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RE: Ich versuche mal das Projekt - Schokiprinz - 04.02.2019

Hallo Burnham,

ich glaube dein gestriger Beitrag war sehr wichtig für dich. Das zeigt, dass du Fortschritte machst. Auch deine Entscheidung dir mehr Zeit für dich und somit weniger Stress zu haben ist wichtig. Stress setzt eine Spirale in Gang und ist im Reboot extrem gefährlich.

Zur Entspannung kann ich dir Yoga empfehlen.

Weiterhin viel Kraft und Erfolg!


RE: Ich versuche mal das Projekt - Burnham - 04.02.2019

Tag 14

Danke dir Schokiprinz.   Shy  Ich glaube auch, dass es wichtig war, dass ich gestern geschrieben hatte. Nach dem Bericht musste ich nochmal weg und danach habe ich weder den PC noch den Fernseher eingeschaltet. Lieber habe ich den Abend mit einem Hörbuch beendet. War viel entspannter und durch die Konzentration auf das Hörbuch waren meine Gedanken gar nicht mehr auf Sex ausgerichtet.

Heute Morgen waren auf dem Weg zur Arbeit noch Gedanken an Sex. Aber während der Arbeit bis jetzt kam kein Drang mehr mich weiter mit Sex zu beschäftigen. Ich werde mich nach dem Kurzbericht auch wieder von allen Triggergefahren abkapseln und mein Hörbuch weiterhören, bis ich eingeschlafen bin. Eine Rückfallgefahr sehe ich heute nicht. Nur will ich es auch nicht provozieren. Vorsicht ist angesagt und mein wahrer Wille muss wieder fokussiert und gestärkt werden.


RE: Ich versuche mal das Projekt - Burnham - 09.02.2019

Tag 19

Meine Strategie wird wieder geändert. Mit meiner ziemlich strengen Regelaufstellung, die ich mir im November aufgestellt hatte, komme ich nicht weiter. Ich schaffe das einfach nicht. Vielleicht bin ich irgendwann später mal motiviert es so streng durchzuziehen.

Das Problem dabei ist, dass ich in eine leicht depressive Phase komme, wenn ich einen Rückfall erleide. Und das möchte ich nicht mehr.

Seit Mittwoch ging es wieder stark Richtung Rückfall. Ich wollte mich triggern lassen. Durch Internetberichte, Fernsehen, etc ist es auch ziemlich leicht möglich. Körperliche Nähe im Saunaclub waren ebenfalls Thema. Ich habe mich dann auch triggern lassen. Habe die Medien ohne Pornokonsum ausgemacht und mich dem Druck erleichtert. Das ging die nächsten beiden Tage auch so. Das waren jetzt keine langen Exzesse. Dafür hätte ich auch keine Zeit gehabt. Gestern war mein Gehirn soweit fokussiert, dass ich das Erlebnis Saunaclub nochmal erleben möchte. Das war eigentlich ganz klar. Kurz vor der Abreise habe ich mich dem sexuellen Druck entledigt und der Drang dahin zu gehen war weg. Bin dann raus essen gegangen und habe die gewonnene Zeit genossen. Danach habe ich mich früh hingelegt und war total kaputt und müde. Da dachte ich mir noch, wie die sexuelle Geilheit, die Müdigkeit ziemlich überdecken kann.

Heute bin ich wieder auf Kurs und fühle mich gut. Auch dass ich die drei Tage ohne Pornokonsum und Saunaclub geschafft habe. Heute habe ich auch nicht das Gefühl, dass mir dadurch etwas fehlt und ich es jetzt nachholen müsste. Es ist zwar fast so wie nach einem Rückfall, nur das ich mich nicht so scheiße Fühle, wie nach einem Rückfall. Ich fühle mich auch deswegen nicht so scheiße, weil ich es nicht als Rückfall bewerten werde.

Diese extreme Strenge tut mir nicht gut. Das hat mir auch in anderen Bereichen nie gut getan. Dann werde ich eher zu einem Rebell, als das ich das noch mit Vernunft annehmen kann. Ich bin zu mir ziemlich streng. Viel zu streng, wie mir die Tage wieder bewusst wurde. Genau das ist der Punkt, was mich nicht den nächsten Schritt schaffen lässt. Und warum ich nach einem Rückfall in eine leicht depressive Phase stürze. Dagegen möchte ich jetzt angehen. Mir wieder mehr Freiraum geben. Ich bin einfach kein Mensch, der sich einschränken lässt. Pornokonsum bleibt für mich ganz klar ein Rückfall.

Da ich die 3 Tage nicht als Rückfall gewertet hatte, bin ich auf dem Kurs geblieben, keine Pornos zu konsumieren und mich bei den Bildern selbst zu befriedigen. Wenn ich einen Tag als Rückfall bewerte, dann kommt bei mir zu leicht die Haltung, dass ich dann auch einen richtigen Rückfall daraus machen kann. Und genau das schadet mir. Die verfickten Pornobilder, die sich wieder in mein Kopf einnisten und auf den nächsten Rückfall warten.

Heute habe ich auch gleich Sauna.  Smile  Mit meiner guten Freundin. Wird bestimmt wieder ein sehr schöner Abend. Ohne Rückfallgedanken, ohne Pornokonsum und ohne Saunaclubbesuch werde ich den Abend auch super genießen können. Und das muss ich mir bewusst machen. Nach meiner Regel im November müsste ich selbst das als Rückfall werten, wenn wir Sex haben werden. Das ist eine Spirale aus der ich gar nicht mehr rauskommen kann.

Dass ich den heutigen Tag als gut empfinden kann und nicht depressiv erlebe, ist für mich sehr wichtig. Der Drang nach sexuellen Inhalten und Saunaclub ist raus. Dass es die nächste Welle irgendwann geben wird, ist mir eigentlich schon klar. Nur wie gehe ich damit besser um? Ich werde es jetzt so angehen, dass ich die Strenge etwas rausnehme. Das ist nicht so zu verstehen, dass ich mir jetzt Nackbildchen oder leichte Erotik bewusst erlaube. Das bleibt weiterhin ein Punkt, den ich aus meinem Leben raushaben möchte. Nur wenn mich gewisse Inhalte triggern, versuche ich diese nicht zu verteufeln oder extrem zu bekämpfen. Eher annehmen, Medien aus und schauen, ob ich mich erleichtern muss, um nicht weiter getriggert zu werden. Und weiterhin soll das auch kein neues Muster werden. Mein Weg soll weiter die Beibehaltung der sexuellen Energie sein, weil ich dadurch die nötige Power im Leben entwickeln kann. Auch merke ich, dass ich viel zielstrebiger und lockerer beim weiblichen Geschlecht bin, wenn ich sexuell aufgeladen bin und nicht alles wegwichse.

Mir geht es schlicht darum, dass ich mich nicht selber klein mache, wo es bestimmt nicht angebracht ist. Ich möchte auch nicht immer wieder von Null anfangen, wo es eigentlich keine Null ist. Ich rede mir dadurch selber ein, dass es eine Null ist. Jetzt habe ich es mal nicht gemacht und ich fühle mich gut. Hätte ich heute eine Null dastehen, würde ich mich scheiße fühlen. Das kann es doch auch nicht sein. Ich treffe mich heute mit einer Frau, mit der ich einen tollen Abend erleben möchte. Da kann ich mich doch nicht scheiße fühlen, nur weil ich mir eine Null gebe. Das kann doch nicht der Weg sein. So gehe ich immer wieder zurück auf Los, ziehe keine 4000 DM ein und werde nicht weiterkommen. Nee, das kann nicht sein. Also meine Strategie ist weiterhin im dynamischen Wandel.  

Pornokonsum wird natürlich weiter mit einem Rückfall bewertet. Alles andere wäre ja absurd.


RE: Ich versuche mal das Projekt - Burnham - 13.02.2019

Tag 3

Hallo zusammen,

aus heutiger Sicht hatte ich am Samstag etwas Blödsinn geschrieben.  Wink

So ist das, wenn man sich nicht strickt an seine Regeln halten kann. Dann werden eben mal die Regeln geändert. Smile 

Heute sehe ich es wieder strenger und werde die kruden Tage als Rückfall werten. Außerdem sehe ich es auch wieder entspannter und gehe wieder zurück auf Los. Das Monopoly Spiel hat insgesamt 40 Felder, also bleibe ich 2,25 Tage im Schnitt auf einem Feld stehen. Gerade habe ich also die Badstraße zum wiederholten Male verlassen.

Ich fühle mich aber nicht so scheiße wie sonst nach einem Rückfall. Woran liegt das? Erstens habe ich mir genau darüber Gedanken gemacht, wie in meinem vorherigen Post zu lesen ist und möchte dagegen angehen. Depressives Verhalten bringt mich nicht weiter. Als ich von dem Forum noch nichts wusste, habe ich sehr viel Pornos konsumiert. Und gerade 2016 hatte ich kein depressives Gefühl dabei empfunden, weil ich es mir einfach erlaubt hatte. Meine Einstellung und Ziele waren in diesem Jahr auch ganz speziell gewesen und mit meinen jetzigen nicht zu vergleichen. In den anderen Jahren wiederum hatte mich das Ignorieren des Porno-Problems ziemlich negativ beeinflusst und eine gewisse schlechte Grundstimmung (bis zur Depression) verursacht.

Seit meinem Projekt hier, ist mir erstmals alles ziemlich bewusst geworden. Und jeder Rückfall wurde extrem wahrgenommen und hatte meine schlechte Stimmung dabei bestätigt. Aber war es wirklich nur wegen dem Porno schauen? Nein, mein Verhalten trug mit dazu bei. Es schlichen sich immer wieder andere negative Verhaltensweisen ein, die mit Porno erstmal nichts zu tun haben. Das hat auch schon zu einem unguten Gefühl geführt.

Die letzten Tage waren trotz Rückfall super. Warum? Ich habe meine Tage weiter verbessert. Mir keine Zeit für eine depressive Stimmung gegeben. Einfach weitergemacht, als wenn es den Rückfall nicht gegeben hätte. Mich wieder mehr darauf besonnen, was mir gut tut und was meine Zufriedenheit steigern wird. Wie habe ich es die letzten Tage gemacht? Medien (außer Musik) ausgelassen und mich so organisiert, dass ich wieder ins handeln komme. Ich sehe Aufgaben, die zu erledigen sind und terminiere sie. Ich liebe dabei den Zeitrahmen von einer halben Stunde. So habe ich immer Abwechslung, kann flexibel reagieren und die Aufgaben werden nicht so langatmig. So sehe ich auch, was ich in einer halben Stunde erledigen kann und merke gerade bei PC und Büroarbeiten, dass die Zeitspanne von mir ziemlich unterschätzt wird und ich dafür wirklich viel Zeit brauche. Wenn ich sehe, dass sich einiges bewegt und ich einiges geschafft habe, fühle ich mich zufrieden und habe kein Verlangen nach Pornos etc. Um das durchzuführen brauche ich natürlich Zeit. Und die habe ich durch das reduzieren des Tanzens gewonnen. Auch durch das reduzieren des Porno- und Saunaclubkonsums.   Wink

Nach dem schönen Saunaabend mit meiner guten Freundin hat sie sich eine Zigarette angezündet. War schon etwas provokant, da sie weiß, dass ich damit aufgehört habe und ich sie bisher immer gefragt hatte, ob sie für mich auch eine hätte. Ich habe es diesmal nicht getan. Auch als Wink, weil sie damit ja eigentlich auch aufhören möchte und es aber noch nicht kann. Als ich so mit ihr geredet hatte, ist mir bewusst geworden, dass ich überhaupt nicht weiß, wann ich zuletzt eine geraucht hatte.  Huh  Es ist mir aber auch egal. Es interessiert mich nicht. Beim Aufhören mit dem Rauchen habe ich keine Tage gezählt oder irgendwelche Kreuzchen im Kalender gemacht. Ich habe einfach irgendwann komplett aufgehört. Mir ist auch die Anzahl der Tage, die ich bisher geschafft habe total egal. Es interessiert mich nicht.

Warum geht das mit den Pornos nicht genauso? Ich höre einfach komplett auf, lasse das Zählen sein und mache keine Kreuzchen mehr. Wäre ich mit dem Nicht-Rauchen auch so erfolgreich gewesen, wenn ich jeden geschafften Tag markiert hätte und mich in einem Nicht-Raucher-Forum-Tagebuch gerechtfertigt hätte? Ich weiß es nicht. Hier im Forum birgt für mich die Gefahr, dass ich mit dem Thema Porno weiter konfrontiert werde. Nach gewissen Tagebucheinträgen kam bei mir später der Rückfall, das ich schon kritisch beobachte. Mein Tagebuch möchte ich hier auch nicht einfach so verlassen und es so stehen lassen, als einer, der es nicht geschafft hat. Da nagt schon mein Ehrgeiz. Es ist für mich echt nicht einfach, da den richtigen Weg zu finden. In den letzten 3 Tagen hatte der Porno überhaupt keine Chance bei mir. Es ist ein tolles Gefühl, wo ich spüre, dass der neue Weg möglich ist und einfach viel potenzial aus mir rauskitzeln kann. Nur es kann nicht immer so toll sein. Das Leben ist nicht dazu gemacht, dass es immer toll ist. Wäre auch doof, weil wir so nichts lernen würden. Nur muss ich noch nachhaltig herausfinden, wie ich solche Tage am besten begegne, wenn das sexuelle Verlangen steigt. 


RE: Ich versuche mal das Projekt - ITGuy - 14.02.2019

Hi Burnham,

ich denke da ist was wahres dran ...

Es macht keinen Sinn verzweifelt Tage zu zählen, es geht vielmehr um die Veränderung von Gewohnheiten genau wie beim Rauchen auch ... Wenn die Gedanken über Pornos erst einmal verblassen und immer seltener kommen, dann ist die Anzahl der Tage völlig Egal ... Wichtig ist das man sein Leben mit Sinnvollem füllt statt sein Leben vor dem Bildschirm mit seinem besten Stück in der Hand im wahrsten Sinne des Wortes zu verschleudern.


RE: Ich versuche mal das Projekt - heinrich66 - 14.02.2019

Das ist grundsätzlich richtig, jedoch glaube ich, dass das Ausdehnen der Zeitspannen wichtig ist. Die Gewohnheiten reduzieren, das Belohnungszentrum mit anderen Dingen zufriedenstellen. Stolz auf den Counter blicken und auch wieder erhobenen Hauptes bei Null anfangen können, das hat schon was.

Euch beiden alles Gute!

Heinrich


RE: Ich versuche mal das Projekt - fokusfinden - 18.02.2019

Burnham, ich selbst hatte immer wieder Rückfalle und habe wie du oft gesagt, ich rede hier von Monaten, vielleicht sogar über einem Jahr, wo ich mir Pornos oder Bilder oder sonstige Trigger gut geredet habe. Oder ich habe mir unterbewusst gutgeredet, dass man ja auch einfach lockerer damit umgehen könnte oder was weiß ich. Ganz ehrlich: Hör auf dich selbst zu verarschen. Ich maße mir nicht an zu wissen, was deine depressiven Phasen auslöst, aber wenn Pornos und die Sucht nach ihnen etwas damit zu tun hat, wird dein Gehirn immer wieder versuchen Dinge zu rechtfertigen. Ungeachtet dessen, wie du dir diese Belohnungen holst! Es gab Phasen, da hätte ich bei dem Gedanken nie wieder Pornos zu sehen heulen können. Krank!!! Suchtkrank!
Aber ich beschäftige mich seit 2017 damit, habe meine guten und meine schlechten Phasen. Aber eins kann ich dir versprechen: Wenn du konsequent bleibst, wirst du dich irgendwann selbst dabei erwischen, wie du seit Tagen nicht an Pornos gedacht hast.
Ich hatte zwischen meinen Rückfällen mittlerweile immer mehrere Wochen, was in Summe dazu geführt hat, dass mein Gehirn sich neu verdratet. Ich merke das an meiner Flatline und daran dass mein Verlangen nach Pornos gesunkenen ist, aber auch Verhaltensweisen von mir haben sich nachhaltig positiv verändert.
Halt durch und arbeite jeden Tag an dir, ich drücke dir die Daumen ?


RE: Ich versuche mal das Projekt - Burnham - 20.02.2019

Tag 10

Bei mir haben sich die Themen wieder gestaut. Ich könnte wieder einen ziemlich langen Bericht verfassen. Versuche mich aber wieder kurz zufassen. Smile 

Hätte nie gedacht, dass man soviel über Pornosucht schreiben kann. Und meine Gedanken sind immer noch nicht erschöpft. Worüber könnte ich heute schreiben? Über meine Beziehung zu meiner guten Freundin, über meine Arbeit, über mein Tanzen und meine Tanzpartnerin, über meinen Tagesablauf, über mein sexuelles Verlangen, über meine Beziehung zu meiner Familie, über mein steigendes Verlangen, doch wieder eine Partnerin zu haben, über meine Zufriedenheit gerade nicht gebunden und verpflichtet zu sein, über meine Studienbibel, die ich jetzt endlich bekommen habe, usw und usw... Alles spezielle Themen, die ich aber alle mit meiner Pornosucht verbinden kann.

Wie geht es mir heute? Super! Es war ein toller Tag. Die Arbeit war sehr erfolgreich und es macht mir gerade einfach nur Spaß auf die Arbeit zu gehen. Ich hätte heute Mittag schon frei machen können, habe aber einen Kollegen angerufen, ob er mit unserer Aufgabe von gestern schon fertig ist oder noch etwas anderes für uns hätte. Er hatte noch etwas anderes. Wie schonmal gesagt bin ich in seit Dezember in einem anderen Arbeitsfeld tätig, wo ich noch einiges lernen kann. Und da nehme ich gerne alles mögliche noch mit, um mein Level möglichst schnell auf einen guten Stand zu bringen. Aber ich stresse mich jetzt nicht damit. Diese innere Gelassenheit hätte ich von mir schon früher gewünscht, dann wäre ich nicht in mein Tief 2012 gerutscht.

Ein nettes Gespräch mit meinem Einsatzleiter konnte ich auch noch führen. Er hat mich gefragt, wie es mir denn gefällt. Ich absolut positiv geäußert. Er hatte es bestätigt und mir erzählt, dass sich meine "neuen" Kollegen auch sehr positiv über mich geäußert haben. Das hat mich natürlich sehr gefreut. Auch wenn ich sowas nicht sehr hochhänge. Ich genieße den Moment und weiß, dass es auch wieder andere Tage geben wird und sich meine Kollegen auch mal über mich aufregen können. Ich mache auch nichts besonderes. Bin einfach nur ich, ohne es anderen recht machen zu müssen.

Auch das Wetter ist wieder super. Endlich konnte ich meine Spaziergänge wieder machen. Wie hatte ich das vermisst. Heute als ich nach Hause kam auch. Kaum zu Hause, musste ich mit meiner Musik raus spazieren gehen und die Restsonne noch genießen. Das ist eine Phase, wo mir auch ziemlich viele Gedanken durch den Kopf gehen und ich mir auch die Zeit für diese Gedanken nehmen kann. Die Sonne und die Natur sind für mich die besten Mittel gegen ein aufsteigendes sexuelles Verlangen.

Super Tag und ich fühle mich zufrieden. Und welcher Tag ist heute? Tag 10! Irgendwie typisch. Nach 10 Hard-Mode-Tagen fühle ich mich meistens ziemlich gut. Auch steigt mein sexuelles Verlangen mit. Aber durch eine gewisse Tagesstruktur und mein gutes Wohlbefinden kann ich den zarten Verlangen nach Sex gut entgegenwirken. Es ist wie mit meinem Rauchen. Zwischendurch kommt mal ein Verlangen. Dem Verlangen gehe ich aber nicht nach und denke eher daran, dass mir absolut schlecht werden wird, wenn ich jetzt eine Zigarette rauchen würde. Das Rauchverlangen vergeht aber auch wieder ziemlich schnell. 

So handhabe ich es auch mit dem Sexverlangen. Dem Verlangen nicht nachgeben und bewusst machen, wie scheiße es mir geht, wenn ich mir wieder einen Rückfall erlaube. Gerade jetzt wo es wieder anfängt spannend in meinem Projekt zu werden und ich eine gewisses Energiepotenzial für meine ganzen anderen Aufgaben und Interessen erreicht habe. Die Sexgedanken sind aber nicht so leicht aus dem Kopf zu bekommen, wie das Rauchen. Ich habe auch wesentlich mehr und länger pornographisches Material konsumiert als Zigaretten. Und Sex macht auch mehr Spaß als rauchen. Deswegen haben beide Süchte zwar Parallelen, sind aber trotzdem nicht gleichzusetzen.

Eine echt gefährlich Situation, wo ich mir mein gewünschtes Leben vor Augen halten muss. Und auch dafür kämpfen muss. Ich möchte gerne Sex. Im Saunaclub könnte ich es mir geben. Ich fühle mich gerade gut und könnte mich ins "Vergnügen" stürzen. Das ist aber erbärmlich. Gekaufte "Liebe" ist kein Heldentum. Es passt auch nicht zu dem Bild, das ich für mich erschaffen möchte. 
Meine gute Freundin ist sexuell leider nicht mehr so aktiv, wie noch zu beginn bei uns. Sie hat körperliche Probleme beim Sex, so dass es leider nicht befriedigend ist.
Eine neue Frau? Da fühle ich mich noch nicht bereit für. Auch wenn das Verlangen langsam steigt. Aber ich würde gerne meinen Reboot vorher schaffen.
Nach 10 Tagen Hard-Mode sehe ich einige Frauen wieder ziemlich attraktiv. Es bleibt eine Herausforderung mein sexuelles Verhalten weiter zu gesunden und in positive Bahnen zu lenken.

Nach 10 Tagen super. Und wie war es noch am 1. Tag nach meinem Rückfall? Also dieser Montag war eine Katastrophe. Da lief soviel schief auf der Arbeit, dass es schon fast Comedy hätte sein können. Da dachte ich, wäre ich doch nur im Bett geblieben. Es ist doch unglaublich, dass der 1. Tag nach meinem Rückfall so scheiße ist und der 10. sich so gut anfühlt. Das ist ein Muster, das ich schon öfters so erlebt habe. 


RE: Ich versuche mal das Projekt - Burnham - 20.02.2019

Danke ITGuy, Heinrich66 und Steffus für eure Beiträge.   Shy

(14.02.2019, 15:27)ITGuy schrieb: es geht vielmehr um die Veränderung von Gewohnheiten

Das würde ich als den Schlüssel bezeichnen, um langfristig von unserer Sucht weg zukommen. Es ist natürlich toll, wenn man die 90 Tage schnell schafft. Aber diese Zeit sollte man schon dazu nutzen, um tiefer in das ganze einzusteigen, um zu erkenne, was insgesamt mit einem nicht stimmt. Die Pornosucht ist auch viel Gewohnheit, die durch andere ersetzt werden muss.

(14.02.2019, 15:27)ITGuy schrieb: Wenn die Gedanken über Pornos erst einmal verblassen und immer seltener kommen, dann ist die Anzahl der Tage völlig Egal

Deswegen zählt auch jeder Tag. Jeder erfolgreiche Tag, den wir bewusst wahrnehmen lässt die Pornos verblassen. Die Tag sind auch immer einfacher zu händeln, wenn man ernsthaft dranbleibt.

(14.02.2019, 19:02)heinrich66 schrieb: Das ist grundsätzlich richtig, jedoch glaube ich, dass das Ausdehnen der Zeitspannen wichtig ist. Die Gewohnheiten reduzieren, das Belohnungszentrum mit anderen Dingen zufriedenstellen. Stolz auf den Counter blicken und auch wieder erhobenen Hauptes bei Null anfangen können, das hat schon was.

Diese Strategie haben wir ja beide unfreiwillig. Verfolge ja auch sehr interessiert deinen Weg. Der Counter ist mir bewusst. Ich weiß schon, wo ich gerade stehe. Das wird sich wohl nicht ändern, bis ich die 90 sauberen Tage geschafft habe. Aber danach möchte ich nicht mehr weiter zählen. Stand heute. Lange Zeitspannen geschafft zu haben, empfinde ich auch für mich wichtig. So habe ich etwas, wo ich mich zurückerinnern kann und wie gut es sich angefühlt hatte. Das ist schon eine enorme Motivation weiter dran zu bleiben.

(18.02.2019, 08:13)Steffus schrieb: Hör auf dich selbst zu verarschen.

Das ist halt mein Problem. Ich kann mich nicht selbst verarschen. Klar versuche ich es mal. Aber der Schuss geht immer wieder nach hinten los. Absolute Ehrlichkeit zu mir selbst, kann mich nur weiterbringen.

(18.02.2019, 08:13)Steffus schrieb: Ich maße mir nicht an zu wissen, was deine depressiven Phasen auslöst, aber wenn Pornos und die Sucht nach ihnen etwas damit zu tun hat, wird dein Gehirn immer wieder versuchen Dinge zu rechtfertigen.

Die depressiven Phasen sind durch mein gestörtes Selbstbild nach einem Rückfall verursacht. Ich kann mir dann selbst nicht mehr in den Spiegel anschauen und auch andere sollen mich so nicht sehen. Deswegen fällt mir in dieser Phase der Augenkontakt so schwer. Es ist wirklich paradox, dass ich mich mit Pornos und Orgasmus belohne, um so ein negatives Gefühl zu bekommen.

(18.02.2019, 08:13)Steffus schrieb: Es gab Phasen, da hätte ich bei dem Gedanken nie wieder Pornos zu sehen heulen können. Krank!!! Suchtkrank!

Wir haben es uns ja auch "gerne" angeschaut. Wer verliert schon gerne etwas, was er "gerne" hatte. Und dieses "gerne" muss aus dem Kopf raus.

(18.02.2019, 08:13)Steffus schrieb: Wenn du konsequent bleibst, wirst du dich irgendwann selbst dabei erwischen, wie du seit Tagen nicht an Pornos gedacht hast.

Ich habe auch schon viele Phasen, wo ich nicht an Pornos denke. Also die Arbeit hier hat sich auf jeden Fall schon gelohnt. Kein Vergleich zu meinem Projektbeginn. Früher war ich viel triggeranfälliger gewesen. Heute habe ich auch wieder Frauen gesehen, die voll mein Beuteschema sind. Nur ist mir diesmal bewusst, was es mit mir macht und dass ich da nicht weiter rumspinnen darf. Früher hätte ich wohl nur noch gedacht, wann ich schnellstmöglich zum PC kann...

(18.02.2019, 08:13)Steffus schrieb: Ich hatte zwischen meinen Rückfällen mittlerweile immer mehrere Wochen, was in Summe dazu geführt hat, dass mein Gehirn sich neu verdrahtet.

Bei mir merke ich es auch. Nur nicht so schnell, weil ich doch ab einem gewissen Zeitpunkt doch zu schwach wurde. Das verlangsamt meinen Heilungsprozess schon.

(18.02.2019, 08:13)Steffus schrieb: Ich merke das an meiner Flatline und daran dass mein Verlangen nach Pornos gesunkenen ist,

Flatline kenne ich so noch nicht. Höchstens die Tage nach einem Rückfall. Da habe ich wirklich keinen Bock auf Sex oder sexuelle Reize. Nach einer Woche ist die dann vorbei, was meinen Reboot wieder erschwert. Wie es später wird weiß ich nicht, weil ich da die Erfahrung noch nicht habe.

Euch weiterhin alles Gute und viel Erfolg gegen die Sucht!

LG Burnham


RE: Ich versuche mal das Projekt - heinrich66 - 21.02.2019

Lieber Burnham!

Ich bewundere, wie konsequent du in diesem Forum arbeitest. Du beschäftigst dich mit so vielen Beiträgen, überlegst und antwortest gezielt.

Danke dafür.

Ich selbst bin da eher oberflächlich, schreibe spontan und kurz und antworte "aus dem Bauch heraus".

Bezüglich der 90 Tage fürchte ich für mich, dass ich noch nicht so weite bin, diese überhaupt erreichen zu wollen, habe Angst vor der Endgültigkeit bzw. dem Neubeginn, bin noch nicht so weit, der Leidensdruck muss anscheinend noch steigen.

Aber: Im Moment ist ja noch keine Gefahr, die 90 gleich zu erreichen, im Moment ist das Ziel klar definiert.

Alles Gute!

Heinrich