Hallo, Gast
Du musst dich registrieren bevor du auf unserer Seite Beiträge schreiben kannst.

Benutzername
  

Passwort
  





Durchsuche Foren

(Erweiterte Suche)

Foren-Statistiken
» Mitglieder: 1.876
» Neuestes Mitglied: Nick
» Foren-Themen: 1.295
» Foren-Beiträge: 15.962

Komplettstatistiken

Benutzer Online
Momentan sind 40 Benutzer online
» 0 Mitglieder
» 37 Gäste
Bing, Google, Yandex

Aktive Themen
Hallo, ich bin der neue
Forum: Begrüßungsforum
Letzter Beitrag: Nick
Vor 9 Stunden
» Antworten: 0
» Ansichten: 18
Aufräumen und Abschliesse...
Forum: 40 und älter
Letzter Beitrag: phoenix
04.07.2020, 15:01
» Antworten: 355
» Ansichten: 99.950
Alleine in einem Sumpf
Forum: Begrüßungsforum
Letzter Beitrag: Arnaen
04.07.2020, 14:23
» Antworten: 0
» Ansichten: 31
Ich kann nicht ohne doch ...
Forum: 22-29 Jahre alt
Letzter Beitrag: gebenenfrontkickab
03.07.2020, 17:35
» Antworten: 3
» Ansichten: 80
Ehefrau eines Pornosüchti...
Forum: Pornosucht und Nofap Allgemein
Letzter Beitrag: rabitten
02.07.2020, 19:30
» Antworten: 15
» Ansichten: 662
Flatline......
Forum: Reboot und Neustart
Letzter Beitrag: Ari82
02.07.2020, 17:31
» Antworten: 0
» Ansichten: 40
Tagebuch
Forum: 40 und älter
Letzter Beitrag: Nutzername
01.07.2020, 17:51
» Antworten: 4
» Ansichten: 125
Immer wieder
Forum: Begrüßungsforum
Letzter Beitrag: phoenix
30.06.2020, 11:17
» Antworten: 1
» Ansichten: 82
Selbstfindung durch Verzi...
Forum: 22-29 Jahre alt
Letzter Beitrag: Rüdiger96
28.06.2020, 21:11
» Antworten: 42
» Ansichten: 4.086
Neue Challenge 18. Juni 2...
Forum: Pornosucht und Nofap Allgemein
Letzter Beitrag: Styx
28.06.2020, 16:25
» Antworten: 6
» Ansichten: 148

 
  hi, bin neu hier
Geschrieben von: Nutzername - 17.06.2020, 13:32 - Forum: Begrüßungsforum - Antworten (4)

Hi,

ich bin vor ein paar Wochen auf dieses Forum gestoßen und habe heute begonnen, ein Tagebuch zu führen (Ü40 Abteilung).

Ich finde es wunderbar dass es diese Möglichkeit des Austausches gibt & möchte sie jetzt auch mal nutzen. Ich habe mich viel zu lange mit diesem Thema versteckt und noch länger dieses Thema vor mir vesteckt.

Über Rückmeldungen zu meinem Prozess/ Tagebuch freue ich mich natürlich, denn ich habe begriffen, dass der Weg auch echt steinige Passagen hat.

Drucke diesen Beitrag

  Tagebuch
Geschrieben von: Nutzername - 17.06.2020, 13:24 - Forum: 40 und älter - Antworten (4)

Edith sagt, ist ganz schön lang geworden. Es geht unter dem Unterstrich so richtig mit der Pornosucht & meinen Erharungen los...



Hi,

Ich bin vor ein paar Wochen auf diese Seite und damit auf dieses Forum gestoßen. Anlass war ein katastrophaler Tag, andem ich mich am liebesten aus der Welt gewünscht hätte und schlicht nicht weiter wusste. Ich habe mich gehasst, ich habe mein Leben gehasst, ich habe mich völlig hoffnungslos und verloren gefühlt. Und vor allem eines ... ganz, ganz einsam.

Ich habe das erste Mal Pornos mit 12 konsumiert. Jetzt bin ich gut 40 Jahre alt. Für mich war das immer beiläufig, ich habe meinen Konsum für völlig normal gehalten und habe ihn mit keinerlei Emotion, Persönlichkeitsentwicklung oder Bewältigungsstrategie in Verbindung gebracht. Das hat sich seit einiger Zeit geändert.


Wenn ich anfangs schreibe, dass der Anlass ein katastrophaler Tag war, dann stimmt das, aber es überdeckt den Grund. Ich habe viele katastrophale Tage, ich fühle mich oft beschissen, hilflos, mutlos, vor allem aber ziel- und orientierungslos. Was mir fehlt ist der rote Faden meines Lebens.

Ich habe das immer mit meiner Drogensucht in Verbindung gebracht. Seitdem ich 13 war habe ich gekifft, spätestens seit ich 15 war täglich. Das habe ich mehr als 2 Jahrzehnte so betrieben. Ich habe auch andere Sachen genommen, aber von keiner anderen Substanz war ich abhängig. Mein Leben hat sich im Laufe dieser 2+ Jahrzehnte von sehr sozialaffin, immer unter Leuten, ständig mit vielen anderen Kiffern rumhängend zu einsam, vor dem Computer sitzend und zockend entwickelt.

Ich habe mehrere Jahre nahezu ausschließlich mit exzessivem Kiffen und MMO´s verbracht. Allein, denn selbst in diesen Spielen habe ich die Einsamkeit gesucht und gefunden. Ich habe gearbeitet, in einer verantwortungsvollen Position, tue es immer noch. Aber alles was Freizeit war, das habe ich so gesteuert, dass ich allein vor dem Rechner war, kiffend, zockend, onanierend.

Dass ich pornosüchtig bin, habe ich erst vor wenigen Wochen wirklich begriffen. Ich habe vor 4 Jahren mit dem Kiffen aufgehört, ich habe immer die Droge als meinen Dämon betrachtet, Pornos waren normal, macht ja jeder, ist ja nix dabei. Erhlich gesagt habe ich nie drüber nachgedacht. Es ging immer nur um´s Kiffen & Zocken. Sowohl in der aktiven als auch in der jetzigen passiven Phase. Kiffen & Zocken, das war für mich  vor allem: Eine Parallelwelt, in der ich mich so verhalten konnte wie ich wollte. In der ich die Kontrolle hatte, über mein digitales Leben, in der ich bestimme wo es für mich langgeht. Und es war der ad hoc Stressabbau. Egal mit welcher Anspannung und Laune ich nach Hause kam, ein paar Bongs später war das vergessen & ich in einer anderen Welt.

Dann habe ich aufgehört, weil ich einfach todunglücklich mt meinem Leben war, ich war einsam, ich hatte das Gefühl wertlos zu sein, kein Selbstvertrauen, keine Zuversicht dass sich für mch irgendetwas zum Positiven wendet. Das Aufhören war natürlich ein Prozess, auf jeden Fall mehrjährig. Seit 4 Jahren bin ich jetzt drogenfrei, nunja ich trinke hin und wieder mal ein Bier, aber nicht mal wöchentlich. Das Zocken spielt eine deutlich geringere Rolle.
Mein Leben hat sich verändert, ich hatte zum ersten Mal eine Beziehung nach mehr als 10 Jahren. Der Sex war eine Katastrophe. Ich habe es gehasst. Es gab einige wenige Male wo es mir Spass gemacht hat.

Pornos haben zu dieser Zeit nochmal an Bedeutung gewonnen. Mein Stressabbau, das exzessive Kiffen war weg, so habe ich einen Ausgleich benötigt. Die Pornos.
Zu dieser Zeit habe ich gemerkt, dass ich süchtig bin. Ich habe es gebraucht. Habe es benutzt. Und ich war nie zufrieden, es musste immer mehr, nein eigentlich immer extremer sein.

Meine Entwicklung ähnelt zum Teil dem Beschriebenen von anderen, Manches unterscheidet sich.
Ich habe das erste Mal mit 12 Porno´s gesehen. Auf VHS. Kopiert von einem älteren Freund. Zu dem Zeitpunkt habe ich gerade die Sexualiät für mich entdeckt. Der Übergang vom "sich nachts in´s elterliche Wohnzimmer schleichen und Softerotik auf Sat1 schauen" zu Pornos im Kinderzimmer auf dem eigenen VHS Rekorder ... da lag nicht viel Zeit dazwischen.
Ich hatte dann mit Ende 13 Sex. Ich dachte es muss so sein, ich dachte das gehört dazu, ich dachte sogar ich bin total spät dran und alle anderen hatten schon. Und ich wollte ja dazu gehören. Meine damalige Freundin war 1 Jahr jünger, sie hatte bereits mit 2 Typen Sex gehabt. Es war meine erste Beziehung, nach dem ersten Kuss kam dann auch bald schon das erste Mal Sex. Wir hatten im Schnitt 3x am Tag Sex, das war aber auch schon unsere Beziehung. Das ging ca. ein halbes Jahr. Gleich danach hatte ich eine Beziehung mit einem Mädchen, dass ich schon vorher kannte und sehr mochte. Meine erste Liebe. Kein Sex. 2x krampfhaftes Petting. Sie war nich lange nicht soweit und ich wusste nicht was ich tun soll. Muss ja ein Mann sein und Sex mit deiner Freundin haben, außerdem willst du dich ja auch vor den anderen damit schmücken. Naja, dieses Gemisch aus Unsicherheit & falscher Vorstellung von Sexualität hat auch zum Ende der Beziehung beigetragen. Ich dachte ich müsse ein Mann sein, aber ich war ein Kind. Ein Kind das schon Sex hatte, aber diesen Sex mehr oder weniger aus Pornos imitiert hat und sich nicht getraut hat zu probieren, was mir Spaß macht & keine Unsicherheit zulassen wollte. Das Ende der eben beschriebenen Beziehung hat mich komplett aus der Bahn geworfen. Ich hatte nach kanpp 10 Jahren eine Fernbeziehung, der Sex war unangenehm. Danach wieder 10 Jahre Pause, dann die erste "echte" Erwachsenenbeziehung. Das erste Mal dass ich wirklich Nähe zugelassen und auch schwache Seiten gezeigt habe. Der Sex war für mich weiter unangenehm. Die Beziehung ist vorbei, aktuell habe ich eine lose Beziehung.




Weshalb hole ich hier so weit aus? Weshalb schreibe ich das alles?


Pornosucht ist meiner Meinung nicht monokausal, keine Einbahnstraße und auch keine Sucht, die ohne Ursache besteht. Pornosucht entwickelt sich, hat Auslöser und Gründe. Und auch eine Funktion. Für mich hatte und hat sie die Funktion, dass sie mir zum einen vorgaukelt, dass ich ein sexuell erfolgreicher Typ bin, etwas das ich in der Realtität eben nicht bin. Das Bingewatching ist ja eindrucksvoll im verlinkten Video der Seite beschrieben, und das spielt auch für mich eine Rolle. Ich kann mir nehmen was ich will, ohne etwas dafür zu tun. Und die Auswahl ist unendlich. Und meine Trefferquote liegt bei 100%.
Und Porno´s haben für mich auch die Funktion, dass ich mich stark und machtvoll fühle. Ich bestimme was passiert.

Und wie jede Sucht hat auch meine Pornosucht eine Entwicklung durchlaufen. Eine Entwicklung, die mich die eben beschriebenen Funktionen hinterfragen ließ. Ich habe früh den Kontakt zu Pornos gehabt. Und das hat mir lange so gereicht. Irgendwann, das Internet kam auf, die eigene Wohnung, rissen aber alle Zügel. Nicht´s hielt mich. Ich hatte viel Zeit, keine Beziehung, ich hatte die Möglichkeiten, und so haben sich auch meine Pornogewohnheiten geändert. Ich habe häufiger konsumiert. 3x täglich über viele Jahre. Ich habe Stunden, ganze Nächte vor dem Rechner verbracht und Filme und Clips gesammelt, die ich später nie geschaut habe, weil ich lieber wieder sammeln wollte. Ich wollte sie haben, besitzen. Die ersten Jahre war vaginaler, gefilmter Sex für mich der Porno der Wahl. Es wurde später Oralsex, dann Anal.
Ich kann mittlerweile keinen Porno mehr schauen der nicht anal ist. Die Frauen wurden immer älter und immer jünger. Pornostars haben mich gelangweilt, es mussten 20 oder 50 Jährige (Pseudo-)Amateure sein, die ich auch im realen Leben hätte treffen können. Es wurde meine Vorstellung, dass dies Frauen aus meinem Leben sind, Frauen die ich begehrte oder die einfach nur in meinem Leben waren. Frauen, die ich in meinem realen Leben nicht eroberte, die eroberte ich im Porno zu Hauf.
Aber auch das reichte irgendwann nicht mehr. Ich wollte immer mehr. Livecam´s waren so mit das nächste, ich wollte mit dabei sein, wollte das noch interaktivere Erleben, um meine Vorstellung ich sei derjenige der da fickt, zu befeuern.
Die nächste Stufe war, dass die Frauen mehr und mehr entwürdigt wurden. Das war auch der Grund, weshalb ich nur anal Pornos schaute. Gruppensex zB, DP, naja was es so gibt. Ich möchte das nicht zu sehr ausschmücken. Die Videos wurden auch brutaler, ich wollte die Macht spüren.

Meine Toleranzentwicklung ist für mich ein riesiges Thema. Es machen mich in Pornos ausschließlich Sachen heiß, die extrem sind. Und ich suche nach immer extremeren Inhalten. Das sind Sachen, so stelle ich mir meinen Sex nicht vor.
Mit meiner losen Beziehung habe ich zum ersten Mal richtig angenehmen Sex. Lustvoll, mal hektisch, mal langsam und intim. Aber das geht nur wenn ich eine Weile keine Pornos komsumiert habe. Ansonsten denke ich beim Sex an Pornos, stelle mir vor sie durchzunehmen, ihr ins Gesicht zu spritzen...
Sie ist ne tolle Frau, aber dennoch reproduziert sich diese Macht-Porno-Scheiße auch in dem Sex den wir haben, wenn ich kurzfristig Pornos geschaut habe.
Das ist für mich ne Katastrophe und raubt mir dann die Lust.

Diese Toleranzentwicklung paart sich mit einem absoluten Kontrollverlust. Wie oft habe ich mir vorgenommen nur softe Sachen zu konsumieren, und es hat Sekunden gedauert bis ich wieder vor den härteren Sachen saß? Wie oft habe ich gesagt ich lasse das jetzt um am gleichen Tag nur noch heftiger Pornos zu konsumieren?
Ich habe gemerkt dass ich darüber überhaupt keine Kontrolle hatte. Ich habe die Häufigkeit verringert, damit hat sich aber die Intensität erhöht.


An einem Tag vor wenigen Wochen, andem ich einfach die Schnauze von mir voll hatte, von der Hilflosigkeit, mit dem ich diesem Thema gegenüberstand, habe ich im Internet recherchiert. Und kam auf diese Seite.
Es war alles so einleuchtend. Ich habe mich auch schon vorher am Rande mal mit dem Thema beschäftigt. Mir sind die Suchtmechanismen länger bewusst, aber erst seitdem habe ich tatsächlich begriffen, dass das alles so auch auf mich zutrifft.

Pornos haben meine Sexualität geprägt. Beim Sex geht es mir nicht darum, Spaß zu haben und Nähe zu erleben. Mir geht es darum, dass mich meine Partnerin als perfekten Sexualpartner wahrnimmt. Als irre potent, durchhaltend. Pornos haben den Umgang mit mir gepägt. Ich habe sie als Mittel genommen, Stress abzubauen und auch dafür meinem Hirn etwas vorzugaukeln, was in der Realität nicht exisitert - ständiger Sex mit wechselnden Frauen, mit den bgehrenswertesteten Exemplaren.

Und ich sehe, dass ich mit den Pornos ein Leben führe, das mich nicht glücklich macht. Ich bin Frauen gegenüber scheu. Die Fremdwahrnehmung von anderen ist häufig "gut aussehender Typ, klug, witzig, sympathisch, manchmal schüchtern, manchmal nicht". Meine Selbstwahrnehmung ist " ich kann nix, ich bin nix, ich bin nicht in der Lage die Frauen anzusprechen, die ich attraktiv finde und ich habe keine Ahnung wie ich das ändern soll".
Pornos sind nicht das alleinige Übel. Nicht der alleinige Grund weshalb ich mich so fühle und so verhalte. Aber ich bin der Meinung sie tragen ihren Teil dazu bei.nUnd ich habe es einfach satt. Ich will so nicht mehr leben, abgekapselt. Ich möchte keine Pornos mehr benötigen, um mich stark zu fühlen.

An dem Tag vor wenigen Wochen habe ich mir die Seite einmal durchgelesen, habe alles einleuchtend und auf mcih zutreffend gefunden. Und aufgehört mit den Pornos. Ich dachte ich habe die alleinige Wurzel aller meiner Übel entdekct und war entschlossen sie zu ziehen.
Ich war eine Woche lang euphorisch. Ich habe gemerkt, dass ich Entzug habe, und ihn bewältigt. Ich habe mich überrragend gefühlt. Energievoll. Hatte nach 10 Tagen Sex, der war gut, kurz und gut. 2 Tage lang eine innere Ruhe wie selten. Und dann habe ich einfach diese Energie des Anfangs nicht mehr gehabt.
Es fiel mir schwerer mich gedanklich zu distanzieren. Ich habe weniger Antrieb gehabt, habe aufgehört raus zu gehen, Sport o.ä. zu machen.
Und habe mich einsam gefühlt. Unendlich einsam.

Dieses Gefühl wurde so stark, dass ich gestern die Reißleine gezogen habe, den Kampf aufgegeben habe. Denn es war ein Kampf, ein zermürbender Kampf. Und ich habe den halben Tag vor Pornos verbracht, so exzessiv und extrem wie möglich.
Es hat sich gut und schlecht angefühlt. Das Gefühl der quälenden Einsamkeit war vorbei. Das Gefühl das mein Leben eine einzige, traurige Sackgasse ist, das ist heute deutlich weniger spürbar. Ich sitze heute nicht da und zergehe in Selbstmitleid und versuche mich abzulenken. Krass, welch großen Einfluss der "Rückfall" auf meine Gefühlswelt hatte. Ich fühle mich auf der einen Seite schlecht weil ich meine NoFap Phase durchbrochen habe. Aber ich habe auch gemerkt, wie stark diese Sucht ist. Ich habe meine Gefühlswelt damit komplett geändert. Und so etwas können nur Suchtmittel. Und das ist nicht real. Und das bestärkt mich, dass ich idese Sucht besiegen möchte.

Ich bin Willens, genau da weiterzumachen, wo ich vor wenigen Wochen begonnen habe. Ich habe das Gefühl dass es lehrreiche Wochen waren. Ich habe das Gefühl dass es der richtige Weg ist.
Und ich denke, ich muss mich noch mehr mit der Dynamik, meinen Gedanken, einfach mit der Sucht und dem Entzug auseinandersetzen und nicht einfach drauf warten, dass ich jetzt mal nen Viertel oder halbes Jahr aufhöre und danach alles geschafft ist.
Ich denke, ich muss wahrnehmen, was passiert. Mit offenen Augen. Und damit umgehen.

Und damit beginne ich heute, mit diesem Tagebuch. Heute ist Tag 1.

Drucke diesen Beitrag

  Das kann ja wohl nicht wahr sein
Geschrieben von: Keyfo - 16.06.2020, 07:24 - Forum: Begrüßungsforum - Antworten (1)

Was ich mich selbst ab und zu frage ist;

"Wieso ist es heutzutage immer noch möglich im internet so locker und frei
an Hardcore filmen ranzukommen"?

Ein jeder der ein Computer mit Internetzugang hat,
braucht nur ein zwei wörter auf google oder einer
anderen suchmaschine einzutippen und voila.

Schon kann man ungehemmt und ungebremst,
wilde, brutale oder abartige pornoszenen konsumieren.

Es ist wie als ob harte drogen überall verteilt in der stadt einfach
so rumliegen. Es ist leicht über "die da oben" (wer auch immer das sein mag)
zu meckern und zu motzen, aber sonderlich bestrebt sind sie auch nicht, was
den schutz der kinder, jugend und auch der erwachsenen angeht im hinblick auf dieses thema.

Wenn man mit einem mausklick bestätigt das man 18 ist kann man, gratis harte szenen konsumieren.
Das ist doch ein Witz. Selbst ein kleiner junge kann einfach mit ja bestätigen das er schon 18 ist und
sich das alles anschauen wie er gerade lust hat.

Muß denn immer etwas schockierendes passieren oder irgendeine statistik etwas belegen bis etwas
getan wird ?

Wenn man es schafft illegale Filmstreaming seiten zu schließen, dann sollte das doch auch kein problem
darstellen, es sei denn man hat ein wirkliches interesse daran, das sie nicht geschloßen werden.

Drucke diesen Beitrag

  ist es verwerflich ?
Geschrieben von: Keyfo - 16.06.2020, 00:06 - Forum: Begrüßungsforum - Keine Antworten

die tage als ich nun beim pornoentzug war habe ich fuchs heimlich
ein archiv mit erotischen inhalten erstellt.
Nebenbei war ich öfter auf Tinder und Lovoo unterwegs.
Dort steht bei den meisten Profilen von den jungen hübschen mädels,
das sie nicht interessiert sind an etwas lockeren, keine bock haben
auf one night stands, kein interesse haben an sex.

So verzweifelt wie ich nun mal war oder immer noch bin,
habe ich seit drei tagen 4 ganze tafeln milka schokolade und
ein 8 stück Knoppers gefuttert.
Dazu noch ein paar zigaretten geraucht.
Man ey diese odysee raubt mir noch den verstand.
Ich versuch ein kühlen kopf zu behalten, aber fühl mich so damaged,
so erschöpft.

Ab morgen fangt wieder so ein nofap challenge an die ich mir selbst auferlegt habe,
mittlerweile ist es zu so einer art lebensziel geworden.

Mein lebensziel ist es nicht mehr pornos anzuschauen lol, super stark einfach toll.

Ich weiß ich weiß, das leben ist schön, das leben geht weiter, bla bla bla.

Ach ich weiß auch nicht, irgendwie warte ich auf so ein wunder, bete und hoffe.

Ich bin fett und faul geworden, träge und oft gereizt und angespannt.

Wisst ihr was ich meine ?

Drucke diesen Beitrag

  Mein Start des Reboots
Geschrieben von: fl0w - 11.06.2020, 22:14 - Forum: 22-29 Jahre alt - Antworten (3)

Hallo Leute,

ich bin 29 Jahre alt und habe schon als Kind unter psychischen Problemen gelitten, die mich in soziale Isolation geführt haben. Ich hatte nie eine Freundin und quasi gar keine sexuellen Kontakte zu Frauen (meine Jungfräulichkeit hab ich mit 19 verloren und meine sexuellen Erfahrungen haben sich bis zu meinem 27. Lebensjahr an einer Hand abzählen lassen). Ich habe schon mit 12-13 mit dem Pornokonsum begonnen und das wurde in weiterer Folge immer mehr, auch um die fehlende Sexualität mit Frauen in meinem Leben zu kompensieren.

Mein Kopf hat immer neue Kicks, immer extremere Filme verlangt. Wenn ich mal einen wirklich erregenden Porno gefunden habe, konnte ich dazu 5-10x täglich masturbieren. Oft habe ich auch aus Langeweile und Zeitvertreib masturbiert. Meine Technik hat sich im Laufe der Zeit auch verändert. Ich übte sehr viel Druck aus, was meinen Penis mittlerweile sehr unempfindlich gemacht hat. All das war für mich lange nicht wirklich ein Problem, weil ich sowieso nie was mit Frauen zu tun hatte.

Seit ca. 2 Jahren bin ich wegen anderer psychischer Probleme in Therapie und mein Leben hat sich sehr positiv verändert. Ich arbeite an meiner sozialen Phobie, kann wieder mehr unter Leute gehen und lebe nicht mehr so isoliert. Ich habe dann vor ca. 1,5 Jahren eine Frau kennengelernt und wir sind uns auch langsam näher gekommen. Die ersten paar Male haben nicht funktioniert. Mein Penis war trotz Erregung nicht hart genug um einzudringen. Mir war bis zu diesen Vorfällen auch nie bewusst, dass die Erektionsstärke meines Penisses nachgelassen hat. Bei sehr erregenden Pornos klappt es mit einer richtig harten Erektion noch immer sehr gut. Beim 5. oder 6. Versuch hat es dann endlich mit dem Sex geklappt und ab dann auch immer aber mein Penis wurde nie voll hart. Beim Sex selbst habe ich immer sehr wenig gespürt, die Reibung war eben nicht so stark wie es bei der Masturbation der Fall ist. Oft konnte ich daher nicht zum Orgasmus kommen und wenn es mal geklappt hat, war es fast immer, weil ich während dem Sex an für mich sehr erregende Pornos gedacht habe. Nach dieser Beziehung habe ich mich mit einigen anderen Frauen getroffen, konnte aber kein einziges Mal zum Orgasmus kommen. Manchmal kam sogar gar keine Erektion zustande. Ich bin da wohl auch in eine Art Teufelskreis gerutscht.

Ich habe im Sommer letzten Jahres dann viel online gelesen, um Lösungen zu finden. Körperliche Ursachen habe ich eigentlich immer ausgeschlossen. Ich ernähre mich sehr gesund, treibe 5-6x/Woche Sport und bin sehr fit. Schlussendlich bin ich endlich auf das wirkliche Problem meiner ED gestoßen: Pornos. Ich habe dann für eine Weile keine Pornos konsumiert und seltener masturbiert. Aber es gab immer und sehr schnell Rückfälle. Der Hauptgrund war mangelnde Motivation weil ich real sowieso kaum Frauen kennenlerne um Sex zu haben und ich nicht wusste, wofür ich das überhaupt mache. Pornosucht hat aber viel weitgreifendere Auswirkungen und ich muss mich meinem Problem jetzt endlich stellen und mein Leben in die richtige Richtung lenken.

Das ist mein erster ernster Versuch und ich bin gespannt, was auf mich zukommt. Ich hoffe, dass mir das Forum und dieses Tagebuch dabei helfen werden konsequent zu bleiben.

Liebe Grüße und alles Gute bei euren Reboots!

Drucke diesen Beitrag

  Verzweiflung aufgrund Fetischpornos
Geschrieben von: hhhhhhhh - 11.06.2020, 03:04 - Forum: Pornosucht und Nofap Allgemein - Keine Antworten

Hallo Forum!

Seit einiger Zeit bedrückt mich ein Problem. Ich wollte fragen ob jemand ähnliche Erfahrung gemacht hat und nofap eine mögliche Lösung für mein Problem sein könnte.
Ich versuche das Ganze mal bestmöglich zu erläutern:
Ich bin männlich, 17 Jahre jung.
Vor ca 2,5 Jahren fing ich an zu masturbieren, aber das nicht auf normale Pornos, sondern auf krankhafte Fetischpornos.
Dieser Fetisch lässt sich aber nicht beim Geschlechtsverkehr ausleben aber ohne ihn fällt es mir sehr eine Erektion zu bekommen bzw zu halten.
Rein aus Gedanken schaffe ich es nur eine Erektion zu bekommen, wenn ich mir gewisse Szenarien im Kopf vorstelle.
Mit normalen Sex hatte ich mich nie wirklich beschäftigt aber wenn ich mir einen normalen Vanilla Porno angucke, bekomme ich sogar eine Erektion und mir fällt es nicht besonders schwer darauf zu Kommen. Ich hatte auch nachgedacht Asexuell zu sein aber das ist ja eigentlich wiedersprüchlich. 
Mein Ziel ist es, von diesen Fetischpornos weg zu kommen, jedoch bekomme ich oft Rückfälle, da ich einfach süchtig nach diesem Material bin.
Ich las einen ähnlichen Forumpost, wo beschrieben wurde, dass nach 1-2 Monaten Erektionen durch Berührungen oder ähnlichen einer Frau zurückkamen.
Das wäre auf jeden Fall ein Ziel, jedoch bin ich mir nicht sicher ob sich auch auf meine Situation übertragen lässt.
Ich würde mich echt freuen, Rückmeldungen zu erhalten, da ich echt verzweifle und depressiv werde, darüber nachzudenken, nie ein glückliches Leben mit einer Frau führen zu können.
Ich wünsche euch allen das Beste!
grüße

Drucke diesen Beitrag

  selbstbetrug
Geschrieben von: Keyfo - 10.06.2020, 22:41 - Forum: Begrüßungsforum - Antworten (2)

boah ey wie ich das hasse, dieses krampfhafte versuchen davon wegzukommen,
des kann ja wohl net so schwer sein denk ich mir, doch ertappe mich dann immer wieder
wie ich auf meine eigenen grundsätzte und ziele scheiße und wieder fleißig am werk bin.

Jetzt habe ich mir vorgenommen keine videos mehr anzuschauen, schön und gut
aber weil ich so ein gottverdammter fuchs bin, höre ich mir auf youtube erotische asmr an,
oder lade seit einer woche täglcih hunderte von erotischen bildern auf google runter.

Kaum hab ich das eine geschafft öffnet sich da die nächste tür was mich wieder in
selben zustand zurückwirft, man ey es ist echt zum mäusemelken.

Ich könnte ganze gigabytes von pornobildern und stöhngeräuschen runterladen
und hätte immer noch nicht genug.

Als wollt ich diese lerre in mir mit solchen sachen füllen.

Früher war es noch eine angenehme art der entspannung, doch jetzt ist es wahrhaft zwang geworden.
Wenn ich nur aufhören könnte mich selbst auszutricksen.

Drucke diesen Beitrag

  Wenn nicht jetzt, wann dann ?
Geschrieben von: Keyfo - 09.06.2020, 13:36 - Forum: Begrüßungsforum - Antworten (5)

Hallo leute,

bin neu hier. Kurz zu meiner Person, ich bin 39 Jahre alt und nicht verheiratet, habe seit 1 1/2 Jahren keine Beschäftigung.

So, das war kurz und schmerzlos.

Aber nun, wieso ich hier bin. Weil ich nicht mehr alleine sein will mit meiner Sucht und das alleine darum kämpfen die Sucht zu
unterlassen mit der zeit ermüdet und zermürbt hat.

Ich hab schon so oft versucht damit aufzuhören nicht mehr Pornos anzuschauen, doch irgendwie hab ich mich dann mit
der Zeit selber listig ausgetrickst und wieder weitergemacht.

Das frustriert sehr und mit der zeit hasst man sich und fängt auch an seine umwelt zu hassen. Also so ist das bei mir jetzt.

Ich weiß nicht mehr der wievielte verdammte Versuch das nun ist damit aufzuhören, aber ich bleib dran und hol mir etwas Unterstützung
aus der Community, mit welcher ich meine Erfolge oder auch Rückschläge teilen kann.

Da draußen ist es nciht möglich jemanden dieses Problem mitzuteilen, sei es Eltern, Geschwister, Freunde, Arbeitskollegen.
Sowas wird glaub ich von der Gesellschaft nicht als wahres Problem wahrgenommen, jedenfalls nicht von den Männern welche
nicht davon betroffen sind.
Die belächeln einen oder machen kleine späße darüber, weil sie selber nicht in der scheiße sitzten.

Deswegen habe ich mich entschloßen hier meine Erfolge beim nofap und auch meine Rückschläge mit euch zu teilen.

Wünscht mir Kraft und Ausdauer sowie Gedult um mal länger durchzuhalten ohne Rückfällig zu werden. Das gleiche Wünsche ich euch
allen auch.

Soweit, sogut.

Also heute ist der 09.06.2020, auch heute habe ich schon drei mal Pornos konsumiert. Jedoch will ich bis zum rest des tages und die nächsten Tage und Wochen nicht mehr konsumieren.

Ich zähl auf eure Unterstüzung.

Machts gut, bleibt gesund.

Drucke diesen Beitrag

  Ehefrau eines Pornosüchtigen - und jetzt?
Geschrieben von: rabitten - 06.06.2020, 17:51 - Forum: Pornosucht und Nofap Allgemein - Antworten (15)

Hallo an alle!

Uff, ich weiß gar nicht so recht wo ich anfangen soll. Es ist eine lange Geschichte, aber ich werde versuchen sie so kurz zu fassen wie ich kann.

Zuerst zu mir: ich bin 33 und die Frau eines Pornosüchtigen. Wir sind seit 16 Jahren zusammen, davon bald 6 verheiratet. Dieser Mensch war immer meine ganze Welt für mich und für mich stand nie außer Frage, dass ich mit ihm alt werden werde.
Er hatte am Anfang unserer Beziehung ganz normalen Umgang mit Sex und Sexualität und schleichend hat sich eine Faszination mit erotischem und pornografischem Inhalt entwickelt. Ab dem Moment in dem er Zugang zu Internet hatte, hat er sich kopfüber hinein gestürzt. Für mich war es anfangs sehr schwer zu akzeptieren, dass er plötzlich solches Interesse an Pornos (reale und Hentai) zeigte, aber ich bin ein offener Mensch und habe es nach und nach als "normal" eingestuft. Nach ein paar Jahren ging der gemeinsame Sex spürbar zurück, aber auch das habe ich als "normal" eingestuft. Er arbeitete ja viel und der erste Zauber der ersten Freundin war wohl verflogen.

In der Zwischenzeit zogen wir zweimal um, immer näher an seine Heimatstadt. Das fand ich toll! Wir erlebten viel, aber unsere Beziehung litt zusehends stärker. Irgendwann hatten wir gar keinen Sex mehr, obwohl ich alles versuchte. 11 Monate lang hat er mich quasi nicht angefasst und ich hatte bereits an eine Trennung gedacht. Dann machten wir eine große Reise und während dieser öffnete er sich mir endlich und erzählte, dass er seit Jahren heimlich rauchte und er sich deswegen so geschämt hatte, dass er mir nicht nahe kommen konnte. Ich war einfach nur erleichtert endlich zu wissen was da los war und dass es nichts Schlimmeres war. Ich hatte schon mit einer Affäre o.ä. gerechnet.

Die Reise riss also alles für uns rum. Wir hatten wieder Sex und er war merklich besser drauf. Dann kam ein Antrag von ihm und überglücklich sagte ich ja. Etwa ein Jahr später heirateten wir.
Mittlerweile hatte ich mein Studium beinahe abgeschlossen und er arbeitete selbstständig als freischaffender Künstler und tut es bis zum heutigen Tag. Er zeichnet fast ausschließlich pornografische Inhalte für seine Kunden und bringt quasi deren sexuelle Fantasien zu Papier. Davon lässt es sich sehr gut leben.

Ich schloss mein Studium ab und wir beschlossen wieder umzuziehen, in eine noch größere Stadt. Der Umzug lief gut über die Bühne und ich fand schnell Arbeit. Dann fingen die Probleme an. Dadurch, dass ich quasi von morgens bis abends auf Arbeit war, war er immer allein. Er arbeitete oder beschäftigte sich, soziale Kontakte gingen immer mehr zurück. Seine Emphatie war da schon quasi nicht mehr vorhanden. Er zog sich wieder von mir zurück. Der Sex war nur noch eine Aufgabe, damit ich nicht meckere und dann ohne Vorspiel und Zärtlichkeiten. Manchmal hat er mir dabei auch weh getan. Das lief über 4 Jahre so, bis die Spannung zwischen uns deutlich spürbar war. Ich wusste, dass er mir Dinge nicht erzählte, dass er mich aus seinem Leben schob. Egal wie oft ich ihn freundlich oder auch bestimmt darum bat sich mir zu öffnen, er reagierte mit noch mehr Abneigung. Das machte mich unheimlich frustriert und ich wurde garstig. Das Ganze steigerte sich immer mehr, bis er mir Ende 2018 sagte, dass er nicht mehr weiß ob er noch mit mir zusammen sein möchte. Viele Tränen, viele Gespräche. Er sagte mir endlich, dass er seit längerem stundenlang am Tag zu Pornos mastubierte, dabei kettenrauchte und Alkohol  trank. Für mich brach erst einmal eine Welt zusammen. Wir fingen an ab und an gemeinsam Pornos zu schauen, was für mich anfangs sehr befremdlich war. Irgendwelche hardcore Hentais und 3D-Pornos, da ich keine realen zusammen anschauen wollte. Dann folgte eine Phase der Euphorie. Ich dachte, das könnte unsere Beziehung retten, indem wir einfach den Pornokonsum stückweit teilen. Zumindest für zwei Wochen bekam ich endlich den Sex den ich immer gewollt hatte und sah gar nicht, dass er dabei nie mich sah, sondern einfach seine Pornofantasien. Er sah mich auch nicht wirklich an dabei und war manchmal nicht mal steif.

Natürlich ging das nicht lange gut. Er stand jede Nacht auf und sah stundenlang Pornos an, rauchte und trank übermäßig viel. Ich bekam kaum Schlaf. Die Wohnung stank bestialisch und Sex hatten wir plötzlich wieder kaum noch. Dafür wurden seine Pornos immer heftiger, bis hin zu Sachen die ich selbst als sehr toleranter Mensch kaum noch begutheißen kann. Er zeichnete diese Dinge dann auch. Seine Devise: für Geld zeichne ich alles. Dann eben auch Dinge, die ich mich hier kaum traue anzusprechen, weil was gezeichnet ist, ist ja nicht schlimm, das tut ja keinem weh. Zumindest ist das seine Meinung. Dass er dadurch komplett abstumpft und "echten" Sex als "zu simpel" empfindet, ist ja egal. Immerhin bekommt er sexuell was er will während ich am ausgestreckten Arm verhungere. Ich bekam schon Magenschmerzen wenn ich nach der Arbeit heim fuhr. Oft fand ich ihn total fertig und stockbesoffen vor. Einmal kippte er um und fing an sich zu übergeben, lief blau an, wei er an seiner eigenen Kotze zu ersticken drohte. Ich will gar nicht dran denken was passiert wäre, wäre ich nicht erst Minuten davor von der Arbeit gekommen wäre, früher als sonst. Ich glaube er hat nie begriffen wie ernst diese Situation gewesen war. Jedenfalls kümmerte ich mich um ihn, wann immer es so heftig wurde, aber ich redete ihm natürlich ins Gewissen. Ich wusste ja, dass er dringend Hilfe brauchte. Er lehnte alles ab, er hätte nur eine dumme Angewohnheit und ich würde Drama machen.

Das Ganze zog sich ein gutes Jahr lang. In der Zeit habe ich Unmengen an Geld in Reizwäsche, Sexspielzeuge etc. gesteckt, voller Hoffnung ich könnte ihn zu mir zurück holen. Jetzt weiß ich, dass das alles Quatsch war. Einen Suchtkranken holt nichts zurück. Ich habe mich selbst immer mehr ihm angepasst, habe Dinge toleriert die für mich heute nicht mehr in Frage kämen. Ich schäme mich immer noch sehr deswegen, aber ich wusste es zu diesem Zeitpunkt nicht besser. Ich brach immer öfter weinend zusammen, auch auf der Arbeit. Ich habe wieder regelmäßig Panikattacken und hatte öfter Selbstmordgedanken, die er stets unkommentiert ließ, obwohl ich sie ganz offen gesagt habe. 2019 war das schlimmste Jahr. Ich bin mir sicher, dass er in eine Depression gerutscht ist, auch wenn er es immer noch bestreitet. Alle Vorschläge einer Therapie etc. wollte er nicht hören. Dann habe ich mich selbst erkundigt und verstanden, dass er pornosüchtig ist. Habe Bücher gewälzt, recherchiert und ihm meine Erfahrungen mitgeteilt. Nein, es sei nur eine Angewohnheit.

Erst in diesem Jahr hat es bei ihm klick gemacht, als er versuchte nicht mehr zu mastubieren und nach dem 4. Tag bereits eingeknickt ist. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits komplett fertig mit der Welt. Ich habe mein bestes gegeben aber auch ich habe Grenzen und meine Batterien sind einfach aufgebraucht. Also schlug ich ihm vor, auszuziehen, damit jeder von uns wieder zu Atem kommen kann. Es folgten wieder tränenreiche aber ehrliche Gespräche. Der Plan steht noch immer. Ich möchte in den nächsten Monaten ausziehen, mit einem Freund in eine WG ziehen. Wir wollen offen miteinander bleiben und uns gegenseitig über unseren emotionalen Zustand auf dem Laufenden halten. Was danach kommt, keine Ahnung. Ob ich mit ihm zusammen bleiben möchte, keine Ahnung. Er versucht davon loszukommen, allerdings ist er in meinen Augen immer noch sehr passiv. Er hat ein Buch darüber gelesen und macht immer wieder Reboot-Versuche, die nach wenigen Tagen abgebrochen werden. Er will weiterhin seiner Arbeit als Pornozeichner nachgehen und weiter Pornos schauen, aber wie er sagt "sich nicht davon beherrschen lassen". Ich glaube nicht, dass das funktioniert. Sein Gehirn ist bereits extrem umgepolt worden und selbst mit radikalem Entzug und Therapie würde es schwer werden, sich da wieder davon zu erholen. Aber eine Therapie will er immer noch nicht machen. Er denkt, mit etwas Disziplin geht das schon. Sex haben wir seit einigen Wochen auch nicht mehr. Ich schwanke diese Tage zwischen Leere und Wut, manchmal auch Trauer. Es ist unsagbar schwer wenn der Mann im Chat für seine Pornozeichnungen von seinen Kunden gefeiert wird, während man selbst nicht mal mehr ein Kompliment bekommt. Ich erinnere mich an einen Moment im letzten Jahr, als wir Freunde trafen und sie über Konsolenspiele redeten. Er fand einen weiblichen Charakter da besonders toll und betonte wie "schön, sexy und süß" er sie fand. Da staunte ich. Solche Dinge hatte er mir schon seit Jahren nicht mehr gesagt. Schön, dass ein Videospielcharakter so viel toller ist als ich.

Es ist erstaunlich, wie sehr man sich in Menschen täuschen kann. Dieser Mann war für mich meine Festung, unerschütterlich und nun ist alles eine Ruine. Ich bin mit einer Lüge in die Ehe gegangen, habe nie ehrlich gesagt bekommen was los ist. Ich habe nur einen Bruchteil unserer Beziehung lang den echten Menschen kennen gelernt und dann folgte schon die Sucht, die ihn komplett verändert hat. Manchmal fühle ich mich, als würde ein Fremder neben mir sitzen. Dieser sanfte, kreative und einfühlsame Mensch wurde zu seinem emphatielosen Stück Eis, hat unfassbar gemeine Dinge getan und gesagt. Diese verdammte Pornosucht hat mich an meine Grenzen gebracht und mich dazu gebracht in den 6. Stock des Hauses in dem wir wohnen zu fahren und vor dem geöffneten Fenster zu stehen, abzuwägen ob es sich noch lohnt weiter zu leben oder nicht. Die Sucht hat aus mir jemanden gemacht, der große Probleme damit haben wird, jemals wieder jemanden so blind zu vertrauen. Allerdings konnte es mich nicht brechen und ich sehe wieder Hoffnung. Egal ob mein Mann in meinem Leben bleiben wird oder nicht, ich möchte wieder glücklich werden und arbeite jetzt dran. Erster Schritt: Ausziehen. Selbstverantwortung übernehmen, auch wenn mein Mann das so offensichtlich nicht kann. Ich verdiene es glücklich zu sein und einen Partner zu haben, der nicht von Sucht verändert ist. Ich weiß nicht ob das eine große Rolle spielt, aber noch während unserer Beziehung habe ich Dinge über mich gelernt. Ich bin demisexuell und pansexuell. So dumm es auch klingen mag, ich habe Angst davor entwickelt, wieviele Männer im Stillen sexuelle Probleme und Süchte haben. Mehrfach habe ich erschreckende Zahlen und Studien gelesen. Vielleicht kommt mir meine Pansexualität hier zugute, damit ich mich erst mal nicht auf mehr Männer einlassen "muss".

Es war sehr hart zu vestehen, dass ich nicht seine Therapeutin bin, dass ich ihn nicht ändern kann. Dass es nicht an mir liegt. Ich bin vielleicht nicht Mrs. Universum, aber ich finde mich an manchen Tagen schön und bekomme von anderen Männern (und Frauen) Komplimente und Angebote für Dates. Also kann ich nicht so abstoßend sein. Ich weiß nicht ob ich mir noch etwas Hoffnung bewahren kann. Ich muss jetzt erst einmal an mich denken und mich um mich kümmern. Selbst wenn er sich ändern kann, ich weiß nicht ob ich ihn dann noch als Partner behalten will. Es ist einfach so viel kaputt gegangen und mein Vertrauen ist weg. Ich weiß jetzt, dass es sein Problem ist und er Eigenverantwortung zeigen muss. Bevor das nicht passiert, kann ich keine gemeinsame Zukunft sehen.

Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt, aber eines weiß ich: ich ändere jetzt etwas. Ich kämpfe jetzt für mich. Vielleicht kann es anderen helfen, dass ich hier meine Geschichte erzähle. Ich weiß nicht, ob ich einen Rat "brauche", aber selbstverständlich bin ich offen für jeden Ratschlag und Tipp.

Danke fürs Zuhören! Alles Liebe!

Drucke diesen Beitrag

  Nach fast 17 Jahren...
Geschrieben von: Frau_in_Scherben - 04.06.2020, 17:36 - Forum: Begrüßungsforum - Antworten (3)

Hallo liebe Frauen und Männer,

....habe ich die Pornosucht meines Mannes aufgedeckt. Es ist im Prinzip genau so wie es durch alle Foren geht.
Er macht es heimlich, streitet zuerst ab, gibt dann mir die Schuld und will es todschweigen.

Da unsere Beziehung seit Jahren bergab läuft weil Er sich einfach für nichts und niemanden interessiert ziehe ich nun einen Schlussstrich. Heute schon Anwaltstermin gemacht.

Meine Gefühle fahren eine derartige Achterbahn, glaubt ja keiner. Gibt es hier Frauen denen es genau geht? Oder die schon einen Schritt weiter sind? Oder einen Schritt zurück?

Ich erzähle Euch kurz von mir.
Ich bin über 50, habe einen guten Job, meine Kinder sind groß. Ich habe ein Haus. Ich bin 15 Jahre verheiratet. Ich halte  mich für eine alternativ denkende Person, bin und war immer tolerant, eine total coole Mama, würde meine Tochter (25) sagen.

Mein Mann hatte mit mir noch nie das Thema Porno angeschnitten...ich habe da vorher nie drüber nachgedacht. Unsere Sexualität war nicht superaufregend aber doch okay für mich und da man älter wird und lange zusammen ist, ich hätte von mir aus keinen Porno vorgeschlagen aber sicher hätte ich auch nicht abgelehnt.
Doch nachdem er sich immer stärker veränderte spürte ich in den letzten Jahren wie er immer weiter abdriftete. Der ganze Alltagskram hat ihn ja noch nie tangiert, aber es tangierte ihn gar nicht mehr. Er ging arbeiten und pennte, sehr oft auf der Couch...
Auch wenn er Abends mit ins Bett kam, so war  später das Bett neben mir oft leer. Ich bin nicht gucken gegangen war er macht. Wir haben uns immer alles gesagt........so dachte ich. Er wurde in den letzten Monaten und Wochen immer unvorsichtiger, aber erwischt habe ich ihn vorher schon ein paar mal, vor allem dieses ewgige weggeklicke wenn ich den Raum betrat  liess mich mehr und mehr aufhorechen. Lange Rede, kurzer Sinn. Letzten Freitag ist die Bombe halt geplatzt und er schweigt, hat weiterhin sein Laptop immer griffbereit. Erst hat der gesagt: Das Fenster ist einfach aufegpoppt (hatte Freitag Nacht mal einen Blick auf sein Handy geworfen, den er kam mir Nachts adrinailübströmt entgegen, total besoffen wankte er um 3 Uhr ins Bett) , die Chronik hat gezeigt das das Stunden gewesen sein mussten. Sex hatten wir jede Woche, aber der war irgendwie total lau, lange konnte er die Errektion nicht halten. Das übliche halt was passiert wenn Mann es übertreibt. Ich habe ihn so oft fast erwischt, aber mein Unterbewusstsein war super im verdrängen, weil nicht sein kann was ich mir niemals vorstellen konnte.
Im Nachhinein ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen. Und was ich verrückt finde: Mein Bauchgefühl sagt mir schon sehr sehr sehr sehr lange das da irgend etwas ist, etwas was ich nicht greifen konnte. Also IMMER auf den Bauch hören liebe Leute!

Es fängt jetzt,  nach einer Woche an sich zuzuspitzen denn hier im Haus hat jeder noch ein eigenes Zimmer, wo er aber nicht rein will. Ist auch ein Dreckstall, aber aufräumen wäre ihm wohl zu anstrengend. Es macht mich total fertig das er da unten jetzt alles für sich beansprucht und weitermachen kann. Ich bin in mein Zimmer gezogen, aber es tut mir gar nicht gut.

So, wer bis hierher gelesen hat bekommt ein  Cool und wer etwas aus seiner Erfahrung dazu antworten möchte der/dem danke ich ganz herzlich.

Drucke diesen Beitrag