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Vom Wichser zum Mann
#71
Hey Steffus!

Hast du denn in deinem Leben jemanden, mit denen du über diese ganze Sache reden kannst? Den Reboot alleine durchziehen zu wollen ist wirklich extrem schwierig und auch eine unnötige Erschwerung der Aufgabe. Wir haben alle das gleiche Problem und sind für einander da, um uns zu helfen (Auch wenn die Antworten gerade selten ausfallen).

Und zu deiner Frage:

Ja ich setze mich extrem viel mit Persönlichkeitsentwicklung auseinander. Und was du beschreibst ist auch das häufigste Suchtmuster. Die Sucht benutzen, um sich nicht mit unangenehmen Situationen / Emotionen auseinander zu setzen.

Deswegen ist eine PErsönlichkeitsentwicklung auch meiner Meinung nach der Kern eines erfolgreichen Rebootes.

RedBlob
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=17381]
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#72
Red du hast recht...

Ja ich kann darüber reden und auch mit meiner (noch) Freundin. Leider setze ich das irgendwie alles aufs Spiel.
Die Sucht zerstört oder trägt zumindest dazu bei mein Leben zu zerstören.

Ich konsumieren wieder und drehe mich im Kreis. Es ist alles besser geworden als damals und trotzdem ist es so verdammt schwer.
Ich weiß manchmal einfach nicht weiter.
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#73
Dieser Kreis ist das heftigste und schwierigste an dem Reboot und der Sucht.
Da dieser Kreis für viele ein Grund ist irgendwann aufzugeben. Die Hoffnung aufzugeben.

Aber nicht umsonst ist Schritt 1 in jedem Reboot: Glaube daran, dass du es schaffen kannst.

Du kannst es schaffen. Wir alle können das.

Es zu wollen ist aber nur der GRUNDBAUSTEIN. Der Wille und der Glaube MUSS vorhanden sein.

Dann kann es zur Umsetzung gehen. Wo sind die Probleme in meinem Leben? Bin ich unorganisiert? Bin ich faul? Lüge ich oft? Enttäusche ich oft Menschen an denen mir was liegt? WIESO fühle ich mich schlecht? WAS will ich mit Pornos kompensieren/überdecken?

Erst wenn man diese Gründe in seinem Leben ausmacht und ANGEHT, kann man zu einem besseren Mensch werden. Und erst dann wird der Suchtdruck weniger werden. Erst dann wird der Rebootwille stärker sein als der Suchtdruck. Der Suchtdruck wird keinesfalls verschwinden, aber die Entscheidung gegen den Suchtdruck wird leichter.

All die Fragen, die ich gestellt habe, setzen sich mit der Persönlichkeitsentswicklung auseinander. Also frage ich dich auch:

Was tust du, um die beste Version deiner Selbst zu werden?

RedBlob
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#74
https://www.youtube.com/watch?v=9QiE-M1LrZk&t=299s

Hier habe ich ein sehr interessantes, sehenswertes Video zum Thema Dopamindetox.
Eine Sache, die sehr wichtig für uns zu verstehen ist, ist dass wir deshalb so unmotiviert im Alltag sind, weil unsere überstimulierten Dopaminrezeptoren von normalen Aktivitäten nicht mehr ausreichen stimuliert werden.
Beim PMO fokussieren sich viele Süchtige sehr auf die Suche nach neuen Videos, dem "perfekten Moment" und weniger auf das schnelle Erreichen des Orgasmus. Das Entscheidende ist, dass wir mehr an der Suche, als am schauen eines einzigen Videos interessiert sind.
In der frühen Anfangsphase haben Pornos noch ein Gefühl der Belohnung in uns ausgelöst und uns ein "liking" gegeben. Nach und nach wurde es mehr zu einem "wanting", wir fingen an, immer weiter zu suchen und uns immer mehr zu spezialisieren.
Ich habe mich zu diesem Thema vor kurzem mit einem Professor der zum Thema Sucht forscht unterhalten und wichtige Einsichten gewinnen können.

Neben der Tatsache, dass wir akzeptieren, keine Pornos zu brauchen, ist ein elementarer Bestandteil unserer Rehabilitation unser Verhalten im Allgemeinen zu verändern. Da setzt das Video zum Dopamindetox an, da es darauf aufmerksam macht, wie nicht nur PMO, sondern auch Social Media, TV, Gaming und andere Dinge unser Motivationssystem nachhaltig schädigen können.

Solange uns die normalen Aufgaben im Alltag nicht motivieren, wird der Griff zum Porno immer wieder interessant für unser Suchtgedächtnis sein. Ich denke, wenn wir es schaffen ganzheitlich an unserer Gesundheit zu arbeiten, werden sich die Effekte summieren. PMO wird uninteressant, weil andere Tätigkeiten wieder interessant genug sind.

Ich hoffe ich konnte meinen Punkt in der Kürze deutlich machen: Wir müssen uns bewusst stark stimulierenden Tätigkeiten entziehen (wie im Video gezeigt für gewisse Tage, in meinen Augen aber ruhig routiniert öfter) , dann wird auch PMO an Macht verlieren.
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#75
Wirklich interessanter Ansatz, den ich auch so sehe.

Es fällt mir trotzdem immer noch schwer den richtig und konsequent umzusetzen. Gerade Das Video spielen ist für mich ein großer Zeitvertreib. Ob mit Freunden oder alleine. Dieses ganz aufzugeben würde meinem Dopaminhaushalt sicherlich helfen und auf Dauer auch andere Tätigkeiten belohnender machen, aber gerade, wenn manche Spiele mich mit Freunden verbinden und näher bringen, fällt es mir schwer diese aufzugeben. Es ist wirklich eine Zwickmühle.

Und auch Youtubevideos, die ich oft und gerne schaue sind eine Art Superstimulus. Man klickt sich immer weiter, bis man einen youtuber/ ein video findet, der/das genau seinem Geschmack trifft.

Es würde mich sehr interessieren, wie setzt du in deinem Leben das Prinzip des Dopamindetox um? Smile

RedBlob
[Bild: nfc.php?da=nu&nfc=17381]
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#76
Hey Red, vielen Dank für deine Antwort, ich hoffe es geht dir gut, du warst zuletzt nicht im Forum aktiv.

Meinen Dopamindetox setze ich durch Routinen um, das bedeutet, dass ich morgens eine Stunde habe in der ich mittlerweile seit 28 Tagen, direkt nach dem Aufstehen Laufen gehe oder spazieren, wenn ich mal wirklich garnicht Laufen gehen will. Dann setze ich mich hin und mache meine Meditationsübung und danach nutze ich eine App zum Gedächtnistraining. Das ist aber nur eine von 16 wachen Stunden. Ich versuche außerdem nicht vor 18 Uhr irgendwelche Videospiele zu spielen und zum Ende des Tages ab 21:30 kommen die digitalen Medien aus. Da arbeite ich noch an einer sinnvollen Abendroutine, aber meistens lese ich oder (und das mache ich am meisten) ich schreibe einen Tagesbericht, mit allem was passiert ist und mache mir nochmal Highlights bewusst.

Leider habe ich im Moment wieder Schwierigkeiten auf PMO zu verzichten. Der monotone Alltag und die fehlenden sozialen (weiblichen) Kontakte machen die Sache für mich schwieriger. Ich habe dann vor 7 Tagen eine 90Tage NoFap Challenge begonnen und den Druck garniht mehr abbauen zu können hat bei mir letztendlich zum Rückfall geführt.
Eigentlich habe ich erreicht was ich wollte, nämlich ein starkes Interesse an realen Kontakten, aber das ist im Moment einfach nicht umzusetzen. Ich überlege schon, Masturbation als Standardventil zu nutzen, um wenigstens nicht in die Versuchung zu kommen Pornos zu schauen. Aber es zeigt mir auch, wie schwierig ich mich im Moment mit der ganzen Sache tue.

Ich schaffe es in der letzten Zeit viele Dinge gut umzusetzen und werde auch in Zukunft weiter dranbleiben. Dopaminarme Tätigkeiten verfolgen und weiter an mir arbeiten. Aber es frustriert mich immer wieder zurückzufallen. Jedes mal fühle ich mich, als würde ich mich verraten und wieder ein Stück meiner Motivation opfern. Ich möchte so gern wieder an den normalen Dingen im Alltag Freude finden und mich für Dinge begeistern, die nichts mit Sex und nackten Frauen zu tun haben. Klar, da gibt es auch Sachen, aber dieses Glücksgefühl von sich aus, ist eben doch eine Rarität.

Ich hatte gehofft, durch reale Kontakte dem Treib zu PMO zu entkommen, aber auf der anderen Seite sagt mir eine Stimme, dass das vielleicht auch nur eine Suchtverlagerung sein wird.
Durch die Meditation lerne ich, dass der Versuch nicht zu denken nur in noch stärkerem Denken endet und dass je mehr man sich bemüht den Geist zu beruhen, ich noch stärker aufwühlt. Und ich glaube, da die Sucht ein Teil unseres Geistes ist, liegt der Schlüssel zum Erfolg in der Meditation. Indem ich nicht versuche die Pornografie zu verdrängen, sondern meiner Sucht mit Akzeptanz begegne und meinen Fokus dann aber wieder auf andere Dinge richte, kann ich es schaffen, diesen Teil meiner Gedanken zu verkleinern. Er muss nicht zu 100% verschwinden. Noch nicht. Aber er wird dann langsam verdrängt und verliert seinen Nährboden, weil ich ihn anerkenne, aber nicht bewerte.

Mehr Bewusstsein für die schönen Dinge, weniger Dinge auf einmal und Geduld. Verzicht ist nicht die Lösung sondern Alternativen schaffen und bewusst leben. Dann wird Pornografie unwesentlich. Und wenn wir uns jedes mal so stark verurteilen, geben wir der Sucht nur unnötig viel Macht. Stattdessen ist es wichtig sich nüchtern und ruhig damit auseinanderzusetzen und dann wieder kleine Schritte in die richtige Richtung zu machen
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