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Der Endlosschleife Entkommen
#21
36 Tage sind seit der Anmeldung vergangen und der Status quo ist exakt derselbe. Meine Alltagsgewohnheit sind gleich geblieben, ich begebe mich weiterhin leichtsinnig in Situationen, die den Wunsch nach Konsum auslösen. Die Gegenmaßnahmen, die zum Beispiel im Falle eines antstehenden Rückfalls mich eben genau vor jenem bewahren sollen, die werden bei akutem Dopaminbedarf einfach mit einem kleinen Schwenker in den Müll befördert.

Ich bin nicht einmal in der Lage mich auch nur ansatzweise dagegen zu wehren, ich bin ein Spielball meiner Sucht und der Ball fliegt schnurstracks Richtung Abgrund. Aktuell habe ich einfach nur Angst: Angst davor es nicht zu schaffen. Angst, nicht in der Lage zu sein jemals eine Beziehung mit einer Frau einzugehen. Angst vor emotionaler Instabilität. Angst weiterhin meine eigentlichen Bedürfnisse und Interessen zu untergraben. Angst meine Familie und Freunde zu enttäuschen, womöglich gar zu verlieren. Angst vor Konsequenzen. Angst davor, dauernd Angst zu haben.
Antworten
#22
Hey Porndestruction!

Erstmal: Ich habe riesen Respekt dafür, dass du trotz der Angst weiterhin im Forum aktiv bist. Der Spruch "Wer nicht kämpft hat schon verloren" ist etwas abgedroschen, aber stimmt bei der Pornosucht nunmal wirklich!
[Bild: what-successful-people-know.png]

Es ist komplett normal in deiner jetztigen Situation Angst zu haben. Das ist natürlich. Der Mensch hat Angst vor Machtlosigkeit. ABER du bist nicht machtlos. Das ist eine weitere Lüge/Entschuldigung, die die Sucht uns einreden will, um einen tiefer in die Rückfälle und in die Bequemlichkeit zu drängen.
Wie oft habe ich schon gedacht, dass ich es einfach nicht. Wie oft habe ich mich mit der Sucht abgefunden, weil ich es anscheinend einfach nicht schaffen kann. Vor allem in den ersten zwei Jahren.

Mittlerweile kann ich darüber nur den Kopf schütteln. Diese Sucht ist nichtmal physisch. Sie ist rein psychisch. Es liegt komplett in unserer Entscheidungsfreiheit, ob wir etwas für den Reboot tun oder nicht. Es liegt in unserer Entscheidungsfreiheit, ob wir einen Rückfall zulassen oder nicht.

Ich kann dir zunächst vier Hinweise geben, die mir persönlich geholfen haben:

1. Akzeptiere Rückfälle besser
Das hast du dir vor 3 Wochen ja auch schon vorgenommen, aber nicht richtig umgesetzt. Es ist auch schwierig das Konzept eines Rückfalls nicht mehr zu verteufeln. Aber es ist nunmal eine Tatsache: Je mehr du dich wegen eines Rückfalls fertig machst, desto schlechter ist es. Natürlich ist das jetzt kein Freifahrtsschein für Rückfälle, sondern es geht darum, dass ein intelligenter und guter Umgang mit einem Rückfall deinem Suchtgedächtnis nicht so sehr schadet, wie z.B. ein Rückfall bei Alkohol. Bei dieser Sucht geht es darum unser Gehirn zu reparieren. Wenn wir das Puzzle immer weiter zusammenlegen, ist es kein Problem, wenn wir eines Tages wieder ein paar Teile herausnehmen. Wenn wir uns aber einreden, dass diese herausgenommenen Teile uns wieder an den Start bringen und deswegen das ganze Puzzle wieder zerstören (Exzessiv rückfällig werden), schadet es uns natürlich.

2. Beschäftige dich nochmal mit dem Thema
Ich weiß, dass du dich letztes Mal schon damit beschäftigt hast, aber informier dich wirklich, wie die Prozesse in deinem Gehirn funktionieren. Wie dein Urzeit-Mittelhirn immer wieder sofortige Belohnung (Pornos) will und dein Neocortex versucht, rationale Entscheidungen dagegen zu treffen. Und wie der Neocortex "wächst" jedesmal, wenn du Nein gesagt hast. Egal, wie klein die Entscheidung war.
Interessante und unterhaltsame Videos zu dem Thema sind meiner Meinung die Geschichte von Noah Church:
Noah Church: A story of porn addiction

Und Gabe Deems Basics of Rebooting:
Gabe Deem: The Basics of Rebooting

Videos haben den Vorteil, dass man sich etwas weniger motivieren muss als z.B. wissenschaftliche Artikel oder Beiträge auf "Yourbrainonporn" durchzulesen.
Trotzdem möchte ich dir folgende zwei Seiten nochmal ans Herz legen:
Alles, wieso wir süchtig sind und wieso es so schwer fällt aufzuhören

Basics zum Rebooten (Nochmal in schriftlicher Form)

Auf beiden Seiten befinden sich nochmal sehr viele Links, wenn dich ein Thema besonders interessiert.

Wenn du verstehst, was dein Verlangen auslöst. Wenn du verstehst, dass Einsamkeit, Langeweile, Angst und vieles mehr Entzugserscheinungen sind. Wenn du Verhaltensmuster und bevorstehende Aktionen von dir als Sucht entlarvst und nicht mehr denkst, es ist das, was du willst.
Dann wird dir der Reboot viel leichter fallen.


3. Ändere Verhaltensmuster
Das weißt du natürlich schon selbst, dass das einem helfen wird. Aber wieso fällt es so schwer, diesen Tipp umzusetzen?
Weil man sich jedesmal denkt "Morgen fang ich an."
Meistens gibt es einen Auslöser, wieso man doch dann endlich anfangen will. Meistens ist es ein Rückfall mit den ganzen negativen Gefühlen die dann Folgen. Dann merkt auch unser Mittelhirn, dass es langsam mal Zeit ist, etwas zu ändern. Und genau da ist das Problem. Diese Entscheidung ist NICHT rational. Sie ist emotional. Sie ist vom Mittelhirn ausgelöst und wird spätestens in den Hintergrund rücken, wenn wir das nächste Mal Hunger haben und das Mittelhirn damit etwas "Wichtigeres" hat, an das es uns erinnern will.
Das heißt auf einmal hat man "keine Kraft" mehr oder "keine Motivation" mehr, um wirklich was zu ändern. "Morgen fängt man aber wirklich an... Nur nicht jetzt konkrete Pläne machen"
Und dann wird man natürlich wieder rückfällig. Ist ja auch nichts verwerfliches. Man hat schließlich nicht viel geändert.
Und man fühlt sich wieder extrem schlecht. "Ich wollte doch was änder, wieso mach ich es nicht einfach. Wieso kann ich meine Vorsätze nicht umsetzen..." Und wer meldet sich wieder? Das Mittelhirn. Und man will wieder alles besser machen. "Diesmal wirklich!!"
Tja, nur leider ist es schon wieder zum Scheitern vorurteilt, denn wie gesagt, es ist eine emotionale Entscheidung, keine rationale.

Und genau dieser Teufelskreis zieht einem immer weiter in die Angst, negativen Gefühle und Verzweiflung rein. Gerade das Einreden, dass man es sich doch "WIRKLICH" vorgenommen hat und es trotzdem nicht geschafft hat, macht einen fertig. Aber man hat es sich nicht wirklich vorgenommen. Es war nur ein Instinkt. Eine spontane Reaktion.

Wenn du eines Tages dich wirklich rational dazu entscheidest etwas zu ändern. Wenn du einfach mal anfängst und dir konkrete Gedanken machst, was du in der Zeit machst, in der du sonst Pornos guckst. Wenn du dir überlegst, wie du diese Verlagenslücke in deinem Gehirn schließen kannst und diese Sachen wirklich sofort umsetzt, weil du weißt, dass es das beste für dich ist, auch wenn es dir schwer fällt, dann werden die Abstände zwischen den Rückfällen stetig größer werden und du wirst den Reboot irgendwann schaffen.

Ein paar Beispiele, die ich umgesetzt habe sind:
-Immer eine saubere Wohnung haben. Die Unordentlichkeit hat mich immer wieder getriggert. "Ich muss noch aufräumen" -> schlechte Gefühle
-Krafttraining. Die Regelmäßigkeit einer Aktivität, auch wenn ich mal überhaupt keine Lust habe, gibt mir Willensstärke und Planungssicherheit.
-Bewusstes Neinsagen und Belohnungen dafür. Ich halte den Suchtdruck nicht einfach aus. Ich mach mir den Kampf bewusst, der in dem Moment in mir herscht. Ich mach mir bewusst, dass ich gerade Entzugserscheinungen erlebe. Ich mach mir bewusst, dass es dieses Gefühl ist, das zeigt, dass der Reboot funktioniert.


4. Höre nicht auf die Angst, aber verdränge sie nicht!!
Hört sich komisch an? Ich meine damit, dass Angst in deiner Sitation komplett normal ist. Wir alle haben uns schonmal machtlos gegenüber dieser Sucht gefühlt. Wichtig ist: Wenn du gegen die Angst vorgehst, dann verdränge sie nicht. Ignoriere sie nicht. Ertränke sie nicht wieder mit Pornos. Sondern mach dir bewusst: Du kannst es schaffen. Du kannst es. Du kannst diese Sucht besiegen.

"Mut ist nicht, keine Angst zu haben. Mut ist, es trotzdem zu tun."

Und glaub mir, wenn du irgendwann siehst, wie die Abstände zwischen den Rückfällen immer größer werden. Wenn du siehst, wie die positiven Auswirkungen des Reboots sich immer mehr zeigen. Wenn du siehst, wie es immer leichter wird mit Rückfällen umzugehen. Und wenn du eines Tages so stark bist, dass Rückfälle für dich keine Option mehr sind. Dann kannst du an diesen Moment zurückdenken und deinem alten Ich sagen "Es wird alles gut."

RedBlob
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=17381]
Antworten
#23
Wow, vielen lieben Dank RedBlob! Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich meine Dankbarkeit angemessen zum Ausdruck bringen kann. So etwas Nettes hat eine mir gänzlich fremde Person selten für mich getan.

1) Bessere Akzeptanz von Rückfällen:
Erst letzte Woche wurde ich von meiner Physiotherapeutin mit der Frage bedacht: "Du bist schon ein kleiner Perfektionist, oder?" Ich bin sehr schlecht darin, schlecht in etwas zu sein und erwarte grundsätzlich sehr viel von mir, oftmals zu viel; den Anforderungen werde ich dementsprechend in vielen Bereichen nicht gerecht. Daran muss ich arbeiten, gerade auch in Bezug mit der Suchtbewältigung. Mir war die Bedeutung des Umgangs mit einem Rückfall nicht dermaßen bewusst. Das werde ich angehen und hoffentlich in Zukunft entspannter bewältigen, ohne, wie du geschrieben hast, als Legitimation für weitere "Vergehen" zu nutzen.

2) Informationen:
Tatsächlich habe ich mich schon ganz ordentlich in das Thema eingearbeitet, es gibt allerdings noch gewaltig Luft nach oben. Viele Artikel und Videos sind meiner Erfahrung nach geeignet zur Bekämpfung der Symptome, die Ursachen und die biologischen Prozesse werden dagegen oftmals außen vor gelassen. Ich muss gestehen, dass ich die verlinkten Videos und den Artikel zwar geöffnet habe, aber noch nicht viel mehr. Das liegt zum einen daran, dass die vergangenen Tage wenig ungebundene Zeit enthielten, aber auch, da ich die Pornosucht unterbewusst wohl immer noch nicht als eine der obersten Prioritäten ansehe, ansonsten müsste ich mich doch darauf stürzen.

Auch deine Ratschläge 3) und 4) werde ich auf jeden Fall versuchen zu berücksichtigen und umzusetzen. Insbesondere das Ändern meiner Verhaltensmuster, die teilweise den Konsum von Pornos unterstützen anstatt zu bekämpfen. Teilweise dient der Konsum auch als Belohnung, was natürlich dann ein Teufelskreis ist, da jede Art von Emotionen triggern. Ich könnte an dieser Stelle wieder Gründe benennen, weshalb ich diverse negative Gedanken nicht steuern kann und das ich noch keinen regulären Sport machen kann. Tatsache ist, das ich mit etwas mehr Mut und Courage die negativen Gedanken dämpfen könnte und mein operiertes Knie viel mehr Aufmerksamkeit in Form von Übungen vertragen könnte. Das bewusste Neinsagen klappt bei mir bisher absolut nicht, das ist mir kaum gelungen und schon erst recht nicht an mehreren Tagen hintereinander.

Ich werde morgen noch auf einzelne Punkte eingehen und diese versuchen auf mich zu projizieren. Ich bin jetzt wahnsinnig müde und werde meinen neu integrierten Schlafrhythmus, weiterhin aufrechterhalten. Denn bisher bewehrt sich das frühe(re) Schlafgehen sehr gut.

Tag 4: Das ist somit meiner neuer Rekord seit der Anmeldung. Weder sonderlich beeindruckend, noch von großer Relevanz. Es gibt keine lineare Entwicklung, jeder Tag ist ein neuer Kampf gegen die Sucht und bietet zwei Entscheidungsmöglichkeiten: Pornos konsumieren oder eben nicht.

Das nicht Einhalten des täglich Buße tun, lag primär daran, dass ich die letzten Tage super liefen und ich nicht auch nur einmal an Pornos gedacht habe. Zum einen liegt das sicherlich darin begründet, dass der unschöne Rückfall die Tage noch sehr präsent war und ist, zum anderen habe ich die Zeit auch mit vielen schönen Aktivitäten gefühlt und jeden einzelnen Tag genutzt und genossen, insofern gab es immer schönere Dinge als den Konsum von Pornos. Im Schwimmbad gab es schon kleinere Reaktionen, aber in natürlichem Maße, hoffe ich.

Morgen geht es dann wieder in die Unistadt: weg von der Familie, den Freunden und dem schönen Freibad. Dort wird es dann wieder eine große Herausforderung und ein aktiver Kampf, dem ich vorausschauend begegnen muss.
Antworten
#24
Tag 5:
Heute war es etwas mehr Kampf als die letzten Tage, womöglich unter anderem daher rührend, dass der Tag generell nicht sonderlich erbaulich war und ich mich viel mit negativen Gedanken auseinandergesetzt habe. Habe dann auch kurz überlegt mit meiner Fantasie als Medium dem leichten Druck nachzugeben, aber das habe ich dann relativ flott wieder verworfen.

So, jetzt ohne Laptop ab ins Bett und noch ein wenig Lesen, und morgen sind dann die Links Teil meiner täglichen To-Do-Liste.
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#25
Tag 6:
Der Tag fing so gut an: Krankengymnastik lief super, ich konnte mich seit mehr als 8 Monaten endlich mal wieder richtig, richtig auspowern und der hierbei komplett zwanglose Smalltalk mit der Physiotherapeutin ist mittlerweile zu einer schön Routine geworden. Dann auf dem Fußweg zur Uni ein Lächeln mit einem "Hallo" von einem sympathisch erscheinenden und auch sehr attraktiven "Mädchen" erhalten und etwas perplex erwidert. Ach, so unbeschwert und glückselig wie nach diesem Vormittag bin ich seit einigen Monaten schon nicht mehr gewesen. Und dann wollte ich mein neues Wohlbefinden auf die Probe stellen und endlich mal die EINE ganz besondere Kommilitonin ansprechen. Das funktionierte nicht, warum ist hier irrelevant, und danach war all die freudige Unbeschwertheit dahin und meine Laune am Boden. Muss man womöglich nicht verstehen, ist aber so.

Daheim kam nach a wengala Serien schauen, a wengala Essen und dann kam sehr plötzlich und stark das Verlangen. Mir war zumindest rational bewusst, dass ich auf jeden Fall nicht weiter alleine in meinem Zimmer sein sollte, ansonsten kommt es zum Rückfall. Bin dann in den Fitnessraum gegangen und habe mich komplett verausgabt, quasi beim Wegrennen vor Pornos. Das und die danach folgende eiskalte Dusche, das war einfach wunderschön und hat mir wieder Auftrieb gegeben.

Nach etwa zwei Stunden alleine in meinem "Appartement" kam wieder das Teufelchen an und hämmerte mit aller Gewalt gegen meine Dopamintür. Und dann rettete mich dieses Forum, insbesondere in Person von RedBlob. Es war prinzipiell schon alles angerichtet, die Tür stand offen, aber dann drang die Ratio im letzten Moment doch noch ganz schwach durch und führte mich zu diesem Thread, den ich nochmal von Anfang an durchlas. Verdammt, seid ihr alle nett und hilfsbereit! Das von dir, lieber RedBlob, verlinkte Video von Noah B.E., das hat mir zumindest für heute die Augen geöffnet und mich vom Rückfall bewahrt; denn das Video handelte von mir, er erzählt (quasi) meine Geschichte - die Erektionsstörung ausgenommen.

Zum Punkt Angst: Ich neige dazu negative Emotionen (unter anderem Angst) und Probleme zu verdrängen oder sie zu potenzieren und gegen mich selbst zu richten. Dabei bin ich solch ein Glückspilz, mit so sympathischen, warmherzigen und verständnisvollen Freunden und einer Familie, die ich mir nicht bessere vorstelle könnte, aber ich kann mich einfach nicht ihnen gegenüber öffnen. Für mich ist das Teilen von Freuden, Problemen, Gefühlen oder eben Ängsten eine Form von Belastung für die andere Person, die sich dann damit auseinandersetzen muss. Das ist ein Punkt. Zum anderen stehe ich im "realen Leben" äußerst ungern im Mittelpunkt, unabhängig der anwesenden Personenanzahl.

Morgen dann ein neuer Tag, ein neuer Kampf. Es gilt super wachsam zu sein, sich das Dasein negativer Gedanken samt der Gefahr diese in Pornos zu ertränken, bewusst machen und sich weiter Informationen zum Thema anzueignen, das hilft definitiv. Vielen Dank euch allen! Ist einfach schön, dass sich immer wieder einer meiner annimmt, das hätte ich in der Form vor meiner Anmeldung nicht erwartet.
Antworten
#26
Respekt und Hut ab, dass du stark geblieben bist!
Bleib dran und mach weiter so!

Viele Grüße
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=2548]
[url=http://www.spruch-des-tages.org/motivationssprueche/2205-solange-du-nicht-anfaengst-wird-es-nie-zu-ende-sein]Solange du nicht anfängst, wird es nie zu Ende sein.










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#27
Hallo porndestruction,

gut gemeistert. Ich wünsche dir, dass du mehr solche Erfolge haben wirst. Nur so wirst du gegen die Pornosucht stärker. Wir müssen uns bei solchen Situationen immer wieder klar machen, dass ein Pornokonsum uns nicht positiv voranbringen wird.

(26.06.2019, 20:41)porndestruction schrieb: ..., aber ich kann mich einfach nicht ihnen gegenüber öffnen. Für mich ist das Teilen von Freuden, Problemen, Gefühlen oder eben Ängsten eine Form von Belastung für die andere Person, die sich dann damit auseinandersetzen muss. Das ist ein Punkt. Zum anderen stehe ich im "realen Leben" äußerst ungern im Mittelpunkt, unabhängig der anwesenden Personenanzahl.

Mache dir bewusst, dass andere Menschen gerne an deinem Leben teilhaben wollen. Sie können es aber nur in der Weise, wie du es zulässt. Du bist keine Belastung für die anderen. Das ist eine absolut falsche Zurückhaltung. Kein Mensch ist interessanter als der, der über Probleme, Gefühle und Ängste reden kann. Sei mutig und rede einfach mal mit einem über die Themen, die dich gerade bewegen. Die Pornosucht würde ich persönlich nicht dazu zählen. Aber es gibt viele Themen, die die Pornosucht den Antrieb geben. Und darüber solltest du reden können. Es geht auch um dein Leben. Du willst dich doch mitteilen. Also versuche es. Was ist das für ein Leben, wenn du alles nur mit dir allein ausmachst? Wir können nicht alles alleine regeln. Und es gibt viele Menschen, die dir helfen wollen. Du musst nur den Mut haben, es auch einzufordern.

Das mit dem Mittelpunkt kenne ich auch. Wenn mein Selbstwertgefühl schlecht ist, wie es immer nach einem Pornokonsum war, dann bin ich bestimmt nicht gerne im Mittelpunkt. Jetzt mir einem relativ "sauberen" Gefühlszustand macht es mir zum Teil sogar Freude mal in der Mitte zu stehen.
Antworten
#28
Wink 
(26.06.2019, 22:07)Burnham schrieb: Hallo porndestruction,

gut gemeistert. Ich wünsche dir, dass du mehr solche Erfolge haben wirst. Nur so wirst du gegen die Pornosucht stärker. Wir müssen uns bei solchen Situationen immer wieder klar machen, dass ein Pornokonsum uns nicht positiv voranbringen wird.


(26.06.2019, 20:41)porndestruction schrieb: ..., aber ich kann mich einfach nicht ihnen gegenüber öffnen. Für mich ist das Teilen von Freuden, Problemen, Gefühlen oder eben Ängsten eine Form von Belastung für die andere Person, die sich dann damit auseinandersetzen muss. Das ist ein Punkt. Zum anderen stehe ich im "realen Leben" äußerst ungern im Mittelpunkt, unabhängig der anwesenden Personenanzahl.

Mache dir bewusst, dass andere Menschen gerne an deinem Leben teilhaben wollen. Sie können es aber nur in der Weise, wie du es zulässt. Du bist keine Belastung für die anderen. Das ist eine absolut falsche Zurückhaltung. Kein Mensch ist interessanter als der, der über Probleme, Gefühle und Ängste reden kann. Sei mutig und rede einfach mal mit einem über die Themen, die dich gerade bewegen. Die Pornosucht würde ich persönlich nicht dazu zählen. Aber es gibt viele Themen, die die Pornosucht den Antrieb geben. Und darüber solltest du reden können. Es geht auch um dein Leben. Du willst dich doch mitteilen. Also versuche es. Was ist das für ein Leben, wenn du alles nur mit dir allein ausmachst? Wir können nicht alles alleine regeln. Und es gibt viele Menschen, die dir helfen wollen. Du musst nur den Mut haben, es auch einzufordern.

Das mit dem Mittelpunkt kenne ich auch. Wenn mein Selbstwertgefühl schlecht ist, wie es immer nach einem Pornokonsum war, dann bin ich bestimmt nicht gerne im Mittelpunkt. Jetzt mir einem relativ "sauberen" Gefühlszustand macht es mir zum Teil sogar Freude mal in der Mitte zu stehen.
Hi, vielen Dank euch beiden! Smile

Das ist mir glaube ich schon bewusst, irgendwie, nur gelingt es mir nicht nach diesem Bewusstsein zu handeln. Die Gründe dafür sind mir nicht wirklich klar. Grundsätzlich gibt es durchaus Dinge, die ich Freunden oder der Familie anvertraue, nur eben harmlos verpackt. Was ich weitergebe sind die Inhalte, aber die damit einhergehenden Gefühle behalte ich fast immer für mich. Ich habe durchaus darüber nachgedacht, meine Sucht zu beichten, aber das dann relativ schnell verworfen. Das schaffe ich nicht. 

Was ich mit meinen engen sozialen Kontakte teile sind keine Gefühle, Sorgen, etc., sondern Momente: schöne, schlechte, skurrile...es gibt Nichts auf der Welt was ich gegen die Gesellschaft mit den mir wichtigsten Personen eintauschen würde. In diesen Momenten fühle ich mich frei, frei von Sorgen, frei von Gedanken über Vergangenes oder Zukünftiges, es zählt nur der Moment. Alles andere (u.a. meine Probleme) ist dann einfach nicht mehr präsent. 

Ich werde das Problem weiter angehen und mein Bewusstsein dafür schärfen. Wenn ich z.B. eine mag, dann würde ich schon gerne mit Freunden darüber reden und mich austauschen. Wenn ich mir Gedanken/Sorgen über meinen zukünftigen Bildungsweg mache und auf Ratschläge angewiesen wäre, dann ...Andersherum klappt es mit mir als Zuhörer ziemlich gut, würde ich meinen. 

Formulieren wir es abschließend so: Eine andere Person glücklich zu machen, macht mich glücklicher, als mich selbst glücklich zu machen. 

Tag 7: 
Vormittags gab es ein leichtes Kribbeln, ansonsten ging es heute echt gut, obwohl ich relativ viel Zeit alleine vor dem Laptop verbracht habe.

Gute Nacht!
Antworten
#29
Tag 8:
Heute war einfach ein schöner Tag, mit vielen Aktivitäten und wenig Möglichkeiten rückfällig zu werden, insofern lief es heute beinahe von selbst. Gewisse positive Veränderungen meine ich an mir erkennen zu können, allerdings könnte das auch andere Gründe haben. Denn seit meiner OP vor knapp drei Monaten, fühle ich mich die letzten paar Tage nun endlich wieder gesund, energetisch und lebensfroh.

Weiter wachsam bleiben, sich noch intensiver mit der Thematik befassen und sich jeden Tag zumindest einmal aktiv bewusst machen, warum man aufhören will/muss. Das sind die Vorsätze für die nächsten Tage.
Antworten
#30
Hey Porndestruction!

Es freut mich sehr, dass mein Beitrag dir geholfen Smile

Ich habe jetzt nicht mehr so viel Zeit und werde Montag auf all deine Antworten eingehen, aber gerade will ich besonders auf eine Sache eingehen:

Auf deinen Tag 6. Du kannst wirklich extrem stolz auf dich sein, dass du die Stärke gezeigt hast Sport zu treiben, als der Suchtdruck kam. Und sogar als der Suchtdruck nach 2 Stunden wiederkam, warst du erneut stark genug und hast dir das Video angeguckt anstatt nachzugeben.

Die ersten Wochen sind die schlimmsten. Das Gehirn merkt, dass sein Suchtmittel fehlt. Es schreit und tut alles, um endlcih den Fix zu bekommen. Es ist anstregend jedesmal Nein sagen zu müssen. Es scheint irgendwann sinnlos, weil man sich einredet es hört niemals auf. Aber der Suchtdruck wird aufhören. Vielelicht wird es erst jedesmal schwieriger Nein zu sagen, aber irgendwann wird es leichter. Mach dir bewusst, dass dieser Kampf irgendwann leichter werden wird. Und wie viele erfolgreiche Rebooter immer wieder sagen: Wenn du durch die Hölle gehst, geh weiter.
Der Suchtdruck zeigt, dass der Reboot funktioniert!

"[...]Denn das Video handelte von mir, er erzählt (quasi) meine Geschichte [...]"

Ging mir genauso! Ich habe mich auch in seiner Geschichte wiedererkannt. Wir dürfen nicht vergessen, dass dieses Problem ein Generationsproblem ist. Wir sind nicht alleine. Und er ist einer der vielen Süchtigen, die zeigen: Wir können es schaffen.
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=17381]
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