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Verzweifelte Angehörige - Crow - 13.04.2021

Hallo zusammen, 

Ich bin neu hier und hoffe auf Hilfe bzw Austausch zum Thema.  
Mein Partner ist pornosüchtig.  Zu meiner Person, ich bin 41 jahre alt und seit 20 Monaten mit meinem 32 jährigen Partner zusammen. Mein Mann ist 9 Jahre jünger als ich.
Wir sind nach 4 Monaten zusammen gezogen. 
Ganz grosse Liebe, wie ich dachte... 

Dann, nach 17 Monaten Beziehung hab ich erstmals ein Nacktbild ls download auf seinem Handy entdeckt.  
Die Situation war folgende.. 
Wir hatten Streit, die Situation soweit wieder unter Kontrolle. Samstagvormittag, der Einkauf stand an. Er ließ mich alleine lostigern, was bisher nie vorkam... 
Als ich zu Hause ankam, traf ich ihn in der Dusche an, mit noch halber Erektion.  
Ich sprach ihn darauf an, was er allerdings nur ins lächerliche zog. 
Bis zu diesem Zeitpunkt hab ich keine weiteren Gedanken verschwendet. 
Am Abend des gleichen Tages hab ich unbemerkt einen Blick in sein Handy geworfen und dabei ein Nacktbild einer Frau  gefunden Da war mir klar, was während meiner Abwesenheit gelaufen ist. 
Ich war geschockt. Mein Herz schlug bis zum Hals, aber ich musste ihn zur Rede stellen.  
Er war sehr kleinlaut und hatte versucht die Situation herunterzuspielen. Seine Rechtfertigung war, dass er noch unter unserem Streit litt und einfach Druck abbauen musste.. 
...selbstbefriedigung sei außerdem nicht Schlimmes und jeder Mann würde das machen. 
Verletzt hat es mich trotzdem.  

Mehr wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Auch er ließ mich in dem Glauben dass das alles ganz normal sei.

Mir ließ das alles jedoch keine Ruhe und ich fing an zu stöbern. 
Browserverlauf.  Da taten sich Abgründe auf. Täglicher Konsum.  Bis zu 6 std täglich. 
Da war mir klar, da stimmt was nicht...
Ich stand am Abgrund.  Meine Liebe mit Füßen getreten.  Der Mann in den ich mich verliebt hatte, war weg... ich hatte den Boden unter den Füßen verloren.  

Ich ihn wieder zur Rede gestellt, diesmal mehr Offenheit von seiner Seite. 
Was mich persönlich aber sehr stört und auch rasend macht, dass von ihm immer nur lautstarke Verteidigung kommt. Nie mal eine ernstgemeinte zärtliche Entschuldigung immer nur 'ja aber'   ich habe so satt...

Ich hab ihm die Trennung angedroht... er war geschockt.
Ich hab ihm gesagt, wenn unsere Beziehung eine Chance haben soll, muss er eine Therapie machen.  
Dem hat er auch zugestimmt und er geht hin.  Seit nunmehr guten 2 Monaten. 
Damit geht es mir persönlich ein bisschen besser. Mich belastet nur, dass ich dieses Thema nicht ansprechen 'darf' ich hätte soviel Fragen an ihn. Aber das will er nicht. 

Obwohl ercsagt, dass ihm die Therapie guttut, kommt es mir manchmal so vor, als würde er nur mir zu Liebe hingehen.  
Als pornosüchtig sieht er sich immer noch nicht, weil ihm der Therapeut erläutert hat , dass eine klassische Sucht stoffgebunden ist... darauf redet er sich liebend gerne heraus. 
Er bezeichnet sein Verhalten lediglich als schwierig... 

Wie schätzt ihr das ein? Krankheitseinsicht ja oder nein? 

Meine lieben, vielen Dank schon mal für s lesen.  Ich hoffe auf Antworten von euch. Ich bin so allein gelassen. 
Gerne auch von betroffenen Männern die aus eigener Erfahrung berichten Beziehung/Sucht/Liebe.


RE: Verzweifelte Angehörige - Schokiprinz - 13.04.2021

Liebe Crow,

zunächst einmal tut es mir leid, dass du diese Erfahrung machen musst.

Lieder bestätigt sich auch hier wieder mein Vorurteil gegenüber Therapeuten. Was für ein Schwachsinn.. Sucht muss stofflich gebunden sein. Das sagt doch schon alles aus. Glaubst du, dass er deinem Partner richtig auf den Zahn fühlt? Glaubst du, dass der Therapeut auch nur in Ansatzpunkten versteht, was die Sucht für dich bedeutet? Ich glaube dir, dass dein Partner gerne dorthin geht. Ist bestimmt ein nettes Plauderstündchen, dass den Hauptzweck hat dich zu beruhigen.
Deshalb auch die Abwehr deiner Fragen. Ein guter Therapeut hätte ihn ermuntert sich deiner Fragen zu stellen.

Wenn du mich fragst ist diese Therapie für die Tonne.

Ich sehe keine Krankheitseinsicht bei deinem Partner. Ich sehe den Versuch das Problem Stück für Stück zu verniedlichen. Ich wette dein Partner hat nicht kapiert, was die Pornosucht für dich bedeutet. Wenn er dies täte, würde er dir deine Fragen beantworten, seine Sucht einsehen und versuchen dein Vertrauen zurückzugewinnen.

Bist du denn sicher, dass er keine Pornos mehr schaut oder ist er nur vorsichtiger geworden? Wie ist sein Online-Verhalten? bemüht er sich in deiner Gegenwart ins Internet zu gehen oder schafft er sich neue Freiheiten? Bist du sicher, dass er zur Therapie geht?

So leid es mir tut es dir sagen zu müssen; Ich denke dein Partner hat nichts verstanden und wahrscheinlich konsumiert er auch weiter, weil er denkt, dass du ihm dies aufgrund der Therapie vertraust.

Fühl dich aus der Ferne gedrückt!


RE: Verzweifelte Angehörige - Crow - 13.04.2021

Lieber Schokiprinz, 
Wow erstmal vielen lieben Dank für deine ehrliche und auch flotten Antwort.  
Es ist soo schwer jemanden zu finden mit dem man reden kann. 

Zur Therapie geht er, ich war schon dabei und soll auch wieder mitkommen.  Er erzählt schon dass sie z b Entspannungsübungen oder autogenes Training gemacht haben...
Was ich so höre, hab ich einfach das Gefühl dass der Therapeut sehr wenig bzw keine Ursachenforschung betreibt... 

Was mich persönlich sehr wütend macht, dass ich durch mein schnüffeln alles selber rausfinden muss.
Das gibt mir einfach das Gefühl es nicht wert zu sein. Offenheit nicht wert zu sein. Ehrlichkeit nicht wert zu sein. 
Und immer wenn ich ihm dann meine neuen Kenntnisse offenbare, gibt er wieder ein Stück weit zu. 
Nur von selber kommt von ihm nichts.  Wenn ich frage warum, sagt er dass das Thema ihn belastet und dass er froh ist, dass es endlich vorbei ist und nicht wieder alles durchquatschen will, weil das alles wieder hoch holt.
Versteh ich auch irgendwie.
Aber meine Bedürfnisse dabei, bzw mein redebedarf ist zweitrangig.  Bzw. muss ich selber damit klarkommen. 
Außerdem stört es ihn wie ich diesbezüglich mit ihm kommuniziere.
Stimmt, meine Kommunikation wird im Laufe des Gesprächs immer schärfer und die Ausdrücke immer fieser. Ich weiss, das ist kontraproduktiv und ich nicht fair, aber dieses Thema und wie er damit umgeht macht mich wahnsinnig, so sehr dasd ich Angst habe die Kontrolle zu verlieren. 

Das schlimme ist auch, dass ich wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs kenne. Immer wieder fand ich neue Sachen heraus.
Kreditkartenabrechnungen die belegen dass in den vergangenen 4 Jahren ca. 7000 Euro in pornoseiten investiert wurden.
Als ihn drauf ansprach und sagte er muss dieses und jenes Abo kündigen, waren plötzlich alle Abrechnungen weg. Seine Antwort, er hat sie eingeheizt. Will damit nichts mehr zu tun haben.  Lässt mich aber noch schön den Ordner suchen anstatt gleich zu sagen dass es die Abrechnungen nicht mehr gibt.

Ich hab keine Ahnung ob er noch Pornos schaut oder nicht... er behauptet natürlich nicht, aber ich bin unsicher. Zweimal hat er mich diesbezüglich ganz derb belogen, von wegen er braucht das nicht, und ich bin ihm doch wichtiger...
Es fällt mir sehr schwer ihm zu vertrauen. Genau genommen ist es mir gar nicht möglich.  Ich hoffe eigentlich nur, dass nichts schlimmes passiert. 
Die Situation macht mich krank. Ich leide unter Albträumen dass er mich betrügt, und geh mit Bauchweh ausm Haus, ebenso komm ich heim.

Kann mir jemand sagen, ob das jemals besser wird?


RE: Verzweifelte Angehörige - Mosaikstein - 13.04.2021

Liebe Crow,

zuerst ein herzliches willkommen hier. In diesem Forum findest du ein paar Angehörige pornosüchtiger Partner. Es wird dir sicher helfen können.

Es ist schon spät, deshalb möchte ich nur auf den Punkt eingehend, dass eine „klassische Sucht stoffgebunden“ sein soll.

Ich bin weder Therapeut noch Psychologe. Doch nach jahrelanger Erfahrung mit dem Scheiss kann ich nur sagen: Das ist das letzte Mistargument, dass man sich vorstellen kann. Anscheinend ist die ganze Sex- und Pornographie-Sucht-Thematik bei diesem Therapeuten noch nicht angekommen. So viele Jahre ist das ja auch noch nicht wirklich akzeptiert in den Kreisen.

Ich habe gelernt, dass Porno im Gehirn dieselben Prozesse auslöst, die auch bei Heroinabhängigen nach einem Schuss festgestellt werden. Das Gehirn reagiert bei Pornokonsum also exakt so, wie bei einem Schuss Heroin. Der einzige Unterschied ist, dass Porno leichter zu beschaffen ist und keine Einstichstelle hinterlässt.

Ich weiß nur leider nicht mehr, wo ich das gelesen habe. Wenn du möchtest, recherchiere ich das mal.

Liebe Grüße
Mosaikstein

PS: Du bist nicht allein.


RE: Verzweifelte Angehörige - Susan - 14.04.2021

Liebe Crow,

schön, dass Du da bist!  Heart 
Ich hoffe, wir können Dir ein bisschen helfen...

Ich habe, wie Du auch, vieles alleine rausfinden müssen und kann Dir so nachempfinden, wie es Dir gerade geht.
Es sind soviele verschiedene Gefühle, die man nicht gebändigt bekommt.

Mein Mann hat damals auch sehr schnell einen Termin bei einem Sexualtherapeuten bekommen. 
Es war auch mir damals wichtig, dass er da hingeht.
Ich wusste viel zu wenig über die Sucht und hoffte, dass ihm der Therapeut helfen kann.
Es war für mich ein Beweis, dass er einen ersten Schritt macht.
Im Endeffekt hat dieser Sexualtherapeut meinem Mann für teures Geld nur geraten, die Sexchats bleiben zu lassen und die Pornos zu minimieren.
Das hat mein Mann dann auch versucht... 
... und scheiterte... 

Es ist eine ganz schlimme Zeit die Du da gerade durchmachst. Besonders, weil er nicht mit Dir reden will.
Dass er eine Therapie macht, hört sich ja erstmal gut an. Aber auch Du hast es ja von ihm gefordert.
Sein "Soll" ist ja schon erfüllt, indem er dort nur "anwesend" ist.

Hat sich nach 2 Monaten noch gar nichts zum Positiven gewendet?
Habt ihr mal darüber geredet, was Du Dir wünscht und wo Deine Grenzen sind?

Was ist sein Plan?
Hat er jetzt einfach so aufgehört Pornos zu schauen?
Die Abo's hat er anscheinend noch nicht gekündigt, oder? 

Hast Du Zugriff auf sein Handy/Laptop?
Oder wie konntest Du rausfinden, dass er Dich belogen hat?

Viele Grüße
Susan
Blush


RE: Verzweifelte Angehörige - Crow - 14.04.2021

Hallo Susan,
Danke dass auch du dich gemeldet hast, das gibt Kraft!
Ich finde schon, dass sich die Situation gebessert hat. Sie ist nicht mehr so hochakut und wir können phasenweise ein 'normales Leben ' führen.
Allerdings reicht mir schon die kleinste Kleinigkeit aus um wieder in ein Loch zu fallen. Meist kommts dann auch zum Streit.
Da reicht schon eine nackte Brust im Fernsehen...

Ja er weiss wie ich empfinde...was ich mir wünsche, ist schwierig. Das weiss ich eigentlich selbst nicht so genau. Ich will dass es wieder so ist wie früher. Aber ich weiss, das kann nie wieder so sein. Das macht für mich die Situation aussichtslos.
Sein Plan ist der dass er schön brav zur Therapie geht. Pornos schaut er angeblich keine mehr. Einfach so! 'Er braucht das schließlich nicht!'
Ich weiss nicht, ob er kuckt, oder nicht.. Zugriffe hat er mir keine gewährt, er wird sich nicht kontrollieren lassen...
Das ist für mich eher ein schlechtes Zeichen. Ich hatte Zugriff auf sein Handy. Er hat seinen handypin geändert sowie die Einstellungen dass der browserverlauf automatisch gelöscht wird...
Zugriff auf seinen Laptop hab ich ebenfalls nicht...

Ich steh also komplett im Dunkeln und bin auf mich allein gestellt.
Abo's hat er in meiner Anwesenheit gekündigt. Aber was heisst das schon?

Er war auch bereit mit mir eine Paartherapie zu machen. Freiwillig natürlich. Das beruhigt mich dann wieder.
Wir sind momentan dabei ein Grundstück zu kaufen und ein Haus zu bauen.
Er meinte dann, ob ich ernsthaft denke, dass wir einen Kredit aufnehmen würden wenn er damit rechnen müsste dass ich ihn verlasse, sollte das nochmal vorkommen???
Eigentlich denk ich das nicht. Mein Mann ist sehr auf Sicherheit bedacht und tut sich eh schon schwer damit soviel Geld aufzunehmen...

Trotzdem hab ich grosse Zweifel. Gedanken und Ängste die ich keinen Tag vergessen kann. Ich hab ihn gebeten zum Urologen zu gehen um sich auf Geschlechtskrankheiten untersuchen zu lassen. ..
Er hat auch Seiten von hobbynutten und Sex in der Umgebung besucht. Eigentlich trau ich ihm das nicht zu...aber ich hab auch deinen Post gelesen...

Ach Susan, vielen Dank.
Auch ich wünsch dir Kraft


RE: Verzweifelte Angehörige - Schokiprinz - 14.04.2021

Liebe Crow,

ganz ehrlich..das klingt nicht gut.

Automatische Löschung des Browserverlaufes, Änderung der PIN, sich nicht kontrollieren lassen wollen.

Sei mal ehrlich, wer handelt so? Jemand der nichts zu verbergen hat?

Mir klingt das alle danach, dass er die Dinge tut, um dich zu beruhigen und einzulullen, mehr aber auch nicht.

Paartherapie ist ungefährlich für ihn. Bestenfalls hofft er, dass dir der Therapeut sagt, dass du mit deiner Kontrolle eure Ehe gefährdest. Also bitte nicht zu hoch bewerten.

Ja, er will dich nicht verlieren. Aber ich würde darauf wetten, dass er noch konsumiert.

Das Thema Grundstück kaufen und Haus bauen, würde ich an deiner Stelle mal für ein paar Monate zurückstellen.
Seine Aussage zum Thema Haus ist sehr gefährlich.
Wenn ihr nämlich das Geld aufgenommen hat und er dann doch rückfällig wird oder weiterkonsumiert hat, was machst du dann?

Wenn es ganz dumm kommt, wird es ein Druckmittel gegen dich und ein Bindemittel für ihn, dass du bei ihm bleibst.

Ich bin beleibe nicht jemand der Flöhe husten hört, aber mit einer so weitreichenden Entscheidung wie Hausbau wäre ich an deiner Stelle aktuell sehr sehr vorsichtig.

Sag ihm, dass er dein Vertrauen zurückgewinnen muss und das geht eben nur, wenn er dir freiwillig Zugang zu laptop und Handy gibt und dir deine Fragen beantwortet.

Wenn du es kannst mach bitte mal Folgendes: Lies deine Postings mal so, wie wenn du nicht die Betroffene, sondern die Ratgeberin für die Betroffene wärst.

Dann wirst du vieles entdecken, was bei dir die Alarmglocken angehen lässt.


RE: Verzweifelte Angehörige - Susan - 14.04.2021

Liebe Crow,

lass alles raus. Tut gut...   Angel

Wie schaut Euer "normales" Leben denn momentan aus? 
Hast Du das Gefühl, dass er liebevoller mit Dir umgeht?
Spürst Du einen Funken von Reue oder Einsicht?

Leider wird nichts mehr so sein wie früher...
Dieser Schmerz sitzt tief.   Undecided 
Deshalb finde ich es auch sehr schade, dass er sich Dir gegenüber nicht öffnet.
Ihr seid noch nicht solange zusammen, aber war er da anfangs anders?

Die Sachen mit dem neuen Handy-Pin und dem automatisch gelöschtem Browserverlauf ist wirklich kein gutes Zeichen.
Keiner mag überwacht werden, das ist mir klar.
Aber da geht es ums Vertrauen.
Man vermutet doch bei so einem Verhalten ganz klar noch weitere Geheimnisse.
Blockt er da komplett ab?

Thema Therapie:
Du schreibst es selbst: 
Sein Plan ist, dass er schön brav zur Therapie geht.
So wie auch Schokiprinz Dir schon geschrieben hat, ist es ein machbarer Weg für ihn, um Dich erstmal zu beruhigen.

Ich bin wirklich kein Therapie-gegner!
Aber ich habe festgestellt, dass es einen Unterschied macht, ob jemand eine Therapie macht, weil man muss - oder ob man eine Therapie macht, weil man es selbst will.
Dort dann wirklich Hilfe und Rat sucht und ehrlich sein Leben reflektiert.
( ... und dann muss man natürlich auch noch einen "guten" Therapeuten*in finden!) 

Mein Mann war damals nicht ganz ehrlich. 
Er erzählte dem Sexualtherapeuten z.B. nichts von den Prostituiertenbesuchen. Seinen Pornokonsum hat er bestimmt auch nach unten korrigiert.
Wie soll der gute Mann sich dann überhaupt ein richtiges Bild der Lage machen können? 

Wenn es wirklich möglich ist, dass Du ihn zur Therapie begleiten kannst - dann mach es!!
Schau und höre genau zu. Sei kritisch.
Stelle selbst Fragen oder fordere von den "Profis" Tipps ein für Eure Paarbeziehung oder zum "Entzug".
Natürlich ohne Deinen Partner dabei bloßzustellen!

Puh, die Sache mit Eurem Lebensplan finde ich auch sehr mutig. Ist da schon was unterschrieben?
Habt ihr da irgendeinen Zeitdruck?
Ich würde auch erstmal abwarten.

Oder was sagt Dein Gefühl?
Deine Zweifel sprechen eigentlich Bände...
Auch Deine Bitte um einen Test beim Urologen.
Was sagt er denn zu dem Thema "Hobbyhuren" und "Sex in der Umgebung"?

Liebe Grüße 
Blush


RE: Verzweifelte Angehörige - Crow - 14.04.2021

Liebe Susan,
Unser normales Leben sieht leider so aus, dass wir uns eigentlich nur schlafend sehen. Außer an den Wochenenden.
Mein Mann verlässt morgens um 6 das Haus und kommt nachmittags nach Hause. Ich geh mittags zur Arbeit und komme Mitternacht nach Hause.
Somit hat er natürlich jeden Abend frei.

Unser Umgang war immer liebevoll, er sagt mir auch dass er mich attraktiv findet und daran hab ich keinen Zweifel.
Auch jetzt nicht.

Zwischenmenschlich hat sich nichts zum negativen verändert. Außer ich hab ne schlechte Phase und ziehe mich zurück. Darunter leidet er sehr.
Ich hab schon das Gefühl dass er bereut. Aber vielleicht bereut er auch nur dass ich es entdeckt habe...

Tja, und dann das kontrollieren. Das hasst er. Er sagt, ich könnte fragen und dann könnte ich alles sehen, aber das schnüffeln kann er nicht leiden.
Uch versuche dann ihm zu erklären, dass das kontrollieren weniger werden würde wenn ich nichts mehr finden würde.
Aber das will er nicht hören.

Ich hab ihn ja auf die Therapie hingewiesen, das war von Anfang an nie ein Diskussionsthema für ihn. Darüber war ich sehr erleichtert. Er sagt auch dass ihm die Therapie gut tut und kommt jedesmal in guter Stimmung nach Hause.
Das freut mich persönlich sehr.
Allerdings bin ich mir unsicher ob der Therapeut so eingehend das Thema pornosucht behandelt...
Ich werd definitiv mal wieder mitgehen.
Aber ich befürchte auch dass mein Mann dort nicht das ganze Ausmaß seines Konsums erzählt.

Zu den Hobbynutten sagt er ein klares nein. Er hätte das niemals gemacht.
Eigentlich glaub ich das, dafür wär er viel zu geizig. Aber weiss ma's?
Es sind auch so ca 2000 pro Jahr ins Netz geflossen. Und was mich halt schon wundert, dass er trotz gutem Verdienst nichts auf der Seite hat... er hat nur seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Mehr nicht.

Ich weiss, das mit dem Hausbau ist schwierig... es ist halt leider so, dass wenn ich in meine Zukunft schaue, ihn sehe.
Er ist nicht wirklich der Charmebolzen, aber es passt einfach.


RE: Verzweifelte Angehörige - Susan - 15.04.2021

Liebe Crow,

ich muss Dir leider die Illusion nehmen, dass Du allein durch den Zugriff auf seine Geräte, die Kontrolle über sein Suchtverhalten hast.
Mein Mann hat anfangs die einzelnen Seiten oder die Bilder/Videos gelöscht und so waren die Geräte dann immer "clean".
Vielleicht macht er es immer noch - ich habe keinerlei Sicherheit!!  Undecided  
Dein Partner hätte da ja auch genügend Zeit dazu.
Aber es ist ein erster kleiner Schritt zum Vertrauen zurück, da bin ich total auf Deiner Seite.

Dass er immer noch liebevoll zu Dir ist, finde ich gut! 
Es wäre aber auch wichtig, wenn er mit Dir über seine Gefühle oder auch Ängste sprechen könnte, oder?
Wenigstens ein bisschen...
Ist Dir das nicht wichtig in einer Partnerschaft?

Hat er sich eigentlich mal entschuldigt für sein Konsumverhalten?
Warum stuft er sich eigentlich als -nicht süchtig- ein?
Weil das sein Therapeut gesagt hat?
Da gibt es doch einen Test den Du ihm mal zeigen könntest:
https://www.porno-sucht.com/bin-ich-suchtig-nach-pornos/

Ihr steht da ja noch ganz am Anfang mit dieser Problematik, jedoch solltest Du nicht aus Liebe und romantischer Hoffnung kleinbeigeben.
Betrachte, wie Schokiprinz es Dir geraten hat, Eure Geschichte mal von außen. 
Ich finde es viel zu früh, um sich auf so einen Schritt wie gemeinsamer Kredit & Hausbau einzulassen.

Das mit den Hobbyhuren im Zusammenhang mit dem vielen Geld hört sich leider gar nicht gut an...  Confused

Ich hoffe, Du fühlst Dich nicht von mir ins Verhör genommen. 
Wir möchten Dir hier alle nur helfen, die Dinge klarer zu sehen. 

Liebe Grüße
Blush

@ Mosaikstein
Meintest Du vielleicht diesen Artikel? 
Unter Punkt 1 steht das mit dem Heroin.
https://www.porno-sucht.com/der-neustart/