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Vom Wichser zum Mann
Hey Geduldige, danke für deinen Beitrag!
Ja, so wie du es bei deinem Mann beschreibst, trifft es den Nagel auf den Kopf. Da werden einfach irgendwo im Gehirn, dieselben Bahnen benutzt, es kommt zum Rückfall, obwohl ja eigentlich alles gut oder sogar "perfekt ist". Mir hilft das Wissen um die blanke Tatsache, weil ich dann direkt achtsamer bin und deshalb hatte ich so zum Glück nicht viele Rückfälle, worüber ich sehr froh bin, denn sobald sich hier eine Routine bilden würde, wäre ich wohl jedes mal skeptisch, wenn etwas gut läuft und das will ich im Endeffekt ja auch nicht Big Grin

Der Tag in der Natur hat wahre wunder gewirkt. Eigentlich wie immer, wenn ich draußen bin, aber die Erinnerung kann nicht das Erleben ersetzen. Es fällt mir dann immer wieder ein, wenn ich mal länger als eine Stunde im Wald bin; Da sag ich dann zu mir oder anderen: "Unglaublich, dass wir das nicht schon früher mal wieder gemacht haben".


In meinem Buch "Porno im Kopf" vom englischen "Your Brain on Porn" komme ich schnell voran, ich glaube ich war lange nicht so gefesselt, von einer Lektüre, die mehr wissenschaftliche Quellen hat, als viele meiner Unilektüren. Ich erkenne mich in jedem zweiten Satz wieder oder denke mir: "Krass, so ist das also". Das Buch führt mir vor Augen, dass ich keine Ausreden mehr zu diesem Thema brauche, die Sucht ist einfach eine konditionierte Verhaltensweise und selbst für den erhöhten Suchtdruck nach einer gewissen Zeit nach Beginn des Reboots, liefert es neurologische und biochemische Zusammenhänge. Wer nach diesem Buch noch meint, es gäbe keine Pornosucht oder "man kann sich das auch einreden und da die Schuld suchen", ignoriert einfach die Tatsache, dass WissenschatlerInnen weltweit dazu forschen und Studien belegen, dass Pornos unser Gehirn massiv überfordern.
Ich würde gern noch mehr Werbung für das Buch machen, weil ich glaube, dass es jedem (Süchtigen als auch Angehörigen) in einer Form weiterhilft.
Aber andererseits kann ich hier viel schreiben, überzeugt euch dich einfach selbst.

Wünsche euch einen schönen, sonnigen Tag und viel Erfolg bei euren Projekten
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Tag 9 beginnt:

Ich versuche manchmal zu rationalisieren, dass "Schwierigkeiten" in meinem Leben nicht von der Pornosucht kommen und argumentiere das dann damit, dass ich teilweise 30Tage ohne klarkomme und nicht einmal daran denken muss... Was für ein Irrglaube. Seit meiner Anmeldung hier, vor ein paar Jahren, habe ich es zweimal geschafft 90Tage, mehr oder weniger, eher mehr, Abstinent zu sein. Aber selbst 90 Tage sind zu wenig!!! In meinem Fall reicht es nicht und es reicht auch nicht lediglich auf Pornos zu verzichten, denn ich habe in dieser Zeit Onlinedatingplattformen genutzt und weibliche Kontakte auf Apps, wie Tinder kennengelernt. Das Problem war bei mir sicherlich auch die Suchtverlagerung. Ich habe einfach meine Zeit anders VOR dem Bildschirm verbracht. Gerade morgens, wenn ich in Schwung kommen wollte.

Hier knüpfe ich jetzt wieder mit Routinen an. Ich stehe auf, putze Zähne, meditiere, lese etwas. Gerade Lesen hilft mir unheimlich weiter. Ich fokussiere mich über einen längeren Zeitraum und gebe mich nicht der nächsten Ablenkung her. (Früher war ich so sprunghaft, dass ich eine Aufgabe teilweise nicht länger als 5 Minuten ausführen konnte)

Die Pornosucht überwinden heißt Veränderung. In jedem Bereich des eigenen Lebens!
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Tag 11 beginnt:

Gestern war ein (fast) unheimlich produktiver Tag. Ich habe sehr viele Dinge angestoßen und vorangebracht und den Abend dann mit Freunden verbracht, was mir sehr gut getan hat.
Ich spüre dafür heute morgen eine größere Müdigkeit und fühle mich etwas ausgelaugt. Das ist aber mit meinen heutigen ToDo's ganz gut vereinbar und ich glaube, dass es ein entspannter Tag wird.

Jetzt erstmal nen Kaffee und dann ab an die Arbeit, ich wünsche euch einen schönen Tag Smile
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der 12te Tag neigt sich dem Ende zu..

Heute war ein entspannter Tag, ich war noch im Büro und später im Homeoffice, dadurch natürlich wenig Zeit zum daddeln.
Jetzt noch unter Leute und weg vom PC.

Schönes Wochenende euch Smile
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Tag 14 beginnt:

Zwei Wochen seit ich meinen letzten und sehr heftigen Rückfall hatte.

Was hat sich geändert?

Nachdem ich vor zwei/drei Wochen sehr stark mit meiner Stimmung und meinen Gedanken zu tun hatte, bin ich jetzt emotional und gedanklich stabiler.

Was hat dazu geführt?

Schwer zu sagen, ich denke es war die Mischung aus vielen Dingen. Einerseits habe ich das Buch: Pornos im Kopf (original: Your Brain on Porn) regelrecht verschlungen. Als kognitiv motivierter Mensch, war es für mich eine Wohltat zu lesen, welche neurochemischen Veränderungen der Sucht zugrunde liegen UND dass die Abstinenz zu einer Neuverdrahtung im Hirn führen kann. Ich habe daraufhin für mich festgestellt, dass diese Abstinenz deutlich mehr Bereiche umfassen muss, als den der Pornos. Mediensucht, News, Apps, im Grunde "Konsum ohne ein Bedürfnis zu haben". Dem Gehirn ständig neue, schnelle, starke Reize zu liefern. Klar ist dort der sexuelle Reiz in Form von Pixeln unser Lieblingsreiz (geworden), aber das 5malige googlen neuer Ereignisse ist eben auch eine Suchtverlagerung und der Mechanismus läuft ähnlich ab.
Ich glaube also, dass mein Wissen um die Sucht und das Lesen des Buches nochmal etwas ausgelöst haben und ich nun zumindest teilweise intelligenter handle.

Wie geht es weiter?

90 Tage dauert es angeblich, bis sich das Gehirn neu verdrahtet hat. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es stimmen kann. Das bedeutet aber konsequenter Verzicht auf Konsum. Digitaler Detox. Die Verhaltensweisen sind erlernt... Bin ich eine Woche im Urlaub und wenig am Handy stört es mich nicht, dass ich kaum Zugang zu Neuigkeiten und Reizen habe. Körperlich ist also die Abhängigkeit nicht vorhanden oder nach wenigen Tagen nicht mehr spürbar. Natürlich ist es das angelernte Verhalten, was immer wieder Schwierigkeiten macht. Wenn es scheiße läuft (oder sogar sehr gut), treten gewisse Verhaltensweisen (-muster) automatisch auf. Die gilt es zu ändern. 90 Tage im leeren Raum zu sitzen wird wenig helfen, wenn ich danach wieder alles so mache wie vorher.
Gesunde Verhaltensweisen müssen her. Routinen, Strukturen, feste Zeiten UND Zeit mit anderen Menschen.

Warum klappt es dieses Mal?
Die Sicherheit kann ich mir nicht mal selber geben. Aber jeder Tag -für sich- bietet mir die Chance Dinge zu verändern, anders anzugehen. Hier liegt die Möglichkeit aus dem ewigen Kreislauf auszubrechen. 90Tage, 180Tage, ein ganzes Leben? Scheiß drauf, heute zählt. Heute werde ich nicht rückfällig, darauf kommt es an
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@Lieber Fokusfinden,

ich freue mich, dass es soweit gut läuft bei Dir. So reflektiert, aufmerksam, wachsam und bewusst, wie Du das Ganze angehst, klingt es nach einem guten Weg.

Natürlich wäre es schade wenn man bei positiven Dingen routinemäßig immer diesen Beigeschmack hat, dass gleich ein Rückfall nahen könnte. Du hast das dennoch im Blick, und das ist gut so.

Ich denke, dass das Gehirn bei positiven Dingen eben dieses Dopamin ausschüttet und uns sagt: "Das war toll. Gib mir mehr davon." Deshalb kommt es auch bei einigen zu Rückfällen, obwohl gerade alles super ist.

Das Buch ist wirklich gut. Ich konnte es leider immer noch nicht weiterlesen. Aber das werde ich definitiv bald tun und hoffentlich auch noch viele andere.

Dein Satz bezüglich der Veränderungen im Leben, die wichtig gegen die Sucht sind, ist das A und O. Nur der reine Verzicht macht ein Durchhalten dauerhaft nicht möglich.
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Liebe Geduldige,
danke für deinen Beitrag und dafür, dass du dir immer wieder die Zeit für uns alle nimmst. :-)
Ich hoffe du findest die Zeit zum lesen, ich würde mittlerweile gerne unter jeden Beitrag unserer Mitglieder hier schreiben: "Lies das Buch"
Das fasst einfach so ziemlich alles zusammen und macht Mut und Hoffnung. Das Buch sollte sozusagen die Grundlage eines Reboots sein und darauf aufbauend, sollten die Mitglieder dann an ihrer persönlichen Situation arbeiten und das Wissen dann masgeschneidert umzusetzen.

TAG 17 beginnt:

Ich spüre ein leichtes Verlangen und bin wachsam. Eben wollte ich ganz unterbewusst was bei google suchen, was ich natürlich nicht gemacht habe, als mir wieder klarwurde, dass sich da mein Suchtgedächtnis meldet
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@Hallo mein Lieber,

Du bist hier aber auch sehr fleißig beim Lesen und Schreiben. Ich mache das wirklich sehr gern, und es gehört inzwischen für mich einfach dazu.

Du kannst das Buch gern in Deinen Beiträgen erwähnen. @Heinrich hatte mir neulich den Vorschlag gemacht, die Rubrik Literarisches im Forum aufzunehmen, was ich heute bei den Admins ansprechen werde. Dort hätte Dein Hinweis zum Buch auf jeden Fall Platz und wird sicher oft aufgerufen, da es eine neue Rubrik ist.

Du machst das wirklich super. Sieh das Verlangen einfach als Teil Deines Weges zur Veränderung.

Alles Liebe

Geduldige
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Danke @Geduldige, freut mich immer hierher zu kommen und von dir zu lesen!

Tag 18 endet so langsam. Jetzt nicht anfangen nachlässig zu werden und mich in "Klickerten" verlieren. Essen machen, dann lernen. Fleißiger Tagesschluss nach einer Tour mit Freunden an den See. Bei diesem Wetter eine Wohltat Tongue
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@fokusfinden, lieben Dank. Ich freue mich auch immer, von Dir zu lesen.

Dass Du so aktiv bist und raus gehst, was unternimmst, auch mit Freunden, finde ich super.

Ich glaube, es gibt keine bessere Grundlage für einen Reboot, als so oft wie möglich in der Natur und unter Menschen zu sein, die einem gut tun, den eigenen 4 Wänden zu entfliehen.

Das Wetter lädt ja aktuell auch wirklich dazu ein.

Dein fleißiger Tagesschluss: sehr diszipliniert und konsequent! Und ein gut gefüllter Tag lässt schließlich auch weniger Raum für Nachlässigkeit.

Ganz viel Erfolg wünsche ich Dir weiterhin und ein Schönes Wochenende.
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