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Erster Anlauf - Tag 10
Tag 31

"Unmöglich!", habe ich mir früher gedacht. "Es ist mir unmöglich, länger als 14 ohne Porno und Masturbation auszukommen." Ich lebe gerade das unmögliche. Und es fühlt sich gut an.

Still und heimlich habe ich die 30 Tage und damit das erste Drittel erreicht. Immer noch Porno- und Masturbationsfrei. Beim ersten Anlauf habe ich bei Tag 31 zum ersten mal masturbiert. Ich denke, das kann ich diesmal toppen. Am Wochenende gab es einen kurzen Trigger-Moment, als ich zufällig auf einen Pressebericht über ein Erotik-Dinner gestoßen bin. Nachdem ich mir 4-5 Bilder von Frauen in Unterwäsche angeschaut habe, habe ich diese Seite wieder geschlossen. Die Medien sind voll Müll, versteckte Reize überall, man muss wirklich acht geben.

Ansonsten erlebe ich eine Fortsetzung dessen, was ich hier schon öfter beschrieben habe: S T Ä R K E ! Gestern war ich mit meinen Freunden aus und es war der erste Abend, an dem ich durchgehend stark und selbst bewusst war. Stimmlich und körperlich präsent. Ein Mann unter Männern. "HAR HAR" würden die Panzerknacker sagen.

Auch der ehemals besonderen Dame, wegen der ich hier bin, bin ich wieder begegnet. Sie hat einige Zeichen der Annäherung in meine Richtung gesetzt. Ich bleibe noch freundlich distanziert und damit authentisch. Ich habe sie gerade erst losgelassen und kann nicht auf Knopfdruck gleich wieder umschalten. Ich bin der Mann, ich setze die Schritte oder unterlasse sie. Auf jeden Fall eine unerwartete, aber nicht unerfreuliche Wendung.

Mehr und mehr frage ich mich, was ich mit meiner neu erlangten Beständigkeit und Stärke anfangen soll? Ich weiß, ich bin noch nicht aus dem Schneider und die Gefahr eines Rückfalls besteht nach wie vor. Aber wenn ich die neu erlebte Lebensintensität mit jener bis vor 4 Monaten vergleiche, dann ist das eine andere Welt. Vor mir liegt ein Leben, das gelebt werden will, wie verheißenes Land. 40 Jahre zog das Volk Israel durch die Wüste, bevor es das gelobte Land erreichte. 40 Jahre, um die alten Gewohnheiten, die Götter und Annehmlichkeiten Ägyptens loszulassen. 40 Jahre, um vom Sklavenleben bereit zu werden für ein Leben in Freiheit und Würde. Wie lange dauert es für mich? Bis ich mich an diese neue Freiheit gewöhnt habe und mich nicht mehr zurücksehne in die Gefangenschaft der Pornografie? Schon lange durchwandere ich die Wüste. Langsam werde ich bereit für neues Leben.
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@ eleasar

Kann es sein, dass Du schon weiter gekommen bist, als Du selber glaubst?
Echt toll diese Entwicklung, Chapeau!
Du zimmerst Dir einen stabilen Rahmen, der Dir Halt und Sicherheit gibt.
Diese neuen positiven Erfahrungen schützen Dich immer mehr davor, in Dein altes Leben zurückzufallen.


Solche Erfolgsstories sind enorm motivierend, mach weiter so !!!!!


Gruss
phoenix
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Tag 34
Danke phoenix für deinen Eintrag. Ja, ich werde immer stabiler.

Vorgestern habe ich mich nach 32 Tagen zum ersten mal wieder selbst befriedigt. Es war im Bett vor dem schlafen gehen. Ich war schon unheimlich geladen und leicht erregbar. Am nächsten Tag habe ich mich irgendwie geschwächt und stumpf gefühlt. Nicht mehr so scharf und präsent wie die Tage zuvor. Mittlerweile geht es wieder, aber für mich ist das ein Zeichen, auch weiterhin so gut es geht auf das Masturbieren zu verzichten. Ich bin stolz auf 32 Tage Hardmode auch ohne sexuelle Betätigung in einer Beziehung und werde weiterhin diesen Weg beschreiten. Da ich weiterhin pornofrei bin, lasse ich den Zähler laufen.

Schönes Wochenende und viel Kraft euch da draußen!
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Tag 37

Ein schönes Wochenende liegt hinter mir. Ich habe viel Zeit mit Freunden verbracht. Mehr als sonst. Es hat mir gut getan und ist mir nicht zuviel geworden. Ich habe auch eine besondere Dame des öfteren gesehen und wir haben einen kleinen Radausflug mit Freunden gemacht.

Heute hatte ich einen freien Tag und konnte die Zeit sehr gut nutzen. Ich habe mir einige Ziele gesetzt und diese auch erreicht.

Pornografie spielt im Alltag keine Rolle mehr. Bei Bildern von nackten Frauen muss ich dennoch weiter acht geben. Dieses sind ja sehr breit gestreut auch in den Mainstream-Medien zu finden. Wenn ich in mich reinfühle, merke ich, dass ich geladen bin. Aber ich habe die Kraft und Motivation mich zu kontrollieren.

Ich bin stark, präsent und scharf wie ein Messer.
Leben, hier bin ich!
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Tag 41

40 Tage liegen nun hinter mir. 40 Tage Wüste? Nein, die Wüste beginnt zu blühen. Neues wächst aus der Tiefe.

Und doch gibt es kein Leben ohne Herausforderungen. Die letzten beiden Tage waren emotional sehr stressig. Die einst besondere Dame rückt mir näher und ich merke, dass ich nun gefordert bin. Vorgestern abend hat sie mir ein sms geschrieben und für mich ist klar, dass ich nun nicht mehr ausweichen kann, sondern Stellung beziehen muss. Ich habe nicht gleich geantwortet und gestern war ich den ganzen Tag innnerlich sehr angespannt. Es gab eine Zeit, da hätte ich mir gewünscht, eine Chance von ihr zu bekommen. Nachdem sie mich damals abgewiesen hat, hat es 3 Monate gedauert, bis auch ich sie loslassen konnte. Nun habe ich endlich Frieden mit ihr und jetzt kommt sie wieder auf mich zu und ich bin erneut gefordert, mich mit ihr auseinanderzusetzen. Ich merke, dass ich noch nicht bereit bin für eine Beziehung. Und selbst wenn ich bereit wäre, weiß ich nicht, ob ich mich noch einmal auf sie einlassen möchte. Das ist mir klar geworden. Ich habe ihr nun ein sms geschrieben und um ein Gespräch gebeten. Ich nehme die Zügel wieder in die Hand und merke, das ist der richtige Weg. Die innere Ruhe und Stärke kehren wieder. Ich fühle mich nicht mehr wie ein Getriebener.

Was mich dazu ermutigt hat, ist ein Flyer der Gemeinschaft Cenacolo, wo ehemals Süchtige wieder leben lernen. Im Flyer stehen kurze Erfahrungen von ehemals Süchtigen.
  • Lorenzo sagt: "Die Gemeinschaft lehrt mich, nicht zu flüchten, sondern mich den Situationen zu stellen; sie lehrt mich, nicht mit dem Finger auf andere zu zeigen, sondern zu verzeihen und den Blick zuerst auf mich selbst zu richten. Sie lehrt mich zu beten und mich mit dem, was mich ausmacht, zu lieben."
  • Und Stephanie: "Mutter Elvira hat mir beigebracht, in schwierigen Momenten zu lächeln und auf mein Herz zu hören. Heute kann ich Danke sagen, für mein Leben und für meine Familie."
  • Roman: "In der Gemeinschaft habe ich erkannt, dass mein Problem nicht die Computersucht war, sondern die Unfähigkeit, über meine Probleme zu reden."
Nicht zu flüchten, sondern mich den Situationen zu stellen, das will ich auch lernen. Es ist nicht leicht. Ich bin sehr harmoniesüchtig und es von klein auf gewohnt, nett zu sein und vor allem Frauen alle Wünsche abzulesen und zu erfüllen. Was aus meiner Biographie kommt. Aber es ist der falsche Weg, es immer allen recht machen zu wollen. Vor allem gehe ich selbst kaputt dabei.

Gestern abend war ich in Versuchung davonzulaufen und Bilder zu suchen. Aber ich konnte widerstehen und bin wieder ein Stück stärker geworden. Es ist nicht leicht. Es ist, als würde ich durch ein Feuer gehen, das mich reinigt. Aber es ist richtig.

Heute und morgen geht es zu den Eltern auf Besuch. Und zu den Toten auf den Friedhof. Ich hoffe, ich bin nicht wieder so traurig und kaputt, wenn ich zurückkomme. Und selbst wenn, werde ich mich davon erholen.

Es gibt Hoffnung. Gute Zeit euch da draußen!
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Tag 43

Die Halbzeit naht. Das Wochenende ist gut vorüber. Ich konnte dem ungesicherten Laptop im Elternhaus und damit freien Zugang zu Porn widerstehen. Der Besuch selbst war auch gut. Und zum ersten mal seit langem bin ich nicht traurig und enttäuscht vom Besuch zurückgekommen.

Einen Satz aus dem Roman "Verlorener Sohn", den ich gerade lese, habe ich mir mitgenommen:

Zitat:Ich glaube, es gibt nichts Mächtigeres als das Wissen, dass dein Vater dich liebt.

Ansonsten erlebe ich mich gerade sehr angespannt. Ich brauche mehr innere Ruhe und weniger Perfektionismus.
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Zum Thema Perfektionismus:

Zitat:Die Wiege des Selbsthasses: Sich verbessern müssen

Liebe ist nur möglich, wenn ich mich selbst liebe?! Das ist schwierig, denn von allen Seiten wird mir signalisiert: So wie du bist, ist es auf jeden Fall zu wenig.

Spring runter von der Leiter und tanze!

Verbessere dich! Vervollkommne dich! Das predigen sie dir von allen Dächern. Im Grunde bedeutet die Idee des Leiter-Kletterns, sich nicht anzunehmen wie man ist. Die Menschen verändern sich ständig zum Besseren, machen dies und das dafür, und sind nie mit sich selbst zufrieden.

Sich verbessern zu wollen bedeutet, sich nicht zu mögen, nicht zufrieden mit sich selbst zu sein, sich nicht zu genießen, wie man gerade ist. Dann ist keine Liebe möglich, nicht zu sich selbst und nicht zu jemandem anders.

Die Leute klettern unwirkliche Leitern hinauf und wenn sie oben angelangt sind, dann wissen sie nicht, was sie dort tun sollen. Das passiert auch in der Liebe. Du suchst nach einer wunderschönen Frau oder einem wunderschönen Mann und dann, wenn du sie/ihn gefunden hast, dann weißt du nicht, was du tun sollst. Du warst auf der Suche, das war deine ganze Kunst. Die Liebe hast du nicht gelernt.

Sei menschlich. Suche keine inhumanen Perfektionen. Dir wurden romantische Ideen über Liebe in den Kopf gesetzt und das ist das ganze Übel. Menschen sind wirkliche Menschen. Nicht die Produkte eines romantischen Dichters.

Sei dir und den Mitmenschen gegenüber freundlich eingestellt. Wenn du negativ denkst, dann wirst du etwas Hässliches an der schönsten Person finden. Wenn du in einer Welt von hässlichen Menschen leben willst, dann halte nach dem Ausschau, was falsch an ihnen ist. Dann wirst du in der Hölle leben. Das negative Denken erschafft sich die Hölle, das freundliche Denken den Himmel. Es hängt ganz von deinen Augen ab.

Alles hängt davon ab, wie du das Leben betrachtest. Du bist der Schöpfer deines Lebens. Dein Leben kann einen unglaublichen Sinn haben, Schönheit und Freude. Doch du musst all das in deinem Herzen erschaffen und dann über den ganzen Platz verstreuen.

Du wirst etwas in dir selbst erschaffen müssen, nur dann wirst du es in der Welt wieder finden. Die Existenz ist dein Echo.
-- Osho
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Hallo eleasar. Kommt die Anspannung vielleicht daher, dass du dich zu sehr mit deiner besonderen Dame beschäftigst? Und kommt der Drang nach Perfektion vielleicht daher, dass du ihr immer noch etwas beweisen willst?

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@ Christian
Danke für dein Posting. Ich halte zwar nicht viel von Osho, aber es stimmt, es gilt den Blick auf mich und mein Leben zu verändern. Perfektionismus ist ungesund.

@ Hans
Gute Fragen. Ja, die Anspannung war am extremsten, als ich nicht wusste, wie ich mich der besonderen Dame gegenüber verhalten soll. Ich konnte nicht weiter auf sie zu gehen, aber es war auch extrem schwer, klar nein zu sagen und Grenzen zu ziehen. Diese Situation hat mich fast zerrissen. Erst als ich den Entschluss gefasst habe, mich ihr und der Situation zu stellen und nicht davon zu laufen, ist es besser geworden. Aber ich erlebe solche Situationen auch immer wieder in der Arbeit. Wo ich mich von meinen weiblichen Arbeitskolleginnen oder auch von meiner Chefin unter Druck gesetzt fühle und versuche alle Erwartungen zu erfüllen. Anstatt klar zu sagen, das geht nicht oder nicht so schnell. Hm, ich denke, ich will mir immer noch zu sehr Anerkennung und Liebe erarbeiten. Obwohl ich eigentlich weiß, dass das nicht geht. Aber der Weg vom Kopf ins Herz ist einer der längsten. Eine der Lügen, die ich in mir trage ist: "Du bist nicht genug." Davon will ich wegkommen. Ich weiß, ich bin genug. Und ich bin geliebt.

Morgen beginnt Tag 45 ohne Pornografie und ein Zwischenziel ist erreicht. Gestern vor dem schlafen gehen habe ich mich wieder selbstbefriedigt. Ich bin nicht perfekt und werde es auch nie sein. Aber ich sehe eine Entwicklung. Ich bin ein verwundeter Krieger im Dienst der Liebe.

Gute pornofreie Zeit euch da draußen!
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Rückfall nach 47 Tagen

Hi Leute, ich bin rückfällig geworden. Nach 47 recht starken und stabilen Tagen. Was ist geschehen?

Diesmal war es eindeutig eine Art davonlaufen vor mir selbst. Als ich nach einer schönen Ballnacht nachhause gekommen bin, hab ich mich vor den Laptop gesetzt mir eine Stunde lang erotische, nichtpornografische Bilder angesehen. Fatalerweise war ich wieder im Besitz des K9 Passworts, um meine Online-Zeiten nach der Zeitumstellung anzupassen. Jedenfalls bin ich ohne masturbieren ins Bett gegangen. Heute nachmittag habe ich dann zu Ende gebracht, was ich begonnen habe. Und bin für über 2 Stunden zurück in die Porno-Bilderhölle und habe mich zum Höhepunkt gebracht. Danach hab ich das Passwort geändert und meinem Freund geschickt.

Die Firewall steht wieder und ich frage mich, wie was das möglich? Wovor bin ich davongelaufen? Ich denke, es hängt mit der Dame zusammen. Diese Woche hatte ich ein Gespräch mit ihr und ich habe ihr gesagt, dass ich nicht bereit bin für eine Beziehung, wobei ich mich aber nicht klar genug von ihr abgegrenzt habe. Gestern abend war sie mit am Ball. Sie ist immer noch hübsch, aber ich merke, dass ich keine Gefühle mehr in ihre Richtung habe. Und ich frage mich, ob ich überhaupt jemals heiraten und Kinder haben werde. Ich denke, ich bin vor diesen negativen Gedanken in die Bilderwelt geflüchtet. Und beginne wieder bei 0.

Was lerne ich daraus? Nach 47 pornofreien Tage spüre ich die negativen Auswirkungen des Rückfalls viel intensiver als bisher:
  • Nach 2 Stunden in der Bilderwelt schien mir diese realer als die echte Welt
  • Ich spüre eine Distanz zu meiner Umwelt, ich bin nicht mehr so präsent wie sonst
  • Ich fühle mich nicht mehr so selbstsicher und stark
  • Es ist als würde ich mich selbst nicht mehr so besitzen wie zuvor.
Wie geht es weiter? Ich werde mich wieder selbst in Besitz nehmen! Das Land zurückerobern, das ich verloren habe. Ich habe die Tür zur Pornografie wieder zugemacht und den Schlüssel abgegeben. Das wird mir helfen. Ich weiß, dass Rückfälle zum Heilungs-Prozess dazugehören und lasse mich nicht vom Weg abbringen. Die nächsten Tage werden schwieriger. Mit Gottes Hilfe gehe ich weiter.

Im Kampf mit euch verbunden!
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