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#71
Hi RedBlob

Bleib unbedingt wachsam, auch wenn der 90er vorbei ist.
Die Warnsignale zeigen noch deutlich wie es um Dich steht.

Mit einer funktionierenden Paarsexualität wird es sicher leichter, aber auch sie ist kein Erfolgsgarant.
Die Ursachen stecken tiefer, wie reagierst Du auf Druck und Enttäuschungen?
Bist Du gut strukturiert, hast Power, oder lässt Du Dich sobald es geht treiben?
Sieh tief in Dich rein, ich bin sicher Du findest wunde Punkte.

Ist man mit seinem Leben im Grossen und Ganzen wirklich zufrieden, ist man viel robuster und resistenter gegenüber Problemen.


Gruss
phoenix
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#72
(21.02.2019, 13:24)phoenix schrieb: Mit einer funktionierenden Paarsexualität wird es sicher leichter, aber auch sie ist kein Erfolgsgarant.
Da hast du recht. Ich ziele wahrscheinlich zu sehr daraufhin, dass dann alles wieder geheilt sei und ich kein Druck/ negative Gefühle mehr verspühren werde. Ich werde mir natürlich bewusst machen, dass der Kampf dann weiter geht. Schließlich ist die funktionierende Sexualität ein positiver Aspekt des Rebootes, aber nicht das alleinige Ziel.

(21.02.2019, 13:24)phoenix schrieb: Die Ursachen stecken tiefer, wie reagierst Du auf Druck und Enttäuschungen?
Bist Du gut strukturiert, hast Power, oder lässt Du Dich sobald es geht treiben?

Mit Enttäuschung kann ich meiner Meinung nach im Alltag gut umgehen.
Und seitdem ich reboote, kann ich auch im Alltag recht gut mit Druck umgehen. Aufgaen oder für Klausuren lernen wird weniger aufgeschoben. Mit unangenehmen Sachen wird sich auseinander gesetzt.
Aber vorallem sexuell gehe ich sehr schlecht damit um. Der Druck sorgt auch für Versagensängste und ED. Und die damit einhergehende Enttäuschung sorgt für so viele negative Gedanken und Befürchtungen. Ich male mir die schlimmsten Sachen aus, die so niemals eintreten werden, aber ich rede mir ein, dass es so kommen kann. Dadurch suche ich Abstand von meiner Freundin und mache alels nur noch schlimmer.

Oft hilft es mir zu realisieren, dass ich gerade nur Abstand suche, weil ich Angst habe und enttäuscht von mir selbst bin.

(21.02.2019, 13:24)phoenix schrieb: Ist man mit seinem Leben im Grossen und Ganzen wirklich zufrieden, ist man viel robuster und resistenter gegenüber Problemen.
Da hast du absolut recht!
Alles in meinem Leben läuft wirklich extrem gut. Meine Beziehung. Mein Studium. Meine Arbeit. Meine Freunde.
Und seitdem ich erfolgreich reboote, kann ich wirklich sagen: Ich bin glücklich. Ich muss zum ersten Mal seit Jahren nicht mehr denken. "Diese eine Sache zerstört dein Leben. Deine Freundin wird Schluss machen, wenn sie es herausfindet."

In Momenten des Suchtdrucks vergesse ich aber, wie glücklich ich eigentlich sein sollte. Darauf muss ich mehr achten und es mir bewusster in solchen Momenten machen. Wie geht es dir in solchen Momente, Phoenix?



Tag 82

Gestern war wirklich ein extrem harter Tag.
Ich hatte so viel sexuelle Lust. Und je mehr ich diese aufgestaut habe, desto krasser wurde auch der Suchtdruck.
Es war ein hin und her. Ich habe geduscht und war kurz davor es mir zu machen, aber wollte die Lust eigentlich "aufsparen" für meine Freundin.
Dann war es wieder ein hin und her.
Die Gedanken schweiften ab. Waren wieder fokussiert. Eigentlich musste ich ein Bericht schreiben. Aber nach jedem Satz waren die Gedanken bei der Lust.

Die Suche nach Pornos wurde immer verlockender. Und konzentrieren konnte ich mich am Laptop überhaupt nicht.


Dann hab ich bewusst den Entschluss gefasst zu masturbieren.

Eigentlich wollte ich auch die Masturbation erstmal einstellen, aber die Zerissenheit gestern war wirklich hart. Und lieber masturbiere ich einmal, als die Gefahr zu erhöhen, davon zu Pornos hingerissen zu werden.
Danach war wirklich eine Last von mir gefallen. Ich versuche mir keine Vorwürfe zu machen, aber leichte Zweifel sind natürlich vorhanden ("Du musst das doch aushalten können.")
Aber danach ging die Arbeit viel besser und auch der Suchtdruck konnte besser bekämpft werden.

Heute fällt es mir wieder leicht zu verzichten.
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und bleibt stark, Freunde!

RedBlob
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#73
Danach war wirklich eine Last von mir gefallen. Ich versuche mir keine Vorwürfe zu machen, aber leichte Zweifel sind natürlich vorhanden ("Du musst das doch aushalten können.")
Aber danach ging die Arbeit viel besser und auch der Suchtdruck konnte besser bekämpft werden.


Du hast überlegt gehandelt und die Kontrolle behalten!
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#74
Red du hast gut gehandelt, ich selbst kenne diesen Druck und den durch masturbation zu lindern ist vollkommen in Ordnung. Du hast eben keinen Rückfall erlitten, keinen porno geschaut. Top, das ist doch Ziel der Sache, sei einfach mal stolz auf dich!
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#75
Hey Pheonix und Steffus Smile

Danke für euren Zuspruch. Ihr habt recht, ich habe die Kontrolle behalten und sollte wirklich einfach mal stolz auf mich sein!



Tag 87

Ich kann im Moment wirklich stolz auf mich sein, da der Reboot in den letzten Tagen wieder perfekt läuft. Ich konnte den Suchtdruck aushalten, habe die Abgabe fertig geschrieben und bin im Moment am Lernen für eine Klausur. Das Wetter ist auch schön und meine Beziehung läuft gut. Wenn die Klausur jetzt auch noch gut läuft, geht es wirklich nicht besser im Moment Smile

Der Sex mit meiner Freundin ist von Höhen und Tiefen geprägt. Einerseits haben wir im Moment den intensivsten Sex jemals, bei dem ich mich voll und ganz fallen lassen kann. Andererseits mache ich mir manchmal noch Gedanken und es klappt nicht so gut.

Aber wie ich schon geschrieben habe. Ich gebe dem ganzen Zeit. Seit dem ich konsequent von den Pornos weg bin, wird es stetig besser. Und diese Stetigkeit wird auch so bleiben.


Weiterhin erwähnenswert ist, dass ich heut zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder einen Rückfalltraum hatte. (Hatte gestern Lust auf Sex, aber waren dann doch zu kaputt und sind schlafen gegangen. Vielleicht deswegen?)
Soweit ich mich erinnere, habe ich im Traum zwar geguckt, aber nicht masturbiert. Aber auch wenn, das sind Träume und nicht die Realität. Ich lasse mich davon nicht runterziehen Smile

In 3 Tagen habe ich tatsächtlich die 90 Tage geschafft.

Unglaublich. Wie schnell dann doch die Zeit vergeht. Ich habe mir überlegt, dass ich dann einen längeren Text über meinen Weg verfassen werde. Nicht nur für mich als Übersicht, sondern auch für Mitleser und zukünftige Leser, um aufzuzeigen, dass es möglich ist.

RedBlob
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#76
Zielspurt, ich drücke dir die Daumen und freue mich auf den Text! Smile
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#77
(28.02.2019, 09:42)Steffus schrieb: Zielspurt, ich drücke dir die Daumen und freue mich auf den Text! Smile

Hey Steffus,
Danke Smile



Tag 88
Immer noch alles gut. Gerade auf der Zielgeraden des ersten großen Meilensteins ist die Motivation sehr hoch!

Ich wollte nur einmal Bescheid sagen, dass der Text wahrscheinlich am Montag kommt, da meine Freundin ja übers Wochenende bei mir ist.
Vielleicht finde ich ja zwischendurch einen Moment dafür, aber ich denke, dass ich viel Zeit dafür brauche und es deswegen erst Montag schaffen werde Smile

Ich wünsche euch ein schönes, pornofreies Wochenende!

RedBlob
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#78
Bevor ich meinen Text verfasse, muss ich etwas gestehen:

Gestern habe ich konsumiert. Ein Verlust in meiner Familie hat mich gestern hart getroffen. Außerdem war meine Freundin nicht bei mir und da saß ich. Der Rückfall hat sich nicht "schleichend" angebahnt. Es war eine Kurzschlussreaktion. Eine "Jetzt ist doch eh alles scheißegal"-Haltung. Und wenn man erst anfängt etwas zu gucken, ist einem alles weitere eh egal. So viele Gedanken haben sich dagegen gesträubt, aber sie waren mir egal.
Ich habe nicht masturbiert. Diese Hürde konnte selbst die "Egal-Haltung" nicht durchbrechen. Ich saß da und habe konsumiert.
Irgendwann kam der Gedanke:"Wieso verletzt du dich selbst? Es geht dir gerade scheiße, wieso solltest du dich dann noch schlechter fühlen sollen?"
Dieser Gedanke traf mich wie ein Blitz.
So extrem egoistisch und dumm.

Und jetzt stehe ich hier. Ironischerweise an Tag 90 rückfällig geworden. Aber ich bin nicht bei Punkt 0. Da ist ein Kreuz in meinem Kalender. Ein einziges Kreuz in den letzten 3 Monaten. Und es wird ein einziges Kreuz bleiben.


Meine Geschichte



Die Anfänge
Wie bin ich überhaupt in diese Scheiße gerutscht? Wie fing alles an?
Ich masturbiere seitdem ich 8 Jahre alt bin. Aufgrund fehlender Aufklärung dachte ich, ich wäre der einzige der sowas macht. Damals natürlich komplett ohne Pornografie oder Ähnliches. Das hat wohl so mit 11? angefangen. Ich weiß noch, dass ich damals Fernsehzeitschriften durchgeguckt habe, um in manchen Vorschaubildern vielleicht etwas Nacktheit zu finden.
Mit ungefähr 12-13 habe ich dann in der Schule langsam mitbekommen, dass Masturbation wohl doch ganz normal sei und Pornos ebenso. Da ich zu dieser Zeit meine ersten Kontakte mit dem Internet machte, fing ich sofort an Pornos zu konsumieren. Ich weiß garnicht, wie oft damals.
Mit 14 bekam ich meinen eigenen PC und habe dann fast täglich Pornos konsumiert.
Rückblickend merke ich, dass es in diesem Alter angefangen hat, dass ich Probleme und Emotionen mit Pornos unterdrückt habe.
Dies wurde immer extremer, bis ich vor ein paar Jahren mehrmals täglich zu Pornos masturbiert habe. Gerade "tube-sites" haben unendliche Möglichkeiten geboten, sich doch irgendwie immer wieder "geil" zu machen und zu masturbieren.



Die Realisierung
Vor etwas über 3 Jahren lernte ich meine Freundin kennen. Und wie es kommen musste, hat es bei unserem ersten Mal natürlich nicht geklappt. Und auch beim zweiten Mal nicht. Und beim dritten. Irgendwann hat es zwar geklappt und wir konnten immer mal wieder Sex haben, aber die ED hat mich EXTREM fertig gemacht. Ich konnte zu dieser Zeit an nichts anderes denken und das hat irgendwann depressive Züge angenommen. Dass es an meinem extrem Pornokonsum liegt, habe ich natürlich nicht gedacht. Ich hab mir sogar eingeredet, dass ich Pornos und Masturbation brauche, da es vielleicht sonst garnicht mehr klappt.
Nach einem halben Jahr Verzweiflung und Arrangierung mit meiner ED bin ich durch Zufall auf diese Seite gestoßen. Mein Herz pochte schneller. 1000 Gedanken durchflogen durcheinander meinen Kopf. Und endlich fand ich den Grund. Endlich wusste ich, was mein Leben zerstört. Endlich hatte ich einen Gegner, gegen den ich kämpfen konnte. Den ich besiegen konnte.
14 Tage waren eine Leichtigkeit. Ich wollte so sehr meine ED besiegen. Meine ED. Nicht die Pornos.
Sogar der Sex wurde besser und ich konnte zum ersten Mal wirklich ohne Angst Sex haben.

Dann wurde ich rückfällig.

Ich habe mich damals mit meiner Freundin gestritten und, da ich sauer auf sie war, war mir auch der Sex und die ED in dem Moment nicht mehr so wichtig. Aber wäre es der Streit nicht gewesen, wäre es etwas anderes gewesen.



Der Teufelskreis
Nach diesen 14 Tagen folgten zwei Jahre voller Versuche, Rückfälle und Arrangierung. Zwei jahre.

In dem ersten halben Jahr, habe ich es nicht EINMAL länger als drei Tage geschafft. Im Nachhinein war damals jeder Versuch zum Scheitern verurteilt. Darauf gehe ich aber in einem späteren Kapitel ein.

Meine Hauptmotivation war damals meine ED. Dieses Problem konnte ich aber immer wieder umgehen. Ich habe jedesmal mit meiner Freundin als Vorspiel masturbiert. Ab und zu hat es auch so geklappt. Die Motivation war nicht allgegenwärtig.

Ich war in einem Teufelskreis gefangen:
Pornos
Erektiele Dysfunktion
Verzweiflung
Kurzfristige Motivation aufgrund Verzweiflung
ED wird besser ODER Sex klappt auch so irgendwie
Motivation nimmt ab, da sie nicht mehr benötigt wird
Pornos

In manchen Wochen, lief der Sex gut, obwohl ich Pornos geguckt habe.
Dann habe ich mich damit arrangiert. Eingeredet es geht so. Eingeredet, ich kann es nicht schaffen. Eingeredet, dass meine Freundin es nicht schlimm finden wird. Eingeredet, dass sie ja vielleicht sogar auch heimlich Pornos guckt. Hundert Lügen.
Aber: Ich hatte einfach nur Angst.

Angst davor, ob ich es schaffen kann. Angst davor, ob ich nach dem nächsten Rückfall noch aufstehen kann. Angst davor, ob meine Freundin mit mir Schluss macht, wenn sie es herausfindet.

Und gerade das Verlangen diese Angst zu Unterdrücken, hat mich immer wieder zu den Pornos getrieben.

In den ganzen zwei Jahren habe ich meine 14 Tage nicht überschreiten können und es nur zweimal länger als 7 Tage ausgehalten.



Der Leidensdruck
Was hat mich dazu gebracht, es doch zu schaffen? Was hat mich dazu gebracht, mich zu ändern?
Die stetige Realisierung meines Leidensdruckes.


Meine Freundin hat von meiner Sucht erfahren.
Ich war am Boden. Die Beziehung stand kurz vor dem Aus. Und auch, wenn es meiner Freundin vorallem um die Lügen ging, traf es sie natürlich auch sehr, dass ich zu anderen Frauen masturbiert habe.
Und wisst ihr was? Ich wurde nach 10 Tagen wieder rückfällig. "Das Wichtigste in meinem Leben ist kurz davor mich zu verlassen. Und nichtmal dann schaff ich es."

Dieser Gedanke zerfetzte mein Herz. Weinend saß ich da.
Und zum ersten Mal seitdem ich von meiner Sucht erfahren hatte, wollte ich mich ändern.
Ich wollte nicht einfach abstinent sein. Ich wollte nicht meine ED heilen.
Ich wollte mich ändern.

Zum ersen Mal tat ich WIRKLICH etwas dafür mich zu ändern.
Ich meldete mich in diesem Forum an. Ich suchte nach Mitstreitern. Nach Tipps.
Ich setzte zum ersten Mal Tipps um. Zum ersten Mal setzte ich mich täglich mit meiner Sucht auseinander.
Zum ersten Mal kämpfte ich.


Das Wichtigste für mich
Was mir damals extrem geholfen hat, war natürlich das tägliche Einloggen und schreiben eines Beitrages. Ich wurde noch nie an einem Tag rückfällig, an dem ich einen ernstgemeinten, selbstreflektierenden Beitrag in diesem Forum geschrieben habe.
Wie die Zeit aber gezeigt hat, ist dieses Forum vielleicht nicht für immer. So holte mich die Sucht damals auch wieder ein, in den Monaten, in denen das Forum geschlossen war.
Dafür gibt es Seiten wie "Yourbrainonporn.com" oder Andere, die extrem gute Artikel und Beiträge zu unserer Sucht haben.
Und gerade Erfolgsberichte zeigen auf, dass es möglich ist. Dass du und ich es schaffen können.
Wenn man sich regelmäßig damit auseinander setzt, erstickt man jegliche Pornogedanken im Keim. Die Aufklärung und Motivation ist dann einfach größer als dieser Dämon.

Außerdem habe ich Routine in meinem Alltag gebracht. Gerade eine Morgenroutine ist extrem wichtig für mich.
Ich stehe auf und weiß sofort, was ich machen muss. Küche aufräumen. Kaffee anstellen. Wohnzimmer aufräumen. Fertig machen. Frühstücken.
Es war anfangs schwierig es jeden Tag konsequent durchzuziehen. Es gibt immer Tage, an denen man sagen will, morgen wasch ich das Geschirr ab. Aber gerade an solchen Tagen muss man die Routine stärken.

Und damit kommen wir zum letzten Punkt:
Willensstärke.
"Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren." Ein oft zitierter Satz, der hier aber wirklich stimmt. Arrangiere dich nicht mit dieser Sucht. Arrangiere dich nicht mit den Problemen.
Sich über Rückfälle zu beschweren, obwohl man nichts dafür tut, nicht rückfällig zu werden, ist unehrlich und auch eine Arrangierung.
Diese Scheiße ist nicht einfach. Wäre es einfach, würde jeder einfach so Aufhören. Es ist ein Kampf. Es gibt Tage, die fühlen sich undankbar an. An diesen Tagen fühlt man sich schlecht und sucht nach Sinn in all dem. Aber gerade nachdem man diese scheiß Tage durchgestanden hat, fühlt man sich so stark. Diese Sucht ist ein harter, unfairer Gegner.
Wenn du es schaffst, diesen Gegner zu besiegen, beweist du damit so extrem viel Willensstärke!



Das ungeschriebene Kapitel
Ich werde weiter kämpfen. Was die Zukunft bringt, wird sich ergeben. Aber gerade gestern hat mir gezeigt, wie unfair unser Gegner ist. Wie vorsichtig und stark man sein muss. Wie man für jeden Tag dankbar sein muss, an den man diesen Gegner besiegt hat.
Irgendwann werde ich sagen können, dass ich diesen Gegner endgültig besiegt habe.
Nicht, weil ich nicht mehr süchtig bin. Sondern weil ich weiß, dass ich in jedem Moment meines Lebens stärker als die Sucht bin.


RedBlob
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#79
Hey RedBlob,

als ich sah, dass du einen neuen Beitrag geschrieben hast, habe ich mich gefreut und war froh, dass wir beide die 90 Tage geschafft haben. Und das haben wir auch, ich will hier jetzt keineswegs alles schlecht reden. Die 90 Tage hast du erreicht. Wie du bereits beschrieben hast ist der gestrige Tag eine absolute Ausnahme und wird nicht wieder vorkommen. Das finde ich wirklich gut und ich hoffe sehr, dass du dein Ziel erreich kannst.

Ein Verlust ist immer unglaublich schwer zu verkraften, mein Beileid. Wahrscheinlich ist es noch zu früh, aber bald wäre detailliertes Reflektieren des Rückfalls angebracht. Lerne daraus, das ist das beste was man machen kann.

Mir stellt sich noch eine kleine Frage. Welche Ziele hast du dir gesetzt, sobald du die 90 Tage erreicht hast? Die Zahl ist ganz schön, aber danach geht es weiter. Wie hast du gedacht machst du weiter?

Möchte dir nirgends zu nahe treten und hoffe, dass du diese Sicht verstehen kannst.

Viel Erfolg noch!
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=19461]
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#80
Hey Erdnuss!
Danke für deine Worte!

Aus meinem Rückfall versuche ich zu lernen. Er hat mir aufgezeigt, dass Vorwürfe ein riesiger Trigger für mich sind. In diesem Zusammenhang waren es die Vorwürfe, dass ich nicht genug Zeit mit demjenigen verbracht habe. Die Vorwürfe treiben mich in eine "selbstzerstörerische" Stimmung, sodass auch Gedanken wie "Es schadet dir" nicht helfen.

Ich werde mir überlegen, wie ich mich auf diese Situationen besser vorbereiten kann.

Wie es nach den 90 Tagen weitergeht?
Dann will ich ein halbes Jahr. Und dann ein Jahr. Und dann 5 Jahre. Und dann ein Leben lang.

Eine Zahl hilft mir zu visualisieren, wie viel Kraft ich bisher aufgebracht habe und macht mich teilweise stolz. Nichtsdestotrotzt ist die Zahl natürlich nicht die Hauptmotivation.
Mein Hauptziel wäre es irgendwann weniger Zeit mit dem Kampf verbringen zu können.
Das heißt nur noch einmal im Monat vielleicht das Forum, der Suchtdruck ist weniger präsent und die ED ist geheilt.
Das wäre mein endgültiges Ziel.
Aber auch, wenn das nicht eintritt und dieser Kampf immer schwierig bleiben wird, weiß ich, dass ich gewinnen kann und werde weiter kämpfen. Jeden Tag.



Tag 1
Ich betrachte den heutigen Tag als Tag 1, da in der Nacht von vorgestern auf gestern der Zwischenfall war.

Meine Moral ist geschwächt. Das merke ich sehr. Ich weiß, dass der Rückfall einen nicht runterziehen soll, aber ich würde lügen, würde ich das sagen, dass er mich nicht kränkt.
Der Suchtdruck war stark und gerade Gedanken wie "Du bist eh schon rückfällig geworden" wollen einen wieder in die Sucht treiben.

Da ich im Moment auch große sexuelle Lust hatte, ist das ganze nochmal viel schwieriger.

Um schlimmeres zu verhindern, habe ich eben masturbiert und danach kalt geduscht.

Es geht mir jetzt schon viel besser und auch der Suchtdruck ist weniger präsent. Jetzt geht es gleich zum Krafttraining und danach zur Arbeit.


Ich habe mir ein Fundament von 90 Tagen aufgebaut. Dieses Fundament hat Risse bekommmen, aber wurde nicht zerstört. Ich darf jetzt auf keinen Fall meine Arbeit vernichten.

Ich bleibe stark.
Auf weitere 90 Tage.

RedBlob
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