderen. Auch wenn dieser einem schadet und einen schlecht behandelt, man kann sich nicht trennen. Ohne meinen Partner käme ich mir total verloren vor. Am schlimmsten ist dieser Selbsthass. Ich verabscheue mich, dass ich mir all das antun lasse. Er benutzt mich, ich weiß es und lasse es mir gefallen. Wie blöd kann man eigentlich sein? Ich kann mir selbst nicht in die Augen schauen, weil ich mich dafür verabscheue, dass ich nicht stark genug bin, mich zu befreien."
Hans-Jürgen geht schnell an die Decke, wenn er das Gefühl hat, seine Frau halte ihn für dumm – und dies kommt sehr häufig vor. Erinnert ihn seine Frau daran, dass er noch etwas erledigen muss oder dass sie beide mit Freunden verabredet sind, platzt ihm der Kragen. Er macht seiner Frau dann heftige Vorwürfe, sie behandle ihn wie ein kleines Baby und überhaupt, wenn sie ihn lieben würde, dann würde sie ihm mehr zutrauen. Die Folgen solcher Auseinandersetzungen sind tagelanges eisiges Schweigen und Sich-aus-dem-Weg-Gehen.
Jennifer ist 25 Jahre alt. Sie ist Single, fühlt sich sehr einsam und ist "todunglücklich". Wenn sie sich zu einem Mann hingezogen fühlt, hat sie große Angst, diesem ihre Sympathie zu zeigen. Will sich ein Mann mit ihr verabreden, dann zieht sie sich sofort in ihr Schneckenhaus zurück und flüchtet sich in Ausreden, warum sie sich nicht mit ihm treffen und keine Beziehung mit ihm eingehen könne. Sie reagiert so, weil sie Angst hat, der andere könnte ihr vermeintlich wahres »minderwertiges« Ich entdecken, wenn sie nur lange genug zusammen wären. Diese Angst rührt von ihrem Vater her, der zu ihr früher oft sagte: "Kein Mann wird es lange bei dir aushalten. Wenn der erst einmal merkt, dass mit dir nichts los ist, dann bist du ihn schnell los." Um sich diese Enttäuschung zu ersparen, geht sie erst gar keine enge Beziehung ein.



Selbstliebe lernen: Werde dein bester Freund


Selbstliebe lernen und sein Selbstwertgefühl stärken. Sich selbst lieben und der beste Freund sein - wie macht man das? Welche Vorteile hat das?
Fühlst du dich häufig abgelehnt ungeliebt angegriffen nicht respektiert ungerecht behandelt? vom Pech verfolgt unsicher und gehemmt einsam? Hast du dich schon einmal gefragt, woran das liegt? Vermutlich denkst du, du würdest dich besser fühlen, wenn dich deine Mitmenschen anders behandeln würden. Und folglich glaubst du, die anderen müssten sich ändern, ehe es dir besser gehen kann.
Die Wahrheit ist: Du siehst, erlebt und spürst das, was du in dir trägst. Das bedeutet: Wenn du dein Bild von dir änderst, dann ändern sich auch deine Gefühle, deine Beziehungen und dein Leben. Wenn du überzeugt bist, liebenswert zu sein, dann fühlst du dich angenommen und geliebt.
Wenn du dich selbst respektierst, dann fühlst du dich von anderen respektiert und kannst deinen Respekt vor dir behalten, auch wenn andere respektlos zu dir sind. Wenn du dich annimmst und Frieden mit deinen negativen Seiten schließt, dann können dich andere kritisieren, ohne dass du gleich am Boden zerstört bist. Wenn du glaubst, das Glück ist auf deiner Seite, dann ist das Pech nicht mehr dein ständiger Begleiter.
Wenn du glaubst, genauso wertvoll und wichtig zu sein wie andere, dann fühlst du dich anderen ebenbürtig. Wenn du dein negatives Bild von dir änderst wenn du dir selbst mehr ein Freund als ein Feind bist, dann machst du dir das wertvollste Geschenk, das du je bekommen kannst. Willst du dir dieses Geschenk machen? Hast du gerade Ja gesagt? Dann lass uns beginnen.
Was bedeutet es, sich selbst ein Freund zu sein? Was erwartest du von einem Freund?
Denke einen Moment darüber nach. Erwartest du aufmunternde Worte, emotionale Unterstützung, Komplimente, Rücksicht und Verständnis, Geduld, Zuwendung, Trost, das Gefühl, gemocht zu werden? Das Gefühl, liebenswert und wertvoll zu sein?
So wie du gerne von einem Freund behandelt werden möchtest, so behandle dich von nun an selbst. Das bedeutet: Als dein eigener Freund, ... verzeihst du dir deine Fehler und Schwächen und übst Nachsicht mit dir.


  • Du sagst dir: "Ich darf Fehler machen. Fehler machen ist menschlich und ich bin ein Mensch." ... schaust du in den Spiegel und lächelst dir selbst zu.

  • Du sagst dir: "Hallo mein Freund, schön, dass es dich gibt." ... sprichst du dir selbst Mut zu und stärkst dir selbst den Rücken, wenn du vor einer schwierigen Aufgabe stehst.

  • Du sagst dir: "Komm, das packst du, Das schaffst du, Das kannst du." ... lobst du dich und machst dir Komplimente, wenn dir etwas gut gelingt. Du sagst dir: "Das hast du gut gemacht. Das war toll von dir. Du kannst stolz auf dich sein." ... akzeptierst du dich, auch wenn andere dich ablehnen.

  • Du sagst dir: "Ich bin ein wertvoller und liebenswürdiger Mensch. Die Meinung der anderen ändert daran nichts." ... erinnerst du dich in schwierigen Zeiten daran, dass auf den Winter immer der Frühling kommt. Du suchst in solchen Momenten immer nach der Sonne hinter den Wolken.

  • Du sagst dir: "Damit werde ich fertig. Ich werde eine Lösung finden. Mein Leben geht weiter."

Wäre es nicht schön, einen solchen Freund an deiner Seite zu haben? Wenn ja, dann beginne damit, mit dir selbst Freundschaft zu schließen, indem du lernst, dich selbst zu mögen.


Ja, du hast richtig gelesen. Du musst lernen, dich selbst mehr zu mögen, wenn du dir selbst ein guter Freund sein willst. "Wie soll ich mich mögen? Ich bin nicht perfekt. Ich habe so viele Fehler und Schwächen, da kann ich mich nicht mögen."
Kennst du jemanden, der vollkommen ist? Und wer sagt, dass du erst vollkommen und ohne Fehl und Tadel sein musst, ehe du dich mögen kannst? Die Wahrheit ist: Nichts und niemand ist vollkommen. Und doch ist alles und jeder vollkommen in seiner Unvollkommenheit.
Nimm dich so an wie du bist - mit deinen Stärken und Schwächen und lerne trotzdem dich ständig zu verbessern. Das ist alles, was du tun kannst. Du bist einzigartig. Du bist ein Wunder. Niemand auf der ganzen Welt ist wie Du. Du bist einmalig hinsichtlich deiner Gene, deinem Äußeren, deiner Persönlichkeit. Du bist ein Original und hast gute und weniger gute Seiten. In dir schlummern noch viele Talente und Fähigkeiten, die du entdecken und entfalten kannst. Sei stolz darauf, einzigartig zu sein.




Eine Geschichte:

Ein Seminarleiter hielt einen Zehn-Euro-Schein hoch und fragte die Teilnehmer: "Wer möchte zehn Euro haben?". Fast alle Teilnehmer hoben die Hand. Er knüllte den Schein zu einer Kugel zusammen und fragte wieder: "Wer möchte immer noch die zehn Euro?" Und wieder meldeten sich fast alle.
Nun ließ er den zusammengeknüllten Schein auf den Boden fallen und trat mit den Füßen ein paar Mal auf ihn. Er hob den schmutzigen und völlig zerknitterten Schein auf und fragte: "Und wer will jetzt immer noch die zehn Euro?" Und wieder meldeten sich fast alle Teilnehmer. Schließlich hatte der Schein seinen Wert behalten, auch wenn er etwas unansehnlich geworden war.


Die darin enthaltene Weisheit:

Manchmal geht es uns wie diesem Zehn-Euro-Schein. Wir werden fallengelassen, man will uns herabsetzen oder erniedrigen oder durch den Schmutz ziehen. Man trampelt auf uns herum. Manchmal machen wir Fehler, die uns zusetzen oder es sind Umstände, die uns zusetzen und die wir nicht verhindern konnten. Und machmal vergleichen wir uns mit anderen und schneiden bei diesem Vergleich total schlecht ab. Alle anderen scheinen klüger, beliebter und erfolgreicher zu sein. Dann fühlen wir uns als Loser und unsere Selbstachtung ist im Keller. 
Aber, was auch immer geschieht:

  • Wir verlieren nie unseren Wert als Mensch, genauso wenig wie ein schmutziger oder verknitterter Zehn-Euro-Schein.

  • Solange wir nicht unseren Wert in Frage stellen, solange behalten wir ihn! Der Geldschein behält seinen Wert, egal wie schmutzig oder verknittert er ist, wie oft man ihn mit Füßen getreten hat.

  • Wenn wir uns für wertvoll halten, kann niemand unseren Wert schmälern.

  • Wir sind liebenswert, wenn wir uns für liebenswert halten.


Wenn wir überzeugt sind, wertvoll und liebenswert zu sein, dann kann nichts unseren Selbstwert schmälern!
Heart

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  Kränkungen verzeihen
Geschrieben von: Susan - 21.09.2021, 06:42 - Forum: Literarisches - Keine Antworten

Liebe Frauen, liebe Männer,

ich möchte mit Euch gern diese tollen Artikel von Dr. Doris Wolf und Gerd Kowarowsky teilen, die mir persönlich sehr geholfen haben und immer noch helfen.

Wir Partnerinnen finden uns alle wahrscheinlich in der ein oder anderen Kränkung wieder. 

Ob im normalen Alltag oder im großen Ganzen...
Aber es gibt Wege und Möglichkeiten für uns, besser damit umzugehen...

Alles Liebe
Susan

Heart



Kränkungen – seelische Verletzungen


Niemand ist geschützt vor Kränkungen und verletzten Gefühlen. Giftpfeile in Form von ungerechtfertigter Kritik, beleidigenden Bemerkungen, Bosheiten, Demütigung, Bloßstellung, Tadel, Übergangenwerden, Übersehenwerden, abschätzigen Blicken oder Zurückweisungen schmerzen und hinterlassen oft seelische Wunden und Verletzungen. Kränkungen empfinden wir als einen Angriff auf unser Selbstwertgefühl und unsere Persönlichkeit.
Bei einer Kränkung fühlen wir uns immer in unserer gesamten Person bedroht. Wir beschreiben das z.B. mit Worten wie: „Der andere verletzt meine Ehre, trampelt auf meinen Gefühlen herum, putzt mich herunter, bricht mir das Herz.“ Meist spüren wir die Kränkung körperlich. Wir verspüren z.B. einen Kloß im Hals, einen Stich im Magen, oder können keinen klaren Gedanken fassen. Fühlen wir uns sehr häufig gekränkt und persönlich verletzt, dann kann dies zu psychosomatischen Beschwerden führen.

Warum fühlen wir uns persönlich angegriffen und gekränkt?


Wenn jemand etwas sagt oder tut und wir uns gekränkt und verletzt fühlen, dann deshalb, weil wir sein Verhalten als kränkend und beleidigend ansehen. Das heißt, wir fügen uns eigentlich selbst die Kränkung zu, indem wir die Worte eines anderen als kränkend und verletzend bewerten und empfinden. Und warum empfinden wir das Verhalten des anderen als verletzend?
Weil unsere Verletzbarkeit in hohem Maße von unserem Selbstwertgefühl abhängt. Ist dieses gering oder angeschlagen, dann empfinden wir viele Äußerungen als respektlos und demütigend. Wir fühlen uns rasch angegriffen und verletzt, weil wir viele Worte anderer auf uns beziehen und persönlich nehmen. Es gibt jedoch auch Menschen, die durch ihr Verhalten bewusst versuchen, uns zu kränken. Dahinter können sich Motive verbergen wie ein geringes Selbstwertgefühl, Neid, Rache oder Wut.


Unangemessene Reaktionen auf eine Kränkung


Jeder geht emotional anders mit einer Kränkung um. Die wenigsten Menschen sind in der Lage, nach einer Kränkung dem anderen zu verzeihen und das Ereignis zu vergessen. Die meisten Menschen wählen eine der drei folgenden Reaktionen. Die einen treten den Rückzug an, sie zeigen dem Kränkenden fortan die kalte Schulter und brechen den Kontakt zu ihm ab. Sie spielen quasi die beleidigte Leberwurst. Die Folge: Die Beziehung zum anderen ist ruiniert.
Andere handeln nach dem Motto: „Angriff ist die beste Verteidigung“ oder „Rache ist süß“. Sie wollen den Angreifer verletzen und es ihm heimzahlen. Sie fordern Genugtuung und Reue. Die Folge: Die Konflikte eskalieren und die Fronten verhärten sich.
Und schließlich können wir auf Kränkungen auch mit Selbstmitleid reagieren. Wir bedauern uns, fühlen uns in der Opferrolle, können die erlittene Kränkung jedoch weder vergessen, noch verzeihen. Die Folge: Die ständige Erinnerung daran vergiftet die eigenen Gefühle und so fügt man sich selbst immer wieder neue seelische und körperliche Schmerzen zu.
Die für unser emotionales Befinden beste, aber gleichzeitig auch schwierigste Art, mit Kränkungen umzugehen, besteht darin, zu verzeihen und uns auszusöhnen. Das ist jedoch ein längerer Prozess und erfordert viel innere Stärke.

Tipps für den Umgang mit seelischen Verletzungen und Kränkungen


  1. Fragen Sie bei Ihrem Gegenüber genau nach, was er mit seinen Worten gemeint hat.


  2. Teilen Sie ihm mit, wie seine Worte bzw. seine Tat bei Ihnen angekommen sind und wie Sie sich fühlen.


  3. Überlegen Sie sich, welche Motive sich hinter dem Verhalten des Menschen, von dem Sie sich gekränkt fühlen, stehen könnten. D.h., machen Sie sich klar: Der andere reagiert so, weil er neidisch, unzufrieden, usw. ist. Was er sagt oder tut ist Ausdruck seiner persönlichen Probleme.


  4. Überlegen Sie: Könnte es sein, dass der andere einen wunden Punkt von Ihnen getroffen hat und Sie gar nicht verletzen wollte?


  5. Prüfen Sie, welche Bedeutung dieses Ereignis für Ihr Leben hat. Ist es so wichtig, dass es sich lohnt, darüber lange Zeit gekränkt zu sein?


  6. Erinnern Sie sich daran, dass die Meinung eines anderen oder dessen Handeln Sie als Mensch nicht abwerten kann.


  7. Stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl. Je geringer nämlich Ihr Selbstwertgefühl ist, umso schneller fühlen Sie sich angegriffen und verletzt. Und je stärker Ihr Selbstwertgefühl, umso mehr können Sie über den „verletzenden“ Worten und Taten anderer stehen und umso immuner sind Sie gegen Kränkungen.




Kränkungen heilen, heißt verzeihen können



Selbsthilfestrategien für den Umgang mit Kränkungen und Hilfestellungen für das Verzeihen.


Du fühlst dich im Augenblick zutiefst verletzt und unverstanden. Ein anderer hat dich kritisiert, sich in verletzender Form dir gegenüber verhalten, dir etwas unterstellt, wodurch du dich in deiner gesamten Person in Frage gestellt fühlst.


Du grübelst darüber nach: "Wie kann er mir so etwas antun? Er trampelt auf meinen Gefühlen herum. Das ist ungerecht, gemein, rücksichtslos. Ich bin unwichtig". Dir verschlägt es die Sprache, du fühlst dich getroffen. Am liebsten möchtest du ihn nicht mehr sehen. Vielleicht überlegst du, auf welche Weise du ihm zeigen kannst, wie sehr du dich gekränkt fühlst, oder wie du ihm genauso weh tun und dich rächen kannst. Du kannst dich auf nichts anderes konzentrieren als auf dieses Ereignis.

Begleiterscheinungen deiner Kränkung


Dich gedemütigt, erniedrigt, angegriffen, getroffen, abgewertet, abgelehnt, entwertet, übergangen, abgekanzelt fühlen, eine dünne Haut haben, eingeschnappt sein; über den Vorfall nachgrübeln; wütend und/oder traurig sein; den anderen angreifen; sprachlos sein; dich zurückziehen; den Kontakt abbrechen; schmollen; auf Rache sinnen; intrigieren; den anderen schlecht machen oder bestrafen wollen, indem du nicht mehr mit ihm redest und ihn keines Blickes mehr würdigst.
Du spürst vielleicht körperliche Symptome wie Unruhe, Anspannung, Herzschmerzen, Beklemmung, Schwindel. Es gehen dir Gedanken durch den Kopf wie "Das darf er mir nicht antun ...", "Er wertet mich ab", "Das verletzt mich ..."




Wie du deine Gefühle der Kränkung lindern kannst



Prüfe, ob das, was der andere gesagt/getan hat, richtig bei dir angekommen ist.

Hast du richtig verstanden, was dein Gegenüber gesagt hat? Frage ihn direkt: "Wie meinst du das?" "Was verstehst du darunter?" "Auf welches konkrete Verhalten beziehst du dich mit deiner Kritik?" "Was wollest du mir mit deinem Verhalten signalisieren? Wenn du möchtest, kannst du mit diesen Rückfragen warten, bis du dich wieder stärker und ruhiger fühlst.

Sprich über deine Gefühle und Wünsche.
Teile deinem Gegenüber mit, wie du dich fühlst und wie seine Worte oder sein Verhalten bei dir angekommen sind, und was du dir anders wünscht: "Ich habe mich ... gefühlt, weil ich das so .... verstanden habe. Ich würde mir wünschen, dass du .... sagst/tust."


Schlüpfe in die Schuhe des anderen.
Überlege, welche Gefühle und Motive hinter seinem Verhalten stehen könnten. Hat er sich zuvor möglicherweise von dir angegriffen gefühlt? Passt auf ihn das Stichwort "Ein getroffener Hund bellt"? Ist er generell ein Mensch mit geringem Selbstwertgefühl?
Verhält er sich im Allgemeinen anderen Menschen gegenüber aggressiv und abwertend? Fehlt ihm generell die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen? Ist er zur Zeit stark mit seinen eigenen Problemen beschäftigt? Fällt es ihm schwer, offen zu sein und Nein zu sagen?


Suche nach positiven Motiven bei deinem Gegenüber.
Frage dich, ob sich auch positive Absichten hinter seinem Verhalten verbergen könnten? Wollte er dir ein Kompliment machen, das missglückt ist? Wollte er dir helfen, einen Fehler auszumerzen? Oder könnte sein Verhalten vielleicht überhaupt nichts mit dir zu tun haben, sondern mit seiner schlechten Stimmung, Überforderung, Müdigkeit, einer aktuellen Krisensituation?


Halte Tatsache und Meinung sorgfältig auseinander.
Erinnere dich daran, dass seine Worte nur seine persönliche Meinung widerspiegeln. Sie müssen überhaupt nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben. Du hast die Wahl, ob du seine Meinung für dich akzeptierst oder dir sagst: "Das ist seine persönliche Sichtweise. Ich weiß, dass ich nicht so bin, wie er mich sieht".


Überlege, welche Bedeutung du diesem Ereignis beimessen willst.
Ist das Ereignis für dich so wichtig, dass du dich in Gedanken weiter damit beschäftigen willst? Hilft dir die Beschäftigung damit, deine Ziele zu erreichen und glücklich zu sein? Lohnt es sich, dafür deinen Körper in Aufruhr zu bringen und deine Abwehrkräfte zu schwächen? Wenn nicht, unterbreche deine Erinnerungen immer wieder mit einem innerlichen "Stopp" und sage dir: "Ich bin bereit, loszulassen. Das ist Vergangenheit" - solange bis du nicht mehr an das negative Ereignis denkst.


Notiere deine Gedanken und Gefühle.
Vertraue deine quälenden Gedanken einem Tagebuch an und schließe deinen Text mit dem Satz: "Mir gefällt nicht, was der andere gesagt/getan hat, ich bin enttäuscht und traurig. Ich bin ärgerlich. Doch ich bin bereit, ihm zu verzeihen. Er ist ein Mensch und macht als solcher ab und zu Fehler.


Prüfe, wie wichtig dir die Beziehung ist.
Wenn du es mit einem Menschen zu tun hast, der dich immer wieder zu verletzen versucht, überlege dir, ob du weiterhin mit ihm zusammensein willst/musst oder ob du dich von ihm zurückziehen möchtest.



Wenn du an den Ursachen deiner Kränkung ansetzen möchtest


Wenn du dich schnell verletzt fühlst, dann ist dies auf ein geringes Selbstwertgefühl zurückzuführen. Du nimmst die Worte oder das Verhalten der anderen schnell persönlich, weil du innerlich unsicher bist und ein geringes Selbstvertrauen hast. Du solltest deshalb daran arbeiten, deine Selbstachtung und dein Selbstwertgefühl zu stärken.
Ein weiteres Ziel besteht darin, genau hinzuhören, was dein Gegenüber sagt, und rückzufragen, wenn du dich angegriffen und verletzt fühlst. Hast du die Worte des anderen vielleicht in den falschen Hals bekommen? Hat der andere persönliche Probleme, die ihn so haben handeln lassen?
Sollte ein anderer dich tatsächlich bewusst unfair behandeln, kannst du dich darin üben, selbstbewusster zu werden und Grenzen zu setzen.
Andere können deine Person nicht in Frage stellen, wenn du es nicht zulässt.
Wenn du dazu neigst, lange Zeit immer wieder über eine Kränkung zu grübeln und dich damit immer wieder selbst verletzt, solltest du daran arbeiten, diese Erfahrung innerlich abzuschließen. Für dein eigenes Seelenheil ist es wichtig, loslassen und verzeihen zu können!





Vergebung heilt – dich selbst



Wenn du vergibst, tust du zuallererst etwas sehr Egoistisches. Du entschließt dich, dich aus dem Gefängnis deiner eigenen negativen Emotionen zu befreien. Vergebung hilft dir, Angst, Wut, Hass, Depression und viele stressbedingte körperliche Störungen loszulassen. Vergebung hilft dir dabei, die Opferrolle abzulegen und statt Bitterkeit wieder mehr Frieden und Lebensfreude zu spüren. Die negative Bindung an den Menschen, der Dich verletzt hat, löst sich auf, neue Kraft und ein Gefühl von Souveränität entstehen in dir.


Wie gelingt es zu vergeben?


Das erlittene Leid, die erlebte Ungerechtigkeit mag Vergebung sehr schwierig bis unmöglich erscheinen lassen, besonders wenn die Folgen des Erlebten für dich weiterhin spürbar sind. Wenigstens muss doch der Schuldige seine Schuld eingestehen, sich reuig zeigen, um Vergebung bitten, sich um Wiedergutmachung bemühen, oder? – Sicher ist es hilfreich, wenn das geschieht, aber es ist keine unabdingbare Voraussetzung. Manchmal ist das auch gar nicht möglich. Vielleicht wurde dir in der Kindheit etwas angetan und der Schuldige ist gar nicht mehr in deinem Leben oder überhaupt am Leben. Darum sei radikal!


Mache die Vergebung nicht vom Schuldigen abhängig, sondern entscheide dich bewusst selbst dazu.

In deinem eigenen Interesse! Es geht nicht darum, das Geschehene kleinzureden. Es war einfach so wie es war. Es braucht manchmal eine Menge Radikalität, Mut und Selbstliebe, um vergeben zu können. Auch du selbst bist sicherlich schon schuldig geworden, auch du hast andere verletzt. Vergib auch dir selbst. Schuldgefühle sind nicht hilfreich, versuche stattdessen, es in Zukunft besser zu machen.



Vergeben kann in einer Versöhnung enden


Viele Patienten berichten davon, dass sie durch den bewussten Entschluss zu vergeben sich wieder freier und leichter, positiver und kreativer gefühlt haben. Und dies ist ihnen sogar möglich, wenn sie im Alltag immer wieder mit der geschehenen Verletzung konfrontiert sind oder sich daran erinnern.
Vergeben kann, aber muss nicht zwangsläufig in einer Versöhnung enden. Besonders dann nicht, wenn beispielsweise in der Partnerschaft die Gefahr einer chronischen Wiederholung des negativen Verhaltens des anderen hoch wahrscheinlich ist oder er keine Schuldeinsicht zeigt. Womöglich trennen sich eure Wege – aber durch deinen Entschluss zur Vergebung bist du dann frei von innerer negativer Bindung.
Noch ein Hinweis zum Abschluss: Falls ein Teil in dir sich der Idee der Vergebung widersetzt, steckt dahinter häufig eine sehr ungesunde Ursache, und zwar das Bedürfnis nach Macht. Widerstehe diesem Teufelchen, das ich in meiner Rolle als Paartherapeut immer wieder auf frischer Tat ertappe. Die Opferrolle beizubehalten verleiht nämlich ungeheure Macht in der Partnerschaft. Du kannst das erlittene Unrecht immer wieder als Joker aus dem Ärmel ziehen, um dem anderen seine Missetat vorzuwerfen. Mit dem Verzeihen verzichtest du auf diese ungesunde Macht und entscheidest dich stattdessen für die Möglichkeit von mehr gemeinsamer Lebensfreude



Sich selbst lieben ist wichtig, um den Partner lieben zu können


Selbstliebe: die Voraussetzung für Liebesbeziehungen. Wenn man sich selbst ablehnt kann keine gute Beziehung zum Partner aufbauen.
In unserer Gesellschaft ist Selbstliebe verpönt, da sie häufig mit Egoismus, Eitelkeit und Narzissmus verwechselt wird. Bei der Selbstliebe geht es jedoch nicht darum, sich als den Größten, Besten und Wertvollsten anzusehen und auf andere herabzuschauen.



Sich selbst lieben bedeutet in erster Linie, sich selbst dieselbe Wertschätzung entgegenzubringen wie einem gutem Freund.


Für eine harmonische und dauerhafte Partnerschaft ist die Selbstliebe sehr wichtig. Wenn wir nämlich gering von uns denken und uns ablehnen, dann

  • sind wir mit uns und unserem Leben unzufrieden,


  • fühlen uns häufig angegriffen und verletzt,


  • sind vielleicht streitsüchtig,


  • neigen zu Depressionen und/oder Ärger,


  • haben ein übersteigertes Bedürfnis nach Anerkennung (insbesondere von unserem Partner),


  • neigen zu Eifersucht,


  • haben häufig Schuldgefühle,


  • machen dem Partner Vorwürfe, er sei egoistisch, usw.

Unsere emotionale Unausgeglichenheit ist keine gute Basis für eine harmonische und dauerhafte Beziehung.

Hinzukommt, dass wir nur geben können, was wir besitzen. Wenn wir keine Liebe in uns spüren, weil wir uns ablehnen, dann können wir auch dem Partner keine Liebe geben. Wir erwarten von unserem Partner, dass er uns die Liebe gibt, die wir uns selbst nicht geben können.
Lehnen wir uns selbst ab und können uns selbst nicht leiden, dann erleben wir vieles, was der Partner tut, als Angriff, Kritik und Zurückweisung. Wir werfen dann dem Partner vor, uns nicht (genügend) zu lieben, weil würde er uns lieben, dann würde er sich anders verhalten. Das muss zu Konflikten und Streit führen.


In einer erfolgreichen Partnerschaft behandeln sich beide Partner selbst wie einen guten Freund, den man unterstützt und dem man Fehler verzeiht. Ihre Selbstliebe ermöglicht ihnen, auch ihren Partner zu lieben und zu unterstützen.



Wenn wir erwarten, dass uns der Partner glücklich macht, dann ist die Beziehung zum Scheitern verurteilt.

Wenn man nämlich dem Partner die Verantwortung für das eigene Glück gibt, dann ist man von ihm emotional abhängig. Und dadurch kommt es zwangsläufig zu Schuldzuweisungen und Vorwürfen, wenn dieser uns nicht glücklich macht - was er gar nicht kann.
Wir können einen anderen Menschen nicht glücklich machen. Jeder kann nur sich selbst glücklich machen, indem er im Einklang mit sich und seinen Bedürfnissen lebt und sich selbst liebevoll behandelt.


Fragen zur Selbstliebe - zum Nachdenken und Handeln

  • In welchen Momenten fühlst du dich mit dir ganz im Reinen?


  • Welche Gefühle hast du in diesen Momenten bei dem Gedanken an deinen Partner?


  • Wann fällt es dir am leichtesten, deinen Partner so anzunehmen, wie er ist?


  • Was könntest du tun, um häufiger das Gefühl zu haben, in dir zu ruhen?

Warte nicht darauf, bis andere dir das Gefühl geben, liebenswert zu sein. Lerne, dich selbst zu lieben und du fühlst dich liebenswert.



Zitat:Nur wenige wissen, dass die Fähigkeit, andere zu lieben, erst durch die Liebe zu sich selbst ermöglicht wird.
Wayne Dyer

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  Sexualangst durch Erziehung / Pornosucht
Geschrieben von: Beschnittener92 - 18.09.2021, 11:53 - Forum: Pornosucht und Nofap Allgemein - Antworten (11)

Hi

Mir ist aufgefallen dass ich wohl unter einer Sexualangst leide.
Sex war für mich immer (seid ich das erste mal Sexuelle bedürfnisse gespürt habe) mit *abartigkeit, das tut man nicht.. ist schmutzig etc* gebranntmarkt

Jedenfalls habe ich aufgrund dessen viele Psychische Probleme entwickelt und lebe weitesgehend Sozial Isoliert..
Was dann letztenendes mich in die pornosucht trieb
Der trieb wurde immer heftiger und ich schaute zunehmend immer härtere Inhalte an..

Seitdem ich mich damit beschäftige bin ich auf das Thema Beschneidung aufmerksam geworden. (bin seit Kindheit / so ca 10 Jahre alt. Beschnitten)
Ich las, dass beschnittene heftiger Stimuli brauchen weil sie kein Gefühl mehr haben, aufgrund der fehlenden Nerven...

Auf anderen Seite las ich dass die Pornosucht ursache für das Fehlende empfinden sei...
Mein haupt problem ist aber die Sexualangst.
Ich kann nichteinmal eine Frau in die Augen schauen.. bin demnach noch Jungfrau.
Habe gehofft dass diese Angst durch das Ablegen meiner Sucht weggeht.
Aber das ist ja nunmal nicht so einfach...
Ich bekomme immer heftigere Wutanfälle (auf mich und andere) einfach weil ich sehe wie mir das Leben entgleist...
Habe dann immer gedanken wie *So schön könnte intimität sein aber das wirst du nie erleben.. einfach wegen der Sexualangst gehemmtheit. und weil sich ohnehin keine Frau für dich Interessiert...)
Aufgrund der Psyche habe ich mein ganzes Leben verbockt...
kein job, keine ausbilduhng.. nichts...

Ich würde gern zu einer Prostituierten gehen, einfach um es mal erlebt zu haben. Trau mich aber nicht
fühl mich wie der letzte penner...
Und mit den Psychologen habe ich mich aufgrund dessen auch schon angelegt (hatten alle kaum verständniss für mich)

Weiß jemand wie man so eine Sexualangst angehen kann? einfach zu einer Prostituierten gehen so nach dem Motto: ins kalte wasser springen?
was sind eure Erfahrungen?

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  Folgen und Gedanken
Geschrieben von: rabitten - 15.09.2021, 19:57 - Forum: Betroffene Partnerinnen - Antworten (5)

Hallo ihr Lieben!

Ich bin gerade etwas voll im Kopf und wollte mal etwas davon aufschreiben und mit euch teilen.
Wie ihr wisst, hab ich mich von meinen hochgradig pornosüchtigen Ehemann nach 17 Jahren Beziehung (davon 7 Jahr Ehe) getrennt. Im Dezember wird der Scheidungsantrag beim Familiengericht eingereicht. Drückt mir die Daumen, dass es dann ganz schnell geht. Wir sind zwar noch befreundet (manchmal frage ich mich wieso überhaupt, warum wehrt sich mein Kopf nicht dagegen, wo doch so viel Mist passiert ist) aber ich möchte das ganze Kapitel einfach abhaken und zu den Akten legen.

Nun waren die letzten Jahre durch die Umstände mehr als aufwühlend. Gerade in den letzten paar Wochen hab ich so vieles verstanden. Es ist, als hätte ich an einem Korken gezogen und plötzlich brach eine Flutwelle an Erkenntnissen über mich ein.
Die wohl wichtigste Erkenntnis: ich bin lesbisch.
Nein, das ist kein "ich hasse alle Männer weil ich schlechte Erfahrungen gemacht habe und versuch es jetzt einfach mit Frauen." Ich hatte schon als Kind wesentlich mehr Anziehung zu Frauen und mein erster Kuss wäre wohl mit einem Mädchen gewesen, aber wenn man in einem erzkatholischen Städtchen in Bayern aufwächst, wo das stadtbekannte schwule Paar an den Stadtrand ziehen musste, weil es einmal zu doll zusammen geschlagen worden war, dann gesteht man sich das nicht ein. Ich könnte da jetzt sehr weit ausholen, aber ich unterlasse das an dieser Stelle. Mir fiel es wie Schuppen von den Augen als ich einen sehr bekannten Text zu "Compulsory heterosexuality", also zu deutsch, erzwungene Heterosexualität, gelesen habe. Wer Interesse daran hat, kann das einfach googlen.

Es war seltsam sich selbst nach so vielen Jahren zu verstehen. Ich bin jetzt 34 und habe das Gefühl komplett neu geboren zu sein. Mich endlich selbst so zu sehen und zu akzeptieren wie ich bin. Ich weiß noch den Abend an dem ich mir endgültig sicher war und stundenlang weinend und lachend im Bett gelegen hab. Ich war so traurig, es erst so spät zu erkennen, so verunsichert aber auf der anderen Seite so unfassbar erleichtert. Nie wieder würde ich mich damit rumschlagen müssen, nie wieder müsste ich einen Mann an mich ranlassen.

Außerdem hatte ich eine neue Art von innnerlicher Ruhe gefunden. Durch Männer schaue ich jetzt einfach hindurch. Früher hat mich alles an ihnen genervt, die Art wie sie Frauen im Vorbeigehen angeierten, wie sie sich verhielten.

Eine nicht so schöne Folge: ich sehe jetzt alles viel nüchterner. Mir sind so viele Situationen aus der Vergangenheit wieder eingefallen, in denen Männer sich unglaublich widerwärtig und missbräuchlich verhalten haben. Mit meinem jetztigen Wissen würde ich alles viel klarer sehen, würde mir nichts mehr gefallen lassen und für mich einstehen. Leider kann ich nichts mehr daran ändern, die Dinge sind geschehen.
Ich schätze, es ist immer eine gemischte Tüte, wenn man mit den Folgen eines traumatischen Ereignisses kämpft. Manches konnte ich überwinden, an anderen Dingen arbeite ich noch, manchme erweisen sich als sehr hartnäckig, wie das komplett zerstörte Selbstbewusstsein und Kommentare die sich in mir festgebrannt haben.

Ich hoffe sehr, dass ich mich in der Zukunft wieder auf jemanden einlassen kann. Ich glaube, ich habe noch viel zu geben und sobald ich mir meiner sicherer und stabiler geworden bin, werde ich mit offenen Augen durchs Leben gehen.

Entschuldigt bitte wenn mein Text etwas wirr ist. Ihr könnte auch gerne Fragen stellen. Ich hatte einfach das Bedürfnis mich mitzuteilen, und ich fühle mich in eurer Mitte wohl und sicher genug das zu tun.

Alles Liebe, rabitten

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  Die Spirale der Sucht
Geschrieben von: Susan - 11.09.2021, 09:46 - Forum: Literarisches - Antworten (2)

Die Spirale der Sucht

Es gibt eine typische Abwärtsspirale, die dazu führt, daß jemand Pornos braucht. Bei Pornographie handelt es sich nicht um die Art von Nähe, die jeder Mensch braucht, sondern um eine Illusion von Intimität. Wenn wir Intimität und Nähe nicht zum richtigen Entwicklungszeitpunkt in der richtigen Weise erfahren, können wir folgendes beobachten: In uns wachsen Angst und Spannungen und führen zu einem Gefühl tiefer Einsamkeit, das sogar zu körperlichem Schmerz führen kann. Dann kommt die Versuchung. Sie bietet uns das an, was den Schmerz der Einsamkeit erträglich zu machen scheint, z.B. pornographische Bilder. Jetzt beginnt ein Teufels-kreis: Es ist, als ob jemand dich bei deinem Namen ruft, dich meint. Bis hierher ist noch alles in Ordnung, du kannst jederzeit „Nein“ sagen. Aber nach der Versuchung kommt die Verführung, und irgendwann gibst du nach. 
Dann ist es, als ob du darin untergetaucht würdest. Jetzt ist Umkehr nicht mehr möglich. Gleichzeitig kommt die Erleichterung, die du dir meistens durch Selbstbefriedigung verschaffst. Nach der Erleichterung kommt die Scham. Du fühlst dich schuldig und bereust es vielleicht auch. Wenn die Reue aber nicht zum Sündenbekenntnis führt, ist das wie die vielen guten Vorsätze am Silvesterabend: „Ich mache das bestimmt nie wieder...“ Aber damit wird das eigentliche Problem ignoriert. Du wiegst dich in einem falschen Gefühl der Sicherheit, bevor Spannung und Angst sich wieder aufbauen und die Spirale von vorne beginnt.
Dieses Muster haben mir Dutzende von Männern geschildert und es war für sie sehr erleichternd zu erfahren, daß sie damit nicht alleine sind. 


Schritte in die Freiheit


Doch nur das Wissen darum hilft nicht weiter, denn die Illusion von Intimität läßt immer eine Leere zurück. Der erste Schritt auf dem Weg in die Freiheit ist das Erkennen der Sucht. Der Wunsch, davon befreit zu werden, muß stärker sein als die Hoffnung, nicht dabei ertappt zu werden. Wir müssen den falschen Formen der Sexualität eine Absage erteilen, auch wenn wir es vielleicht gar nicht „Pornographie“ nennen würden.
Der Süchtige muß sein Problem ans Licht bringen, um Heilung zu erfahren. Aber auch die Ehepartnerin muß ihre Situation ans Licht bringen. Vielleicht ist sie schockiert oder es ist ihr peinlich, vielleicht fühlt sie sich als Versagerin und ist verunsichert. Ziemlich sicher ist sie zornig, enttäuscht, fühlt sich unzulänglich und verraten. Da gibt es viele Gefühle – und alle sind völlig normal. Wenn sie diese Gefühle aber immer wieder herunterschluckt, wird sie nicht den Frieden erfahren, den sie braucht.


Pornographie in der Ehe und die schmerzhaften Folgen


Was ich jetzt sage, richtet sich hauptsächlich an die Ehefrauen der Betroffenen. Wenn Sie herausfinden, daß Ihr Mann mit Pornographie zu tun hat, werden Sie mit einer Reihe widerstreitender Gefühle zu kämpfen haben. Sie werden sich selbst die Schuld geben: „Wenn ich nur hübscher, schlanker, sonstwas wäre.“ Sie werden ihm die Schuld geben: „Wie kann er mir das antun? Ich werde ihm nie wieder etwas glauben können.“ Es wird schwierig sein, Entscheidungen zu treffen. Jetzt ist jedenfalls nicht der richtige Zeitpunkt anzukündigen, daß Sie ihn verlassen werden, daß Sie es allen Ihren Freunden erzählen und diese Ihre Partei ergreifen werden, oder die Kinder gegen ihren Vater auszuspielen. Es braucht jetzt so wenig Druck von außen wie nur möglich. Vielleicht brauchen Sie jemanden, der Ihnen dabei hilft. Seien Sie weise in der Wahl der Personen, die Sie bitten, Ihnen zu helfen. Ihre Mutter ist wahrscheinlich nicht die beste Wahl, aber vielleicht eine Freundin oder ein Seelsorger. Auf jeden Fall jemand, der keine vorschnellen und unausgewogenen Urteile über Ihr Leben fällt. Sie brauchen Unterstützung, nicht unbedingt Sympathiegemeinschaft.


Heilung braucht Auszeiten


Wenn Sie Ihrem Mann vergeben wollen, dauert es möglicherweise, bis Sie ihm wieder aus vollem Herzen vertrauen können. Gehen Sie achtsam mit sich selber um und setzen Sie Grenzen in der Beziehung. Sie brauchen jetzt Ihre ganze Energie für Ihr Heilwerden. Dazu sind Grenzen hilfreich, ganz besonders im Bereich der Sexualität.
Manchmal möchten Sie vielleicht, daß Ihr Mann Sie begehrt, denn das ist ein Zeichen, daß er Sie immer noch attraktiv findet. Dann wieder möchten Sie ihm Ihre Zuneigung zeigen und ihn mit Ihrer Liebe heilen. Aber es wird auch Zeiten geben, wo Sie es kaum aushalten, auch nur im gleichen Zimmer mit ihm zu sein und die Vorstellung, daß er Sie berühren oder gar mit Ihnen schlafen möchte, nur widerlich ist. Solche Stimmungsschwankungen sind nicht ungewöhnlich. Doch wenn Sie während des Heilungsprozesses diese Stimmungsumschwünge ausleben, schafft das nur Verwirrung. Deshalb ist es hilfreich, von vornherein Grenzen festzulegen. Vielleicht brauchen Sie einen Dritten, der Ihnen dabei hilft. Vielleicht beschließen Sie eine dreimonatige völlige Enthaltsamkeit. In einigen Fällen mag es sogar ratsam sein, sich eine Weile zu trennen. Der Sinn dieser Abstinenz ist aber nicht die Abstinenz selbst, sondern daß Sie Ihre ganze Kraft für den Heilungsprozeß zur Verfügung haben. Doch seien Sie nicht geizig damit, nichtsexuelle Wege zu finden, Ihrer Zuneigung Ausdruck zu verleihen. Ihr Mann muß während dieser Zeit lernen, Erfüllung und Bestätigung nicht in der sexuellen Erregung zu suchen. Und Sie müssen lernen, seiner Liebe, seiner Aufrichtigkeit wieder zu trauen. Das braucht Zeit und sollte auch nicht übereilt werden. 
Heilung ist ein Prozeß. Man macht Schritte vorwärts und dann auch wieder rückwärts. Doch es gibt auch Wunder. Vielleicht hat er seine Sucht erkannt und möchte sich wirklich davon lossagen. Was, wenn er jetzt nach Hause kommt und wieder die ganz normale Beziehung aufnehmen will? Diese Verwandlung an ihm ist enorm, aber Sie möchten am liebsten ein Stopschild aufstellen, weil Sie verwirrt sind. 


Ein Geschenk an sie


Darum gilt für die Männer: Respektieren Sie die Gefühle Ihrer Frau, selbst wenn es Ihnen so vorkommt, als würde sie Ihnen in einer Minute vertrauen und in der nächsten wieder nicht, Sie lieben und im nächsten Augenblick hassen. Sie braucht Zeit, um zu erfahren, daß das, was Sie an Umkehr erlebt haben, wirklich trägt. Sie braucht Zeit, um glauben zu können, daß Sie nicht wieder nur versuchen, das Problem zu ignorieren. Ihre Frau hat verdient, alle Zeit zu bekommen, die sie braucht. Vielleicht ist sie vor anderen für Sie eingetreten, hat Sie möglicherweise vor den Kindern entschuldigt und hat Sie nicht verlassen, obwohl sie hinreichend Grund dafür gehabt hätte. Ihr Zeit zu geben, ist Ihr Geschenk an sie. Ihr Umgang mit Pornographie war ja der Versuch, mit einem Problem möglichst schnell fertig zu werden mithilfe der „Ich-will-es-jetzt-Mentalität“. Wenn Sie nicht warten können, bis die Liebe zu Ihnen kommt, sind Sie wie ein Kleinkind. Das kann sich jetzt ändern. Sie können wachsen und lernen, die Verhaltensmuster Ihrer Kindheit abzulegen.



von Signa Bodishbaugh

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Exclamation Was stört mich am meisten
Geschrieben von: letitbe - 10.09.2021, 13:46 - Forum: 40 und älter - Keine Antworten

zunächst dachte ich mir so etwas gibt es gar nicht....
Immer am Nachmittag sinkt meine Motivation und was bietet sich dann an.. im Internet nach Unterhaltung suchen...
Erst hin und wieder.... dann am regelmässig Porno Seiten...

Die Zeit verfliegt wie im Flug, die Motivation wird dadurch nicht besser und was mir am meisten aufgefallen ist, meine Kreativität mein Denken wurde mit steigendem Konsum immer schlechter...

Die Vielfalt der Möglichkeiten ist ja fast Grenzenlos... von virtuell zur Real... von GF6 bis Hardcore...

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