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Kleines Erkenntniss
#1
Bin seit 7 Monaten Porno clean, hatte letztens eine für mich einzigartige Gelegenheit gehabt mich einer wunderbaren Frau eher überraschend (auch) körperlich zu nähern. 

Ich konnte - obwohl fast schon seit gefühlten Ewigkeiten kein Sex mehr in meinem Leben (meine Lebensgefährtin hat Null Lust und auch Null Lust darüber zu reden) mich dieser Chance, dieser Spannung mit Genuss/ Romantik und nicht mit "Erfüllungsdrang" nähern... Und es kam nicht "dazu", es war wohl einfach nur schön Nähe zu empfinden... Porno hat ja irgendwann immer den Trigger "zu kommen" (zumindest war es bei mir so) - was den so genannten Sex mit einer Partnerin irgendwann mega auf Ähnliches reduziert und in Wirklichkeit für beide Seiten aus vielerlei Gründen nicht mehr schön/nah/liebenswert ist... vielleicht "geil" aber wenn dann kurz...  Ich sehe das als einen eFortschritt, für den alleine es Wert ist den Porno Scheiß zu lassen... Vielleicht ein wenig motivierend für andere... (Klar, jetzt könnte man darüber diskutieren, wieso es so weit kommen konnte dass ich mich einer anderen Frau nähere aber das wäre hier gerade nicht das Thema...) Alles Gute Euch
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#2
Lieber @Alobar,

ich habe mich gerade beim Lesen dabei ertappt, wie sehr ich mich für Dich freue, dass Du diese Erfahrung gemacht hast. Klar hättest Du diese mit Deiner Frau haben sollen, aber was sollst Du auch machen? Du hast so oft versucht, mit ihr zu reden, gewartet, gehofft, bist körperlich nie fremdgegangen, kämpfst tapfer und erfolgreich gegen die Pornosucht an und kommst mit Deiner Frau auf keinen Nenner. Macht sie denn inzwischen eine Therapie?

Und Jahre ohne Sex sind tatsächlich eine Ewigkeit!

Deshalb kann ich Dir dieses Erlebnis absolut nicht verübeln. Du kannst nicht ein Leben lang warten und entbehren, meine Meinung. Ich glaube sogar, dass Deine Frau schon lange damit rechnet und es vielleicht sogar in Kauf nehmen würde. Wer seinen Partner so lange auf dem Trockenen hält, provoziert letztendlich genau das.

Sorry, ich wollte nicht auf dem Thema rumhacken.

Wie kam es zu dieser Begegnung? Magst Du etwas darüber erzählen? Natürlich nur, wenn es für Dich okay ist.

Deine Beschreibung dieser Erfahrung finde ich sehr schön in Worte gefasst. Ich hoffe, dass dies vielen Mitkämpfern hier ein weiterer Ansporn ist. Natürlich gibt es weitere Gründe, der Sucht den Rücken zu kehren. Jedoch ist dieser wohl der reizvollste und schönste.

Weiter so, und bleib, wie Du bist!

Deine Geduldige
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#3
@ Geduldige: Das ist wirklich sehr sehr lieb was du schreibst, vielen Dank! Ich bin an sich super moralisch streng und wundere mich selber dass mich dieses Erlebnis nicht in einen tiefen Beziehungskeller gezogen hat... Mir kommt sogar vor, dass ich in meiner Beziehung im Moment entspannter agiere - irgendwie wahrscheinlich selbstbewusster und behutsamer mit dem was wir (trotzdem) j haben.. Gleichzeitig macht es mir einfach irgendwo auch Angst was kommen könnte/wird...

Für mich war die wichtigste Botschaft die Erinnerung daran, dass Porno schauen einfach mit "schnell" in Verbindung steht und auch , dass es auf reines "Nehmen" und gar nicht auf "Geben" hinausläuft... Das erzeugt (auf Dauer) eine unglaubliche schiefe Ebene, und alles im Kopf scheint nach unten zu rutschen und dort verharren zu müssen... Bis wieder irgendein Gleichgewicht hergestellt ist muss sehr sehr viel gearbeitet werden, meist arbeitet man aber vor lauter Frust noch tiefer in den Keller hinein...

Wie es gekommen ist... Hmm... weil es irgendwie sein musste... weil die Angst davor schlechte Karten gegen den gegenseitigen starken Wunsch nach Nähe hatte... weil sogar ich die Entscheidung getroffen habe es nicht zu sehr zu analysieren oder in Frage zu stellen/ zu zerreden - wodurch vermutlich dieser magische Moment gegangen wäre... und - so pathetisch es klingt - weil es ehrlich und unpathetisch und eben nicht "sexuell" war.. kriege es gerade nicht besser hin..
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#4
Hallo Alobar,

als ich das von dir gelesen habe, mußte ich schmunzeln und auch ich habe mich für dich, ob dieses Erlebnisses, gefreut.

Ich bin ganz sicher kein Moralapostel und kann gut nachempfinden, wie sehr du Nähe und Zuwendung vermisst. Ich empfinde dich, aufgrund dessen, was du hier so schreibst,
als aufrichtig und ehrlich bemüht, deine bzw. eure Situation zu verbessern. Wie es scheint tust du alles was in deinen Möglichkeiten liegt, um wieder Miteinander sein zu können,
nicht zuletzt auch, indem du begriffen hast, dass Porno nicht die Lösung ist und die Entzweiung eher weiter voran treibt.

Ich hatte damals die Situation genau umgekehrt. Mein Mann ließ mich damals am ausgestreckten Arm verhungern. Was aber das schlimmste war, das er nicht mit mir über die
Gründe sprach und ich somit keine Chance hatte, irgendetwas daran zu ändern. Er schaltete komplett auf Stur und ich konnte sehen, wo ich bleibe. Damals (das ist über 20 Jahre her)
hatte ich allerdings noch gar keine Ahnung davon, dass es soetwas wie Pornosucht geben könnte. Ich hatte ihn wohl ein paarmal erwischt, mir aber im Traum nichts dabei gedacht,
außer dass ich natürlich sehr enttäuscht war, weil er von mir scheinbar nichts wissen wollte, bzw. bei mir da unten nichts lief, er aber offenbar sehrwohl ein Sexualleben hatte, nur eben
mit sich allein. Ich konnte mir das damals überhaupt nicht erklären und er wollte es nicht erklären.

Aber was ich viel wichtiger finde ist, dass du durch diese Situation sehr anschaulich erleben konntest, wie viel wichtiger diese Nähe und dieses Vertrauen einer Person gegenüber ist, als bloßer Sex.
Und das ist genau das, was wir so dringend brauchen, egal ob Männlein oder Weiblein. Dieses Gefühl, egal was passiert, da ist jemand, der ist mir wichtig und dem bin ich wichtig. Geborgenheit,
Wärme und Nähe sind die Säulen einer guten seelischen und gesundheitlichen Verfassung. Dieses nicht empfinden zu können oder dürfen ist auf Dauer schlimmer als Hunger oder Durst.

Wie wäre es, wenn du mit deiner Partnerin ganz offen über deine Gefühle sprichst. Ihr erklärst, dass du ihre Nähe und die Geborgenheit vermisst und weniger den Sex. Natürlich gehört er dazu, aber das solltest du im Gespräch nicht in den Vordergrund stellen. Beschreibe ihr, wie gut es dir tat, als ihr noch "näher" miteinander gewesen seid und wie schwer es dir fällt, dass sie
sich so weit von dir entfernt hat. Sage ihr, dass sie dir fehlt und das du das Bedürfnis hast, eine erfüllte Beziehung mit "ihr" zu führen. Und frage sie, was du tun kannst, damit sie sich bei
dir sicher fühlt und sich dir wieder nähern kann.

Vielleicht nimmt ihr das den Druck und sie öffnet sich auf diese Weise eher, als wenn sie das Gefühl hat, dass es dir nur um Sex geht.
Einen Versuch ist es wert.

Ich drücke dir jedenfalls die Däumchen und würde mich freuen, wenn sie sich öffnet. So kann es ja auf Dauer nicht bleiben. Dabei bleibt ihr ja offensichtlich beide auf der Strecke.

Lass mal wissen, wie es weitergeht.

Ganz liebe Grüße
T.
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#5
Hallo @Tabularasa danke für deinen langen, wertschätzenden Beitrag.... Ich war auch überrascht wie viel Lebensenergie in Nähe stecken kann... ich hatte das beinahe schon vergessen kommt mir vor.... danke auch für deine Ideen... Ich glaube dass ich schon mal in die Richtung mit m. Frau gegangen bin, sie hat das glaube ich auch verstanden, aber es scheint am Tag nach einem Gespräch über so ein Thema wie "weggeblasen" "ausgelöscht" zu sein.... Sie scheint dann wieder in ihrer "Blase" gefangen und ich werde zu Hause wieder eine Art Schatten.... aber ich bleibe jetzt mal wieder mehr dran... allerdings an "Allem" - kann gerade nicht anders als wieder etwas mehr Leben herein zu lassen... 1000 dank für deinen Beitrag!
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