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Berichte in loser Folge
Spannende Ansichten werden geäussert.  
Die engagierte Diskussion zeigt, dass Emotionen drin sind.

Sollte ich mich ungenau ausgedrückt haben, korrigiere ich dieses hiermit:

Ich berichte ausschliesslich von eigenen Erfahrungen, erwähnte Fakten treffen auf mich zu!
Anderes zu behaupten, masse ich mir nicht an.
Aber ich erlaube mir nachzudenken und meine Gedanken hier zu äussern.

Im Ernst, wie gerät man in die Pornosucht, wenn es regelmässig geilen Sex gibt?
Wenn zuvor keine Affinität zu Pornos bestand, wodurch soll sie trotz zufriedener Sexualität ausgelöst werden?    
Was ist der Auslöser, wenn der Hormonhaushalt stimmt?
Wenn das Sexleben wirklich befriedigend ist, wozu braucht es Input um Abwechslung reinzubringen?  
War es vielleicht gar nie so toll, man hat sich zufrieden gegeben und wurde zum Pantoffelheld, der von geilem Sex träumt?


lg
phoenix
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Diese Diskusion, wann und warum einen Frau Lust auf Sex hat, ist meiner Meinung nach sehr vielschichtig. Die meisten von uns haben ihre Erfahrungen mit ihren Partnerinnen gemacht (oder machen sie noch).

Ich denke, dass es drauf ankommt, warum jemand Sex haben will. Es gibt die Frauen, die (wie Burnham beschreibt) einfach nur "geil auf Sex sind". Diese Frauen (Hugh Heffners Bunnies) sind aber kaum Beziehungstauglich - und wenn jemand Sex ohne Verpflichtungen will - Sex, der keine Rücksicht auf andere nimmt - Sex, der nur einen Trieb (wie ein Tier) befriedigt, dann sind diese Frauen genau richtig. Und diese Frauen bekommt man nur damit, das man Geld, Ruhm oder Einfluss hat.

Aber wie sieht es mit Intimität, Liebe, Vertrauen, Geborgenheit, Glück, Freude? So was bekommt man nur dann, wenn man selber bereit ist, sowas zu geben.

Wie geht der Spruch: "Männer wollen Sex um ihre Liebe zu zeigen - Frauen haben Sex, wenn sie geliebt werden". Und zwar meine ich hier befriedigenden natürlichen Paarsex. Und der muss nicht "langweilig" sein, nur weil man kein Kamasutra oder 50 Shades of Grey macht.

Paarsex kann was total schönes sein, wenn man ihn nicht als sportliche Disziplin oder zum Erreichen eines Ziels (Orgasmus) ansieht. "Der Weg ist das Ziel". Und darin liegt das Geheimnis: Entschleunigung - Sanfheit - auf den anderen eingehen können, weil man ihn kennt.

Diese Betrachtungsweise ist völlig konträr zu den Pornos: Da nimmt ein Mann, der in der Lage ist 20 Minuten(!) zu stoßen, eine Frau, die allzeit(!) bereit ist und die dann sämtliche Verenkungen und Absurditäten willig(?) mitmacht. Zum Schluß wird sie dann noch vollgespritzt oder muss "schlucken" und der Mann(!) ist befriedigt.

Aber wie läuft es denn bei Paaren wirklich ab, die sich lieben und respektieren? Brauchen die solche "Pornos" wirklich? Ich denke nicht - nur dann, wenn das Gras in Nachbars Garten grüner ist, dann wird man versuchen auszubrechen - anstatt an seiner eigenen Ehe/Beziehung so zu arbeiten, das Beide Lust und Befriedigung finden
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=11804]

Seit 07.09.2016 ohne Pornos (275 Tage + Countertage)
Seit 09.06.2017 "Aufräumen" (Countertage)
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(15.01.2018, 08:25)ralflinden schrieb: Aber wie sieht es mit Intimität, Liebe, Vertrauen, Geborgenheit, Glück, Freude? So was bekommt man nur dann, wenn man selber bereit ist, sowas zu geben.

Wie geht der Spruch: "Männer wollen Sex um ihre Liebe zu zeigen - Frauen haben Sex, wenn sie geliebt werden". Und zwar meine ich hier befriedigenden natürlichen Paarsex. Und der muss nicht "langweilig" sein, nur weil man kein Kamasutra oder 50 Shades of Grey macht.

Paarsex kann was total schönes sein, wenn man ihn nicht als sportliche Disziplin oder zum Erreichen eines Ziels (Orgasmus) ansieht. "Der Weg ist das Ziel". Und darin liegt das Geheimnis: Entschleunigung - Sanfheit - auf den anderen eingehen können, weil man ihn kennt.

Diese Betrachtungsweise ist völlig konträr zu den Pornos: (...)

Dem kann ich nur zustimmen. Ich verzichte nun seit mehreren Monaten auf den Orgasmus beim Sex, weil es mir wirklich hilft, die Sicht auf Sex zu verändern.
Im "Sex", der in Pornos (oder auch in anderen Filmen) gezeigt wird, geht es meistens darum zu kommen, um nichts anderes. Sex ist vorbei, wenn der Mann gekommen ist. Wenn es dazwischen möglichst wild zuging, und vielleicht die Frau auch einen Orgasmus (oder mehrere) hatte, ist alles gut gewesen. 

Aber darum geht es mir absolut nicht in einer Beziehung. Das mag Spaß machen, wenn man One-Night-Stands, oder eben flüchtige Beziehungen hat, bei denen es wirklich vor allem darum geht, Druck abzulassen. 

In einer langjährigen, ernsthaften Beziehung geht es doch um Intimität, sich gegenseitig zu öffnen (in jeder erdenklichen Hinsicht). 


Gerade fällt mir auf, dass das ziemlich am ursprünglichen Thema vorbei geht...  Big Grin
Dazu kann ich nur sagen: ich weiß nicht, ob ich niemals pornosüchtig geworden wäre, hätte ich schon vor meinem ersten Porno befriedigenden Sex gehabt. Ich weiß aber, dass befriedigender Sex nicht automatisch die Pornosucht vertreibt. 
Ich denke das ist sehr unterschiedlich. Wie man hier sieht sind ja auch die Wege in die Sucht sehr verschieden, und damit sind es auch die Wege heraus. 
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Hallo zusammen,

da muss ich tennessy3000 zustimmen - zumindest was mich betrifft:

Ich hatte (und habe) immer wieder richtig schönen, erfüllenden Sex mit meiner Frau. Aber die Pornosucht ist davon unberührt, scheint fast gar nichts damit zu tun zu haben. Sie wird anscheinend irgendwo anders in meinem Hirn abgespeichert und verarbeitet.

Jetzt kommt die Einschränkung: Bisher kannte ich das nur so. Seit ich aber aktiv am Aufhören arbeite, merke ich, dass Sex mit meiner Frau noch mehr Spaß macht. Uns beiden. Irgendwie ist also doch ein Einfluss der Pornosucht aufs reale Sexleben da; für mich bis dahin eine bisher unerlebte Erkenntnis.

Ich habe auch bei meinem letzten pornofreien 3/4 Jahr nicht auf Sex mit ihr verzichtet. Das ging gut. Manche leben mit kompletter Abstinenz in den ersten 90 Tagen besser. Typsache wahrscheinlich.

Übrigens: Den mir vorgeworfenen "Pantoffelhelden" muss ich dann doch nochmal zurückweisen. Wink Und zu einer neuen Frau will ich auch nicht. Deswegen mach den Kram ja, um der Frau, die ich habe und behalten will, damit in gewisser Weise "Ehre zu erweisen". (Das ist nicht der einzig Grund...)

Gruß
Thomas
4 Reboots: 210 / 110 / 121 / 139+ Tage pornofrei. Ziel: Freiheit ohne Rückfälle.
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=8463]
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(15.01.2018, 10:47)Thomas schrieb: Seit ich aber aktiv am Aufhören arbeite, merke ich, dass Sex mit meiner Frau noch mehr Spaß macht. Uns beiden. Irgendwie ist also doch ein Einfluss der Pornosucht aufs reale Sexleben da; für mich bis dahin eine bisher unerlebte Erkenntnis.

Dazu habe ich ja hier im Forum einen spezielles Thema aufgemacht (http://www.porno-sucht.com/forum/showthr...p?tid=1370) - wäre toll, wenn du dich genau zu dieser Sache äußern könntest: Besonders das "Was" ist anders
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=11804]

Seit 07.09.2016 ohne Pornos (275 Tage + Countertage)
Seit 09.06.2017 "Aufräumen" (Countertage)
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Ich erlebte glücklicherweise viele Jahre vor den Pornos geilen befriedigenden Sex und durfte mich ausleben.
Das Masturbieren in der Jugend war eine normale Entwicklung, das machten alle Kumpels.
Pornohefte oder die wenigen Pornos auf VHS-Kasetten gehörten auch dazu.
Das hinterliess aber keinen bleibenden Eindruck.

Realer Sex mit einer Frau wurde für mich das Grossartigste.
Mit jeder Partnerin war der Sex anders, aber nie unbefriedigend und das war gegenseitig.
Geändert hat sich das erst mit ca. 48J. als die Ehe langsam in die Brüche ging.
Zuvor sah ich mir auch mal Schmuddelbilder oder einen Clip am PC an, häufiger und ungesund wurde das erst als wir immer kaum noch Sex hatten.

Für mich gilt ohne wenn und aber:
Gute Beziehung = guter Sex = Keine Pornos = keine sexuellen Probleme = Frau und Mann sind ausgeglichener und zufriedener

Sex und Orgasmus sind mir sehr wichtig, aber das ist die Spitze des Eisberges.
Ich mag kein 0815 Dahinplätschern, nirgends, insbesondere nicht in Beziehung und Sexualität.
Wir lassen uns immer tiefer aufeinander ein und ich spüre wie meine Freundin mittlerweile begreift was ich meine.

In nächster Zeit wird sich Einiges ändern, ich berichte wenn ich Zeit und Musse dazu habe.

lg
phoenix
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Meine bisherigen Bemühungen waren mehr oder weniger ein Alleingang.

Langsam begann ich zu kapieren, das ich ein strukturelles Manko habe.
Ich wuchs mit meiner Ex an unseren Aufgaben und wir wurden über Jahre zu einem richtig guten Team.
Arbeit, Haushalt, Finanzen, Hausbau, Garten, Familie, Hund und Ferien etc. wir waren gut organisiert.
Jeder hatte seine Stärken, das Puzzle ergab für beide Sinn und wir hatten trotz viel Arbeit unseren Spass, auch sexuell stimmte es.

Meine Freundin und ich teilen viele gemeinsame Interessen.
Die Beziehung bedeutet uns beiden viel, wir lieben uns.
Aber mir fehlten gemeinsame Wurzeln, wir fanden quasi als Individuen mit fertig gebauten Häusern zusammen.

Seit ein paar Tagen gibt es einen gemeinsamen Plan mit klaren Zielen.
Wir gaben vor Allem dem Alltag eine für mich motivierende Struktur.
Das wir uns sexuell finden, wenn Anderes stimmt wurde dabei schnell klar.
Ich bemerkte sofort eine positive Veränderung in mir.

Wir verstehen und akzeptieren, dass meine sexuellen Bedürfnisse etwas grösser sind als ihre.
Die Unterschiede wollen wir beide zusammen lustvoll ausgleichen.
Ich fühle mich wohl und kann mich fallen lassen, weil ich weiss, dass sie das auch will.
Meine sexuelle Energie steigt deutlich an und trotzdem ist der Drang mich abzureagieren sehr klein geworden.

Trotzdem will ich achtsam bleiben, spätestens nach vier Tagen steigt der Pegel jeweils massiv an.
Je weniger ich meine Natur unterdrücken muss, umso sicherer und zufriedener wird die Situation für beide.



lg
phoenix
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Hormonpegel on the top, geschäftlicher Druck und sonst viel zu erledigen.
Die Umsetzung der gemeinsam angepeilten Ziele braucht auch Zeit.

Deshalb freut es mich besonders, wieder in der Spur zu sein.
Es geht viel schneller vorwärts als beim ersten Anlauf.

Das Belohnungszentrum scheint im Positiven wie im Negativen zu funktionieren.
Eine spannende Beobachtung, da es mir heute richtig gut geht, obwohl ich sexuell aufgeladen bin wie schon lange nicht mehr.
Die Energie verpufft nicht, sondern wird lustvoll dahin gelenkt, wo sie sinnvoll entladen wird.

Musste gerade ein Date mit meiner Freundin auf den Abend fixieren.


lg
phoenix
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Bis jetzt war ich pünktlich nach ca. 4Tagen Enthaltsamkeit extrem geladen.
Hätte Nichts dagegen wenn die Zeitspanne etwas länger würde, manchmal ist das lästig.

Wenn sich das nicht mildert, will ich eine Regelung für mich finden.
Ich will den Bogen nicht überspannen und mir damit wieder Probleme schaffen.
Unsere Paarsexualität will ich auch nicht strapazieren, weil ich dauernd Lust habe.
Wäre schön wenn sich das so einpendelt, dass es für beide passt.
Ich möchte das Masturbieren auf ein Minimum beschränken.
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Ich habe erfreulicherweise ein neues Resistenz-Level erreicht.

Gestern hatten wir zusammen Spass, aber kamen beide nicht zu Höhepunkt.
Meine Freundin ist noch nicht 100% fit und wir waren mit leicht gezogener Handbremse unterwegs.
Bisher "musste" ich mich dringend irgendwie erleichtern, wenn ich geladen bin.
Gestern war ich kurz genervt und ich spielte mit dem Gedanken mir einen runterzuholen.
Ich beliess es dabei und bin heute froh darüber.
Als ich kurz meine Gefühle schilderte, meinte sie verschmitzt: Wir werden jetzt fleissig weiterüben.

Als Pornosüchtiger verlor ich die Akzeptanz, dass es nicht jedes Mal garantiert klappt.
Ich war mich an den garantierten Orgasmus per Knopfdruck gewohnt und machte sehr oft davon Gebrauch.

Jetzt wächst meine Akzeptanz wieder, weil ich nach vorne sehe und mich auf das nächste Mal freue.


lg
phoenix
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